Schnitzelsemmel im Flieger?

Für viele Menschen scheint die Vorstellung, drei Stunden ohne substantielle Mahlzeit auskommen zu müssen, Panikattacken auszulösen. Teenies können ja mittlerweile keinen Gang durch die Fußgängerzone bewältigen, ohne nicht mindestens einmal eine frittierte Stärkung zu sich genommen zu haben. Der ultrasüsse Shake als Wegzehrung wird noch mitgenommen. Damit der schicke Fettrand oberhalb der Jeans garantiert erhalten bleibt.
Doch nun droht fieses verhungern auch über den Wolken. Denn Airlines wie Germanwings sind dazu übergegangen, das Essen an Bord als zubuchbares Extra zu verstehen. Ich finde das nicht schlecht, ich mag das Zeug eh nicht. Und der Flug wird günstiger. Winwin. Aber andere Fluggäste, ich konnte das am Weg nach Mykonos beobachten, schlagen dem drohenden Hungertod ein Schnäppchen, indem sie ihre eigenen Fresspakete schnüren. Hartgekochte Eier, müffelnde Leberwurst oder Salami erfreuen die Mitreisenden mit ihren Aromen. Nicht. Im Zug können Fenster schon nicht geöffnet werden, im Flieger noch viel
Weniger. Es ist eine Zumutung. Wenn schon, kann keiner auf geruchsneutrale Butterbrezen zurückgreifen? Muss es immer was mit Zwiebeln sein?
Ich baue ja auf die Antiterrorexperten, die im mitgebrachten Essen eine neue Gefahrenquelle sehen und es verbieten. Wo sind die Terrorjäger, wenn man sie einmal braucht?

Was ist eure Meinung dazu? Ist es völlig okay, überall seine eigenen Fresspakete mitzubringen?

9 comments

  1. Mit der Schnitzelsemmel in einen Flieger einzusteigen finde ich schon ein wenig grenzwertig. Zumal die Essensgerüche auch in Zügen trotz Fenster mit Öffnungsmöglichkeit nicht immer nur toll sind. Mich wundert es auch tatsächlich, dass man keine Flasche Wasser mit in den Flieger nehmen darf und Schwierigkeiten bei der Babynahrung bekommt, aber mit der Wurstbemme einsteigen darf.
    Zumal so mancher Inhalt einer Brotzeitdose in der Wärme leicht explosiv werden könnte.
    LG
    Sabienes

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  2. Ich stimme dir da voll und ganz zu. Leute die nicht einen Gedanken an ihre Mitreisenden in einem engen Raum denken – aus dem keiner für ein paar Stunden raus kann – die haben ein echtes Problem. Übrigens habe ich schon schlimmeres erlebt: 2 Damen um 10 Uhr Morgens im Regionalexpress mit Döner.

    Ich warte sowieso lieber bis ich irgendwo ankomme und esse dann genüsslich und in Ruhe – Entweder zu Hause oder in einem dafür vorgesehenen Raum, bezw. Gastronomie.

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  3. nein, der Flug wird durch weniger im Flugpreis inbegriffenen Service nicht billiger. Er wird höchstens nicht teurer, zumindest so lange man kein Essen und Bordentertainment in Anspruch nehmen will. Was die essensfrage angeht fliege ich eh nur mit Airlines, die möglichst viel Service bieten, aber selbst ohne Bedienung ließe sich die Kurzstrecke aushalten. Bei mittel- und Langstrecke wüsste ich jetzt nichts, wo man kein Flugzeugessen aufgetischt bekommt.

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  4. Wenn ich hunderte von Euros für einen Flug ausgebe, erwarte ich selbstverständlich auch etwas zu Essen. Und wenn´s nur eine Kleinigkeit ist. Gibt es nichts, ist es selbstredend völlig in Ordnung, sich etwas mitzubringen. Natürlich muss es nicht grade ein Stapel Mettbrötchen sein. Gegenseitige Rücksichtnahme ist das Stichwort.

    Wobei ich den Zwiebelgeruch noch in Kauf nehmen würde, wenn ich dafür von kreischenden Kleinkindern verschont werde….

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  5. „Teenies können ja mittlerweile keinen Gang durch die Fußgängerzone bewältigen, ohne nicht mindestens einmal eine frittierte Stärkung zu sich genommen zu haben. Der ultrasüsse Shake als Wegzehrung wird noch mitgenommen. Damit der schicke Fettrand oberhalb der Jeans garantiert erhalten bleibt.“

    Ehhh…? Was? Keine Ahnung wo du lebst, aber sowas seh‘ ich hier in der Innenstadt so gut wie nie..Auch die Mutmaßung, dass viele Leute wegen „3 Stunden ohne Essen in Panikattacken geraten“ find‘ ich sehr weit hergeholt. Es wäre ja schon echt toll, wenn es sich für 90% der Passagiere mit dem 3-Stunden-Flug komplett erledigt hat mit der Reisezeit, aber die meisten Menschen müssen erst noch einen weiten Weg bis zum Flughafen machen, ob mit Zug oder Auto, und nach dem Flug ersteinmal einen Weg zum Zielort finden. Ich bspw. brauche alleine 3 Stunden bis zum Düsseldorfer Flughafen, dann soll man noch möglichst 1-2 Stunden früher kommen. Rein logisch betrachtet eignet sich deshalb ein Flug als bester Ort um zu Essen, da man nicht jede 2. Minute auf die Uhr schauen muss weil man Angst hat, die Station zu verpassen. Ich find es allgemein eher sehr beägnstigend, wie niedrig die Toleranzgrenze einiger Menschen geworden ist. Wer sich von Leberwurstbrot oder Ei oder meinetwegen auch Schnitzel im Brötchen schon nerven lässt, sollte seinen Tag nur noch innerhalb des Hauses in der Nähe einer Febreeze-Flasche verbringen. Diese „Wenn ich nicht esse, will ich davon auch nichts riechen“-Einstellung find ich ziemlich asi, sorry. First World Problems.

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    1. Tja, so ziemlich alles, was wir haben, sind First World Problems. Trotzdem halte ich Menschen mit müffelndem Fresszeug für eine Zumutung und für extreme Egoisten, zumal es viele Alternativen gibt.

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  6. Mitreisende olfaktorisch oder akustisch zu belästigen ist rücksichtslos, da stimme ich zu.
    Darum aber bin ich nicht angetan davon, daß die Fluggesellschaften ihr inbegriffenes Essen einsparen: Solange es dies gibt, kann es einigermaßen geruchsarm zentral organisiert werden. Fällt es aus, beginnt das, was du beschreibst… denn die Gefräßigen kennen keine Rücksicht.

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