Tierisch schöne Auszeiten: Drei Wildparks, drei Jahreszeiten, drei Herzensmomente
Wenn ihr wie ich Tiere liebt, aber keine Fans von klassischen Zoos seid, dann habe ich etwas für euch: artgerechte Wildparks, eingebettet in wunderschöne Natur, mit richtig viel Herz für die Tiere – und auch für uns Besucher:innen. 🧡
Auf meinen letzten Reisen durch Bayern, Osttirol und Kärnten habe ich drei ganz besondere Orte entdeckt, die ich euch unbedingt vorstellen möchte. Zwischen Waldwegen, Murmeltierpfiffen und ganz vielen neugierigen Eseln hatte ich einige der schönsten Begegnungen meines Urlaubs. Kommt mit mir auf tierisch gute Abenteuer! Manchmal sind es gerade die ruhigen, naturverbundenen Orte, die am tiefsten berühren. Ob röhrende Hirsche im Herbst, Murmeltiere im Frühling oder kuschelbedürftige Esel im Sommer – sie alle haben mir Momente geschenkt, die ich nicht so schnell vergessen werde.

Wildpark Mehlmeisel im Herbst
Im Herbst hat es mich ins bayerische Fichtelgebirge verschlagen – genauer gesagt in den Wildpark Mehlmeisel. Ich hatte mir bewusst den September ausgesucht, weil ich unbedingt einmal die Hirschbrunft erleben wollte. Und was soll ich sagen: Es war atemberaubend. Die kühle, klare Waldluft, das bunte Laub unter den Füßen und dieses archaische Röhren, das durch die Baumwipfel hallte – das hatte etwas Magisches. Ich habe die Hirsche vom Aussichtsturm aus beobachtet, wie sie sich langsam durch das Gelände bewegten, stolz und voller Energie. In Mehlmeisel gibt es sogar einen besonders seltenen weißen Hirsch! Besonders schön fand ich, dass der Park viel Raum für stille Beobachtung lässt. Kein Gedränge, keine Menschenmassen – nur Natur, Tiere und man selbst mittendrin.
🦌 Meine Highlights:
- Der Erlebnispfad durch das Wildschweingehege – Ja, ihr lest richtig! Man spaziert sicher über Holzstege mitten durch das Revier der Schwarzkittel.
- Die Luchsfütterung – Majestätische Tiere und ein super engagierter Ranger, der alles erklärt.
- Der Aussichtsturm mitten im Wald, von dem aus man Rehe und Hirsche ganz in Ruhe beobachten kann.
- 🌿 Der Park legt großen Wert auf Umweltbildung, respektvollen Umgang mit der Natur und Barrierefreiheit. Und: Die Luft dort? Glasklar! Ein Ort zum Durchatmen.
Wer Mehlmeisel im Herbst besucht, dem empfehle ich, sich ein kleines Gasthaus in der Region zu suchen. Ich habe im Hotel am Fichtelsee übernachtet – in einem familiengeführten Landhotel mit knarzenden Dielen, köstlichem Frühstück und einem Holzofen in der Gaststube. Die bayerische Küche dort war wunderbar deftig – Wildgulasch, Kloß mit Soß, hausgemachter Apfelstrudel. Für Wanderfreunde ist der nahe Ochsenkopf ein schönes Ziel, und die Anreise per Bahn über Bayreuth mit dem Bus ins Fichtelgebirge klappt entspannter, als man denkt – besonders wenn die bunten Wälder draußen am Fenster vorbeiziehen.

Wildpark Assling im Frühling
Ein paar Monate später, im Frühling, zog es mich nach Osttirol – zum Wildpark Assling. Die ersten Krokusse blühten, das Gras wurde von Tag zu Tag grüner, und das Leben im Park erwachte mit ganzer Kraft. Die Murmeltiere waren gerade aus dem Winterschlaf zurück und pfiffen schon wieder munter über die Hügel. Ich habe sie lange beobachtet – wie sie sich neugierig aus ihren Bauen reckten, miteinander balgten oder genüsslich in der Sonne dösten.
Der Wildpark Assling liegt auf einem sonnigen Hang über dem Pustertal, mit einem Ausblick, der einem den Atem raubt. Zwischen sanften Almböden und lichten Wäldern kann man Rotwild, Wildschweine, Rehe und viele andere heimische Arten erleben.
🐻 Meine Lieblingstiere:
- Die Murmeltier-Kolonie – Ihr Pfeifen hört man schon von weitem, und manchmal schauen sie frech aus ihren Höhlen.
