Auf das Leben: Susannes Anleitung zum Älterwerden und glücklich sein
Der Mensch ist angeblich die einzige Spezies auf der Welt, die fähig ist, aus den Erfahrungen anderer Menschen zu lernen. Doch für mein fortgeschrittenes Alter gibt es nicht so viele Erfahrungsberichte. Ganz alte Menschen werden gern befragt, was sie verpasst haben im Leben. Junge Menschen werden gefragt, was sie noch erleben wollen. Frauen über 50 dagegen sind eine Spezies, die bis jetzt in Filmen, Büchern oder Medien kaum vorkommt. Wenn, dann vielleicht als Plätzchen backende Omas oder Wechseljahres-Furien. Dabei brauchen gerade wir so dringend den Erfahrungsaustausch. Dieses „Ach, das ist normal? Das geht dir auch so?“ Viel wird als Tabu verschwiegen, wird von den Medien als unwichtig erachtet oder es stört auf Instagram die Aura der Perfektion. Es ist aber schön, dass sich das jetzt ändert, und immer mehr Frauen ihre Erfahrungen teilen.
Auf das Leben – Susanne Ackstaller gibt Tipps
Ein sehr schönes und besonders hilfreiches Buch hat nun die tolle Susanne Ackstaller geschrieben: „Auf das Leben – Das Glücksbuch für die besten Jahre“. Liebevoll aufmacht mit Zeichnungen von Veronika Gruhl und vielen Fotos von der lieben Martina Klein (auch sie als Content Creatorin „Still Sparkling“ erfolgreich) Susanne und ich haben eine merkwürdige gemeinsame Geschichte. Wir haben uns über das Bloggen kennengelernt – und erst irgendwann mal erfahren, dass wir praktisch gleich alt sind, aus der gleichen Stadt kommen und an die gleiche Schule gingen – und uns irgendwie verpasst haben. Aber während sie es liebte in der Schule, hab ich alles daran gehasst – so unterschiedlich können Wahrnehmungen sein. Ihr kennt sie als Bloggerin, Journalistin, Modeexpertin „Texterella“ Susanne Ackstaller und sie weiß aus eigener Erfahrung, wie das geht mit dem Älterwerden. Susanne teilt nicht nur ihre eigenen Erfahrungen, sondern interviewt viele sehr interessante Frauen, die das Thema Altwerden, auf ihre eigene, Art angegangen sind. Die eine hat sich aus dem Hamsterrad verabschiedet und macht statt Fulltime Karriere nur noch Teilzeit Karriere, die andere ist erst mit 60 zum erfolgreichen internationalen Topmodel geworden, eine andere mit „Glam up your lifestyle“ zur höchst erfolgreichen Mode Influencerin fifty plus. Sogar Grünenurgestein Claudia Roth gibt sich die Ehre und erzählt von ihren Erfahrungen.

Durch Schicksalsschläge stärker werden
Mich hat die Geschichte von Claudia Braunstein besonders berührt, nicht nur, weil ich sie kenne. Sondern weil ich auch weiß, wie andere mit den Hindernissen, die ihr in den Weg gelegt wurden, umgegangen sind. Und da finde ich es umso bemerkenswerter, was sie sich aufgebaut hat. Die wunderbare Bloggerin aus Salzburg hat Dinge erlebt, die andere komplett aus der Bahn werfen würden. Insolvenz der Familienfirma, eine besonders fiese Krebserkrankung. Aber sie hat sich durchgekämpft, denn sie wollte zumindest einmal Oma werden – und lebt nun ein wundervolles Leben, voller Spaß mit Reisen ihrer Familie und den Enkeln, wunderschön und stark und eines meiner großen Vorbilder.
Es sind nur ein paar Beispiele, die zeigen, dass in unseren Zeiten nichts unmöglich ist. Die Frauen sind nicht alle schlank, nicht alle hypererfolgreich, nicht alle ohne Fehl und Tadel. Aber es sind Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen. Und neben den höchst inspirierenden Lebensgeschichten gibt Susanne Ackstaller auch ganz praktische Tipps rund ums Älterwerden .Zum Beispiel, wie wir mehr Unvernunft ins Leben lassen, oder entspannt mit Pfunden umgehen, die wie Jahresringe um uns wachsen. Jetzt zu Weihnachten: schenkt euch das Buch selbst oder euren Freundinnen, es lohnt sich sehr!
Es geht es aber auch um eine andere Frage, nämlich um das Glück. Sind Frauen glücklicher und entspannter, wenn sie die 50 überschritten haben? Da habe ich lange darüber nachgedacht und finde, es ist eine elitäre Sicht der Dinge, denn viele Frauen über 50 haben nicht das Privileg, über Glück entspannt nachzudenken. In dieser Zeit trennen sich viele Ehen, Krankheiten treten vermehrt auf, viele Lebensentwürfe ändern sich und das nicht immer zum Guten, und das Thema Altersarmut und miese Rente droht. Zum Glück wird diesen Themen auch Raum gegeben – das ist eine Besonderheit an dem Buch: nicht nur Perfektion hat einen Platz. Nein, eigentlich sind es gerade die miesen Geschichten, die das Glück noch heller hervorbringen – auch im eigenen Leben. Wer nie Liebeskummer hatte, weiß nicht, wie sich Liebe anfühlt. Wer immer Erfolg hatte, weiß nicht, wie ein Erfolg nach einer Reihe Niederlagen gefeiert wird.
Ich selbst habe kein Talent für Glück
Ich persönlich habe nicht das besondere Talent zum Glücklichsein. Nicht einmal zur Zufriedenheit. Obwohl ich alle Voraussetzungen hätte, ein schönes Heim, schöne Beziehung, schöne Reisen, spannender Job, viel Freizeit…ich neige ich dazu, das Glas immer eher halbleer denn halbvoll zu sehen. Glück muss man können, ich kann es nicht so gut. Worin ich aber ziemlich gut bin, ist, immer neue Wege zu finden, Neues auszuprobieren und meine Träume niemals aufzugeben. Vielleicht sind da Zufriedenheit und Glück sogar ein bisschen hinderlich. Weil ich immer noch wissen will, was hinter der nächsten Flussbiegung kommt im langen Fluss des Lebens. Aus Erfahrung kann ich sagen: meist kommt noch was Tolles. Ich habe mit über 50 eine neue Liebe gefunden, ich erkunde mit über 50 immer noch neue Job-Wege , und bin überzeugt, dass das noch lange nicht das Ende ist und sowohl das private als auch das berufliche Leben noch unendlich viele Möglichkeiten und Überraschungen bereithält – auch für mich.


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Liebe Kathrin, danke für diese schöne Rezension! Und weil du schreibst, du hast kein Talent fürs Glück … Glück kann man auch lernen, das verrät uns Ria Schatzschneider in ihrem Porträt! Und noch eines: Mut und Glück gehören oft zusammen, und wie sagt Anna von Rüden so schön „Glück ist nicht bequem.“ (Mein Lieblingszitat aus dem Buch)
Danke und ganz liebe Grüße,
Susi.
Das hast du sehr schön beschrieben, das Leben jenseits (für mich diesseits) der 50. Da gibt es ganz viel zu entdecken, zu erfahren, auch zu erleiden. Und dennoch – immer ran an die Möglichkeiten.
Liebe Grüße und positive Gedanken
Karen