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Irre Habsburger und tote Tudors: Urlaubsziele mit Geistergrusel

Europa ist voller uralter Wälder, alter Städte. Der Boden ist getränkt vom Blut unzähliger Schlachten – wen würde es da wundern, dass sich überall auch Sagen um Spuk und Geistergeschichten ranken? Unheimliche Schatten, die wehklagend durch ihre ehemaligen Behausungen streifen? Ich habe auf Besuchen in Österreich, Tschechien oder Slowenien, in England oder Irland viele solcher Geschichten gehört und möchte heute ein paar davon vorstellen. Kommt mit auf eine Reise zu den geheimnisvollen Seiten Europas!

Ich liebe alte Geschichten und Geschichte und freue mich immer, in historischen Hotels übernachten zu können. Und in vielen Hotels habe ich gehört, dass nichtzahlende Gäste aus allen Jahrhunderten dort hängen geblieben sind. Manchmal teilt man sich sogar das Zimmer mit ihnen. So spucken angeblich im schwarzen Adler in Innsbruck die Mätressen von Kaiser Maximilian, die früher in diesem Haus gewohnt haben. Im Hotel Burchianti in Florenz geistert der Duce Benito Mussolini und im Hotel Roosevelt in Hollywood wird ab und an Marylin Monroe gesichtet. Es wäre spannend, wenn sie erzählt, wie das tatsächlich war mit ihrem Ableben. Aber bis jetzt hat sie nichts zur Aufklärung beigetragen….

Vor allem die Briten haben eine lange und schöne Tradition von geisterverseuchten Orten überall auf ihrer Insel. Im Tower in London sollen die mit dem Beil geschiedenen Gattinnen Heinrichs VIII ihr Unwesen treiben, genauso wie in Hampton Court. Trotz aufmerksame Beobachtung ist mir allerdings keine kopflose Dame begegnet. (Ich hab mir nur überlegt, vielleicht mit meinem perfekten Anna Boleyn Kostüm ein paar Besucher zu erschrecken)

Ludlow, England – tote Burgfräulein und herzlose Prinzen

Das mittelalterliche Städtchen Ludlow, gelegen in der malerischen Landschaft Shropshires, ist bekannt für seine gut erhaltene elisabethanische Architektur und sein beeindruckendes Schloss. Doch Ludlow hat eine düstere Seite, die Geschichtenerzähler und Geisterjäger gleichermaßen fasziniert. Die Kleinstadt gilt als die geistreichste in ganz England. Es gibt dort auch einen Ghostwalk, der super ist, weil man nebenbei auch die tollen Elisabethanischen Häuser von innen besichtigen kann. Und bekommt natürlich noch viele gruselige Geschichten vom Fremdenführer erzählt.

Ludlow Castle und seine Geistergeschichten

Hier zum Beispiel starb Arthur, der ältere Bruder von Heinrich VIII. Sein Herz wurde in der Kathedrale von Ludlow beerdigt, und der bleiche Geist soll immer noch auf der Suche danach durch die Kirche wabern.

Die Ruinen von Ludlow Castle sind Zeugen längst vergangener Tage und sollen heute noch von den Seelen derer heimgesucht werden, die einst in seinen Mauern lebten. Besonders berühmt ist die Geschichte des „Weißen Mädchens“, das angeblich in einer der Nächte vor der Hinrichtung ihres Geliebten durch die Gemäuer schlich, in einem vergeblichen Versuch, ihn zu retten. Seither wird ihr Geist an nebligen Nächten im Schlosspark gesichtet – ein schattenhaftes, in Weiß gekleidetes Mädchen, das suchend durch die Ruinen streift. Ein anderes Burgfräulein warf sich nach dem Verrat ihres Geliebten verzweifelt vom Burgturm. In Vollmondnächten sieht man immer noch ihre Gestalt schreiend von der Ruine stürzen.

Eine weitere bekannte Spukgeschichte handelt von einem ehemaligen Burgwächter, der angeblich noch immer seinen Wachposten am Eingang des Schlosses einnimmt. Besucher und sogar Angestellte berichten immer wieder von ungewöhnlichen Geräuschen, von Schritten und dem Gefühl, beobachtet zu werden, obwohl niemand zu sehen ist. Eine Tour durch Ludlow Castle bei Dämmerung ist ein Muss für jeden, der den Nervenkitzel sucht.

Edinburgh, Schottland – Die Geister von Mary King’s Close

In Edinburgh, einer Stadt voller Geschichten und Mythen, befindet sich einer der bekanntesten Spukorte Großbritanniens: Mary King’s Close. Da war ich selbst noch nicht und die Geschichten von dort klingen grauenhaft. Denn dort wurde ein Armenviertel einfach überbaut, aber die Bewohner blieben in den dunklen Katakomben wohnen. Bis die Pest kam. Diese historische Straße ist jetzt ein Labyrinth unterirdischer Gänge und Räume. Der Legende nach sind die Geister der Pestopfer noch immer in diesen verlassenen Räumen gefangen.

