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Der Kater Likoli hat schöne T-Shirts

In Japan wirbt ja jedes Produkt mit einem lachenden Tier auf der Verpackung – und damit gewinnt man nicht nur die Japaner sondern auch mich. Wenn eine Tier drauf ist, süüüüß! Der Likoli T-Shirt-Shop wirbt mit einer kleinen Katze. Sure win. Der Shop hat eine gute Auswahl an dem. wIMG_0772as zu 90 Prozent den Kleiderschrank meiner Parteifreunde füllt: witzige Motto-T-Shirts. Mit Anspielungen auf Superhelden, Games, Internet-Memes oder Star Wars. Dazu ein paar hübsche Designer-Shirts, die Graphiker entworfen haben. Die würde ich auch tragen, mit den anderen Motiven hab ich so meine Schwierigkeiten, ich finde sie bei anderen super, aber an mir…hm, weiß nicht. Aber was cool ist, es gibt schöne Formen, mit Ausschnitt und tailliert, die bei Frauen gut aussehen. Mir hat es ein französisches Design mit kleinen Schirmchen angetan. Hat sowas Mary Poppins-mäßiges.

 

 

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Schräge Schuhe: Über- oder Außerirdisch

Ich hab jetzt zwei Paar Schuhe, die ich liebe: Bequem und total schräg. Das eine Paar stammt aus der Star Wars Kollektion von Vans, das andere mit Maria und Jesus drauf sind von YRU von asos. Klar, nicht jedermanns Geschmack, aber ich kann unmöglich zu Schuhen Nein sagen, die mit skatenden Wookies beworben werden. Die alten Filme hab ich wirklich gemocht. Und  was ich sammle Devotioalien, deswegen fand ich es mega, dass Fröken von GenerationCouture mich auf die tollen “Jesuslatschen” hingewiesen hat. Musste ich haben. Ich finde, solche Schuhe werten ein Outfit unglaublich auf von oll zu lustig.

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Tortour de Fashion – wenn Mode wehtut

Die Künstlerin Svenja Ritter hat offenbar die gleichen Assoziationen wie ich beim Anblick hoher Stilettos. Wunderschön, sexy, glitzernd, aber wahre Folterinstrumente, die die Füsse schmücken und zugleich verletzen. Die die Trägerin auf ein Podest stellen, aber sie nageln sie dort auch fest. Auf jeden Fall scheinen die Marterinstrumente die Künstlerin zu faszinieren, denn sie hat ihnen eine ganze Rehe von Kunstwerken gewidmet. Im Rahmen des Out of the Box Events waren sie in der Box am Schadowplatz zu bewundern. Schön und erschreckend zugleich. Ich mag diese Art PopArt-Kunst. An der Grenze zum Kitsch, sehr greifbar, ästhetisch ansprechend. Mal verwandeln sich die Schuhe in ein schillerndes Krustentier, mal erstarren sie zu spitzen Eisnadeln oder werden zu goldenen Schuhen voller Rosen – und Dornen.

Wer sie verpasst hat, kann die Horrorschuhe zusammen mit den Werken von 11 anderer Künstler in der Kunstgalerie Petra Nostheide-Eÿcke bewundern. Die Galeristin beschäftigt sich seit einem Jahr mit dem eigenen Projekt “Kunst + Schuhe” und hat 12 Künstler eingeladen, ihren Beitrag zu leisten. Die entstandenen Arbeiten sind in der Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel “ART SHOES –Shoes in Contemporary Art” gebündelt und werden vom 31. Juli 2014 an erstmalig in den Düsseldorfer Räumen der Galerie an der Kirchfeldstr. 84 präsentiert und sind bis zum 27. September 2014 zu sehen.

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Springa Sneakers: Upcycling made in Italy

Aus altem Müll wieder etwas neues Schönes zu schaffen, das ist Upcycling. Auch die italiensche Firma Springa, die auf der Gallery zu sehen war, hat sich diesem Konzept verschrieben. Springa macht Turnschuhe, wirklich coole Unikate, kein Paar der Sneakers gleicht dem anderen. Denn die Schuhe entstehen aus allen möglichen alten Textilien, Kaffeesäcken, Hawaiihemden, Armeehosen, Kravatten, T-Shirts. “Rein theoretisch ist es möglich, dass jemand uns seine alten Kleidungsstücke gibt und wir machen ein Paar Turnschuhe draus”. erzählt Luca, der die Firma Springa in Florenz gegründet hat. “Die Idee lieferte uns das alltägliche Leben, man nimmt gebrauchte Kleidungsstücke und andere Stoffreste und haucht ihnen neues Leben ein. Es entsteht ein Kunstwerk, zusammengenäht in alter italienischer Handwerkskunst für ein einzigartiges Ergebnis”

Spannend war, in Düsseldorf hatte Springa nicht nur fertige Schuhe ausgestellt, die man auf der Messe kaufen konnte (leider passte mir das Paar, das mir gefallen hätte, nicht) sondern auch die Rohlinge dabei und sogar ihre Vulkanisiermachine, die die Sohlen an den Schuhen festschweißt – so konnte man sehen, wie die Schuhe entstehen. Hier findet sich mehr zur Arbeit, die in jedem Schuh steckt. Und hier noch ein Video dazu: http://vimeo.com/54859556

Zu kaufen gibt es Springa bei Le Follie – aber hoffentlich bald in mehr Shops – das war ja der Sinn des Messe-Besuchs.

