Frau Hilger sucht das Glück
Heute, am 20. Mai, ist der internationale Tag des Glücks. Und Glück ist etwas, dass unzertrennlich mit dem Reisen verbunden ist. Schon immer. Hans im Glück sucht das Glück anderswo, genauso wie ein Glücksritter, der auf der Suche nach Abenteuern und dem ganz großen Erfolg durch die Welt zieht. Glück winkt am Ende des Regenbogens – und die Reise dorthin ist weit. Das Glück ist woanders. Weil da, wo wir sind, ist es offensichtlich nicht, oder? Deswegen ist es absolut legitim, sich als Reise-Bloggerin über das Glück Gedanken zu machen. Oder ist es sogar meine Pflicht? Schließlich möchte ich doch den Leuten helfen, ihren möglichst perfekten Urlaub zu finden. Wenn das keine Art von Glück ist!
Viele suchen das Glück anderswo
Urlaub ist sowieso untrennbar mit dem Gefühl Glück verbunden. Urlaub ist die Zeit, auf die wir 49 Wochen im Jahr hinfiebern, hinsparen und hinsehnen. Urlaub ist das, was sich viele Menschen als das Paradies auf Erden vorstellen. Die Vorstellung, jedes Einzelnen mag individuell sein, aber eigentlich ist sie es nicht. Die meisten Menschen mögen warmes Wetter, einem schimmernden Sandstrand vor einem blauen Meer, exotische Pflanzen und Tiere und wunderschöne Sonnenuntergänge mit Schirmchendrinks und am besten auch noch einen Menschen dazu, mit dem man das alles teilen kann. Das ist die Vorstellung von Glücksgefühlen, die die meisten haben.
So inszenieren sie die Influencer, so malen sie die Künstler, so stellen sie die Rapper und ihre Entourage zur Schau. Das Glück wohnt unter einem Sonnenschirm in einem Beach Club in Saint-Tropez. Oder? Spätestens seit der Serie The White Lotus wissen wir, dass auch die reichsten und schönsten Menschen im allerschönsten Urlaubsort ihre Probleme im Koffer haben.
Glück ist die Abwesenheit von Unglück
Aber Glück lässt sich auch im Alltag finden. Klingt banal – aber es ist wahr. Nicht krank, nicht arbeitslos, nicht pleite, nicht unglücklich, weder die Polizei noch das Finanzamt im Nacken und allen Menschen, die man kennt und schätzt, geht es ebenso. Das ist erstmal ein großes Glück. Vor allem, wenn die Arbeit Spaß macht und man darin einen Sinn findet. Wenn diese Voraussetzungen vorhanden sind, könnten wir eigentlich glücklich sein. Die Betonung liegt auf „könnten“, denn Glück haben und glücklich sein sind zwei völlig verschiedene Paar Stiefel.
Ich beispielsweise habe ein gewisses Talent, mich unglücklich zu fühlen. Immer ist was. Ich kann im traumhaftesten Urlaubsort der Welt sitzen und mich elend fühlen – obwohl objektiv alles passt. Da gibt es mehrere Gründe dafür, aber es wird besser. Ich lerne Glück – und bin nicht mehr auf der Suche danach wie Senor Rossi.

Glück in Helsinki
Denn ich war letztes Jahr in Helsinki bei einer veritablem Glücksreise dabei – und habe gelernt, welche Methoden die Finnen anwenden, um glücklich zu sein. Dieses Wissen hat mir definitiv durch einige schwere Zeiten geholfen und ich bin jetzt jemand, der das Glück eher erkennt und weiß: „hey, das ist ja richtiges Glück!“ Das ist unbezahlbar.

Denn Glück ist eigentlich die ganze Zeit um uns herum, wir müssen es nur sehen. Vor allem wir als notorisch pessimistische und schlecht gelaunte Deutsche baden eigentlich im Glück, wir haben Wohlstand, eine schöne Natur, viel Kultur und, doch ja, nette Menschen. Was uns fehlt, ist die Fähigkeit, unser Glück zu erkennen. Dabei ist Glück eigentlich ganz simpel. Man braucht keine Millionen dafür. Abende mit Freunden, ein Waldspaziergang, selbst gut asiatisch kochen können, ein Schnäppchen auf dem Flohmarkt, ein bisschen mit einer Katze schmusen – all das ist Glück. Sagt man leider viel zu selten. Glück ist nicht immer groß und bombastisch. „Das kleine Stück vom Glück“ erleben wir täglich.


Oh wie wahr!
Mein heissestes Erlebnis war einst als Hochzeitsgast die Rede der Grossmutter der Braut. Die alte Dame wuenschte den Zweien naemlich in ca. „… auf Eurer ‚Jagd nach Glueck‘ nie die Sicht/Erkenntnis aller kleinen Gluecks-Situationen im Leben uebersehen … “
Well, well: auch wenn viiiiele Jahre spaeter, so werten beide DIEse Worte endlich so, wie die Grossmutter dies gemeint hat; nur eben ein wenig (viel zu!) spaet fuer die entsprechende Ehe ^^.
Grosses Problem hierbei wohl: man muss auch ‚Wollen‘ , d.h.: viiiel(‚er’/mehr) gluecklich sein mit viiielen ‚kleineren Broetchens‘ oder wenig(er/st) gluecklich sein mit eben haeufigst weniger machbaren ‚grossen Broetchens !?!
M.M: eindeutig ein Fall fuer persoenliche ‚Executive Decision‘ !