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Nach Großtantes Rezept: der einfachste, leckerste Rhabarberkuchen mit einer Art Baiser

Rhaberberkuchen mit Baiser

Es gibt eine Unterart der Archäologie: Foodarchäologie. Da testen Forscher, wie antike oder mittelalterliche Rezepte funktioniert haben könnten, welche Gewürze und Kräuter in die Speisen kamen, wie die antiquierten Kochgeräte funktioniert haben könnten. Ich stelle es mir sehr spannend vor, ich war einmal in der Schloßküche von Hampton Court und hab mich lange mit den Versuchsköchen unterhalten… Und so eine Art Foodarchäoligie-Projekt war auch dieser Rhabarberkuchen. Meine Großtante Luise, genannt „Munkeroma“, die neben meiner Oma lebte, hat ihn immer für mich gebacken und er war mein absoluter Lieblingskuchen im Frühsommer…

Rhabarberkuchen von der Großtante Luise

Doch Luise ist leider längst tot und das Rezept verloren. Alles, was ich hatte, war die Erinnerung an den Geschmack und die Konsistenz. Mürbteig, da war ich sicher. Darauf der Rhabarber, ohne Schnörkel – aber was war das für ein Guß drüber? Baiser? Ne, der war nicht dick und süß. Schmand? Nö. Das Geheimnis ist: es ist keine Baiserhaube drauf, sondern die kompletten Eier werden mit etwas Zucker schaumig geschlagen. So gibt es keinen dicken Überzug sondern eine wunderbar leichte Creme, die den Rhabarber schaumig umhüllt. Meine Versuche haben den Retrokuchen wieder rekonstruiert. Der Kuchen ist fantastisch, er bringt den einzigartigen Geschmack und die Säure des Obstes wunderbar zum Glänzen, der Kuchen ist nicht übersüß, er ist supereinfach zu machen und kommt im Prinzip mit einer einzigen Schüssel aus. Der Kuchen ist eine Frühjahrsfreude, es gibt ihn nur, solange es Rhabarber gibt – und das ist nicht lang, Ende Mai ist der Spaß vorbei. Also schnell probieren!

Rhabarberkuchen mit Eierhaube

Mürbteig:

  • 200 Gramm Mehl,
  • 125 Gramm Butter
  • 1 Ei
  • 1 Esslöffel Rum oder abgeriebene Zitronenschale
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Prise Salz

Fülle:

  • Etwa 10 Stangen Rhabarber
  • etwas Mandelmehl,
  • 1 Esslöffel Zucker

Guss:

  • 3 Eier,
  • 2 Esslöffel Zucker

Den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Aus kleingehackter, kalter Butter, Mehl, Zucker, kaltem Ei und Salz schnell einen Teig kneten, zum Fladen formen, kühl stellen.

Die Rhabarberstangen in ein Zentimeter lange Stücke kleinschneiden, wer mag, kann ihn schälen, ich tue das aber nicht. Mit dem Zucker vermischen, beiseite stellen.

Den Boden ausrollen, eine Springform von ca 28 Zentimeter Durchmesser damit auskleiden. Wer mag, kann den Boden 10 Minuten vorbacken. Mandelmehl gegen das Durchweichen auf dem Teigboden streuen. Die Rhabarberstücke auf dem Boden verteilen und 10 Minuten in den Ofen zurück. (ohne Vorbacken 20 Minuten).

Die 3 Eier mit dem Zucker schaumig schlagen, bis sie ganz aufgegangen und hellgelb sind. Den Kuchen aus dem Herd nehmen, den Guß darüber geben und nochmal für zehn Minuten ins Rohr. Fertig!

 

5 Kommentare zu “Nach Großtantes Rezept: der einfachste, leckerste Rhabarberkuchen mit einer Art Baiser

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  2. Hallo Katrin,
    so ein ähnliches Rezept habe ich auch von meiner Großmutter!
    Der Kuchen schaut toll aus, allerdings dauert es noch etwas, bis der Rhabarber hier bei uns im Garten steht.
    Liebe Grüße
    Erika

  3. Das Rezept hätte ich dir geben können. Der Rhabarber schaut im Garten jetzt erst aus dem Boden.
    Wünsche dir viel Spaß beim Backen.
    Schöne Grüße Heike

    • katrin hilger

      Ich war aber stolz, es selbst herauszufinden

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