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Guido Maria Kretschmer entwirft Mode für die bezaubernde Jeanny

“Meine erste Modeschau hab ich in Düsseldorf gesehen, ich war noch ein kleiner Junge. Deswegen ist es eine besondere Ehre, heute hier zeigen zu dürfen”, erklärte Guido Maria Kretschmer strahlend nach seiner Show bei Platform Fashion in der Schraubenfabrik in der Suitbertusstrasse. Es war heiß, es war stickig und total überfüllt, denn alle wollten die glamouröse Mode des Fashiondarlings für den Sommer 2015 sehen. Die Fächer, die im Foyer ausgeteilt wurden, flatterten in den Zuschauerreihen wie ein Bienenschwarm beim Waben kühlen. Das dicke Makeup der prominenten Gäste, darunter die Effenberg-Ex, die Kahn-Ex und die Ballack-Ex (echt viel Ex im Publikum) im Blitzlichtgewitter klebte.

Doch die Mode war es wert, die Hitze auszuhalten. Nicht nur die Frisuren der Models mit ihrem hoch gebundenen Pferdeschwanz erinnerten an die 60ties Serie “Bezaubernde Jeannie”, auch die flatternden Marlene Hosen, Jumpsuits beschworen die relaxte Eleganz dieser Zeit. Viel schwarz-weiß, Anklänge an 1001 Nacht, dazu Akzente in Mintgrün und Nude. Hochelegant und trotzdem bequem. Eng geschnittene, knielange Kleider machen aus den Brille tragenden Models die  wohl glamourösesten Sekretärinnen aller Zeiten. Ich hab ein bisschen das Gefühl, sein Vertrieb Unifa da Einfluss nimmt, die rockig-sexy Linie des Vertriebs scheint durch. Leder, schwarze Pailletten, sexy Schnitte – passt perfekt ins Portfolio. Verkauft werden müssen die Entwürfe halt auch. Kretschmer hat mit seinen TV-Shows viel Einfluss – das ist klasse, denn wir brauchen einen Botschafter für Eleganz. Vor allem einen, der so beliebt ist und gemocht wird wie Kretschmer.

mit silbernen Pailetten bestickt - seidenes Abendkleid Bild Platform Fashion

Mit silbernen Pailetten bestickt – seidenes nudefarbenes Abendkleid

Aber Kretschmers Spezialität sind Abendkleider – und die waren wirklich der Hammer. Wunderschön. Am allerschönsten waren sie in Nude mit silbernen Ornamenten bestickt. Ein Kleid im schlichten Schnitte hatte einen sportlichen Tunnelzug in der Taille und Wasserfallausschnitt im Rücken. Der Kontrast zum unfassbar kostbar bestickten  Stoff war bestechend. Das wäre mein Abendkleid gewesen. Traumhaft auch das silbern-schwarze Cocktailkleid im 50ties Look. Und die schlichten großen schwarzen Roben, die bestimmt auf vielen Events zu sehen sein werden. Nein, die Abendkleider sind keine Kleider für uns Normalsterbliche. Aber das ist auch okay, es muss immer Mode geben, von der man träumen kann. Und wenn wir was von Kretschmer wollen, können wir ja bei Heine bestellen – und das sogar für uns Moppel. Davon aber ein andermal.

Bilder: Platform Fashion

 

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Streetart auf dem Pullover – eine Herzensangelegenheit

IMG_0619Das ist mal wirklich originell: Das Label Herzensangelegenheit hat den Airbrush-Künstler Marco von Sprayart für eine coole Kooperation gewinnen können – für eine limitierte Edition verziert er einen schlichten grauen Kaschmirpullover mit einem von drei Motiven: Miss Liberty, Zebra oder Leopard. “Jeder Pullover ist von mir von Hand gesprüht”, erklärt Marco, der zur CPD in Düsseldorf live vor dem Showroom seine Kunst zeigt. “Und auf jedem Pullover hab ich in der Zeichnung ein Herz versteckt”.

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Meine liebste Tasche stammt von Naschbag

Kate-taupe Wer mich kennt, kennt diese Tasche. Ich hab sie mir letztes Mal auf der Gallery gekauft und seitdem nur noch zum Schlafen weggelegt. Ich liebe sie. Frauen können ein sehr inniges Verhältnis zu ihren Handtaschen haben und ich hab meine Lieblingstasche gefunden. Sie heißt “Kate”, stammt vom deutschen Label Naschbag. Ein Grund, warum ich die Tasche so mag, ist ihre Qualität – das Leder stammt zum Teil aus der gleichen Gerberei, die auch das Leder für Hermes liefert. Hochwertiger geht es nicht. Die Taschen sind rundum „Made in Europe”. Was wo genau hergestellt wird, steht auf dem Herkunftsnachweis-Etikett, das an jeder Tasche hängt. So stammt das Leder aus Frankreich, Deutschland oder Italien. Die Metallteile kommen überwiegend aus Deutschland, ein kleiner Teil auch aus Italien. Die Reißverschlüsse werden in der Schweiz hergestellt und die Stoffe für das Innenfutter stammen aus Spanien.

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Kate und ich: ein gutes Team

Naschbag-Taschen werden in Paris von einer kleinen Manufaktur von Hand gefertigt. Das garantiert eine maximale Kontrolle aller Verarbeitungsschritte, vom Lederzuschnitt bis zur Vollendung der letzten Naht. Alles in Handarbeit. Damit wird jede Tasche zu einem Unikat. (Genauso wie bei der Birkin Bag, nur kosten Naschbag-Taschen mit rund 700 Euro nur ein Zehntel, was ich aber eigentlich cooler finde) . Und ein Label haben sie auch nicht, das aufdringlich “Ich bin eine teure Tasche” plärrt. Hat ein Naschbag nicht nötig. Und ich übrigens auch nicht. Ich bin nämlich auch ein Unikat.

