Wie rettet man den lokalen Handel?

Manchmal gibt es Themen, die erscheinen auf den ersten Blick einfach zu sein, aber entwickeln dann bei längerem Nachdenken eine unglaubliche Vielschichtigkeit und Komplexität. Eines der Themen, die mich seit längerem umtreiben, ist die Frage nach der richtigen Wahl der Einkaufsart. Wie und wo muss ich einkaufen, damit ich auch in Zukunft das Angebot bekomme, das ich möchte? Wo, damit ich auch in Zukunft in einer Stadt lebe, die nicht nur von internationalen Kettenläden oder – noch schlimmer – gähnender Leere im Zentrum geprägt wird?

Eigentlich ist die Antwort klar: unterstütze lokale Geschäfte, kaufe regionale Güter regionaler Bauern oder Betriebe. Im Prinzip mache ich das gern und gebe mir wirklich Mühe, das durchzuhalten. Klappt halt nur nicht immer. Aber ich möchte in Zukunft durch belebte Strassen und nicht durch eine Geisterstadt voller Ein-Euro-Läden wandern. Und manchmal wallt in mir ein Zorn auf, auf Ladenbesitzer, die sich ums Verrecken nicht scheren um ihre Kundschaft, die aus Faulheit und Borniertheit nicht bereit sind, den Anforderungen eines modernen Marktes zu genügen. Wie mir geht es vielen Leuten, ich hatte eine Umfrage auf Facebook gestartet und gefragt, wo und wie die meisten Menschen einkaufen. Das Ergebnis dürfte manche Händler blass werden lassen: Der lokale Handel hat nicht mehr allzuviele Fans. Viele bestellen mittlerweile sogar die Dinge des täglichen Bedarfs bei Amazon, wie etwa auf dem Blogbeitrag von Johannes Mairhofer beschrieben. Weil es einfach komfortabler für sie ist. Warum das so ist und was man dagegen tun könnte, versuche ich hier darzulegen. Es ist eine Einladung zur Diskussion, ich habe auch noch nicht den Stein der Weisen gefunden oder könnte mit Sicherheit sagen, ob meine Vorschläge so funktionieren. Die jammernde Stadtverwaltung, die den Niedergang beklagt, hätte einige Stellschrauben in der Hand…

1. Die Ladenöffnungszeiten: Wir in München haben eine besondere Situation, im leider hier sehr rückständigen Bayern sind die Ladenöffnungszeiten andere als im Rest der Republik und alle Läden müssen um 20 Uhr zumachen. Eventladenöffnungen verhindert die Gewerkschaft ver.di, der es egal zu sein scheint, ob sie damit den lokalen Handel komplett ruiniert – Hauptsache, ihre Mitglieder müssen auch an vier Sonntagen im Jahr nicht mal einen Nachmittag ins Geschäft. Ladenöffnungszeiten wären besonders für kleine Läden wichtig: Denn die Zeiten, in denen ich die kleinen Läden in den einzelnen Stadtteilen besuchen soll, sind begrenzt. Ich arbeite – und wenn ich aus dem Büro komme, machen diese Läden zu. Das wäre schon mal ein Ansatz: sich überlegen, dass die Leute, die Geld ausgeben können, meist die sind, die es verdienen müssen und deswegen die Öffnungszeiten so legen, dass man das Geld auch ausgeben kann. Eigentlich bleibt nur der Samstag – und der nervt mit Überfüllung. Es würde meiner Meinung nach bereits reichen, wenn die Boutiquen bis 20 Uhr aufhätten, dann könnte man dort nach dem Büro noch vorbeischauen. In Frankfurt und Düsseldorf habe ich sehr tolle Events kennengelernt, die die einzelnen Stadtteile nachhaltig belebt haben – dort wurde an manchen Sonntagen im Jahr speziell die Geschäfte eines Stadtteils geöffnet. Dazu gab es Sonderaktionen, Flohmarkt, Bands etc. So konnte man sich mal Zeit nehmen, die einzelnen Geschäfte und deren Angebot in Ruhe kennenzulernen und kam gerne wieder. Auch bei Stadtteilfesten mischten die Einzelhändler mit, in Frankfurt beim Berger Strassenfest hatten alle Geschäfte Stände an der Partymeile, nicht nur die Gastronomie. Aber so etwas verhindert in München eben ver.di.

