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Mikroabenteuer oder liebestolle Igel, Eberhoferkreisel und das Heimatmuseum

Osterseen bei München

Es ist seit Jahren üblich, für Althergebrachtes ein neues Etikett zu finden und als neuen heißen Scheiss zu verkaufen. Der „brandneue“ Trend, auch dank unserer neuen Seuche, heißt Mikroabenteuer. Also nicht die große Weltumsegelung, die Mount Everest Besteigung oder die Kanutour durch den Amazonas. Stattdessen Segeln auf dem Starnberger See, Wendelsteinbesteigung und Kanutour auf der Tiroler Ache.

Ich finde, wir sollten das Beste aus unserem verpfuschten Jahr 2020 machen und statt Urlaub unsere Heimat kennenlernen. Einfach sich vorzustellen, wir machen hier in Oberbayern (oder wo immer ihr lebt) Urlaub. Was würden wir da wohl so anstellen, was besichtigen? Einmal rund um die Heimatstadt radeln, mal den Sightseeingbus durch die eigene Stadt zu nehmen, um zu wissen, was die Touristen eigentlich alles so erfahren, neue Wanderrouten aus dem Netz erkunden.  Das – und noch viel mehr: am Morgen auf die Berge und danach ins Büro, Zelten btw übernachten in der Natur, Bergwandern und Hüttenabend. Wer dafür Inspirationen braucht, meine Blog-Freunde von Hurra Draußen oder den Phototravellern haben wirklich gute Tourentipps auf Lager.

Was so Mikroabenteuer mit längeren Aufenthalten draußen betrifft – Ich liebe es, draußen zu sein – aber die Natur liebt mich offenbar nicht zurück. Als es letzten Sommer so heiß war, wollte ich im Garten schlafen. Daraus wurde nichts, weil unter der Hecke eine Horde Wildschweine tobte – dachte ich. Ich schreckte panisch von meiner Hängematte hoch und suchte die Taschenlampe. Waren aber nur zwei Igel, die ihren Spaß hatten und eine wilde Orgie feierten. Wie laut vögelnde Igel werden können, kann man sich nicht vorstellen, bis man es hört. Es sollen schon Leute die Polizei gerufen haben… ich war nur panisch, bis ich mit der Taschenlampe herumleuchtete und die beiden störte – aber nach dem Schreck bin ich doch wieder ins eigene Bett drinnen gegangen. Ein anderer Schlafversuch im Garten endete mit einem Wolkenbruch um vier Uhr früh.

Karibik oder Isar - Mikroadventure
Karibik oder Isar? Isar! Foto: Christian Böhlen
Rast im Moos im Werdenfelser Land

Camping nur mit Klo und Urlaub am Eberhofer-Kreisel

Auch einfach mal eine romantische Nacht unter den Sternen im Zelt zu verbringen, einer der Toptipps beim Mikroabenteuer, hat seine Tücken. Im englischen Garten bekäme man im Zelt Besuch von Polizei oder Drogendealern, auf dem Rasen im Hinterhof wäre legal und sicherer, aber der Moment am Morgen, wenn man unter den Augen der Nachbarn aus dem Zelt krabbeln muss… Das Wetter macht derzeit sowieso einen Strich durch die Rechnung – und der Campingurlaub wäre ein Griff ins nicht vorhandene Klo gewesen. Unsere Mikroabenteuer müssen also erstmal echt mikro bleiben: Wir radeln und wandern jetzt viel in und um München herum. An der Isar, den Osterseen, im Werdenfelser Land, im Moos bei Murnau, kleine Bergtouren oder der Höhenweg von Tegernsee nach Gmund. Und neulich haben wir Freunde in Niederbayern besucht, die nahe des Franz Eberhofer Kreisels bei Frontenhausen leben – und wir haben es uns nicht nehmen lassen, ein paar Runden auf dem Kreisverkehr zu drehen.

Wir Bayern haben Glück, dass unsere Natur so traumschön ist. Mittlerweile ist es auch wieder so, dass wir nach der Wanderung in einem Biergarten einkehren können, das hatte ich schmerzlichst vermisst. Das gehört bei mir einfach zur Wanderung dazu. Vor allem, es ist auch Fairness gegenüber Hüttenwirten und Gastronomie. Leben und Leben lassen – das war immer bayerischer Leitspruch. Und der gilt jetzt doppelt. Wir versuchen, ein bisschen was von den Ausfällen in der Gastronomie aufzufangen, aber soviel können wir leider weder essen (Coronakilos) noch ausgeben (Kurzarbeit) – alle können wir nicht retten. (Nochmal eine Bitte – wenn ihr eure Restaurants erhalten wollt – geht jetzt essen)

Ausflugsziel Eberhofer Kreisel
Ausflugsziel Eberhofer Kreisel

Microabenteuer in München – es gibt so viel zu entdecken

Ich finde es ja cool, jetzt die Museen der Heimat neu zu erkunden. Wer war schon mal im Bayerischen Nationalmuseum an der Prinzregentenstrasse? Vermutlich nicht so viele. Dabei haben die eine der größten Rokoko-Kostümsammlungen der Welt und stellen die immer wieder mal aus, dort ist gerade eine goldige Hundeausstellung (Mopsölgemälde!!!) und fantastisches Kunsthandwerk zu besichtigen.

Völlig genial ist auch die Schatzkammer der Residenz, die ganze Residenz sowieso, die Pinakotheken oder das ägyptische Museum. Spielt einfach mal für einen Tag Tourist in München. Schaut euch das Glockenspiel an, trinkt ein Bier im Hofbräuhaus und besucht den Viktualienmarkt, als ob es das erste Mal wäre. Das macht wirklich Spaß. Wenn ihr München durch habt – wie wäre es mit Freising, Landshut, Nürnberg, Regensburg? Alles großartige Städte voller historischer Überraschungen, alle als Tagesausflug oder Wochenendtrip möglich. Es muss nicht immer weit weg sein – Das Kloster Waldsassen verbirgt sogar sehr gruselige Überraschungen, die die US-Touristen Schauer über den Rücken jagen… Wir haben das alles im Laufe des Sommers vor, Touristin im eigenen Landkreis, demnächst testen ich mit der lieben Butterkekspony eine App, die den Reiseführer ersetzen soll…ich halte euch auf dem Laufenden.

 

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