Nachhaltigkeit

#Estutnichtweh oder: mit Drecksackerl ins Gebirge

Ganz ehrlich: es tut schon weh. Mir zumindest. Es ist supereklig und superviel, was man an einem Tag in der Natur so alles aufsammeln kann. Ich hab ja schon mehrfach geschimpft darüber. Mir wird regelrecht übel, wenn ich am Abend über die Wiese an einem Badesee laufe. Kippen, Essensverpackungen, Plastikbecher, Chipstüten, Grillreste…alles bleibt liegen. Das fällt auch mittlerweile anderen Menschen auf, wie etwa Renate Steinacher. Die Wanderführerin sammelte – wie immer – achtlos weggeworfenen Müll auf, um ihn ins Tal zu bringen. Auf die Frage eines Teilnehmers ihrer Wandergruppe, warum sie das tue, kam spontan die Antwort: „Weil es mir nicht weh tut!“ Die Idee war geboren und im Dezember 2018 gründete Renate Steinacher den Verein „#estutnichtweh“ (kurz: #ETNW).

Drecksackerl und Mistzangerl als Accessoire

„Wenn wir am Weg über Müll stolpern, heben wir ihn auf und nehmen ihn mit – immer und überall, wo wir unterwegs sind: am Berg, im Tal, am Fluss und in der Stadt. Weil es uns nicht weh tut. Und weil wir die Berge und die Natur lieben und für die nächsten Generationen erhalten wollen.“ Ich hab den Verein auf der OutDoor by ISPO getroffen, die hatten nämlich ein witziges Acceessoire am Rucksack, das Drecksackerl, das man als Mitglied bekommt und in das man mit einem Mistzangerl aus Holz den Müll füllen kann. Ich hänge das Drecksackerl oft als Gesprächseröffner an meinen Rucksack, um andere Leute auf die Aktion aufmerksam zu machen und für das Müllproblem zu sensibilisieren. Den Müll sammle ich in herkömmliche Müllbeutel, es liegt nämlich mittlerweile viel zu viel Scheißdreck überall für ein kleines Sackerl. Das ist niederschmetternd. Deswegen: macht bitte alle mit! Für 29 Euro im Jahr kann man das Projekt fördern und natürlich auch selbst überall Müll sammeln (es gibt auch gemeinsame Cleaning-Events) – und unter dem Hashtag #Estutnichtweh die Botschaft weitertragen – viele Influencer und Outdoorblogger sind schon dabei! Vielleicht nach #FridaysforFuture den eigenen Müll wieder mitnehmen? Oder an Grillplätzen mit Freunden sammeln gehen. Die Umwelt dankt es uns.

Plogging-Event in München

Endlich Sommerferien und Urlaubssaison, die Stadt leert sich und man bekommt auch wieder freie Plätze an der Isar. Doch auch in diesen Wochen gibt es leider genug Müll, denn gedankenlose Umweltferkel achtlos fallen bzw. liegen lassen.

Deshalb machen wir (noch) keine Ferien, sondern verbinden wieder das Sportliche mit dem Praktischen und treffen uns – in Anlehnung an den Flashmob-Gedanken – zum nächsten ‚Münchner Plogging Mob‘. Am Dienstag, den 20. August um 18 Uhr geht es los, Treffpunkt ist das Kiosk „Isarquelle“ auf der Ostseite der Reichenbachbrücke (Also auf der Giesinger-Seite). Geploggt wird etwa eine Stunde zwischen Reichenbach- und Wittelsbacherbrücke.

Eingeladen sind alle, die noch in der Stadt weilen und nicht nur ihrem Körper, sondern auch der Umwelt etwas Gutes tun möchten. Plogging ist Joggen, Walken oder Spazierengehen – jeder, wie er mag – und dabei Müll aufsammeln – also körperliche Bewegung und dabei auch noch die Umwelt (und die eigene Stadt) säubern. Die Teilnahme am Münchner Plogging Mob erfolgt wie immer auf eigenes Risiko, für Unfälle wird nicht gehaftet.

 

 

2 Kommentare zu “#Estutnichtweh oder: mit Drecksackerl ins Gebirge

  1. mir geht es am Strand immer ähnlich. Ich bin am Wasser aufgewachsen und es erschliesst sich mir nicht, warum die Leute ihren Müll nicht in die BEREITSTEHENDEN Mülleimer packen können. Jedes Mal, wenn ich aus dem Wasser komme, bin ich nur dabei, mich nach Müll zu bücken. Und ich bekomme jedes Mal komische Blicke bis komische Sprüche.. aber was soll’s? Ins Wasser darf der Müll nicht auch noch 🙂

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    • katrin hilger

      Das ist so super! Danke dir. Ich möchte jedesmal brechen, wenn die Umweltferkel ihren ganzen Mist verstreuen und offenbar keinen Gedanken darüber verschwenden, was sie anrichten

      Gefällt 1 Person

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