Cristina Malagó und Anne-Nathalie Meekel-Praun, die Designerinnen der tollen Taschen, haben ihr Proddukt gut durchdacht, es passt alles in die Kate und viele Innentaschen machen es schön übersichtlich. Laptop, IPhone, Kindle, Ipad oder meine Einkäufe schleppe ich mit dieser Tasche sehr stylisch durch die Gegend.  Zu kaufen gibt es die Taschen in einigen Boutiquen, ich kann den Einkäufern aber nur raten, sich die Taschen in der Botschaft an der Cäcilienallee mal anzusehen, ich werde extrem häufig auf mein gutes Stück angesprochen.

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Es ist Modezeit in Düsseldorf!

 

Wow, ich liebe Modemessen. Und da bin ich in meiner neuen Heimat Düsseldorf komplett richtig. Jetzt ist wieder The Gallery in Düsseldorf und ich hatte gleich am ersten Messetag ein paar spannende Begegnungen. Zum Beispiel mit den Jungs von St. Pauli Blonnd. Die werde ich euch in den kommenden Woche genauer vorstellen, denn Michael und Jens sind nicht nur die, die das Finale von Germanys Next Top Model stylen, in Paris und New York gebucht werden, nein, sie haben auch einen obercoolen Laden in Oberbilk. Und weil Jens und ich festgestellt haben, dass wir aus Münchner Zeiten den halben Freundeskreis teilen, will ich die öfter besuchen. Ich bin sehr glücklich über diese Begegnung, ein Stück alte Heimat in der neuen. Auch Henry Duval kommt an den Stand. Der schöne Blogger und Stylist stylt deutsche Promis wie Frauke Ludowig oder Lilly Becker.

Es gibt viel zu entdecken auf der Messe, die sich zwischen der Gallery in der Botschaft der Cäcilienallee und den Hammerhallen im Hafen aufteilt. Viele Labels, die in Europa produzieren lassen oder sogar einige Marken, die Upcycling betreiben.Unter anderem die italiensche Firma Springa, die einen kleinen Pavillion an den Hammerhallen aufgebaut hat, wo man zuschauen kann, wie die Schuhe die Sohle dranbekommen. Die Marke fertigt aus alten Kleidungstücken,wie Armeehosen oder Hawaiihemden, neue Schuhe. Für 100 Euro kann man auf der Messe ein Paar kaufen und 20 Euro gehen an eine Kinderhilfsstiftung. Upcycling, wie es mir gefällt.

Daneben gibt es noch die Platform Fashion mit Schauen von Sportalm, Guido Maria Kretschmer oder Thomas Rath. Da bin ich morgen – ich freu mich drauf.

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Voll o.k. – Schönes aus aller Welt macht die Wohnung bunter

Billiges Plastik oder Blech, recycelter Gummi, schlechte Papierqualität. Quietschbunt. Mit vielen bunten Mustern oder Tierchen drauf.  Ja, in anderen Ländern sehen Alltagsgegenstände anders aus. Ich mag es, sie in die kühle Funktionalität unserer Welt deutscher Wertarbeit zu integrieren. Manchmal bringt man sich sowas aus dem Urlaub mit – aber nicht immer reicht der Platz im Koffer, oder die Zeit oder die Nerven, Geschäfte nach ägyptischen Klorollenhaltern abzusuchen. Ich bin deswegen seit Jahren Fans der o.k.-Versands, wo man die schrägsten Produkte aus alles Welt bekommt. Ich finde, diese Dinge haben Seele und hauchen die auch der Wohnung ein. Zuviel darf es nicht sein, aber so ein paar Hingucker – toll.

“Wer es liebt, in fremden Ländern durch Kaufhäuser zu stöbern und sich das lokale Warenangebot anzusehen, wird sofort die Idee des o.k.-Versands verstehen: Hier werden Alltagsgegenstände angeboten, die zwar qualitativ mit den Produkten deutscher Wertarbeit nicht immer mithalten können, dafür aber außergewöhnlich skurril gestaltet sind. Die meisten Dinge sind industriell gefertigte anonyme Massenartikel aus einfachen Materialien wie Plastik, Leichtmetall oder Holz. Sie erfüllen tadellos ihren Zweck, werden aber im hiesigen Fachhandel einfach nicht angeboten.”, heißt es auf der Webseite.

IMG_1930Dem kann ich nur zustimmen, ich hab etwa den kleinen, hässlichen grünen Elefanten, eine Gießkanne aus China, die meine Terrasse verschönert, richtig lieb gewonnen. Oder den rosa indischen Plastikteppich in der Küche. Oder die mexikanische Wandverzierung.  All das macht aus meiner Wohnung ein Heim. Mein Heim. Es gibt fiesen Kitsch, aber manchmal auch richtige Kunst, wie etwa die russischen Werbeplakate oder – die hab ich nicht vom o.k. Versand, sondern aus Ghana mitgebracht – Afrikanische Frisörschilder, die der Kundschaft zeigen, welche Frisuren im Angebot sind. Die sind richtig Popart.

Wer nahe Köln oder in Berlin wohnt, hat Glück, es gibt auch zwei Läden, in denen die o.K.-Dinge verkauft werden. Da bekomme ich gleich noch eine Portion Inspiration dazu. Der Kölner Laden befindet sich in der Gladbacher Straße 36, zwischen Belgischem Viertel und Mediapark, U-Bahn Station Christophstraße. Für mich aus Düsseldorf eine kleine Weltreise, aber dafür kmme ich auch mit Tüten voller dinge rund um die Welt zurück.

