Kurztrip nach Malta – schon mal den Frühling schnuppern
Die Zeit im Februar ist so eine Sehnsuchtszeit, irgendwie kann man an manchen Tagen schon den Frühling in der Luft spüren, aber dann kommen auch wieder Tage mit tiefsten Winter. Da wächst die Sehnsucht nach ein bisschen Wärme ins Unermessliche. Deswegen haben wir uns überlegt, für ein paar Tage wegzufahren. Ich wollte mal ausspannen, die letzte Zeit war sehr stressig.

Aber wohin? Langstreckenflug kommt natürlich für eine so kurze Zeit nicht in Frage, Festland Europa ist noch zu kühl – und dann sind wir mithilfe von Google Travel, ein Tool, das ich euch übrigens unbedingt empfehlen kann, auf extrem günstige Flüge nach Malta gekommen. Pro Person mit Air Malta von München 140 € – wunderbar. Dazu ein schönes Hotel an der Strandpromenade gegenüber der Altstadt von Valletta: Hotel Azur, 185 € für drei Nächte mit Frühstück. Top!

Wir kamen am Nachmittag in Malta an, uns begrüßte schon strahlender Sonnenschein mit 20° und einem milden Lüftchen, und es machte sich sofort Frühlingsstimmung breit. Wir hatten das Gefühl, genau das Richtige getan zu haben. Also ab ins Taxi und in 20 Minuten waren wir im Hotel, schnell einchecken, die Münchner Wintersachen gegen frühlingshafte T-Shirts tauschen und Valetta erkunden.
Vom Hotel waren es etwa 8 Minuten zum Fähranleger, wir erwischten gerade eine der Fähren in die Altstadt Valetta und waren völlig überwältigt von der Schönheit der kleinsten Hauptstadt Europas. In den engen Straßen der alten Stadt, die steile Wellen schlagen wie die Straßen Lissabons, mischen sich barocke Fassaden mit orientalischen Einflüssen, überall ragen bunte Holzerker auf die Straße und gigantische Kuppelkirchen wetteifern mit den wuchtigen Mauern des mittelalterlichen Forts. Traumhaft – die Leute saßen schon auf der Straße in Cafés, aßen orientalisches Food, sizilianische Pizza oder britische Fish‘n‘ Chips. Denn Malta ist wirklich ein Schmelztiegel der Kulturen, hier haben Kreuzritter, Araber, die britische und französische Kolonialherrschaft definitiv ihre Spuren hinterlassen.
Über uns noch die übriggebliebene Weihnachtsbeleuchtung, hatten wir schon die Sonne im Herzen.

Am Abend gab’s dann auch für uns eine tolle neapolitanische Pizza bei Grana in Gzira, für mich mit Trüffel und Ruccola, mein Freund mochte es lieber klassisch mit einer Quattro Stagioni. Malta hat ungefähr ähnliche Preise wie Deutschland, zumindest in den sehr touristischen Ecken, viele Restaurants sind aber auch günstiger, vor allem Cappuccino, Kuchen und andere Leckereien aus Italien sind definitiv preiswerter als in Deutschland – und natürlich ungleich besser.

Am nächsten Tag haben wir uns überlegt, wie wir die Zeit am besten nutzen. Eigentlich wollte ich den prähistorischen Tempel in Malta City besuchen, dass Hypogäum, aber da muss man lange im voraus Karten bestellen und planen. Bei unserem Aufenthalt wären die nächsten Plätze in 14 Tagen frei gewesen. Das ist einer der Nachteile von Spontanreisen. Also entschieden wir uns für eine Hop on Hop of Bus Tour durch den nördlichen Insel Teil der Hauptinsel. Das war eine gute Entscheidung. 25 Euro kostet die Tour.
Auch der Busstop war nur ein paar Minuten vom Hotel entfernt, der Doppeldecker-Bus war oben offen und bot auch eine Führung auf Deutsch via Kopfhörer an. So erfuhren wir viel über die Geschichte der Insel, über Land und Leute und ihre Sitten. Wir hatten ein paar Stopps ausgeguckt, darunter vor allem Mdina, eine bestens erhaltene mittelalterliche Stadt, die malerisch in der Landschaft thront. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie viel im Sommer dort los ist, aber im Januar waren wir oft alleine in den wunderschönen Strassen der Stadt.

Was wir nicht wussten: die Stadt diente auch als Kulisse für viele Sequenzen der beliebten Serie Game of Thrones, wir sind nämlich per Zufall in die Game of Thrones Führung geraten und ich hab dann gleich ein bisschen herum gegoogelt und ein paar der wichtigsten Standorte gefilmt. Das Bordell in Westeros ist zum Beispiel in Realität ein nettes Café in einem Innenhof…

Aber auch ohne Fantasy-Drachen ist Mdina wunderschön und eine perfekte Kulisse für Urlaubsfotos und die Cafés der Stadt sind einen Besuch wert. Ich habe mich komplett in die bittersüße Limonade Maltas verliebt, Kinnie heißt das Getränk, und es gibt auch eine zuckerfrei Variante, die köstlich schmeckt. Ich suche jetzt einen Getränkehändler in Deutschland, der Kinnie führt 😂

