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Frisch aus Wald und Meer – warum finnisches Food glücklich macht

Meine erste Begegnung mit finnischem Essen hatte ich vor fast 40 Jahren. Damals war ich eine bettelarme Studentin und beim „Forum für europäische Studenten des Journalismus“ in Tampere zu Besuch. Damals war vieles anders: ich war noch extrem heikel und hab viele Dinge nicht gegessen, wie etwa Fisch (ich war so dumm) 😭 außerdem konnte ich mir einiges nicht leisten. Meine Ernährung bestand deswegen aus reisgefülltem Gebäck, sogenannten karelischen Pasteten und einem Hagebutten Joghurt namens Viilii.

Grüner Spargel mit Curry Creme Grüner Spargel mit Curry Creme im yes yes yes

Diese Zeiten sind lange vorbei. Beim Besuch in Helsinki im Juni mit den Happiness Hackern war ich begeistert vom finnischen Essen. So frisch, so wunderbar gesund, mit vielen spannenden Aromen und Texturen und dabei extrem regional und saisonal. Im Juni hatten gerade Lachs, Rhabarber und grüner Spargel Saison und präsentieren sich deswegen in sehr vielen Gerichten. 

Drink mit Chillirand im yes yes yes Drink mit Chillirand im yes yes yes

Die Finnen sehen ihr Food als einen der Schlüssel zum Glück an. Das kann ich wirklich gut nachvollziehen. Essen gehört zu den großen Glücklichmachern im Leben – jedenfalls für mich. Essen ist ja nicht gleich essen, Ich habe beim Essen mittlerweile eine Maxime: entweder geil oder bleiben lassen, das bedeutet, ich muss mir nicht sinnlos Zeug reinschieben, dass mir eigentlich nicht besonders gut schmeckt, nur damit was drin ist. Dafür lange ich viel lieber dann zu, wenn das Essen mich anspricht. Ich habe mittlerweile so viel Lust auf möglichst unterschiedliche, spannende Gerichte. Ich möchte kulinarische Abenteuer erleben, wenn ich etwas probiere. Und Finnland war ein Abenteuerspielplatz in dieser Hinsicht. 😋

Eine Einführung in die Welt des glücklichmachenden Essens bekamen wir von Luka, einem der besten Köche Helsinkis. Seit 2018 betreibt Luka gemeinsam mit Partnern drei renommierte Restaurants in Helsinki: Das Nolla, das Elm und das Nolita. Alle drei haben sich kompromisslos der Nachhaltigkeit verpflichtet und entspringen dem Wunsch von Luka, mit gutem Essen Lebensfreude zu vermitteln.

In einer Markthalle zeigte er uns, wie frisch und aromatisch auch einfache Zutaten sein können. Frühlingsfrische Kräuter, Radieschen, fangfrischer Fisch, natürlich auch wieder Spargel und Rhabarber…

Restaurants in Helsinki

Die Restaurantpalette in Helsinki ist so groß wie in allen anderen Hauptstädten. Von Pizza zu Thai food oder vietnamesischen Reis-Bowls ist alles dabei. Ich finde, für uns als Touristen sind die finnischen Lokale natürlich besonders spannend, aber auch die wunderbaren kleinen Cafés und Imbisse mit Sandwiches, Kardamom-Schnecken oder Zimtschnecken, die man in Topqualität an jeder Ecke findet. Das Café im Hotel George hat zum Beispiel fantastische Kardamomhefeschnecken zu skandinavischen Kaffeespezialitäten.

Wir waren in einigen wirklich traumhaften Lokalen:

Mousse mit Rhabarbergrütze im Yes Yes Yes Mousse mit Rhabarbergrütze im Yes Yes Yes

Zum Beispiel beim vegetarischen Lokal „Yes Yes Yes“, das uns mit einer Aromenexplosion verwöhnt hat. Wer glaubt, dass vegane oder vegetarische Küche eher langweilig ist, der möge bitte dieses Lokal besuchen. Das war der Hammer. Die Präsentation, das Essen. Ich habe Fleisch dort nicht vermisst, warum auch, wenn es Coconut Feta, Halloumi Fries, Tandoori Bread, grünen Spargel mit Currycreme oder zum Abschluss eine fantastische Schokomousse gibt?Und die Drinks waren echte Bringer!