2. Der Service: Ich kenne ein Sportgeschäft in Frankfurt, da reissen sich Chef und Angestellte wirklich den Arsch auf: sie beraten nicht nur ausführlichst und sehr kompetent, sie sind auf jeder Messe in ihrem Fachbereich mit einem Stand präsent, organisieren einen Lauftreff oder Events mit Spitzensportlern, sponsern Marathons und bestellen den Kunden die Schuhe, die diese haben wollen. Da läuft der Laden dann auch. Es ist bitter für Ladenbesitzer, aber es reicht nicht mehr, einen Laden mit Ware vollzumachen und dann zu hoffen, dass wer kommt. Die Leute wollen wirklich Service. Beratung, Typberatung, sie wollen, dass die Händler Sachen in ihrer Größe nachordern, sie wollen, dass man sie verwöhnt – einfach aus dem Einkauf ein Event macht, das das Internet so nicht bieten kann. Und keine gelangweilte Verkäuferin, die „ham wa nich“ mault oder den klassischen Blazer-Spruch abläßt: „Den können sie toll zur Jeans tragen.“ Ach was. Ja, ein guter Ladenbesitzer braucht gutes Personal, das zugleich Stylist ist, Berater, Psychologe, Entertainer. Das aus Kunden Stammkunden macht und sich so eine treue Kundschaft zieht. In manche Läden gehe ich nur wegen bestimmter Verkäufer, die genau zu wissen scheinen, was mir passt und steht. Oder, wenn es nicht um Mode geht, die mich fachkundig beraten können, Kaffees oder Weine empfehlen – all diese Dinge eben, die das Netz so perfekt nicht kann. Oder – wie viele in meiner Umfrage erzählten – wenn der Umtausch vor Ort ein größeres Gschiss ist als online, dann läuft etwas sehr falsch.

3. Das Sortiment Einer der Läden, die in der tz letztens ihr Ende beklagten, war slips. am Gärtnerplatz. Ich möchte diesen Laden als Beispiel herausgreifen, weil ich ihn ziemlich exemplarisch finde. Die Besitzerin beschwerte sich, dass viele Kunden vermehrt nach Schnäppchen fahnden und nicht mehr gewillt seien, für gute Qualität gutes Geld auf den Tisch zu legen. Das ist natürlich richtig – und auch ziemlich falsch. Denn ich war früher in dem Laden oft einkaufen. Es gab dort sehr schöne Wäsche, Bademoden, T-Shirts etc. Tolle Sachen, die man jahrelang gerne getragen hat. Aber irgendwann begann schleichend der Laden immer teurer zu werden. Jeans kosteten dort ab 200 Euro und noch viel, viel mehr, das mittlere Preissegment war irgendwann nicht mehr vorhanden. (Nachtrag: die Besitzerin des Ladens versicherte mir auf Facebook, es hätte auch Fair Trade Jeans für 129 Euro und T-Shirts für 59 Euro gegeben – das finde ich okay, aber die habe ich nicht entdeckt – Asche auf mein Haupt) Und bei manchen Designs zahlt man halt nur noch für den Namen, nicht mehr für Qualität. Das mache ich nicht mit, das kann ich mir nicht leisten. Ja, München ist eine reiche Stadt. Aber auch das hat seine Grenzen. Man muss schon  irgendwo realistisch bleiben und schauen, in welchem Rahmen sich die Kundschaft so bewegt und so kalkulieren, dass man nicht abhebt.

Und: ein Laden muss Dinge im Sortiment haben, die man nur da bekommt. Einzigartigkeit ist etwas, was vielen Läden fehlt. Das erfordert Mut und Fachwissen. Aber das sind eh gute Vorraussetzungen, wenn man ein Geschäft eröffnen will….

4. Die Mieten Hier könnte und müßte die Stadt München eingreifen. Es kann nicht sein, dass wunderbare Cafes wie das Tambosi zumachen müssen, weil ihnen die Mieten drastisch erhöht werden. Das ist Irrsinn. Ein Cafe kann nur einen bestimmten Umsatz x erwirtschaften. Es hat eine gewisse Menge Tische, die Leute bleiben länger als bei einem Fast Food Lokal, da ist die Gewinnmaximierung eben endlich. Denn bei einem Cappuchino für 8 Euro kommt auch kein Mensch mehr. Klar, dass bestimmte Mieten sich nur internationale Ketten leisten können, die ihre Verluste an einem prestigeträchtigen Standort in München mit anderen Gewinnen gegenfinanzieren können. Das kann ein Münchner Einzelhändler nicht. Da würde mich wirklich interessieren, welche rechtlichen Möglichkeiten eine Stadt hat, ihre Innenstadtmieten so zu drosseln, dass auch dem lokalen Handel nicht der Saft abgedreht wird.