 

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Nostalgiewitze – Monty Python live

40339_1Ich hab gelacht. Klar. Gestern im Kino, bei “Monty Python live”. Fing gut an, mit einem Sketch der Rolling Stones (!) – Mick Jagger sitzt auf dem Sofa und regt sich darüber auf, dass so alte Säcke noch auf die Bühne wollen, mit uralten Klassikern aus den Siebzigern. Dann geht er mit seinem Manager die Liedliste für die bestehende Tour durch…

Ich hab gelacht. Über Witze, die ziemlich genau so alt sind wie ich selbst. Über 5 alte Herren, die sich noch immer für wenig zu blöd sind. Aber es sind alte Witze und ich kenne – wie jeder andere im Publikum, jeden davon auswendig. In Deutsch und in Englisch. Ich brauch garantiert keinen Text, um den Philosoffen-Song (ein Wortspiel, das im Deutschen geht) mitzugröhlen. Und den Holzfällersong. Und “I like Chinese” und “Always look on the bright side of life” und “Every sperm is sacred” und “Sit on my face”. Und der Tote Papagei-Scetch und die spanische Inquisition. Alles super, alles immer noch lustig irgendwie. Aber ich empfand das schon mal als Wohltat, als Eric Idle den “I like Chinese” etwas anpasste. Etwas moderner und er lies die heutzutage politisch inkorrekte Zeile “They only come up to your knees” raus.

Es klappte nicht so ganz mit der Satelliten-Übertragung, zweimal blieb das Bild hängen und man brauchte einige Zeit, das zu reparieren. Dafür gab es beim Rausgehen Kinogutscheine, was ich sehr lieb fand, die konnten ja nix dafür. Was mich ein kleines bisschen gestört hat – ich hätte mir mehr neue Sachen gewünscht. Nochmal alte Sketche per Video einspielen (die Olympiade von 1972 (!) – Marathon der Blasenschwachen oder 100 Meter der Orientierungslosen – saukomisch, klar, aber eben auch 1000 Mal gesehen) Ich denke, die TV-Show “Blackmail” war neu – und die Idee ist genial, weil sie die niedrigsten Instinkte befriedigt – bei Menschen anrufen, live im TV, und sie auffordern, Geld zu zahlen, weil sonst ihre schmutzigen Geheimnisse dem Millionenpublikum verraten würden. Besser und fieser kann man die derzeitigen TV-Formate nicht zusammendampfen.  Ich bin sicher, RTL sitzt schon und überlegt, wie man das TV-gerecht hinkriegt. Entweder waren sie Propheten oder sie haben es immer noch drauf (wovon ich eigentlich ausgehe, die waren ja seit den 80ern nicht gerade untätig). Das wäre was gewesen – jede Menge neue Klassiker zusätzlich zu den alten Klassikern dazu.

Wer sich’s nochmal ansehen will:  auf Arte Concert gibt es die Aufzeichnung

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Godzilla am Wasserfall

Bild von Oliver Wetter

Bild von Oliver Wetter

Ich hab die Bilder auf Nerdcore gesehen und fand sie sofort total schön. Klassische Landschaftsgemälde bekommen eine neue, moderne Dimension. Aus ruhigen Gemälden bricht plötzlich ein Godzilla hervor, am friedvollen Wasserfall hält kurz ein Monster an, bevor es sich aufmacht, New York in Schutt und Asche zu legen. Es hat was Hironymus Bosch-artiges, verstörendes. Eine ganz überraschende Dimension. Es gibt von H.P.Lovecraft eine Geschichte namens “Pickmans Modell”, wo der Künster Monster an ganz banalen Orten malt, in der U-Bahn oder am moderenen Friedhof. Superrealistisch. Bis man draufkommt, dass er nach Fotografien malt… an diese Geschiche musste ich denken. Kitsch trifft Kunst – wie es derzeit in der Kunst so odt der Fall ist, wird die Grenze zum Camp bewußt überschritten, der Künster, Oliver Wetter, ein Illustrator aus Bochum, gibt alten Bildern eine zeitgemäße Relevanz.

“Ich war inspiriert vom Trend, alte Bilde aus Trödelläden zu übermalen, um sie umzudeuten oder aufzuwerten. Aber zum einen widerstrebt es mir, alte Gemälde zu vandalisieren, zum anderen möchte ich von den Malern frührerer Zeiten lernen, ihre Art, Licht zu setzen, ihre Pinselführung.”, erklärt Wetter sein Projekt. Auf seiner Webseite gibt er auch Tutorials und zeigt, wie die Bilder entstehen.

Ich finde, das ist ihm toll gelungen. Es ist moderne, total zeitgemäße PopArt, die für meine Generation echt was aussagt – eine Brücke zwichen alten Traditionen und moderner Nerdkultur, ein MashUp, wie es auch die Fantasyautoren mit den alten Mythen machen. Ich hätte das Ganze gern als Öl auf Leinwand – mal schauen, wo ich das herbekomme…

Bild von Oliver Wetter

Bild von Oliver Wetter

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Will ich ein Kunstwerk sein? Bekleidung versus Mode

Print von Artiststylist

Print von Artiststylist

Wie relevant ist Mode denn noch? Man sollte denken, extrem relevant. Jeden Tag stehen wir vor dem Schrank und denken darüber nach, was wir tragen wollen, wer wir sein wollen in unseren Kleidern. Kleider machen Leute. Stimmt ja auch. Die meisten von uns entscheiden sich praktisch. Gucken nach dem Wetter und was in ihrer Arbeitsstelle so okay ist. Wie man die Figur kaschiert – oder zeigt – je nachdem. Mit extrem modischen Gesichtspunkten hat es in den wenigsten Fällen zu tun. Eine Anna dello Russo, die postuliert, sie liesse sich vom Wetter ihre modische Entscheidung nicht abnehmen, ist selten.

