Fichtelgebirge – Traumhaftes Reiseziel für Waldfreunde
Wer wunderbare Wälder sucht, muss nicht nach Skandinavien oder Kanada reisen, auch ein paar Autostunden von München, Stuttgart oder Berlin liegt ein verwunschenes Paradies, das zum Waldbaden, Wandern, Durchatmen einlädt. Das Fichtelgebirge. Es ist eine der schönsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. Wer hierherkommt, findet nicht nur dichte, sagenumwobene Wälder, sondern auch beeindruckende Felsformationen und faszinierende Ausflugsziele wie das Luisenburg-Felsenlabyrinth oder den Ochsenkopf. Und natürlich auch gute Restaurants und tolle Hotels! Ich war dort im Spätherbst im Rahmen einer Pressereise unterwegs, aber jetzt im Frühling wäre die ideale Reisezeit.

Ich bin mit dem Zug von München nach Bayreuth gereist, von dort wurden wir abgeholt. Ich empfehle allen Reisenden, die nicht mit dem Auto anreisen wollen, sich einen Busfahrplan zu besorgen, die Verbindungen sind sehr gut in der Region.
Die Wälder des Fichtelgebirges: Magische Stille und endlose Natur
Die tiefen Wälder des Fichtelgebirges sind das Herzstück dieser Region. Hier dominieren dichte Fichten-, Buchen- und Tannenbestände, durchzogen von klaren Bächen und kleinen Hochmooren. Besonders im Herbst, wenn die Blätter sich goldgelb und feuerrot färben, entfaltet sich eine fast märchenhafte Atmosphäre. Wanderer können stundenlang auf verwunschenen Pfaden gehen, ohne einer Menschenseele zu begegnen – ein echtes Paradies für Naturfreunde.
Nicht umsonst ranken sich viele Sagen um das Fichtelgebirge. Man erzählt sich von Zwergen, die in Höhlen unter den Felsen leben, und von Geistern, die in den Nebelschwaden zwischen den Bäumen tanzen. Die Stille der Wälder ist fast greifbar – unterbrochen nur vom Ruf eines Bussards oder dem Rauschen des Windes in den Baumwipfeln.
Die Wälder sind perfekt, um dort Ruhe und Erholung zu finden. Zum Beispiel mit Waldbaden – ein neues Wort für einen langsamen, besonders achtsamen Spaziergang im Wald. Innehalten, das Moos fühlen, den Geruch der Wälder erschnuppern, die Schreie der verborgenen Vögel hören. Wie schön ist ein Tannenzapfen, ein Pilz mit seinen Lamellen? Mit einem Rahmen Drumherum wird aus dem Waldboden ein Gemälde.
Es gibt im Fichtelgebirge tolle Möglichkeiten, dazu Kurse zu buchen und ein geführtes Wandbadeerlebnis zu genießen.
Zum Beispiel Waldgesundheit in Weißenstadt mit Wald-Gesundheitstrainerin Diana Zäza vom Siebenquell GesundZeitResort, mit der wir unterwegs sein durften. Im Fichtelgebirge gibt es zwei mit dem „Qualitätssiegel Waldgesundheit“ ausgezeichnete Kurwälder in Bad Alexandersbad, einen in Bad Berneck, einen weiteren in Bischofsgrün und Weißenstadt hat neben dem Kurwald einen ausgezeichneten Heilwald. Es werden sorgsam entwickelte Präventionsprogramme angeboten, wie z.B. von ausgebildeten Wald-Gesundheitstrainern angeleitete Waldaufenthalte. Und nie vergessen: Waldbaden hat nichts mit Schwimmen zu tun. „es gibt immer wieder Besucher, die Badezeug dazu mitbringen“, erzählt unser Guide lachend.
Wer Bienen liebt und auf einem Waldspaziergang mehr über die fleißigen Insekten wissen möchte, kann sich m Grünstein auf dem Wander-und Lehrpfad „Biene und Wald“ wirklich spannendes Wissen über die Tiere aneignen.
Das Luisenburg-Felsenlabyrinth: Ein Wunder der Natur
Eines der spektakulärsten Naturwunder des Fichtelgebirges ist das Luisenburg-Felsenlabyrinth, das sich oberhalb von Wunsiedel befindet. Es ist das größte Felsenlabyrinth Europas und wirkt wie eine Landschaft aus einem Fantasy-Roman. Hier hätte man Problemlos den Hobbit drehen können – ohne CGI. In der Romantik war der Platz ein beliebtes Reiseziel, Goethe kletterte hier über die Felsen und auch viele königliche Hoheiten ließen es sich nicht nehmen, hier mal vorbeizuschauen. Ein paar Gedenktafeln erinnern daran. Ein besonderes Highlight ist der König-Ludwig-Felsen, von dem aus man eine atemberaubende Aussicht über die Umgebung hat. Wer sich für Geschichte interessiert, wird es spannend finden, dass die Luisenburg ihren Namen von Königin Luise von Preußen erhielt, die diesen magischen Ort einst besuchte.