5. Social Media nutzen Eigentlich ein Nobrainer, tun aber immer noch viel zu wenig Menschen. Sie werben nicht für sich, haben keine Webseite, haben keine Facebookseite, das ist mehr als ein Fehler. Das ist tödlich. Niemand verlangt, dass jemand auch einen Onlineshop hat (obwohl der immer eine gute Ergänzung wäre) Aber man kann sein Spezialwissen perfekt präsentieren. Z.b. ein Whiskeygeschäft, dass auf seiner Webseite einen Blog hat, in dem tolle neue Produkte udn alte Klassiker vorgestellt werden, bei dem kaufe ich gern auch im Ladenlokal und nehme für dessen besonderes Sortiment auch längere Wege in Kauf.

Das war es erstmal von mir – könnt ihr mir zustimmen, oder ist das Quatsch? Was habt ihr noch für Vorschläge in petto?

18 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich finde, du bringst es sehr gut auf den Punkt. Einfach nur Ware rein und hoffen, dass jemand kommt, klappt heute tatsächlich nicht mehr. Gerade Events und Social Media sind wahrlich nicht zu unterschätzen. Aber leider scheint das bei vielen Händlern noch nicht angekommen zu sein.

    LG Michaela

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  2. dermikado sagt:

    Du sprichst von München und hast da gute Ansätze. Meine Ecke ist eben das Ruhrgebiet und da fällt mir auf, dass die Innenstädte nun wahrlich nicht ansprechend sind. In jeder Stadt stehen irre Einkaufszentren, allen voran das CentrO, Oberhausen. Da ist täglich Hektik! Ich kaufe weiterhin nicht bei Amazon, ich wünsche mir attraktive Innenstädte, die mich auch zur Ruhe kommen lassen.

    Gruß, Ingo

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    1. katrinhilger sagt:

      Das stimmt, die einkaufskomplexe am Stadtrand sind keine Konjunkturbeleber für die Innenstadt

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  3. Servus, Liebes!

    Du hast im Prinzip alles gesagt. Für unseren Haushalt ist es ebenfalls immer sehr schwierig, mit den aktuellen Ladenöffnungszeiten Schritt zu halten … Wenn Nischengeschäfte an Samstagen bereits um 12:00 oder 14:00 Uhr schließen, ist das oft für uns nicht zu schaffen. Gerade Samstage sind ohnehin schon immer proppenvoll mit Terminen. Und wenn ich dann noch in drei, vier verschiedene Läden in unterschiedlichen Stadtteilen möchte, bin ich aufgeschmissen.

    Dennoch gibt es einige Geschäfte, denen ich die Treue halte. Meinem örtlichen Buchhändler zum Beispiel. Ebenso meinem Tauchsportanbieter. Der ist zwar ein bisserl teurer als die einschlägigen Onlineshops, aber dafür werde ich dort erstklassig beraten und bekomme immer ein Tässchen Kaffee. Auch meinen familienengeführten Bio-Laden ziehe ich den großen Ketten vor. Klar, dort finde ich nicht immer, was ich suche. Aber für Anregungen und Ideen hat der Inhaber stets ein offenes Ohr. Überdies veranstaltet er regelmäßig Tage der offenen Tür, um den Kontakt mit den Kunden zu pflegen.

    Großzügige Öffnungszeiten, Service, Freundlichkeit – das sind Dinge, auf die ich Wert lege. Social-Media-Werbung müssen „meine“ Läden dann gar nicht mehr machen.