Es gibt in Deutschland derzeit vier große Kategorien.

  • Jung und proll trägt meist engste Jeans mit engem Top und Lederjacke, die Haare kunstvoll geglättet. Dazu eine Louis Vuitton Speedie und High Heels
  • Jung und hip trägt das Gleiche, nur mit weitem T-Shirt, die Haare zum Dutt und Sneaker oder Birkenstock. Brille und Jutebeutel
  • Älter trägt Jeans und Funktionsjacke mit praktischer Frisur. Oder Kostüm, falls wer in der Bank arbeitet.
  • Wer noch älter ist, trägt alles in verwaschenen Beigetönen mit Stützstrümpfen.

Das wars. Fertig ist die Laube. Alles andere sind maximal Randerscheinungen, nicht mehr statistisch erfassbar.So richtig rausstechen will eigentlich niemand. Selbst in Modemetropolen kann man lange nach extrem gut und eigenwilig gewandeten Menschen suchen. Warum das so ist? Schwer zu sagen. Vielleicht hat diese Zeit des globalen Dorfes auch eine Art globale Spießigkeit mit sich gebracht. Auch die Männer sabotieren Abweichungen, denn die mögen es nicht modisch oder auffällig, lieber Sachen, die Titten und Hintern gut raus bringen. Sexy ist immer gut, wenn es nach denen geht.

Niemand fragt – wie modisch ist das? Will ich heute ein Kunstwerk sein? Und wenn ja, was für eins? Will ich heute ein Statement setzen mit mir selbst? Bin ich heute Protagonist in dem Stück “Mein Leben” und sorge dafür, dass andere zusehen dabei? Lady Gaga denkt so und die ist als extrem exzentrisch verschrieen. Mode ist Kunst und Kunst trägt niemand – außer Künstler, die dürfen das. Eine ganze Palette der Kommunikation wird gekappt. Auch wenn man nicht nicht kommunizieren kann, die derzeitige Bekleidung sagt nur: Ich bin Teil des Chors, kein Solist. Jedes Jahr bringen die Frauenmagazine Modebeilagen über die Schauen und jedes Jahr kaufen die Frauen das Gleiche mit minimalen Abwandlungen.

Durch das Desinteresse wir auch die Mode als Solches uninteressant. Was nicht getragen wird, ist nicht geeignet, den Zeitgeist zu beeinflussen. Eine Spirale der Irrelevanz. Modehäuser könnten eigentlich gar keine Mode mehr machen und ihr Geld mit Basics, Handtaschen und Kosmetika verdienen. Tun sie ja eh schon. Wenn Dior und Co keine neue Mode mehr designen würden, würde das irgendwem auffallen? Deswegen interessieren mich Schauen nur noch, wie ich eine Oper anschaue, bestimmt nicht, um dort Dinge zu erwerben, sondern als Kunstspetakel. Eigentlich schade.

Mein Beitrag zur Blogparade anlässlich der Ausstellung „Erwin Wurm. One Minute Sculptures“ im Frankfurter Städelmuseum

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Im Diamanten ging die Sonne auf!

So sah der Lieblingsdiamant von Ludwig XIV aus Foto: Francois Farges von der Smithonian Webseite

So sah der Lieblingsdiamant von Ludwig XIV aus Foto: Francois Farges, Smithonian Webseite

Gibt es etwas Faszinierendes als mythische Edelsteine, Legenden über deren Ursprung, die Flüche, die darauf lasten. Geheimnisse von alten Schätzen? Für solche Geschichten ist immer die Webseite vom Smithonian Museum gut – und ich habe jetzt wieder eine Besondere entdeckt, die ich mit euch teilen möchte. Ein Geheimnis ist jetzt enthüllt, und zwar das über den Verbleib des berühmten Edelsteins, des “Blauen Franzosen”. Einst ein unfassbar wertvoller Stein im Besitz von Ludwig XIX, der den Stein für 140 Kilo Gold und einen Adelstitel dem Diamantenhändler Tavernier abgekauft hat.

Warum der Stein für Ludwig so wertvoll war, wird deutlich, wenn er vor eine goldenen Fassung gesetzt wird, dann geht nämlich im magisch blauen Diamanten die Sonne auf! Doch die Sonne im Edelstein ist nicht mehr sichtbar, nach der französischen Revolution verschwand der Stein und wurde offensichtlich umgeschliffen zum Hope Diamanten. Beide Entdeckungen wurden möglich, als Forscher eine Blei-Replika des Steins in einem Pariser Museum fanden. Bleirepliken sind dazu da, die Neufassung wertvoller Steine zu erleichtern.hope_diamond_and_lead_cast

Die Replik zeigte: der Hope passt perfekt in den “Blauen Franzosen” und – der ursprüngliche Stein hatte einen sehr eigentümlichen Schliff. Der Schliff liess das Licht durch und brach es nicht in vielen Facetten wie sonst üblich. Aber als man den Stein vor einen goldenen Hintergrund hielt, war klar, das war keine Fehlleistung, sondern eine Meisterleistung. Ein Diamant in den Farben des Königs: Blau  mit goldener Sonne zu Ehren des Sonnenkönigs…

Und weil es diese Bleireplik jetzt gibt, kann man sich den blauen Stein aus Zirkonia nachmachen lassen. Für alle, die das Bedürfnis verspüren, sich als Sonnenkönig zu fühlen…

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Hoch in den Norden reisen – zur Kulturhauptstadt Umea

Umea zur Mittsommerzeit

Umea zur Mittsommerzeit

Ich war bis jetzt nur einmal kurz in Schweden, damals war ich Studentin und auf dem Weg zum „Treffen der Europäischen Studenten des Journalismus“ in Tampere Finnland. Damals gab es noch coole Interrail-Tickets und so fuhren wir mit der Bahn. Als wir in Stockholm ankamen, war es Februar und es schneite wie wild. Wir haben an den zwei Tagen in Stockholm viele Cafes und Pizzerien kennengelernt, aber sonst eigentlich recht wenig. Das wollte ich schon lange nachholen. Heute ist ja gerade die schwedische Kronprinzessin in Düsseldorf, da wäre es doch nur höflich, den Besuch zu erwidern.

