HILGERLICIOUS BLOG

Alles, was das Leben schön macht – aber nachhaltig!

Liebe Hersteller: PASST UNS NICHT!

Ich hab mal eine Umfrage unter meinen wunderschönen Freundinnen erstellt. „Was erwartet ihr von der Mode?“ „Was fehlt euch?“ Wohlgemerkt – meine Freundinnen tragen alles von Größe 36 bis 50 – das ist jede Körperform dabei. Und doch gleichen sich die Aussagen…

„Klamotten, die weiblich aber bequem sind. Ich hab immer das Gefühl, es geht nur entweder oder.“

„Pullover, die weder Sack noch Presswurst sind. Blusen, deren Armausschnitt klein genug ist, Arme heben zu können, ohne das ganze Oberteil mit hoch zu ziehen. BHs in Körpchengröße >D, die NICHT gefüttert und auch noch extra gepusht sind!“

„Gut sitzende BHs in allen Größen, echte Mangelware in Dtl. (verglichen mit England oder USA)“

„Mal was für „Kurven“, denn Kurven bedeutet nicht „fett“. Mit schmaler Taille, aber viel Hüfte  – da hat man aktuell verloren.“

„Nur weil ich schwerer werde, werden weder meine Arme oder Beine länger oder meine Schultern breiter!“

„Bezahlbare, schöne, bequeme Kleider, die weder nach Bank, Cocktailparty noch Kittelschürze aussehen & nicht aus Plastik sind.“

„Oberteile, in die meine Oberweite passt. Oft auch bei Jacken & Co ’nen Problem.“

„Dezent klassisch Business-geeignetes in Übergrößen (ohne schreiende Blumenmuster)“

„Schlaghosen, BHs ohne Bügel, Bikini-Hosen, die den Hintern auch bedecken und nicht wegrutschen, Pullis und Blusen für breite Schultern…“

„Trenchcoats, die feminin geschnitten und tailliert sind und trotzdem den Po bedecken / gut sitzende Jeans, die nicht hinten wegklaffen und vorne knapp unterm Hüftknochen enden.“

Ja, das ist schon Übergrösse
Lustiges Retro-T-Shirt von Adagio, einer Karstadt-Eigenmarke

In anderen Worten: Das Zeug sitzt nicht gut. Es ist geschneidert nicht für reale Personen, sondern für eine imaginierte Zielgruppe – oft ohne Busen, ohne Hüften, mit exakt gleich langen Armen und Beinen. Dazu nicht so, dass es schön und praktisch zugleich wäre. Die Bekleidungsbranche sollte sich mal ein Vorbild an Coco Chanel nehmen: die hatte in ihrem Atelier einen kleinen Anlauf und eine Stufe in Höhe der Pariser Straßenbahneinstiege. Damit testete sie jeden Rockschnitt und jedes Kleid auf Alltagstauglichkeit. Ich frage mich, ob derzeitige Designer wissen, was eine Straßenbahn überhaupt ist.

Oder: Jeans. Die derzeit coolen enden irgendwo rund um den Hüftknochen, da, wo bei den meisten Frauen ein kleiner Bauch- und Hüftgoldansatz ist. Ja, auch bei denen in Größe 36. Das hat die Natur so vorgesehen, wenn man jenseits der 23 ist. Das gilt auch für Slips, die dann aufs Allerungünstigste diese Speckrolle betonen und in unvorteilhafte Szene setzen. Da gibt es zwar Abhilfe bei Levis, die mit verschiedenen Kurventypen (Curve ID) der weiblichen Figur Rechnung tragen. Funzt bei mir perfekt, in 30 sitzen die wie hingenagelt. Aber Freundinnen, die was Größeres bräuchten, sind damit wieder geleimt.

BHs. GAAAAAnz trauriges Kapitel. NEIN: ab Größe C brauchen wir keine Extrempush-ups mehr. Dafür guten Halt und trotzdem sexy. Nicht alles mit Bügeln und einer Masse Watte ausgestopft, komischerweise ist die Natur sehr freundlich zu uns und es hängt noch nicht so, dass alles mit Drahtkorsetten gestützt werden muss. Warum ist es in England und den USA möglich, gut geschnittene, günstige BHs zu bekommen und bei uns nur für viel, viel Geld?

Woran liegt es? Zum einen daran, dass viele Firmen aus Ländern kommen und in Ländern produzieren lassen, wo Menschen kleiner sind. Oder es wird aus Kostengründen einfach von Größe 36 hoch gerechnet – dass das nicht funktionieren kann, sollte allen klar sein. Und: die Hersteller nehmen uns deutsche Frauen als Zielgruppe nicht ernst. Die denken: „Wichtiger Markt, Deutschland, aber die Frauen da, kannste sowieso vergessen. Die laufen in häßlichen Freizeitklamotten rum und denen ist egal, ob ihnen das Zeug passt oder nicht. Brauchen wir nicht drauf speziell eingehen, die kaufen uns unseren Scheiß so oder so ab, und sehen halt damit aus wie Seekühe.“

Und das dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen. Jedesmal, wenn in Läden nichts in unserer Größe da ist, müssen wir das sagen. Laut und deutlich. An die Hersteller schreiben oder von mir aus die BHS vor den Geschäften verbrennen. Aber wir dürfen uns nicht länger verarschen lassen. Dann ändert sich nie was. Ich war letztens bei Hunkemöller, die mit „Entdecken Sie den perfekten BH“ werben, und alle großen Größen (mehr als C/D gibt es eh nicht) waren ausverkauft. Die Verkäuferin meinte „Wir sagen immer, wir brauchen mehr, aber das wird ignoriert.“ Na, danke.

Mein Vorschlag: Wenn euch der Text aus der Seele spricht, verbreitet ihn weiter, schickt ihn an die Hersteller, an die Boutiquen und Onlinehändler. Schreibt hier in die Kommentare Boutiquen und Hersteller, die es ernst mit uns meinen. Wie sollten unser Geld nicht an Sachen verschwenden, die uns nicht passen und nicht gefallen und die nicht für uns und unsere Bedürfnisse gemacht sind.

WIR LASSEN UNS NICHT MEHR WEITER SCHLECHT BEHANDELN!