Ärgernisse des Alltags Social Media

Ich habe mir Corona eingefangen!

Nein, das hätte es nicht gebraucht. Angefangen hat alles ziemlich plötzlich am Montagabend. Es begann mit Husten, Erschöpfung und Kopfweh, dann begann die Lunge zu schmerzen und ich bekam schwerer Luft. Da war mir zum ersten Mal klar – hey, das ist nicht nur eine Erkältung. Ich hatte am Morgen eine Test gemacht, der jedoch negativ gewesen ist. Erst der Test am Dienstag in der Früh war eindeutig positiv.  Es war kein schleichernder Prozess. Das Virus machte sich mit einem Schlag bemerkbar – und es war absolut nicht angenehm. Shit. Und was jetzt?  Ich wickelte mich in meine Decke ein, trank Tee und hustete, schniefte, keuchte. Ich machte mir  Sorgen um Leute, die ich womöglich angesteckt haben könnte – mein Freund nahm die Nachricht mit Gelassenheit. „Nachdem die vorhin im Wohnzimmer rumgehustet hast, lass ich mir am besten auch gleich einen Test geben“, meinte er lakonisch. Er hatte leider recht, er liegt jetzt gerade im Bett und schläft seine Krankheit aus.

Omicron ist so ansteckend, wenn es eine Person im Haushalt hat, ist es ziemlich schwer, dass die anderen es nicht bekommen…Meine Nachbarinnen meldeten sich ebenfalls im Laufe des Dienstages – alle krank, inclusive der Kinder. Es war wohl ein Virus-Ringelreihen im Gange. Ich muss gestehen, am Montag Abend mit der Atemnot hatte ich schon für kurze Zeit Angst. Aber ich dachte auch – geimpft, geboostert – das muss doch für was gut sein. Außerdem bin ich zwar 55, aber noch nicht alt und weder extrem adipös noch extrem ungesund.

Es ist schwer zu sagen, wo ich mir das Virus eingefangen habe. Ich schätze, bei einem Treffen mit den Nachbarinnen, die ich seit Anfang der Krise regelmäßig treffe. Eine Schuld sehe ich bei niemandem von uns. Es war ja keine Massenparty, sondern ein kleines Treffen, mit Tee und Kuchen und 5 Erwachsenen. Irgendwie erscheint es mir momentan ziemlich unausweichlich. Denn letztes Jahr war man im Umgang mit Kindern noch vorsichtiger, mittlerweile werden in Schulen die Kontrollen laxer, die Regeln undurchsichtiger und so kreisen im Wechsel Noroviren, Läuse und eben Corona durch die Klassenräume und die gebeutelten Schüler. Es ist eine Sauerei, dass für gute Luftreiniger kein Geld da ist.

Kein Abstand im PCR-Testzentrum

Am Dienstag also erstmal nach dem positiven Schnelltest mit dröhnendem Kopf googlen, was jetzt zu tun ist. So klar ist das trotz aller medialen Berichterstattung nicht. Aha, ich muss ins PCR-Testzentrum, dort eine Test machen lassen. Weil der Dienstag schon ausgebucht war, gab es einen Testtermin am Mittwoch. Und dann wieder Tee. Einige Freunde in den sozialen Netzwerken schrieben mir was von „false Positive“ – das hab ich selbst für mich ausgeschlossen, denn das fühlte sich anders an. Mir machten vor allem Schmerzen in der Lunge weiter Sorgen. Das fühlte sich – nach zwei Jahren Dauerpanik in den sozialen Netzwerken – bedrohlich an. Dienstag abend kommt dann ein migräneartige Kopfschmerzen dazu und ich wache völlig gerädert am Mittwoch auf, um mich ins Testzentrum zu schleppen. Das geht problemlos – in Quarantäne bin ich nämlich noch nicht, die gilt erst ab positivem PCR-Test.  Wieder so ein Irrsinn. Ich erklärte es trotzdem zur Vernunft-Quarantäne und ging nach dem Test sofort wieder heim. Einkaufen übernimmt der Mann.

Im Testcenter wartete schon eine Schlange vor dem Eingang, aber es ging blitzschnell. Es ist wie eine Fabrik. Ich hatte meinen positiven Test dabei, meine Unterlagen etc und kam mir kurzfristig wie ein Mensch vor, der sein Leben im Griff hat. Dennoch war die kurze Wartezeit in der Schlange ein Alptraum. Die Leute hielten kaum Abstand, viele haben kleine Kinder ohne Masken dabei – ich will doch niemanden anstecken!  Ich meine, wenn man sich den Virus holt, dann ziemlich sicher an so einer Teststation. Ich versuchte verzweifelt, die Leute auf Abstand zu mir möglicher Virenschleuder zu bewegen, aber mei. Dann eben nicht. Rachenabstrich wird genommen, nix wie raus – und wieder heim.  Jetzt heißt es auf das Testergebnis warten – ich weiß, es wird positiv sein. Erstmal wieder ins Bett. Der Mann, damals noch nicht erkrankt, war so lieb und hat Hühnersuppe gekocht. Ich schmecke nichts, aber die Suppe tut einfach gut. Hühnersuppe bei Erkältung ist Liebe.