Luftgetrocknete Scheibchen Rentierfleisch - würde ich gerne probieren

Luftgetrocknetes Rentierfleisch würde ich gerne probieren

Es gibt ja einen guten Grund dieses Jahr, denn Umea im Land der Samen, tief im Norden Schwedens, ist heuer Kulturhauptstadt Europas. Da würde ich gerne hinreisen. Das Programm rockt mit einem Gitarrenmuseum, vielen Konzerten (darunter auch mein geliebter Metal), mit Kunst und Mode und Mittsommar.  Vor allem im Spätsommer lockt mich das Programm sehr. Da gibt es zum einen das

Food Festival
(
Mittwoch, 17. September bis Sonntag, 21. September 2014) “An fünf Herbsttagen werden Liebhaber guten Essens verschiedene Möglichkeiten haben um Umeås kulinarische Kultur kennenzulernen. Das Food Festival bietet Verkostungen zu verschiedenen Themen, sowie Wettbewerbe und Märkte mit heimischen Zutaten. Dabei wird ein Fokus aus der samischen Essenskultur liegen”. Wie sagt der Lafer: “Ist das was?” Jepp, das wäre was. Ich stell mir spannende Rezepte mit Rentierfleisch, Moosbeeren und Lachs vor. Da die skandinavische Küche derzeit an Hippness nicht zu übertreffen ist, stell ich mir dieses Festival außergewöhnlich toll vor. Die Schweden haben einen Ruf zu verlieren.

Personer vid caféUnd weil schwedisches Design auch was ganz Besonders ist, wäre das vielleicht auch eine Überlegung wert.

Umeå Fashion Week 2014
(
Dienstag, 7. Oktober bis Samstag, 11. Oktober 2014) Die Fashion Shows, Instore-Events und Ausstellungen der Umeå Fashion Week versprechen ein echtes Highlight zu werden. “Umeå ist das Shopping- und Fashion-Mekka von Nordschweden und die Heimat vieler international bekannter Modedesigner wie Johnny Johansson, Petter Hollström, Sandra Backlund und Helena Hörstedt”, erklärt mir eine Pressemitteilung. Ich muss gestehen, ich oute mich mal als Nichtkenner dieser Namen, aber ich würde sie sehr gerne kennenlernen. Kann nur gut sein.

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Wie sah Leonardo da Vinci aus?

Bildnis eines Musikers von Leonardo da Vinci

Bildnis eines Musikers von Leonardo da Vinci

Es ist schon interessant, es gibt weltbekannte Künstler wie Leonardo da Vinci, dessen Namen echt jeder kennt und trotzdem weiß keiner so genau, wie der eigentlich aussah. Zeitzeugen sagen, er war sehr gutaussehend, hat lockige hellbraune Haare, war modisch gekleidet. Es gibt Forscher, die behaupten, die Mona Lisa sei ein Selbstportait von Da Vinci als Renaissance Drag Queen. Ich weiß nicht recht, ob seine Zeitgenossen das cool gefunden hätten.

Es gibt Forscher, die meinen, der “Vitruvian Man” im Goldenen Schnitt sei er selbst. Ich habe jetzt ein zwar schon älteres, aber nicht minder spannendes Video gefunden, das sich dieser Frage widmet. Und das tut kein Kunsthistoriker, sondern ein moderner Karikaturist namens Siegfried Woldhek. Cooler Ansatz, verblüffendes Ergebnis. Guckt einfach mal selbst, ich finde es sehr überzeugend.

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Mehr Mut zu Exzentrik – wir brauchen mehr Glööcklers

Engel2_105672_2Der Harald Glööckler ist der Alfons Schuhbeck unter den Modedesignern, der Hansdampf in wirklich jeder Gasse. “the Prince of Pompöös” “der König des Teleshoppings”, so nennt er sich selbst. Ein glitzerndes Tischfeuerwerk, dass alles in der umgebung auch glitzern läßt.  Irgendwie stelle ich mir Harald Glööckler immer in einer deutschen Fußgängerzone vor, unter dem Arm einen Eimer voller Glitzer und Strasssteine, die er mit geschicktem Wurf über deutsche Hausfrauen schüttet. Seine Kollektion für Ulla Popken ist nicht mal schlecht. Wenigsten mal einer, der keine Hauszelte zum “Formumspielen” entwirft, sondern Sachen, die runden Frauen stehen und schmeicheln.  Nicht mein Stil, aber muss ja nicht.

Derzeit gibt es Glööckler ja überall. Bei Bijoux Brigitte mit Schmuck, bei Marburg mit Tapeten, bei QVC mit Cremes, Bei Rossmann mit MakeUp  – und, das wird die Hells Angels bestimmt freuen – er designt Mode und Motorräder mit Harley Davidson Er designt Hundekissen, Pferdedecken, Fußmatten, Handtücher, Pralinen, Kostüme, Geschirr, schreibt Bücher (Jede Frau ist eine Prinzessin), gibt CDS raus  und hat jetzt sogar ein ganzes Haus für einen Fertighaushersteller entworfen – wer Glööckler-Fan ist, kann sich rundum mit seinem Idol umgeben.