Besucher berichten von kalten Luftzügen und unerklärlichen Schatten. Besonders oft wird das Mädchen Annie gesehen, das angeblich auf der Suche nach ihrer verlorenen Puppe durch die düsteren Gänge streift. Viele Besucher haben deswegen Spielzeug für das kleine Mädchen zurückgelassen. Ein ziemlich gruseliger Brauch. Ich habe gehört, das kleine Geistermädchen zupft Besucher am Bein… Heute können mutige Besucher eine Führung durch Mary King’s Close machen und sich selbst ein Bild von den schaurigen Geschichten und unheimlichen Erscheinungen machen, die diesen Ort umgeben.

Český Krumlov, Tschechien – Romantik und Spuk in Böhmen

Das märchenhafte Städtchen Český Krumlov im Süden Tschechiens sieht auf den ersten Blick wie ein romantisches Reiseziel aus. Doch unter der idyllischen Oberfläche verbirgt sich eine schaurige Vergangenheit voller Spukgeschichten und unheimlicher Legenden.

Begegnung mit einem Geist

Und selbst ist im Hotel Ruze ein Geist begegnet, behauptet jedenfalls mein Freund. In dem alten Kloster, in dem wir übernachteten, klopfte es an der Tür. Nein, es wummerte so richtig, als ob eine Hand im Metallhandschuh gegen die Türe schlagen würde. Das Problem: niemand stand vor der Tür und es hätte sich auch in dem Hotelgang nirgendwo jemand so schnell verstecken können. Was immer es war, es war unheimlich.

Das Schloss von Český Krumlov:Vampirprinzessin und die Weiße Dame

Das Schloss Český Krumlov thront majestätisch über der Stadt und zieht Jahr für Jahr tausende Besucher an. Doch wer in den alten Gemäuern verweilt, könnte vielleicht auf die berühmte Weiße Dame treffen. Diese Legende erzählt von Perchta von Rosenberg, einer adeligen Dame, die im 15. Jahrhundert in einer unglücklichen Ehe gefangen war. Nach ihrem Tod soll sie als Geist zurückgekehrt sein, um in den dunklen Fluren des Schlosses umherzuwandeln. Die Weiße Dame wird als friedlicher Geist beschrieben, doch ihre Erscheinung soll ein Vorbote für Tod oder Unglück in der Familie Rosenberg gewesen sein.

Auch eine Vampirprinzessin soll im Schloss spuken. Angeblich berichten Besucher immer wieder von einem eigenartigen Gefühl der Melancholie und Kälte, wenn sie die Räume des Schlosses betreten. Besonders in der Nacht, wenn die Burgmauern im Mondlicht schimmern, scheint die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu verschwimmen. Das Schloss ist wirklich unheimlich, das stimmt. Vielleicht liegt es auch am Geist von Cäsar von Habsburg, der seine Geliebte dort grausam ermordet hat und dann selbst erdrosselte worden ist? Allerdings ist das Schloss auch faszinierend schön, mit einem wunderbar erhaltenen Barocktheater, in dem tatsächlich die Grenzen zwischen Geschichte und dem Jetzt verschwimmen.

Das Ossuarium in Sedlec – eine Inneneinrichtung aus menschlichen Knochen

Einer der schauerlichsten Räume der Welt befindet sich im tschechischen Sedlec. Schon seit Jahrhunderten wacht die mittelalterliche gotische Kapelle in Sedlec (Sedletz) über die sterblichen Überresten von vierzigtausend Menschen. In ihrem Untergeschoss verbirgt sich ein schaurig-schönes Geheimnis: ein Raum aus menschlichen Knochen! Im Ossarium sind ein riesiger Lüster, ein Kreuz, Kelche und Monstranzen zu sehen – alle bestehen aus menschlichen Knochen.

An der linken Raumseite hängt das ebenfalls komplett aus Knochen gebildete Wappen der Familie Schwarzenberg. Es zeigt unter anderem einen Raben, der – in Anlehnung an die Kämpfe mit den Osmanen – einem auf dem Schlachtfeld Gefallenen das Auge aushackt. Wer ungewöhnliche Erlebnisse mag, kann im Sommer an einer nächtlichen Führung durch das Ossarium teilnehmen. Die besondere Atmosphäre der Räumlichkeiten wird dann durch geheimnisvollen Nebel und flackerndes Licht unterstrichen.

Fazit: Schaurig-schöne Erlebnisse in Europa

Europa ist ein Paradies für Abenteurer und Geschichtsliebhaber, die sich von mystischen Sagen und düsteren Legenden angezogen fühlen. Von Ludlow Castle in England über Český Krumlov in Tschechien bis hin zu den unheimlichen Straßen von Edinburgh – wer mutig genug ist, sich auf die Spuren der Geister und Legenden zu begeben, wird reich belohnt.

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