Unsere nächster Stopp war The Golden Beach, mein Freund hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, ausgiebig zu schwimmen. Damit war er relativ alleine, das Meer hatte so um die 15° – aber für einen Eisbader aus Deutschland ist das natürlich keine Temperatur. Ich blieb trotzdem draußen, genoss die Wärme, die Sonne und den Sand unter meinen Füßen. Es ist erstaunlich, wie viel Urlaubsgefühl man auch in drei Tage packen kann,
Nach dem Schwimmen und Sonnen noch schnell ein Cappuccino im Café auf den Klippen. Dort haben wir dann auf dem Bus gewartet und wir kamen bei der Weiterfahrt leider durch die nicht so schöne Seite von Malta, denn die Nord-Küste ist bis Valletta runter ein einziges Sammelsurium von Hotelburgen und ehemals kleinen Städten und Dörfern, die sich zu Touristenhochburgen gewandelt haben. Aber nicht im guten Sinne, sondern einfach grauenvoll. Ich kann euch deswegen nur raten, bei der Auswahl eures Hotels in Malta sehr vorsichtig zu sein, ich würde immer schauen, in Siema oder Gziara an der Strandpromenade ein Hotel zu finden, wenn man sich nicht unversehens zwischen 100 britischen Pubs wiederfinden möchte.

Am Nachmittag waren wir noch ein bisschen in Siema spazieren mit Eis und weiteren Espressi und haben uns abends ein fantastisches, libanesisches Essen gegönnt. Wer mal wirklich gut arabisch orientalisch essen möchte, das Ali Baba ist der Place to be.

Eine unendliche Menge orientalischer Mezze, kleiner Aufstriche, Gemüse, Fleischbällchen, Saucen vom libanesischen Starkoch und Buchautor Hany Harb. Das läppert sich zu 80 Euro für zwei Personen. Es war nicht günstig, aber jeden Cent wert.

Am dritten Tag haben wir ganz dekadent die Seele baumeln lassen, denn zum Hotel Azur gehört auch ein schicker Beach Club am Strand, mit beheiztem Pool und Blick auf Valletta und die Festungsanlagen. Zugegeben, das ist so richtig klassisch Urlaub, mit Schirmchen-Drinks und DJ. Aber es war einfach wundervoll. Genau das hab ich gebraucht

Anschließend sind wir über die Festungsinsel Migoel gewandert, die in der Bucht zwischen Valetta und Gzira liegt. Ein merkwürdiger lost Place, ein verlassenes Fort, umgeben von Oleanderbäumen, an dessen Strand sich Fischer tummeln, verliebte maltesische Paare und ein paar versprengte Touristen. Die Insel lässt sich von Gzira aus über eine kleine Brücke erreichen.

Souvenirs aus Malta
Ich hatte zwar nur kleines Handgepäck gebucht, aber ein paar Souvenirs mussten dann doch sein. Ich habe mir zwei sizilianische Keramikköpfe gekauft, die in Deutschland ein Vermögen kosten und auf Malta sehr günstig sind. Die wollte ich eh schon lange haben. Ansonsten ist es mit dem winzigen Gepäck (1 Kanken-Rucksack) herausfordernd.

Das Essen in Malta – Empfehlungen
Sowie Malta eine Mischung aus ganz verschiedenen kulturellen Einflüssen ist, so ist auch die Küche der Insel ein wildes Gemisch. Es gibt eine unfassbar breite Palette an unterschiedlichsten Landesküchen, von Italien, Sizilien, England und vorderasiatischen Restaurants. wir waren in einigen und können Sie euch wirklich ans Herz legen.
Allen voran, das Bella Sicilia, die einfach die gesamte Palette der sizilianischen Kuchen und Street food Snacks angeboten haben: Arancini di Riso, eine Schinken- Calzone, nach dir mein Freund komplett verrückt war und natürlich Canoli und Zupoa Inglese

Unsere Top-Tipps:
Ali Baba – libanesische Küche vom Allerfeinsten. Wir konnten dort auf der Speisekarte Dutzende kleine Gerichte selbst zusammenstellen und genießen. Für zwei Personen waren dann zwar 80 € fällig, aber wir haben selten so gut gegessen.
Posh Turkish Der Imbiss an der Seepromenade ist ein gehobenes Dönerlokal. Zu seinem Döner kann man sich vier verschiedene Salate, Gemüse und andere Beilagen aussuchen. Ich habe mir ein Adana Dürüm mit Hühnchen bestellt und es war Mega klasse!

Grana Pizzeria Gzira – eine sehr schicke Pizzeria, die wunderbare neapolitanische Pizzen serviert. Teilweise auch sehr originelle Belege neben all den Klassikern. Ich habe mich zum Beispiel für eine Trüffel Pizza mit Trüffelcreme und geriebenen Trüffel entschieden und war sehr angetan.
Fazit: drei Tage auf Malta sind wunderbar, um mal reinzuschnuppern – aber wir kommen definitiv wieder, um das nächste Mal mehr kennenzulernen. Die Megalith-Tempel Maltas, die Museen, die kleine Insel Gozo und deren Strände…

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