    XOXO

    Sissi

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  4. Anna sagt:

    Sehr gut auf den Punkt gebracht. Und ich schäme mich ein bisschen. Muss dir gestehen, dass ich inzwischen gut 90% meiner Kleidung online ordere. Aus dem einfachen Grund, dass ich sie entspannt und in verschiedenen Kombinationen (finde ich sehr wichtig) zu Hause anprobieren und den Kauf zur Not auch 1-2 Nächte überschlafen kann. Das minimiert das Risiko von Fehlkäufen erheblich. Dass ich so meinen Teil zu geisterhaft ausgestorbenen Geschäftsstraßen beitrage, ist mir allerdings sehr wohl bewusst… 😦

    LG Anna

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    1. katrinhilger sagt:

      Du könntest dir ja überlegen, ob du nicht ein bisschen mehr vor Ort kaufen magst? Ich stelle mir eine Stadt ohne Läden sehr öde vor.

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  5. Ulla sagt:

    .. es ist für mich auch die Frage, ob ich in einer halbwegs großen Stadt wohne, oder eben in einer Kleinstadt, so wie ich. Hier ist das Angebot leider begrenzt. Meine Kleidergröße gibt es kaum (zumindest nicht mit meinem Geschmack), will ich Elektronik kaufen beschränkt sich im einzigen größeren Fachmarkt die Beratung darauf, dass der Verkäufer mir vorliest, was auf dem Infoblatt neben z.B. dem Netbook steht. Gleicher Laden: vorab im Internet informiert, speziell auf den Seiten dieses Ladens, Kühlrschrank ausgesucht, Blatt ausgedruckt .. im laden höre ich mir erst mal an, wie ätzend es doch ist, dass die Leute nur noch übers Internet kaufen .. hä??? Ich stehe doch persönlich im Laden, will hier kaufen … tja, ehrlich gesagt meide ich den Laden nach meinen 3 Fehlversuchen dann jetzt nach Möglichkeit … Aber bei anderen Produkten versuche ich es weiterhin vor Ort. Oder bei Besuchen von Freunden dann in den besuchten Orten „vor Ort“

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    1. katrinhilger sagt:

      Mein Artikel ist weniger an die Kunden gerichtet, sondern an den Handel – was können die besser machen. Das mit den Größen ist ein guter Punkt. Werd dazu nochmal einen eigenen Artikel machen

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  6. nauli sagt:

    Wir sind mit unserem Produktsortiment (Fotoalben, Poesiealben, Kalender) von Anfang an online geblieben. Die Kosten eines schönen Ladens in der Innenstadt sind einfach immens.
    Aber wir fühlen genau wie Du. Bei uns in der Kleinstadt im Großbereich München sieht die Marktstraße traurig verwaist aus.
    Gestern habe ich in München aber wirklich schöne Läden besucht, die fast Lust darauf machen den Sprung irgendwann doch zu wagen.

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  7. Sabienes sagt:

    Die Innenstädte werden zerstört, alle Fußgängerzonen sehen gleich aus. Denn es gibt überall nur noch die gleichen Ketten (die zum Teil mit ihren Filialen derbe Verluste einfahren, sich aber nicht trauen, den Laden zu schließen)
    Ich habe mal eine Dokumentation von einer Kleinstadt in NRW gesehen. Dort bekommen Geschäftsgründer für ein Jahr die Gewerbesteuer erlassen und einen Mietzuschuss, wenn sie ein Geschäft in der Innenstadt eröffnen. Die Resonanz ist großartig gewesen, die Bürger waren begeistert von den vielen neuen kleinen Läden in ihrem Ort. Manche Gründer haben es nach einem Jahr wieder aufgegeben und zwar aus ganz verschiedenen Gründen (manche Geschäfte liefen gut, aber Selbstständigkeit ist nicht immer leicht). Andere haben weitergemacht.
    Ich weiß leider nicht, was aus diesem Projekt geworden ist und ich konnte mir den Namen der Stadt auch nicht merken. Aber anscheinend macht dieses Beispiel auch nicht Schule, denn sonst würden andere Städte nachziehen und man hätte davon gehört.
    LG
    Sabienes

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  8. Tina sagt:

