Spectacular: Weihnachtsshopping in Paris

 

Neben den kulturellen Attraktionen hat Paris natürlich noch eine andere Wunderwaffe, die mindestens so viele Touristen in die Stadt lockt: Shopping.  Auch hier haben sich echte Wallfahrtsorte gebildet, die jeder Hipster besucht haben muss: Colette, Acne, A.P.C., Sephora, die in Paris auch Nars und die wirklich tolle Kosmetik von Fenty führen. „Mit dem Lipgloss sehen deine Lippen aus wie frisch aufgespritzt“, meinte meine Freundin missbilligend. Danke, den Look wollte ich! Gekauft! Aber der Gipfel von allem ist natürlich Supreme: wenn wer von euch den Supreme-Shop im Marais besuchen will, das geht am Donnerstag nur mit Anmeldung, und ansonsten mit stundenlangen Wartezeiten vor dem Laden. Wer hip sein will, muss leiden. Dieses Label kann es sich mittlerweile aussuchen, von wem es Geld möchte. Faszinierend. Die wunderbaren Geschäfte und tollen Häuser des Marais entschädigen für die entgangenen Shoppingfreuden…

Da lassen wir doch Supreme Supreme sein und besuchen lieber in die großen Kaufhäuser. Da haben wir große Kinderaugen bekommen, denn was so Deko aufgefahren wird, das kennen wir hier nicht. Im Galerie Lafayette ist mir wirklich der Mund offen stehengeblieben. „Spectacular, Spectacular“ steht an der Fassade. Das Kaufhaus hat dieses Jahr den Barnum Film mit Hugh Jackman als Thema gewählt: „The greatest Show on Earth“. Es war wie ein Besuch in einem funkelnden, klingenden, wundervollen, bunten Wunderland des Kommerzes. In der Mitte ein mehrere Stockwerke hohe Weihnachtskugel aus unzähligen Ballons, drumherum an unsichtbaren Fäden viele kleine Schmuckanhänger, die an ihren Fäden im Rhythmus der Weihnachtsmusik auf-und niedertanzen… Auch Sephora und alle anderen Geschäfte haben sich aufgestylt wie nix Gutes.

Die Kuppel des Lafayette Foto: Michaela Burch
Die Kuppel des Lafayette Foto: Michaela Burch

Auf der Rue de la Paix scheinen alle besten Freunde einer Frau versammelt zu sein, wenn man Marilyn Monroe glaubt. Denn da haben alle großen Juweliere der Welt ein Geschäft und übertrumpfen sich in der Weihnachtszeit, die wertvollsten Geschmeide auszustellen. Da ein Collier für sieben Millionen, da ein Ring für 14 Millionen. Die Wachmänner neben der Tür geben gerne Auskunft. Und man selbst bleibt sprachlos zurück. Ist es ein Zufall, dass direkt neben den Shops das französische Finanzministerium seinen Sitz hat? Erstaunlicherweise gehen hier die Frauen in die Geschäfte und kommen mit dicken Tüten und einem noch dickeren Grinsen raus. Nix mit Klischee vom Sugardaddy… Der Sonnenkönig persönlich scheint den Louis Vuitton Store am Place Vendome kreiiert zu haben, denn die ganze Fassade ist von einer strahlenden goldenen Sonne geschmückt, ein unfassbarer Blickfang. Die Taschen werden übrigens nicht mehr als echte Taschen ins Schaufenster gestellt, sondern tanzen dort als Hologramme durch die Auslage…

Place-Vendôme-store-day-Front-3-©Louis-Vuitton-Stéphane-Muratet-copy-2000×1169.jpg

So richtig wichtig war uns das Essen dieses Mal beiden nicht, mir ging es nicht besonders gut. Deswegen haben wir immer mal wieder einen schnellen Trip in einen der unzähligen Streetfoodläden gemacht und gefrühstückt in einem kleinen Cafe neben der Metrostation Alesia. Nur einmal wollte ich in einen ganz bestimmten Laden, das Chartier in Paris, das sich als eins der wenigen Lokale die Einrichtung der Belle Epoque erhalten hat. Das war denn auch der allergrößte Reinfall. Ich war dort vor 30 Jahren mal zu Besuch und hatte es als Lokal mit schmackhafter Hausmannskost in Erinnerung. Das ist echt lange her…Das Essen kann ich jetzt nur als fürchterlich bezeichnen und die guten Kritiken müssen vom Cousin des Besitzers stammen. Völlig ungewürzt, völlig fade, zäh – ein Grauen. Gut, es ist nicht teuer. Aber eine schlechte Suppe ist auch für ein paar Euro zu teuer… Mein Tipp: Reingehen, fotografieren, flüchten.

 

Gut fand ich dagegen das RotiStreet neben dem Palais Royal, da waren dann auch nur Franzosen drin. Ein bisschen irre macht mich, dass man in den Street-Läden die Gerichte mit Plastiktellern, Wegwerfbechern etc bekommt, auch wenn man dort im Laden isst. Unschön – da nutzt das Bio der Zutaten dann nix mehr…
Falls ihr noch Tipps habt: schreibt sie in die Kommentare. Ich würde mich freuen!

Das Chartier: bitte meidet diese Touristenfalle Foto: Michaela Burch

 

Verfasst von

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call