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Mammarancia: die besten Rezepte aus sizilianischen Zitrusfrüchten

Es gibt da so ein schönes Sprichwort: Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, macht Limonade daraus. Aber ich muss sagen, man kann aus Zitronen noch viel bessere Sachen machen als nur Limonade… Aber von Anfang an. Auf der virtuellen Biofach kam ich mit einem sizilianischen Orangenbauer namens Carlo ins Gespräch, der aus seinem alten Familienunternehmen heraus ein Startup namens Mammarancia gegründet hatte, das die fantastischen Orangen aus Sizilien überall hin versendet. Ich war Feuer und Flamme, denn ich hatte diese Früchte noch in allerbester Erinnerung von meinen Reisen nach Sizilien. Die Zitrusfrüchte werden dort in alle möglichen Produkte verarbeitet, Eis, Kuchen, Gebäck, im Obstsalat, als kandierte Früchte landen sie auf und im Cassata, es gibt sie natürlich als Saft, aber auch pikant als Zitronen- oder Orangensalat, der mit Öl und nur ein wenig Salz und Pfeffer eine fantastische Beilage zu den Polpette, Fleischklößchen, bildet. Die Sizilianer lieben ihre Früchte so sehr, dass auch der beliebteste Snack, die Arancini di Riso, Orangen imitieren, allerdings sind sie ein frittierter Reisteig mit Ragoutfüllung. Ich unterhielt mich lange mit Carlo im Chat und bestellte mir eine Fuhre seiner Früchte – und war absolut begeistert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Mamma-Box: Entweder zusammen mit fertigen sizilianischen Spezialitäten oder Früchte pur. Bei mir war noch Orangenblütenhonig und Marmelade dabei. Die Produkte sind nicht nur besonders gut, es ist auch ein toller Weg, nachhaltig zu handeln und so dem Erzeuger direkt einen fairen Preis zukommen zu lassen. 

Sizilianische Zitrusfrüchte sind einzigartig

Sizilianische Orange von Mammarancina
Sizilianische Orangen haben eine einmalige Farbe und Aroma

Die Orangen sind zu recht weltberühmt und gelten als die Besten auf diesem Planeten. Nachhaltiger Luxus at its best. Durch die fruchtbaren Lavaböden des Ätna, an dessen Hängen sie wachsen, durch die Wärme der sonnigen Tage und die Kälte der sizilianischen Nächte bekommen sie ihr Aroma und ihre blutrote Farbe. Zitronen, Cedro-Zitronen aus Sizilien sind einfach unvergleichlich gut, wer sie einmal probiert hat, ist verdorben für gewöhnliche Supermarktware. Die Lieferung von Mammarancia kam sehr prompt und es war keine einzige kaputte Frucht war darunter. Ab dann kannte unsere Lust an Orangen kein Halten mehr. Die ersten verzehrten wir gleich mal so. Ein bisschen Urlaub auf der Zunge. Dann pressen wir Saft, was das Zeug hielt. Jeden Morgen ein Glas. Einfach ausfressen und schauen, dass auch etwas Fruchtfleisch mit drin ist. Aber Vorsicht – danach kauft ihr vielleicht nie wieder einen Saft aus der Flasche…

Aus den Zitronen kochten wir Lemoncurd

Das Rezept reicht genau für eine Woche und solange hält es sich auch frisch.

Zwei Esslöffel Zucker (so wird es schön sauer, wer süßer mag, braucht drei Esslöffel)
Zwei Eier
Abgeriebene Schale von zwei Zitronen
Saft der zwei Zitronen
Stückchen Butter
Prise Salz

Zucker, Eier, Zitronenschale in einem kleinen Kochtopf auf mittlerer Hitze aufschlagen, bis sich der Zucker gelöst hat. Dann den Saft, das nussgrosse Stück Butter und die Prise Salz zugeben. Weiterschlagen, bis die Creme anfängt einzudicken. Fertig! Ins Glas abfüllen und abkühlen lassen. Schmeckt auf Toast, Pfannkuchen, zu süßem Obst, auf Mürbeteig Tarteletts. Oder pur. Vorsicht: Vor eurem Freund verstecken, sonst bekommt ihr nix.

Marmelade aus Cedro-Zitronen

Cedro-Zitronenmarmelade:

Bei den Cedro-Zitronen hatte ich Anfangs etwas Berührungsängste. Cedro-Zitronen sind riesig, wie eine Mischung aus Pampelmuse und Zitrone, mit einer pockigen, dicken Schale. Wie bereite ich sie zu, was kann ich damit machen? Denn Zitronat ist so gar nicht meins. Aber so in der Nachschau sind die sehr wertvollen Früchte einer der besten Teile der Lieferung gewesen, dann aus ihnen wird die vermutlich schmackhafteste Marmelade der Welt. Etwas bitter, etwas süß, etwas sauer, sehr aromatisch. Und bumseinfach herzustellen.

Die Zitronen gut waschen, Dann die Schale mit einem Hobel kleinhobeln. In einer Schüssel mit Wasser übergießen und einen Tag an einem dunklen Ort ziehen lassen. Den Saft von zwei Zitronen hinzufügen. Dann abwiegen, mit der halben Menge Gelierzucker 1:2 in einen Topf geben und mit einem Mixstab grob zerkleinern. Aufkochen und in Gläser füllen. Das wars. Wer sich an die Früchte traut, wird mit wirklich außergewöhnlicher Marmelade belohnt. Ich war sehr stolz darauf, diese ungewöhnlichen Früchte gemeistert zu haben.

Und noch eine weitere sizilianische Spezialität wird aus diesen Früchten hergestellt: Limoncello. Der ist aber noch beim Reifen und ich werde euch das Ergebnis später vorstellen.

Pikanter Orangensalat:

Zu guter Letzt noch das Rezept für den oben beschriebenen Salat, der aus einfach Hackfleischbällchen eine mediterrane Sensation zaubert: Vier Orangen (Blutorangen aus Sizilien, mit handelsüblicher Ware ist das Rezept sinnlos) schälen, dabei die weiße Schale mit abtrennen. In dünne Scheiben schneiden, mit Salz, Pfeffer, 4 Esslöffeln bestem Olivenöl, etwas Petersilie und Basilikum und einer Handvoll gehackter schwarzer Oliven mischen. Durchziehen lassen. Das Originalrezept will auch rote Zwiebel, aber ich finde, das ruiniert den feinen Geschmack.

Habt ihr Lust bekommen auf die Genüsse Siziliens? 

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