    Ich finde auch, dass du es ganz gut getroffen hast. Ich wohne ja etwas außerhalb von München. Und du hast mich gerade wieder ans Tambosi erinnert … hach ja …
    Ich bin ja auch jemand, der schon gerne die lokalen Geschäfte unterstützt. Aber es gibt Dinge …
    Wir haben hier tatsächlich noch 2 kleinere Elektroläden, die an keiner Kette dranhängen. Familienbetriebe. Das ist auch nett. ABER: sie haben leider nicht die Auswahl und die Preise gegenüber dem Internet sind eine Frechheit. Eine gewisse Differenz nehme ich hin, weil ich dafür auch eine Beratung bekomme. Aber bei Preisdifferenzen von 100% fühle ich mich ver***t!
    Genauso ist es mit den ortsansässigen Spielwarenläden. UVP. Drunter geht nichts. Ich hätte neulich gerne ein Brettspiel für die Kinder mitgenommen. Auf Amazon hatte ich es für 25€ gesehen, im Laden wollten sie 45€!!! Das geht nicht. Das ist nicht drin. Von Service reden wir erst gar nicht.
    Ein Jeansladen im Nachbarort, macht vor wie es geht. Schon vor Jahren hat sie mit Newslettern angefangen und jetzt ist sie auch in den Sozialen Medien vertreten. Ihre Kunden lockt sie mit tollen Aktionen. Da wird mal nach 20:00 Uhr geöffnet und es gibt kleine Veranstaltungen mit Typberatung und Modenschauen. Das kommt super an. So bindet man Kunden an sich. Außerdem bietet sie eine tolle und ehrliche Beratung.
    Verkaufsoffene Sonntage gibt es hier draußen tatsächlich öfter mal.
    Die Öffnungszeiten sind natürlich so ein Thema. Ich kenne einige, die im Einzelhandel arbeiten. Sie stöhnen ziemlich, wenn man sie darauf anspricht. Ich bin halt der Meinung, dass der Einzelhandel sich von den Öffnungszeiten an die Gastwirtschaft anpassen muss. Gebietsweise zumindest. Sie müssen ja vormittags nicht aufmachen. Aber wenn ich als Berufstätiger bis abends um 22:00 Uhr meine Einkäufe erledigen könnte, wäre fein.

    Seit ich Mutter bin, bestelle ich viel mehr im Internet. Aus dem einfachen Grund, weil es halt viel viel komfortabler ist. Aber ich glaube, ich würde mir öfter abends mal eine Freundin schnappen und mit ihr zum Shoppen gehen, während der Papa die Kinder ins Bett bringt.

    So, sorry für den langen Text. 😀
    LG, Tina

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    1. katrinhilger sagt:

      Danke für den langen Text

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  9. fashionberlin sagt:

    Hallo Katrin,
    es ist wirklich ein großes Problem das Du ansprichst. Ich hier in Berlin bin mit den Öffnungszeiten etwas besser dran und kaufe auch super gerne offline, also stationär. Es macht mir persönlich auch wesentlich mehr Spaß. Ab und zu lässt es sich allerdings nicht vermeiden auch mal was zu bestellen. Trotzdem, ich bleibe dem stationären Handel auf jeden Fall treu.
    Vor einigen Wochen habe ich auch schon einmal einen Artikel über die
    Ladenöffnungszeiten geschrieben, weil eine Freundin von mir, die drei Geschäfte in einem kleinen Touristenort hat, sich auch fürchterlich über die Eingeschränkt – und auch Beschränktheit der öffentlichen Hand beschwert hat. In Niedersachsen sieht es also auch nicht viel besser aus 😦 gerade was auch die verkaufsoffenen Sonntage angeht!
    Ich denke auch, dass viele Städte und Gemeinden an ihrem Einzelhandelssterben selbst mit schuld sind. Würde es etwas lockerer und den örtlichen Gegebenheiten besser und individuell angepasst werden, könnten viele Händler auch weiter überleben.
    Du siehst, es ist für mich auch ein Reizthema über das ich stundenlang
    diskutieren und mich aufregen kann.Und was die Verkäufer angeht, sicher gibt es immer mal welche, die unfreundlich sind, oder nicht gut ausgebildet sind. Aber oft sind sie auch über uns Kunden genervt, weil es so viele gibt, die den stationären Handel ausnutzen, sich Beratung holen, alles probieren und letztlich online kaufen. Ist nämlich auch nicht okay!
    Liebe Grüße aus Berlin,
    Mo
    http://www.just-take-a-look.berlin

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    1. katrinhilger sagt:

      Ja, ich sehe das wie du – das Problem ist, dass zB einige Handelsvertreter auf Facebook unter meinem Artikel abgehen wie wild – weil ich die geheiligten Zeiten zu kritisieren wage. Deswegen frage ich mich, ob viele überleben wollen. Es ist ein Dilemma – wenn die Technik da ist, wird sie auch genutzt und wenn sie genutzt wird, verändert sich etwas. Veränderungen sind oft unangenehm, anstrengend und nicht immer verändert sich alles zum Besseren. Aber wenn man nicht zu den Verlieren der Veränderung gehören will, dann muss man wohl oder übel darüber nachdenken, was man tun kann.

