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Krakau – Europas schönste Altstadt verzaubert mit Geschichte und Genuss

Krakau hat es geschafft: Die polnische Kulturmetropole wurde jüngst zur Stadt mit der schönsten Altstadt Europas gewählt – und wer einmal durch die Gassen rund um den Rynek Główny, den größten mittelalterlichen Marktplatz des Kontinents, geschlendert ist, versteht sofort, warum. Wir jetzt auch. „Warum waren wir eigentlich noch nie in Krakau?“ hat mich mein Freund gefragt und da hatte ich keine Antwort drauf. Also schnell einen Flug gebucht, den günstigsten haben wir bei der Lufthansa gefunden, und ab nach Polen. Wir entdecken mittlerweile immer öfter unsere östlichen Nachbarn, zum Beispiel Krummau an der Moldau oder Budweis, und stellen immer wieder fest, wie viele Wunder sich hinter dem ehemaligen eisernen Vorhang verbergen.

Als wir in Krakau ankamen, regnete es leicht, aber es war warm, vom Flughafen nahmen wir den Bus 30 in die Innenstadt und hatten dann noch etwa 500 m zu gehen zu unserem Hotel Copernicus. So eine Busfahrt kostet pro Person einen Euro und man kann natürlich im Bus bargeldlos zahlen – glückliches Polen.

Wir bezogen erst mal unser Zimmer und waren begeistert, dazu aber später mehr. Jetzt wollten wir raus, es hatte aufgehört zu regnen, und die Straßen glänzten nass im goldenen Sonnenlicht. Der berühmte Hauptplatz lag etwa 5 Geh-Minuten vom Hotel entfernt. Wir waren fasziniert von der schieren Größe des Platzes. Am Anfang ist er schwer einzuschätzen, denn er wird in der Mitte geteilt von einem alten Handelsgebäude aus dem 14. Jahrhundert. Aber dann geht man weiter und entdeckt, der Platz ist ja doppelt so groß!

Und wunderschön, mit fantastischen Gebäuden an allen Seiten. Rund um den Platz gibt es nichts anderes als Restaurants, Bars, Cafés, Kneipen, Street food und Souvenierläden. In denen kann man Plüschtauben, das Wahrzeichen Krakaus, und extrem hässliche, gefälschte Labubus kaufen.

Gefälschte Labubus allerorten

Die Altstadt präsentiert sich wie ein lebendiges Geschichtsbuch. Zwischen gotischen Kirchen, prachtvollen Renaissance-Bauten und barocken Palästen taucht man in eine Vergangenheit ein, die sich an jeder Ecke in neuen Facetten zeigt. Besonders die Marienkirche mit ihren berühmten Türmen ist ein Wahrzeichen der Stadt – zur vollen Stunde ertönt von dort das traditionelle Trompetensignal, das seit Jahrhunderten gespielt wird. Das Trompetensignal Bericht unmittelbar ab, eine Erinnerung an einen Türme im Mittelalter, dessen Warnsignal durch einen Mongolenpfeil jäh beendet wurde. Ich finde diese Tradition leicht makaber.

Momentan ist die Kirche eingerüstet und wird renoviert, aber innen zeigt sich ihre ganze Schönheit mit einem tiefblauen Himmel und goldenen Sternen, getragen von rotgoldenen Säulen. Ich habe dort, wie immer, wenn ich eine Kirche besuche, eine Kerze angezündet.

Es macht Spaß, in der Altstadt innerhalb der alten Stadtmauer herum zu wandern. Mittelalterliche Herrschafts-Häuser, Klöster und Kirchen wechseln sich mit Barockfassaden und Jugendstilperlen ab, immer wieder laden schöne Parks zum Verweilen ein. Doch Krakau wäre nicht Krakau, wenn es nur bei historischen Schätzen bliebe. Wer die Stadt besucht, merkt schnell: Hier pulsiert das Leben, und die Altstadt ist ihr Herz.

Altstadt bei Nacht und Regen

Ein Highlight sind die unzähligen Stände mit Street Food, die den Rynek und die angrenzenden Straßen beleben. Pizza oder frisch gebackene Obwarzanek – ein kranzförmiger Hefeteig-Snack mit Sesam oder Mohn: an jeder Ecke gibt es etwas zu essen. Die Obwarzanek Hefeteigkringel werden von alten Menschen in kleinen Wägelchen verkauft, vermutlich bessern Sie so ihre Rente auf. Vielleicht ist das demnächst auch ein Tipp an deutsche Rentner?