- Die Babyziegen, die frei herumlaufen und sich immer über Streicheleinheiten freuen.
🎢 Und für Kinder (oder abenteuerlustige Erwachsene 😄): Es gibt eine kleine Sommerrodelbahn direkt beim Park! Mein inneres Kind war begeistert.
Assling liegt wunderbar ruhig, aber ist gut erreichbar – mit dem Zug bis Lienz, dann ein kurzes Stück mit dem Auto oder Bus. Wir waren im harry’s home in Lienz zu Gast. Wer Lust auf typische Tiroler Küche hat, sollte unbedingt in einem der Gasthöfe der Umgebung einkehren –Kaspressknödel, Speck, frisches Brot, dazu ein „Zirbenschnapserl“ sind die Spezialitäten. Und nach einem Besuch im Park ist eine Wanderung auf dem Osttiroler Jakobsweg oder ein Spaziergang entlang der Drau einfach Balsam für die Seele.
Eselpark im Maltatal im Sommer
Im Sommer schließlich führte mich mein Weg jetzt nach Kärnten, ins wunderschöne Maltatal – Heimat des Eselparks, der mein Herz im Sturm erobert hat. Ich hatte vorher noch nie so viele Esel an einem Ort gesehen – und vor allem nicht so glückliche Tiere. Der Park beherbergt über hundert Esel, viele davon gerettet oder aus nicht artgerechter Haltung übernommen. Es war ein unglaublich warmherziger Ort.
Die Tiere leben auf großen, hügeligen Wiesen, haben ein weiträumiges Futter und Stallareal und können sich frei bewegen, in Gruppen zusammenleben und suchen oft ganz von selbst den Kontakt zu Besuchern. Neben Eseln gibt es dort auch Lamas, Schafe, Ziegen und Ponys – alles liebevoll betreut und naturnah gehalten.
💞 Was den Park so besonders macht:
- Alle Tiere dürfen artgerecht leben – mit viel Auslauf, Sozialkontakten und Liebe.
- Es gibt Mitmach-Führungen, bei denen man mehr über die Geschichte der Esel erfährt.
- Auch Ponys, Lamas, Schafe und Ziegen sind mit dabei – ein echter Bauernhof zum Anfassen.
🌸 Die Lage im Maltatal ist traumhaft: umgeben von Bergen, mit Wasserfällen in der Nähe und richtig viel Natur. Perfekt für einen Familienausflug oder eine tierliebe Auszeit zu zweit.
Der Park ist von der Tauernautobahn leicht erreichbar. Wer da mit seinen Kindern einen Zwischenstop macht, liefert das erste Highlight des Urlaubs. 8 Euro kostet der Eintritt, gilt aber die gesamte Saison, man kann also auf dem Rückweg noch einmal kommen (die Kinder werden es fordern)
Im Sommer ist das Maltatal ein echtes Naturparadies (davon demnächst mehr). Ich habe im schönen 4Sterne Hotel Malteinerhof übernachtet, das inmitten des Naturparks Hohe Tauern liegt – mit Blick auf rauschende Wasserfälle und einem Garten voller Blumen, Bienen und Bikern (die lieben das Hotel). Der Eselpark liegt einen halbstündigen Spaziergang entfernt. Wer nach einem Besuch im Eselpark noch Lust auf Bewegung hat, kann sich zu den bekannten Fallbachwasserfällen aufmachen oder eine der kinderfreundlichen Wanderungen entlang des Wasserspielswegs unternehmen.
Was mich an all diesen Orten beeindruckt hat, war die liebevolle Haltung gegenüber den Tieren – aber auch gegenüber uns BesucherInnen. Es ging nie darum, möglichst viel zu sehen oder zu konsumieren, sondern darum, hinzusehen, wahrzunehmen und zu spüren. In einer Welt, in der oft Lautstärke und Geschwindigkeit dominieren, sind solche Wildparks stille Zufluchtsorte. Sie erinnern daran, wie einfach echtes Glück manchmal ist: Ein Blickkontakt mit einem Luchs, das Pfeifen eines Murmeltiers, der weiche Eselkopf auf der Schulter.
Ob im goldenen Herbst, im aufblühenden Frühling oder an einem warmen Sommertag – jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Farben, Klänge und Stimmungen mit sich. Und diese Wildparks zeigen eindrucksvoll: Wenn wir den Tieren Raum lassen, zeigen sie uns etwas vom Wesen der Welt, das wir oft vergessen haben. Sanft, wild und wunderbar ehrlich.