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  10. Katrin, du hast einige wichtige Punkte angesprochen. Ich möchte sie noch mal konzentrieren: Kompetenz, Service, Freundlichkeit. Meiner Auffassung nach sind das die wichtigsten Aspekte im Einzelhandel. Kompetenz für Beratung, Zuwendung, Sortimentsauswahl, Gestaltung, Öffnungszeiten. Service für einen erkennbaren Kundennutzen (wobei Service nicht kostenlos sein muss, wenn er genau diesen deutlich genug transportiert). Für einen kleinen Betrag lasse ich mir meinen Einkauf aus dem lokalen Einzelhandel gern auch zuliefern, damit ich keine Taschen tragen muss. Freundlichkeit und Aufmerksamkeit sind nicht nur die besten Umsatzbringer im Einzelhandel, sondern auch in der Gastronomie (wo es ebenfalls heftig hapert). Leider setzen zu wenig Einzelhändler auf die Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern, auf Leitlinien. Wichtig ist nach meiner Meinung, dass das auch immer deutlich wird. Nicht angenehm, ich weiß: Die Kritik deutlich und freundlich im Laden zu lassen, und nicht nur still hinaus gehen. Die Mitarbeiterinnen im kleinen Supermarkt um die Ecke kennen mich mittlerweile, verstehen meine Kritik auch als Anregung. Damit ist schon viel erreicht. Auf dass es besser werde! 😉

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  11. Robert B. sagt:

    In dem Text sind sehr viele gute Gedanken und Ideen, mit denen ich mich als Einwohner einer Kleinstadt auch schon beschäftigt habe und auf die ich auch noch einmal zurückkomme.

    Aber welche Frage mir jetzt gerade unter den Fingernägeln brennt: Was ist der Komfort bei der Bestellung von Waren im Internet? Das Bestellen ist das eine, aber die Lieferung ist der Punkt, der mich richtig nervt: Wenn das Paket kommt, bin ich nicht da, das heißt, dass ich abends oder in den nächsten Tagen meinem Einkauf hinterherlaufen muss. Wenn ich hingegen im Laden vor Ort einkaufe, kann ich die Sache anschließend gleich mit nach Hause nehmen.

    Wie sehen denn die Onlinebesteller das?

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    1. katrinhilger sagt:

      Hallo Robert, witzigerweise sehe ich das so wie du. Ich finde das Bestellen im Internet auch nur so mittelbequem. Klar, man kann sich Sachen in die Arbeit liefern lassen oder – wie im verlinkten Blogartikel beschrieben – bei amazon now einen Slot ausmachen, an dem du garantiert daheim bist. Dann passt es. aber mir ist vor allem das Bestellen von Bekleidung zu viel Heckmeck. Ich will sehen, was ich kaufe, Stoffe, Schnitte. Ich hab auch keine Modelfigur, mit der ich blind eine größe bestellen könnte.

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  12. Jessica sagt:

    Hallo Kathrin,
    Vielen Dank dafür, dass Du dieses Thema aufgegriffen hast. Ich war in der gleichen Zwickmühle, was den lokalen Handel betrifft. Erfreulicherweise wohne ich in Wiesbaden, hier wurde vor wenigen Jahren das Kiezkaufhaus gegründet, eine online Plattform, auf der sich lokaler Handel mit regionalen Produkten tummelt, die nach Hause bestellt werden können und in der Regel am gleichen Tag mit einem Lastenfahrrad geliefert werden. Es sind vielen kleine Geschäfte angeschlossen, die ein besonders interessantes Sortiment haben, aber auch tolle Traditionsgeschäfte, wie ein sehr guter Bäcker, die so auch in unsrem digitalen Zeitalter angekommen sind.
    Ich bestelle nicht wöchentlich da, aber doch so alle zwei Monate und erfreue mich sehr an diesem tollen Service. Das Konzept wird überall gelobt und gewinnt Preise, ob das auch was für München wäre?

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