Wenn man durch die Straßen Krakaus läuft, bekommt man eigentlich ständig Hunger, an jeder Ecke werden polnische Spezialitäten angeboten, aber auch jede Menge Süßigkeiten. Figurbewusste Menschen haben es schwer in Krakau.

Auch die Restaurants und Cafés sind zahlreich und locken mit kulinarischen Klassikern. Besonders beliebt sind die Pierogi – polnische Teigtaschen, die in Krakau in allen erdenklichen Varianten serviert werden. Eine der besten Adressen ist das gemütliche Pierogi-Lokal Mirror, wo die kleinen Köstlichkeiten in kreativen und klassischen Variationen serviert werden.

Pierogie mit Herz im Mirror

Naschkatzen kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Krakau ist berühmt für seine süßen Versuchungen: Von frisch zubereiteten Waffeln über traditionelle Kuchen bis hin zu modernen Dessertkreationen gibt es unzählige Möglichkeiten, den Gaumen zu verwöhnen. Besonders beliebt ist die „Kremówka“, eine zarte Schichtcremetorte, die nicht zuletzt durch Papst Johannes Paul II. berühmt wurde. Der Papst stammte übrigens aus Krakau und so gibt es Bilder von ihm in jedem Souvenirshop.

Kulinarische Highlights und Tipps für Genießer

Auf der Terrasse der Markthalle am Hauptplatz thront das Café Szat, von dem aus man mit einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein den schönsten Blick auf das geschäftige Treiben unten genießt. Es gibt dort wirklich ausgefallene Kuchen und Torten, wie zum Beispiel eine Birnentorte mit Lavendelcreme, diverse Eis, Schokoladen und Eiskaffee, aber auch was für den herzhaften Geschmack. Das gibt es in Polen eigentlich überall. Die Aussicht ist fantastisch.

Ein wunderbares Frühstück bekommt ihr im Café Stakej

Traumhafte Restaurants

Wir haben das Frühstück im Hotel Kopernikus nicht mit gebucht und sind stattdessen in Krakau auf Wanderung gegangen, das war eine gute Entscheidung. Nicht weil das Hotel Frühstück nicht gut ausgesehen hätte, im Gegenteil. Aber wir mögen es, immer mal wieder was Neues zu entdecken. Für ein guten Start in den Tag lohnt sich ein Besuch im Café Szakej, das für seine kreativen Frühstückskreationen und bekannt ist.

Das Café Szakej

Kommt nicht zu spät, sonst müsst ihr anstehen – den Reservierungen sind nicht möglich. Das kleine polnische Café wartet mit allem auf, was das Hipster Herz begehrt, vom Avocado Toast über Matcha Latte bis zu diversen Kaffeespezialitäten und frischen Säften.. und das zu einem Preis, von dem wir Münchner nur träumen können. Wenn ihr in Krakau seid, ist das ein absolutes Muss! Und ja, wir entdecken gerne neues, aber in dem Café waren wir gleich zweimal 🤣

Typisch polnische Küche im Polska

Klassische polnische Küche erleben

Wer die polnische Küche in klassischer Form erleben möchte, ist im Restaurant Polska bestens aufgehoben. Hier gibt es traditionelle Gerichte wie Bigos, Barszcz und deftige Fleischgerichte in elegantem Ambiente. Und es stimmt natürlich, dass die polnische Küche jetzt nicht gerade zu den leichtesten Küchen dieses Erdballs zählt.

Ich hatte ein bisschen Sorge davor, ich hatte gehört, es gibt ganz viele Gerichte, in denen Wurst verarbeitet wird. Und ich hasse Wurst in allen Varianten. Aber die Sorge war völlig unbegründet. Es gab ganz wundervolle Gerichte ohne Wurst (auf den Nationaleintopf. Bigos musste ich allerdings verzichten), es gab sogar Gerichte mit viel Gemüse. Ich habe im Polska, die mit Spinat gefüllten Pierogi in einer Hühnchen Sahne Sauce gegessen und das hat für mich zu den besten Essen gehört, die ich je bestellt hatte.

