München Nachhaltigkeit

Zur Blogparade „krassester Müll“: Schwammerl suchen – Klopapier finden

Nach dem Hikingbarcamp, das meine Freundin Biggi von den Fototravellern besuchte, gab es eine Initiative: eine Blogparade zum Thema: mein krassestes Müllerlebnis. Da ist mir sofort wieder dieser Artikel in den Sinn gekommen, der letzten Herbst beim Pilzesammeln entstand. Ich habe damals den Müll nicht fotografiert, das erschien mir doch zu eklig. Aber der Artikel passt perfekt. Er ist ja nur die spitze des Eisbergs. Ich könnte so viel aufzählen, das Müllaufkommen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Warum das so ist, ist angesichts eines eigentlich gestiegenen Umweltbewußtseins schwer erklärbar. Oder genau darum auch nicht. Denn Bergwandern, mit dem Kanu die Flüsse entlang, Grillen draußen mit Freunden, Zelten (oder Glamping) ist im Trend. Natur erleben – aber bitte nicht zuuu rustikal. Da müssen schon Chips, Bier und der Einweggrill mit, Gummibärchen und Energyriegel. Weil, man will ja das Geld dem Hüttenwirt nicht in den Rachen werfen (Geiz ist immer noch geil) , das wäre nämlich ein wenig müllfreier. Aber nein, vor der Wanderung in den Discounter und viel, viel Zeug mit Plastikverpackung zum Wandern oder Paddeln mitnehmen. Die paar wenigen Mülleimer in der Natur sind auf derlei Massen nicht ausgerichtet und quellen in nullkommanix über. Wieder mitnehmen wäre ja bäh. Deswegen wird das Zeug großzügig im Wald entsorgt, einmal ist keinmal, oder? Aber am Freitag auf die Umweltdemo. (ich bin gemein, ich weiß).

An der Isar helfen nur noch Verbote

Von den Zuständen an der Isar will ich gar nicht reden. Bierflaschen, die mutwillig am Ufer zerschmissen werden und andere Badegäste und Griller verletzen, massenhafte Belästigung der Tierwelt, weil man in Brutgebieten mit Krawall und Gummibooten anlandet, Rauchschwaden kilometerweit am Fluss und zur Krönung noch alle 10 Meter eine Boombox mit unterschiedlichster Beschallung, damit auch garantiert jeder mitbekommt, was man selbst für eine geile Party abfeiert. Hier ist mittlerweile der Gesetzgeber eingeschritten und hat harte Verbote verhängt. Dann wird zwar über den fiesen „Verbotsstaat“ gejammert, aber kaum wer denkt nach, dass er selbst Teil davon ist, dass solche Verbote verhängt werden MÜSSEN.  Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer, auch, weil wir immer mehr Leute werden. Die Großstadt München platzt aus allen Nähten, sie kommen von überall her, um den Freizeitwert des Umlands zu genießen – und zerstören ihn gleichzeitig. Klar, ich will niemandem verbieten, nach Bayern zu ziehen – aber ich spüre mittlerweile eine tiefe Sympathie für die „Ureinwohner“ von Berlin Mitte, die die zugezogenen Süddeutschen wiederum mit Spätzle bewerfen….

Das war meine „Einleitung“, jetzt der eigentliche Blogartikel vom letzten Herbst

Pilzezeit ist Müllzeit oder was?

Es ist wieder Herbst und es ist Pilzezeit. Mein Freund und ich gehen, wie so viele Münchner, gerne in die Wälder des Umlands, um dort nach schmackhaften Schwammerln zu suchen. Momentan schießen sie ja „wie die Pilze aus dem Boden“: Steinpilze, Schuster-Pilze, Butterpilze, Reherl, Parasol (schmecken ganz toll paniert) oder Maronen. Es hat was sehr Archaisches, sein Essen selber zu suchen. Zu Hause werden die Pilze dann auch gleich zubereitet: nur gebraten mit einem Hauch Knoblauch oder als Ragout mit Petersilie und Sahne zu Knödeln.

Was allerdings so unfassbar nervt beim Pilzesuchen und es mir fast verleidet: an den Straßenrändern, bei Parkplätzen oder auch mitten im Wald findet man nicht nur Pilze, sondern auch immer wieder die Hinterlassenschaften anderer Pilzsucher oder Wanderer. Klopapier, Bierdosen, Chips-Tüten. Muss das sein? Die Hundehalter haben ist mittlerweile auch kapiert und nehmen sich kleine Plastiktüten für ihre Zamperl mit. Das würde ich mir auch wünschen, dass zum Beispiel Klopapier oder Windeln nicht im Wald liegen gelassen werden. Das ist einfach widerlich. Oder eben auch die Essensreste, wenn man es schon 2 Stunden nicht ohne Chips aushält. Es geht doch um ein Naturerlebnis beim Waldspaziergang. Und warum gerade da die sonst so penibel mülltrennenden Menschen ihren gesamten Unrat einfach liegen lassen, ist mir ein Rätsel. Vielleicht kann mich wer aufklären?

 

1 Kommentar zu “Zur Blogparade „krassester Müll“: Schwammerl suchen – Klopapier finden

  1. Liebe Katrin, es freut mich, dass du bei der Blogparade mitgemacht hast, sie unterstützt und deine Reichweite uns allen hilft! Du bist der Hammer! Da freuen wir uns alle! Und die Natur noch mehr! Ja, die Isar ist übel dran. Frag mich immer wie die Leute die Natur genießen können und im gleichen Atemzug ihren Müll wegwerfen… und dein beschriebenes Müllerlebnis vom Pilzesammeln lässt mich auch staunen! Ätzend ist der Mensch manchmal! Danke fürs Mitmachen! Busserl, Biggi

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