Landschaft wie bei Tolkien
Vor Jahrmillionen formten Gletscher und Erosion diese beeindruckende Szenerie, denn das Fichtelgebirge ist ein Teil der ältesten Gebirge dieser Erde. Einst ragte es höher auf als der Himalaya, aber die Ewigkeiten haben den Fels abgeschliffen. Riesige Granitblöcke liegen scheinbar willkürlich übereinander, bilden enge Durchgänge und geheimnisvolle Höhlen. Wir müssen sich durch schmale Felsspalten zwängen, über gewaltige Steinbrocken klettern und sind immer wieder überwältigt von diesem Wunder der Natur. Es gibt zwei Wege durch das Labyrinth – einen etwas einfacheren und einen steileren Pfad. Gutes Schuhwerk ist Pflicht. Mitten auf dem Weg liegen die Ruinen einer alten Burg, in der einst Raubritter hausten.
Etwa eine Stunde dauert der langsame Aufstieg, immer wieder unterbrochen von faszinierenden Ausblicken und beeindruckenden Felsformationen. Übrigens, wenn es unter den Felsen leuchtend grün aufblitzt, ist das kein Hexenwerk, sondern phosphoreszierendes Moos. Irre!

Neben der einzigartigen Felslandschaft ist die Luisenburg auch für ihre Freilichtbühne bekannt. Jedes Jahr finden hier die Luisenburg-Festspiele statt, eine der ältesten und schönsten Theaterveranstaltungen unter freiem Himmel.

Ich pflanze einen Baum – der Wald ist gefährdet
Am Ende der Reise gab es noch ein ernstes Thema: denn der Wald ist durch den Klimawandel gefährdet. Es wird immer wärmer, das halten viele Baumarten nicht aus. Außerdem hat man in vergangene Jahrzehnten falsch gepflanzt und Fichtenmonokulturen geschaffen, die überhaupt nicht der natürlichen Flora entsprechen. Da wütet jetzt der Borkenkäfer. Aber die Ranger im Fichtelgebirge planen vor: Der Wald wird fit gemacht für den Klimawandel.
Und zwar werden Setzlinge gepflanzt, die aus südlicheren Regionen stammen. Eichen, Buchen, Kastanien durchmischen die Nadelwälder. Die Schönheit dieser Wälder werden wir nicht mehr erleben, aber unsere Kinder und Enkelkinder können dort spazieren gehen. Ein toller Gedanke, der Hoffnung macht. Die Ranger haben ein besonderes Geschenk für uns – wir dürfen jeder einen Baum pflanzen. Es ist für mich ein wunderbares Gefühl, den kleinen Steckling einer Buche in die Erde zu setzen. Vielleicht steht sie in 500 Jahren noch?
Tipps für Hotel und Gastronomie findet ihr hier

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