Lamas, Schnaps und Kaiserschmarrn: Erlebnisregion Wilder Kaiser
Der Wilde Kaiser ist mit dem Auto gerade mal eine gute Stunde von München entfernt, mit dem Zug auch nicht viel mehr. Eigentlich fast ein Naherholungsgebiet für uns, das so viel mehr zu bieten hat als nur Skifahren, Wandern oder Party in Kitzbühel. Die Region lebt ihre Traditionen, in unzähligen Gasthöfen und Hütten wird feinste Tiroler Küche serviert. Ob Outdoorfan, Genussmensch oder Ruhesuchende – hier findet jeder seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz. Nicht umsonst spielen beliebte Serien wie der „Bergdoktor“ in dieser malerischen Kulisse (genauer gesagt in Going) und die Schönheit der Landschaft darf zurecht als einer der Hauptdarsteller gewertet werden.

Frühling: Aufblühen und Ankommen
Wenn der Schnee sich langsam zurückzieht und die Natur erwacht, beginnt rund um Ellmau, Going, Scheffau und Söll die wohl zauberhafteste Zeit. Die Almen tauchen in saftiges Grün, Krokusse und Enzian sprenkeln die Wiesen, und die Wanderwege laden zu ersten Touren ein. Besonders empfehlenswert: eine gemütliche Frühlingswanderung zu einer der vielen Kapellen und Aussichtspunkte – mit atemberaubendem Blick auf das Kaisergebirge. Eine Bergtour im Frühjahr dreht das Rad der Zeit zurück, denn wenn unten im Tal schon alles in voller Blüte steht, haben die Wanderer oben auf dem Berg noch einmal die Gelegenheit, erste Frühlingspflanzen zu sehen, zu riechen und vielleicht zu sammeln. Ich war schon einmal bei einer Kräutertour am Wilden Kaiser und war sehr beeindruckt von der Fülle der Kräuter und ihrer Heilwirkung nach einem langen Winter.
Sommer: Abenteuer und Abkühlung
Der Sommer bringt Leben in die Berge: Kletterfans zieht es an die imposanten Felswände des Kaisergebirges, während Familien die Themenwege und Bergerlebniswelten entdecken – wie den Hexenwasserpark in Söll oder den KaiserWelt-Spielpark in Scheffau. An heißen Tagen sorgen die klaren Naturbadeseen wie der Hintersteiner See für willkommene Abkühlung, der See ist auch unter Eisbadern ein Tipp, denn er bleibt das ganze Jahr kühl. Auch Radfahrer kommen nicht zu kurz: Mit einem gut ausgebauten Wegenetz und E-Bike-Verleihstellen lässt sich die Region erradeln – dank E-Bikes schaffe ich längere und steilere Stellen problemlos – dafür bin ich dankbar.
Das Restaurant Bettina ist berühmt für seinen Kaiserschmarrn
Wer die abtrainierten Kalorien schnell wieder auf den Hüften haben will: der Wilder Kaiser ist für seinen Kaiserschmarrn berühmt. Niemand macht ihn so gut wie Bettina im Restaurant Bettina in Ellmau. Deswegen durften wir dort einen kleinen Kochkurs absolvieren, um das beste und einfachste Kaiserschmarrnrezept zu lernen.
Der beste Kaiserschmarrn
ich will euch das Rezept nicht vorenthalten: Bettina plant diese Menge für eine Person als Nachtisch, ich würde sie für zwei Personen als absolut ausreichend ansehen. Sogar für drei, wenn’s vorher schon viel zu essen gab.
Der beste Kaiserschmarrn:
- Fünf gehäufte Esslöffel Mehl
- Zwei Eier
- Eine Prise Salz
- So viel Milch, dass ein zähflüssiger Teig entsteht
Miteinander schnell mit einem Schneebesen verrühren, wenn alle Klümpchen weg sind, sofort mit dem Rühren aufhören.
In einer Pfanne einen Schuss Sonnenblumenöl erhitzen, den Teig drauf gießen und bei mittlerer Hitze backen lassen. Wer mag, kann jetzt ein paar Rosinen draufstreuen.
Wenn die Unterseite goldbraun ist, den Schmarrn Wänden und auch auf der Unterseite schön goldbraun werden lassen. Jetzt die Hitze runterschalten und den Schmarrn zusammenklappen und dann zerreißen.
Jetzt kommt ein gutes Stück Butter und Zucker darüber, das Ganze vermischen und auf kleiner Hitze karamellisieren lassen. Fertig.!
Wer mag, kann zum Servieren noch ein wenig Puderzucker darüber stäuben und den Schmarrn mit Apfelmus oder einem anderen Obstkompott servieren.

Ein Geheimtipp für alle, die es etwas entschleunigter mögen, ist das Lamatrekking am Koglhof. Gemeinsam mit den süßen Tieren durch die sanfte Berglandschaft zu spazieren, ist ein unvergessliches Erlebnis – besonders für Familien und Tierfreunde. Die Lamas strahlen eine besondere Ruhe aus, die schnell auf die Wandernden übergeht. Ob kurze Runde oder ausgedehnter Halbtagesausflug – das Trekking bietet eine wohltuende Auszeit vom Alltag. Die Besucher bekommen nicht einfach ihr Lama an die Hand, sondern dürfen sich ein Tier aussuchen. Oder die Lamas wählen ihre Gäste aus, so klar ist das nicht. Dann lernen sich Mensch und Tier beim Striegeln kennen – und erst dann geht es auf Wanderschaft. Ich finde diesen vorsichtigenUmgang wunderbar.
Die Lamas vom Koglhof in Ellmau
Herbst: Genusszeit in bunten Farben
Wenn sich die Wälder goldgelb und feuerrot färben, beginnt am Wilden Kaiser die Genusszeit. Der Herbst ist perfekt für gemütliche Hüttenwanderungen, bei denen man nicht nur die Aussicht, sondern auch regionale Spezialitäten genießen kann.
Schnapsbrennerei Fuchs
Ein echtes Highlight für Genießer ist die Schnapsbrennerei Fuchs in Söll. Hier wird seit Generationen edler Obstbrand nach traditioneller Methode hergestellt. Bei einer Führung durch die Brennerei erfährt man alles über das Handwerk des Schnapsbrennens – und natürlich darf auch verkostet werden. Vom klassischen Williamsbirnenbrand bis zum feinen Kräuterlikör reicht die Palette. Besonders beliebt: der hauseigene Zirbenschnaps – eine echte Tiroler Spezialität mit Charakter.
Winter: Weißer Zauber und Wohlfühlmomente
Wenn der Winter Einzug hält, verwandelt sich die Region Wilder Kaiser in ein wahres Schneeparadies. Das Skigebiet SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental zählt zu den größten und modernsten Skigebieten Österreichs und bietet bestens präparierte Pisten, gemütliche Skihütten und spektakuläre Panoramablicke. Abseits der Pisten warten idyllische Winterwanderwege, Rodelstrecken und Langlaufloipen auf Entdecker.
Auch in der kalten Jahreszeit ist das Lamatrekking ein ganz besonderes Erlebnis – wenn der Schnee unter den Füßen knirscht und die verschneite Landschaft fast märchenhaft still wird. Und was gibt es danach Schöneres, als sich mit einem heißen Kräutertee (oder einem Schnapserl von Fuchs) am Kamin aufzuwärmen?