Lachssuppe bei Löyly
Lachssuppe bei Löyly

Lachssuppe bei Löyly

Gibt es etwas großartigeres als eine tolle Fischsuppe am Meer zu essen? Wir haben einen absoluten Klassiker in Helsinki besucht, das Restaurant Löyly. Laut Time einer der 100 Plätze, die man in seinem Leben gesehen haben muss. Dem kann ich nur zustimmen. Und bitte nicht nur anschauen, sondern auch das Essen probieren. Finnischer wird es nicht. Das Restaurant wird von einem Vikings Schauspieler geführt und hat eine gigantische Terrasse mit Blick auf die Ostsee.Löyly Terrasse

Löyly Terrasse

Das beste Dessert ever auf Lonna

Rund um Helsinki gibt es unzählige kleine Inseln, auf denen sich herrlich wandern lässt. Eine davon ist Lonna. Wir sind dort gelandet, um zu Mittag zu essen und zu saunieren, denn das ist sicherlich eine finnische Spezialität, es haben viele Restaurants ihre eigene Sauna. (Auch Löyly) Oder viele Saunen ihre eigenen Restaurants, der Übergang ist hier fließend. Für mich war es ein Riesenspaß, nach der Hitze in der 10° kalten Ostsee herumzuschwimmen. Lonna ist ein idyllischer, fröhlicher Ort, der gute Laune macht, die winzige Insel ist 10 Minuten mit der Fähre von Helsinki-Hafen entfernt. Für mich eine klare Empfehlung! Wenn ihr ein Gefühl für Finnland bekommen wollt, dann hier!

Weil die Kälte eines Ostseebades hungrig macht, war das Essen umso genialer. Vor allem der Nachtisch ist im Gedächtnis geblieben. So etwas habe ich noch nie gegessen. Eine Kugel Eis und ein Mousse mit Tee-Aromen, Tannenaromen, finnischem Honig, weißer Schokolade und Baiserbröseln – ich weiß, ich habe noch nie in meinem Leben ein so gutes Dessert gegessen!

Finnisches Food daheim

Ich wollte natürlich all diese Erlebnisse irgendwie nach Hause transportieren. Deswegen habe ich mir in einem Laden in Helsinki das wunderschön gestaltete Kochbuch „Eat Finland erworben. Die Rezepte sind auf der einen Seite auf Finnisch, auf der anderen auf Englisch abgedruckt. Unter anderem ist darin ein Rezept für die Lachssuppe, die es so ähnlich auch bei Löyly gibt und ein Rezept für dieses dunkle süßliche Brot, das zwingend zur Lachssuppe gehört, bestrichen mit viel finnischer Butter.

Manche Rezepte sind supereinfach, manche so kompliziert, dass ich denke , da bräuchte ich eine Ausbildung zum 3-Sterne Koch, um das nachkochen zu können. Aber das ist ja das Schöne an Kochbüchern, wenn sie eine Bandbreite für alle Kochlevel bieten und Inspiration.

Rezept für finnische Lachssuppe

  • 16-20 neue Kartoffeln
  • Eine Zwiebel
  • 300 Gramm Lachsfilet
  • 100 Gramm Butter
  • 5 Dillzweige
  • 5-6 dl Wasser
  • 1 dl Sahne
  • 1/2 Zitrone in Scheiben
  • Salz/Schwarzer Pfeffer

Die Kartoffeln waschen, je nach Größe halbieren oder vierteln und in kaltes Wasser legen. Die Zwiebel fein hacken. Den Lachs enthäuten und in große Würfel schneiden.

Die Butter in einem Topf erhitzen. Wenn sie schäumt, die Zwiebeln hinzufügen und die Zwiebeln glasig dünsten. Die Kartoffeln hinzufügen und ein bisschen weiter dünsten lassen. Mit Salz würzen und das Wasser hinzufügen. Die Dillspitzen abzupfen und die Stängel ins Wasser geben für 15-20 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.

Jetzt die Sahne zugeben, die Lachswürfel und die Zitronenscheiben. Kurz kochen lassen, dann die Hitze abstellen und noch 5 Minuten ziehen lassen.

Mit Dill und schwarzem Pfeffer, garniert servieren.

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