Ich finde ihn ja gut. Die Menschheit braucht ein paar Discokugeln, sonst wäre es verdammt langweilig auf diesem Planeten. Man muss seinen Look nicht mögen, wenigstens hat er einen Look. Ich frage mich nur, warum gibt es eigentlich so wenig gute Exzentriker? Es müßten doch mehr zu finden sein, die schrill und originell sind, die prominent sein wollen und beschliessen, ihre Entwürfe ins Fernsehen zu bringen? Ich will wieder mehr Lametta, mehr spaß und mehr Unangepasste – ich will wieder mehr besondere Menschen sehen, die was können, nicht bloss die Geissens, die nix können ausser doof und reich sein.

Lorand Lajos sollte man öfter ins TV bringen Foto: Pro7

Lorand Lajos sollte man öfter ins TV bringen Foto: Pro7

Zwei, drei davon kenne ich gut, da würde ich sagen, die könnten das rocken – also liebe Fernsehmacher, aufgepasst, jetzt kommen ein paar Geheimtipps – wir brauchen dringend mehr neue Promis im Fernsehen – und ein paar buntere Hunde dazu!

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Wien ist eine Wundertüte

20131111-185231.jpgWenn man an Wien denkt, denkt man an Walzer, Kaiser, Sisi, an Hofreitschule und Sachertorte, an Mozart und an Maria Theresia. An den Prater, Heurigen und Fiaker. Und irgendwie ist an dem Bild auch was dran. Der imperiale Glanz der Hauptstadt eines Weltreiches kommt überall durch. Wien ist wunderschön. Manchmal, wie bei der Tchibo-Filiale am Graben, ist die Schönheit gut versteckt und man muss nach oben blicken, um festzustellen, dass das Haus bunte Jugendstilmosaiken zieren.
Auch die Einkaufsperlen lassen sich nicht so einfach finden, in Wien ist Haute Couture und Highstreet verwirrend vermischt. In den Strassen rund um den Graben mischen sich Traditionsgeschäfte mit modernen Topmarken, individuelles Design mit Massenware und echter Luxus mit BlingBling und grobem Kitsch. In der Kärtnerstrasse gibt es tolle Läden wie Lobmeyr, den Swarovski-Flagshipstore oder lustigen Kitsch für Touristen. sissiDazwischen die Globalkraken wie Zara und Mango. Auf der Kärtnerstrasse biege deswegen ich Richtung Kapuzinergruft ab, in das Gewirr der kleinen Gassen, um dann irgendwann wieder auf den Graben, die feinste Shoppingstrasse, zu stoßen. Wobei dort eines der schönsten Häuser (das des ehemaligen Modehoflieferanten Emaunuel Braun, dessen Familie aufgrund der jüdischen Abstamung emigieren musste)  den h&m beherbergt.

20131111-185151.jpgIn den Gassen gibt es viel zu entdecken. Ein Geschäft hat ausschließlich Handyhüllen, mit denen man unter anderem sein altes s5 in ein Brandneues mit Goldfinish verwandeln kann. Zwei Türen weiter bietet Schuhmeister Louboutin seine Creationen feil. Mir gefallen für mich maximal ein Paar flache Leopardenprintbooties, aber mir ist dann das doch alles zu nuttig und zu neureich. Nö. Passt nicht zu mir (und ist mir auch dafür zu teuer). 20131111-185213.jpgIch schlendere weiter durch die Plankengasse und die Spiegelgasse, in denen sich Antiquitätengeschäfte, Galerien mit modernen Labels und nostalgischen Handwerksbetrieben mischen. Ich entdecke auch die Galerie Hilger (keine Verwandtschaft) Ab und an lädt eine Bäckerei oder Konditorei mit wundervollem Duft nach Kaffee ein, ich wandere weiter, wir haben ja am Abend noch einiges vor. Einfach treiben lassen und die Augen offen halten macht mir hier in diesem ältesten Teil Wiens am meisten Spaß. Das meiste in den Auslagen ist eh nicht für meinen Geldbeutel gut, aber das macht nix.

Am Graben kaufe ich mir bei H&M einen Rock und bei Nägele und Strubell ein Parfum von Marni. Dort gibt es exklusiv den neuen Duft “Loverose” der österreichischen Designerin Lena Hoschek..

Neben der edlen Parfümerie hat die schwäbische Jungfrau ihren Platz. Doch das ist wieder eine andere Geschichte…

Wer weitere Tipps für Wien hat, ich freue mich über Kommentare!

Alles für die Operngala gegenüber der Oper

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Der Schokokönig – toller Laden!

Tasche bei Louboutin

Tasche bei Louboutin

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Eis Greissler – die beste Eisdiele Wiens!

