Wie sichert man sich im Urlaub gegen Datenklau ab?
Der Sommer lockt Millionen Menschen in die Ferne. Und der Urlaub beginnt digital am eigenen Smartphone oder rechter, nicht mehr wie früher im Reisebüro. Und statt Papierunterlagen sind fast alle Dokumente digital auf dem Smartphone hinterlegt. Flüge werden online gebucht, Hotelreservierungen per App verwaltet und Reiseunterlagen auf dem Smartphone gespeichert. Kaum jemand würde einen Koffer ohne Schloss in den Urlaub mitnehmen – beim Schutz der eigenen Daten sind viele Reisende jedoch deutlich sorgloser.
Genau diese Unachtsamkeit nutzen Cyberkriminelle aus. Gefälschte Buchungsbestätigungen, manipulierte Links oder vermeintlich sichere WLAN-Netzwerke gehören inzwischen zu den beliebtesten, aber hinterfotzigen Methoden, um an Passwörter, Kontodaten oder andere persönliche Informationen zu gelangen. Besonders während der Urlaubszeit steigt die Zahl entsprechender Betrugsversuche. Betrüger leiten beispielsweise die Buchungsbestätigung auf die eigene Webseite um. Im Flughafen Neuseeland werden sensible Daten besonders gerne abgegriffen. Diese Gefahr haben normalsterbliche so gar nicht auf dem Schirm.
Die digitale Reisesicherheit bereits lange vor dem Abflug
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, Smartphones, Tablets und Online-Konten rechtzeitig abzusichern. Ein wenig Vorbereitung kann verhindern, dass aus den schönsten Wochen des Jahres ein kostspieliges Ärgernis wird – oder sogar eine Katastrophe.
Ein häufiger Fehler besteht darin, Reiseunterlagen über Links in E-Mails oder Messenger-Nachrichten aufzurufen. Selbst wenn eine Nachricht scheinbar von einem Hotel oder Reiseportal stammt, lohnt sich ein genauer Blick. Sicherer ist der direkte Login über die offizielle Website oder die bekannte App des jeweiligen Anbieters. Unerwartete Nachrichten mit Anhängen oder Links sollten grundsätzlich mit Skepsis betrachtet werden.

Datenfalle öffentliches WLAN
Besondere Vorsicht ist bei öffentlichen WLAN-Netzwerken geboten. In Hotels, Flughäfen oder Bahnhöfen verbinden sich viele Reisende ganz selbstverständlich mit frei verfügbaren Netzwerken. Doch nicht jedes WLAN ist tatsächlich das, wofür es sich ausgibt. Cyberkriminelle richten immer wieder Netzwerke mit vertrauenswürdig klingenden Namen ein, um Datenverkehr mitzulesen. Gerade sensible Vorgänge wie Online-Banking, Kreditkartenabrechnungen oder der Zugriff auf Kontodaten sollten deshalb niemals über ein öffentliches WLAN erfolgen. Wer unterwegs auf solche Dienste zugreifen muss, sollte stattdessen die mobile Datenverbindung nutzen oder zusätzlich ein VPN einsetzen. Beim Hotel sicherheitshalber noch mal nachfragen, wie das Originale richtige Netzwerk heißt, wenn ein oder mehrere zusätzliche WLAN Netzwerke auftauchen.

Vorsicht bei USB Ladestationen
Ein besonders perfider Trick ist die Manipulation von Ladestationen. Hier lauert ein weiteres Risiko. Was wie eine hilfreiche und praktische Möglichkeit zum Aufladen des Smartphones erscheint, kann unter Umständen auch zur Übertragung von Daten genutzt werden. Eigene Ladegeräte und Ladekabel gelten daher als die sicherere Wahl – vor allem im Urlaub
Raus aus den sozialen Netzwerken
Auch soziale Netzwerke verraten oft mehr als beabsichtigt. Wer bereits während der Reise detaillierte Standortangaben veröffentlicht oder öffentlich über längere Abwesenheiten informiert, liefert potenziellen Betrügern wertvolle Informationen. Viele Sicherheitsexperten empfehlen daher, Urlaubsfotos erst nach der Rückkehr zu teilen. Es ist schon öfter vorgekommen, dass Menschen, vor allem, wenn sie zuvor auf den sozialen Netzwerken ihre Reichtümer zur Schau gestellt haben, auch ihre Urlaubsfotos posten und dann in der Urlaubszeit unliebsamen Besuch bekommen. Wer zeigt, dass er garantiert nicht daheim ist, schickt leider eine Einladung an Verbrecher. Zwar nicht im Urlaub, aber zur Verdeutlichung eine Anekdote: bei einer Freundin wurde während der Beerdigung ihres Vaters zu Hause eingebrochen und der gesamte Schmuck geklaut. Die Diebe hatten die Todesanzeige mit der Beerdigungs-Einladung genutzt.

Was tun, wenn das Handy verloren geht?
Geht ein Smartphone verloren oder wird gestohlen, entscheidet oft die Vorbereitung darüber, ob Fremde Zugriff auf persönliche Informationen erhalten. Eine aktivierte Bildschirmsperre, biometrische Sicherungen sowie die Möglichkeit, Geräte aus der Ferne zu sperren oder zu löschen, erschweren den Zugriff erheblich.
Ebenso wichtig ist der Schutz der Benutzerkonten. Besonders das E-Mail-Postfach verdient Aufmerksamkeit, da es häufig als Schlüssel für zahlreiche weitere Dienste dient. Starke Passwörter, die Zwei-Faktor-Authentifizierung oder moderne Passkeys bieten hier deutlich mehr Sicherheit als einfache Kennwörter.
Wir alle machen den Fehler, unsere Geräte für einen geschlossenen Raum zu halten. Aber das Internet ist das absolute Gegenteil davon. Wenn immer die Gelegenheit besteht, fremde Daten problemlos abzugreifen und für den eigenen Vorteil zu nutzen, ist es eine gute Idee, mehr Vorsicht walten zu lassen, als bei uns üblich ist. Noch mehr Tipps hat das BSI auf seiner Webseite