Das Pierogi Lokal Mr Vincent ist eine Hommage an Van Gogh

Pierogi-Fans kommen auch im nach Van Gogh benannten Lokal Mr Vincent voll auf ihre Kosten – eine Institution für Krakauer Teigtaschen in allen Variationen. Das knallbunte Lokal ist bei Touristen extrem beliebt

Übernachten mit Stil im Hotel Copernicus

Für alle, die auch bei der Unterkunft Wert auf ein besonderes Erlebnis legen, ist das Hotel Copernicus ein echter Tipp. Es war das erste Relais in Chateau Hotel in Polen. Das Boutiquehotel im Herzen der Altstadt verbindet Originale Renaissance-Architektur mit modernem Luxus und bietet Gästen eine exklusive, fast schon königliche Atmosphäre – kein Wunder, dass hier schon Staatsgäste und Künstler übernachtet haben. Wir haben uns jedenfalls königlich gefühlt. In unseren Zimmern waren die Wände mit Original Fresken aus dem 17. Jahrhundert verziert, das hat man nicht alle Tage. Und wieso oft war das Zimmer bei der Buchung über die Hotel Webseite wesentlich günstiger als bei booking.com.

Unser Hotelzimmer im Hotel Copernicus

Ein Extra ist auch der wunderbare Pool im Untergeschoss des Hotels, fast schon unheimlich glänzt das blaue Juwel zwischen den dunklen Wänden.

Erlebnisse, die du nicht verpassen solltest

Berühmt ist das Museum in Krakau. Denn dort gibt es eins der berühmtesten Bilder von Leonardo da Vinci zu bewundern, die Dame mit dem Hermelin. Natürlich gibt es auch viele andere Bilder, zum Beispiel von polnischen Herzögen und Herrschern, oder alte Kostüme aus Barock und Rokoko. Aber natürlich zieht der Da Vinci alle Besuchermassen in seinen Bann. Es ist schon etwas besonderes, direkt vor einer Leinwand von ihm zu stehen. Im Museum habe ich in der Eingangshalle mein Handy vergessen, aber was soll ich sagen – ich habe es wiederbekommen! Danke an den ehrlichen, unbekannten Finder noch mal!

Nette Polen: mein verlorenes Handy wurde abgegeben

Weil wir Naturliebhaber sind, haben wir auch dem Stadt-See im Zakrzowek Park einen Besuch abgestattet: mit der Trambahn sind es etwa 20 Minuten aus der Innenstadt. Und es hat sich sowas von gelohnt.

Der türkis schimmernde See, umgeben von Felsen und Grün, ist ein perfekter Ort zum Entspannen nach dem Stadtbummel – wir waren zuerst schwimmen, aber der See war auch im Hochsommer nicht so warm, nicht, dass uns das was ausgemacht hätte. Danach sind wir einmal auf einem schönen, einfachen Wanderweg (ca 3 Kilometer) rundumgegangen und hatten an einem Aussichtspunkt einen fantastischen Blick auf die Burg von Krakau.

Die Burg von Krakau

Wer Krakau besucht, darf die Burg Wawel nicht auslassen. Auf ihrem Burgberg thront sie weithin sichtbar über der Stadt. Hier residierten einst die polnischen Könige. Der Burgkomplex ist genauso riesig und überdimensioniert wie der Marktplatz. Es gibt einen riesigen Innenhof, eine riesige Burg und natürlich eine riesige Kathedrale.

Die Burg vom See aus gesehen

Vor dem Eingang zur Kathedrale hängen ein paar merkwürdige (riesige) Knochen, die mir zuerst nicht aufgefallen sind, im Reiseführer hieß es jedoch, sie stammen der Sage nach von dem Drachen, der einst unter der Burg hauste. Forscher haben mittlerweile herausgefunden, dass es vermutlich alte Walknochen sind. Aber für Fans von Game of Thrones und anderen ist so etwas natürlich ein Highlight. Für alle Mittelalter Fans: am Schloss kann man Bogenschießen ausprobieren, und ich muss sagen, das macht Riesenspaß!

Unterhalb des Wawel-Hügels wartet außerdem die berühmte Drachenhöhle (Smocza Jama). Für ein paar Euro kann man sie besuchen, da wir wieder mal in einen riesigen Regenschauer gekommen sind, haben wir die Trockenheit der kleinen Tropfsteinhöhle gern genutzt. Richtig riesig kann der Drache da drin nicht gewesen sein.

Praktische Tipps & Adressen

Café Szat – Terrasse der Markthalle, Rynek Główny 1, 31-042 Kraków

Café Szakej – Frühstück & Coffee, ulica Karmelicka 16, 31-128 Kraków

Pierogi Mr Vincent – ul. św. Anny 4, 31-008 Kraków

Restaurant Polska – ul. św. Tomasza 8, 31-014 Kraków

Hotel Copernicus – Kanonicza 16, 31-002 Kraków

Zakrzówek-See und Park – ul. Wyłom, 30-001 Krakó

Burg Wawel & Drachenhöhle – Wawel 5, 31-001 Kraków

Nicht vergessen, eine Souvenirtaube zu kaufen

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