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So schön ist der Tod nur in Bayern!

heavenly-bodies-paul-koudounarisIch kann mich noch gut erinnern: meine Eltern haben mich oft mitgenommen auf Ausflüge, in Museen und andere Städte – und auch in Kirchen. Und die waren in meiner Kindheit ungleich faszinierender als heutzutage. Da gab es in der Klosterkirche etwa einen Schaukasten, wenn man ein Zehnerl reinwarf, kamm das Christkind raus, hat gesegnet und ist wieder im Kasterl verschwunden. Toll. Meine Omas, Tanten und meine Mama haben mit mir als Dreijähriger dort viele Zehnerl verbraucht. Ich frage mich manchmal, was mit dem Kasten passiert ist, in der Kirche steht er nicht mehr – ich hätte den gerne für meine Devotionaliensammlung…

Und es gab noch etwas, was mich gleichermassen fasziniert und gegruselt hat: die Leichen, die gut sichtbar in den Kirchen drapiert waren. Skelette, eingepackt in Schleierstoffe, reichverziert mit Goldfäden und Schmucksteinen. Heavenly_Bodies_web_res_6Inmitten all der Pracht ragten die Totenfinger aus dem Stoff, die augenlosen Totenköpfe starrten mich an. Ich hatte nächtelang Alpträume und bin doch in der nächsten Kirche wieder hingesaust, um mit morbider Faszination die Knochen zu betrachten. Meine Eltern haben das gar nicht so gemerkt, die Toten waren für sie ein irgendwie selbstverständlicher Anblick. Ich hab mir damals auch nie Gedanken darum gemacht. Das waren halt die Gebeine von Heiligen und fertig. War mir egal. Das war besser als die Geisterbahn auf dem Rosenheimer Herbstfest.

Ich hab lange nicht mehr daran gedacht, bis vor kurzem die Webseite des Smithonian Museums über seltsame Bräuche entlang der Alpen berichtet hat, von einem Kunsthistoriker namens Paul Koudounaris, der sich aufgemacht hat, diese Bräuche in einem Buch “Heavenly Bodies” (Thames& Hudson Verlag, 19,95) zu dokumentieren. Das wurde geschildert wie ein seltsames Maori-Ritual, und mir wurde erst so bewußt, wie fremd und exotisch auch unsere Bräuche auf Fremde wirken müssen. Immer eine interessante Betrachtungsweise – von Aussen. Der Herr Koudounaris ist ein Spezialist auf dem Gebiet der makaberen Kunst, klar, dass ihm die bayerischen Heiligen gefallen haben.

In dem Buch hab ich dann auch mehr zu den Leichen erfahren. Die Knochen stammten aus den Katakomben in Rom und wurden vom Vatikan im 18.Jhrt zu Märtyrern erklärt, mit einem Namen versehen und (natürlich gegen Bares) an die Kirchen jenseits der Alpen verschickt. Die Verzierung übernahmen dann Nonnen, die die Leichen liebevoll mit Gold umwickelten, wie es sich für heilige Reliquien gehört.  Irgendwann sind sie dann aus der Mode gekommen und in Kisten verschwunden, bis auf einige Kirchen, wo sie noch liegen und in ihren Prunkgewändern auf die Ewigkeit warten.

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Kein Glamour bei Glam in der Schirn

Glamour fehlt in der Glam-Ausstellung; holy Ghost Show, Foto Tim Köck

Glamour fehlt in der Glam-Ausstellung; holy Ghost Show, Foto Tim Köck

Was hab ich mich auf diese Ausstellung in der Frankfurter Schirn gefreut: Glam- The Performance of Style. Das war meine früheste Kindheit, aber etwas, was mir 40 Jahre lang im Gedächtnis hängen geblieben ist: Popstars in goldenen Plateaustiefeln, Laméanzügen mit Federboas, Zylinder, Samtjackets, lange Haare. Marc Bolan, Roxy Music,  David Bowie – das war großartig. Ich sass gebannt vor dem Fernseher und dachte mir “Wenn ich groß bin, will ich sowas auch tragen”. Als ich groß war, waren die 80er in und Glam war out. Und die Popstars standen bis auf wenige Ausnahmen in total öden Klamotten auf der Bühne. Bis auf Adam Ant und diverse Hairmettler, da bin ich auch sowas wie ein Fan gewesen. Die goldenen Stiefel sind irgendwann wieder in Mode gekommen, seitdem hab ich welche.

Jedenfalls gibt es jetzt zur Glamära eine Ausstellung in der Schirn. Nur ist da wenig vom Glam zu spüren, sondern die Ausstellung ist so dröge wie das Katerfrühstück nach dem Diskofasching. Die Deko ist noch da, der Zauber ist weg. Die Räumlichkeiten der Ausstellung sind toll, mit Glitzervorhängen, mit Warhols Heliumkissen im Lichthof und spieglenden Buchstaben. Aber die Ausstellung selbst ist dürftig. Gefallen haben mir die zwei (!) Bühnenkostüme, aber das wars auch schon. Es fehlt die Musik dazu, die dem ganzen Leben gegeben hätte, es fehlt an mehr Kostümen, man hätte Outfits der Fans der damaligen Zeit nachstellen müssen, nicht nur in Fotos zeigen. Wenn ich schon Fotos von Osmond-Fans zeige, will ich auch sehen, was die Osmonds getragen haben.

Man hätte die Partyathmosphäre einer Party in Warhols-Factory  nachbeleben müssen, mit Bodennebel, Federboas, und eben… Musik. Und Thema mit Gegenwartskünstlern wie Lady Gaga, The Darkness oder Daft Punk wieder hineinholen ins Jetzt. Es fehlen Bezüge in der Kultur, eine Einordnung. Ein paar Plattencover an den Wänden, ein schwarz-weiß-Video von Warhol und -immerhin – eine lasziv Banane essende Dragqueen, auch gefilmt von Warhol. Dazu alte Starmagazine und ein paar Schlaglichter auf die Kunstszene, bei denen ich nur bedingt einen Zusammenhang zu Glam herstellen konnte. Eine Transe macht noch keinen Glamour aus.

Genauso enttäuschend wie die Ausstellung ist der Katalog, der sehr lieblos gemacht ist und auch der läßt nichts spüren vom Spaß, vom Glanz der Zeit, es wirkt wie Jahrmarktsrummel bei Tageslicht. Traurig und elend. Schade um ein Superthema, das eine Superausstellung verdient hätte.

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