Plant nicht für die Zukunft, sondern für das Jetzt – es könnte zu spät werden

Es war jetzt in letzter Zeit ein klein wenig ruhiger hier auf dem Blog, das hatte aber Gründe. Meist ist es bei mir so, dass es im Blog ruhiger wird, wenn das Leben turbulent wird und das ist momentan der Fall gewesen.  Leider nicht im Guten. Neben vielen anderen Dingen war es vor allem die Entdeckung von weißem Hautkrebs in meinem Gesicht, die mich hat innehalten lassen. Der Krebs ist Gott sei Dank weg, die Narbe verheilt gerade. Aber so eine Diagnose hinterlässt Spuren.

Warum verschieben?

Bei mir hat sich vor allem die vielleicht banale Erkenntnis durchgesetzt, dass es keinen Sinn macht, auf die Zukunft zu setzen. Also Reisen und Unternehmen für irgendwann planen, wenn man in Rente ist, vieles auf später verschieben. Vielleicht gibt es kein Später.  Ich merke das auch bei Freunden und Bekannten. Erst vor kurzem ist ein lieber alter Bekannter mit 54 plötzlich mit Herzinfarkt gestorben. Der hatte bestimmt auch noch viele Pläne. 

Leben als ob es kein Morgen gäbe, ist eigentlich eine Art zu leben, wie sie in der Jugend passt, allerdings sollten gerade wie Ü-Fünfziger dieses Motto beherzigen und Gas geben. Warum den Lebensplan von rigiden Urlaubsrichtlinien bestimmen lassen? Wenn ein Betrieb verlangt, dass jeder nur 14 Tage am Stück Urlaub haben darf, dann ist das heutzutage nicht mehr zeitgemäß. Das müssen auch Arbeitgeber lernen. 

Wir kommen mit so viel weniger aus. Warum sich also das Leben schwer machen in einer Situation, die einem keinen Spass mehr macht – nur um etwas mehr Geld zu verdienen? Wohlgemerkt: ich meine schon, dass man arbeiten soll. Aber in einer Arbeitsstelle, die einem wirklich Spaß macht und der vielleicht weniger Geld abwirft, anstellt eines ungeliebten Jobs, den man nach Feierabend so schnell wie möglich vergessen will? 

Wer weiß, was kommt?

Wenn die erträumte Mount Everest Besteigung wegen Hüft-Problemen nicht mehr geht, der Segeltrip zu anstrengend wird, da Langstreckenflüge eine Strapaze werden, das ist kein Spaß. Und die Zipperlein werden nun mal mehr, es muss nicht immer die existenzielle Bedrohung oder Krankheit sein. Ein kaputtes Knie reicht. Oder eine blöde Diagnose…

Was ist wichtig im Leben?

Diese Frage sollte jeder Mensch in der Hälfte seines Lebens geklärt haben. Für mich sind es vier Dinge:

  • Liebe
  • Freundschaft
  • Sich für eine Sache engagieren
  • Reisen
  • Und ja, auch Anerkennung

Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem was bedeuten, ist mir unsagbar wichtig. Werdet ihr am Totenbett eure Überstunden zählen? Zählt dann der Kontostand? Nein. Aber die Erinnerung an perfekte Momente bleibt. Es bleibt die Liebe, die wundervollen Zeiten, auch gemeinsame Trauer gehört dazu. 

Diese Art zu leben, also das Leben wirklich auszukosten, viel in jeden Tag hineinzupacken, das hält jung. Trotzdem müssen wir die Tatsache ins Auge schauen, dass das Leben endlich ist. Da kann 60 noch so oft als das neue 40 gelabelt werden. 

Ich habe jedenfalls für mich beschlossen: All in. Ich warte nicht mehr mit Dingen. Der richtige Zeitpunkt ist sowieso selten. Ich habe bereits 42 Länder bereist und es sollen noch mehr werden. Ich möchte die Nordlichter in der eisigen Polarnacht sehen, in Tahiti mit einem Katamaran über die Wellen gleiten und schauen, was hinter dem Horizont ist. Ich möchte mich in Hongkong einmal quer durch alle Dim Sums und Dumplings probieren und in Sydney am Bondi Beach tanzen.

Ich möchte durch den Amazonas streifen und die niedlichen Nymphensittiche und Papageien in ihrer normalen Umgebung erleben, genauso wie die Lemuren in Madagaskar. Ich möchte vor den Seychellen schwimmen und mit Rochen auf den Malediven tauchen. Und vielleicht did Welt für ein paar Mädchen und Frauen besser machen.

Es soll ein gutes Leben werden – so viel Zeit bleibt mir nicht mehr.

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Ein Kommentar

  1. Gut, viiiel Glueck und Erfolg fuer Deine Vorhaben und mindestens genau so viel Spass UND Gesundheit!
    Einziger leichter ‚Korrektur-Vorschlag‘: nachdem Du Deinen ‚Bondi-Beach-Tanz‘ (+ wohl entsprechend ertraeumte ‚Party-Nacht‘ ?!) absolviert hast, such‘ Dir vielleicht eine andere/bessere Beach des Landes aus? Iiija, ’sie‘ erscheint ein ‚MUSS‘ zu sein, jedoch hat sie auch schon (sehr!) viele enttaeuschte Herzen kreiert indem ’sie‘ (= diese beruehmte Beach) – ausser der angenehmen (Intensiv-)Stadt-Naehe – doch fuer gar Viele nicht DER Traum war, welchen man sich im Gehirn zusammengeschnitzt hatte!
    Jedoch – Deine begeisterte Fuehrerscheinlosigkeit* beruecksichtigend – wenn Du dann schon mal dort bist, kannst Du mit ganz normalen Verkehrs-Faehren selbst in der Bondi-Surrounds-‚Rest‘-Gegend wunderbare bis zauberhafte andere dortige ‚Wasser-Ufer‘ besuchen/geniessen.

    Beste Genesung; inkl. vom psychischen Schock-Erlebnis „Krebs“ und Dir viiiele Daumen halten,
    G.

    PS:
    Zustimmung bzgl. Zukunft. Selbige kann leider beendet sein/beschnitten werden von einer Minute zur Anderen. So lange man (s)eine Bucket-List/-Restleben im Rahmen der Legalitaet und groesstmoeglicher (?!) Schmerzlosigkeit auch f. Mitmenschen (= da sonst ‚andere‘ Gefahren) auf die Reihe kriegen kann: Bingo ?!

    * Meine generelle Meinung allerdings fuer Fuehrerschein-Benutzer 😉 zu auf der ‚falschen Seite‘ fahren u.a. dort:
    Europaeer, welche mitunter tgl. MIT-Teilnehmer in dichteren Verkehrsaufkommen sind, kommen meist sehr leicht in australischem Verkehr durch. Ausnahme: Sydney ^^ ! Autofahren dort bringt selbst dort Wohnhafte zur Verzweiflung mit seiner angeblich haeufigen Verkehrs-Schilder-Wechselei. D.h., die Navigations-Geraete in den Autos kommen angeblich kaum mit entsprechenden Anpassungen hinterher.
    Ja und bei einer Behausungsdichte von 0 bis 1 entlang den Strassen (= haeufigster Fall) bitte – wenn iiiiirgendmoeglich – versuchen, nach Einbruch von Dunkelheit nicht mehr Autofahrer spielen. Grund: Zusammenstoesse mit allen moeglichen ‚Einheimischen‘ (= Tieren!) sind als grosse Haeufigkeit gegeben je ‚gruener‘ man hier wird; d.h., Vorfahrt gefaehrdet; selbst auf Autobahnen!
    Versteh’/t das bitte nicht falsch: das Leben (= Verkehr) endet deswegen nicht Punkt Dunkelheitsanbruch, aber als Tourist hat man eben mehr unter den oftmals laenger dauernden ‚Nachwehen‘ bei derartigen Zusammenstoessen zu leiden. Braucht man das? Unbedingt?

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