So, jetzt hab ich also Corona. Fuck.

Die Nachbarinnen haben mittlerweile eine Whatsapp-Gruppe. Wir heitern uns gegenseitig auf. Alle sind geimpft. Das wird schon. Eine medizinische Fachkraft unter uns gibt Tipps, wie man sich am besten auskuriert. Ich will nach einem Medikament fragen, dann fällt mir ein, es gibt noch keins. Mist. Die Kopfschmerzen sind Gott sei Dank weg, sie sind einem starken, trockenen Husten und einem üblen Schnupfen gewichen. Dazu kommt immer wieder in Wellen bleierne Müdigkeit. Am Mittwochnacht das Ergebnis. Positiv. Omicron, mit recht geringer Viruslast. Aber trotzdem…Das war es. Bemerkenswert unspektakulär. Aber was hätte auch passieren sollen? Ein dramatischer Zusammenbruch? Ich hab Corona. Fuck. Das wars. Todesangst? Nö. Panik? Nö. Ich kann nicht sagen, ob es ohne Impfung schwerer geworden wäre. Ich hätte auf jeden Fall ein größeres Risiko gehabt. Ich bin nach wie vor für eine Impfpflicht, auch wenn Omicron nicht so schwer zu sein scheint wie die Varianten zuvor.

Jetzt sitze ich erstmal in Quarantäne, ich schätze bis kommenden Mittwoch oder darüber hinaus. Das Wetter ist mies, aber ich weiß, ich werde irgendwann einen Lagerkoller bekommen wie so ein Teilnehmer im Dschungelcamp. ich versuche, mir keine Gedanken dazu zu machen. Und viel zu schlafen. Abwarten und Tee trinken. Wortwörtlich.

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

13 Kommentare zu “Ich habe mir Corona eingefangen!

  1. Liebe Katrin,
    ich möchte dir zuallererst gute Besserung wünschen!
    Hattest du eigentlich einen Impfdurchbruch?

    LG
    Sabiene

    • katrin hilger

      Was heißt impfdurchbruch? Ich bin dreifach geimpft, aber es war ja klar, dass ich mich anstecken kann. Nur, dass es nach der Impfung einen milden Verlauf geben wird, das ist das Versprechen der Impfung. Und das hat sie bei mir zumindest gehalten. Und bei allen anderen Leuten hier in meiner Umgebung auch. Und da waren Menschen dabei die durchaus in den Bereich der Risikogruppen fallen. Insofern bin und bleibe ich pro Impfung

    • Mein Mann hatte auch einen Impfdurchbruch, damals noch nach zweimaliger Impfung. Er hatte einen recht milden Verlauf, leidet aber nun seit Oktober unter dem Verlust des Geruchs- und Geschmacksinn. Ich habe den Eindruck, dass man bei Corona nur wenig Regeln aufstellen kann. Außer dass es notwendig ist, sich impfen zu lassen.
      Weiterhin gute Besserung!

      LG
      Sabiene

  2. Ich wünsche auch gute Besserung und einen milden Verlauf ohne Langzeitfolgen!

  3. Verdammt, ich hab’s befuerchtet, da hier auf Deinem Blog ‚ungewohnt lange‘ gaehnende Leere war!
    Hoffnungsschimmer war zwar noch „Urlaub“, aber die Dauer desselben erschien mir – aufgrund frueherer solcher Aktivitaeten Deinerseits – auch etwas ‚ungewohnt lange‘.
    Ein nunmehr ‚ueberholter* Anfrage-Entwurf‘ hierzu gammelt noch in meiner „Entwurf-Box“ herum, da ich – nicht schon wieder** – meine Nase zuuu sehr in anderer Leute (= Dein Leben) stecken wollte.
    Musste allerdings bei „Huehnersuppe ist Liebe“ ordentlich lachen: so sehr ich Dir hierbei zustimme, so wenig kann ich mir ‚DIEsen Liebesbeweis‘ gerade f. mich/uns hier in Australien vorstellen. Bei weit ueber 30 Grad Temperaturen in den letzten Tagen in Form einer – lach – ‚ungewohnt lange‘ anhaltenden sehr schwuelen Hitzewelle in Melbourne-Breiten wuerden meine DANN letzten COVID-geschwaechten Kraefte wohl doch die Eiswuerfel-Box der Gefrier-Truhe stattdessen pluendern.
    Heisst aber – meinen alten, ewigen Verdacht bestaetigend (?) – das auch „Liebe“ viele ‚Gesichter‘ hat ?!
    Btw., heute kurze wettertechnische Erholung durch Kaelte-Einbruch (‚absoluten‘; 25 Grad max. = falls ueberhaupt): Himmel, schmeckt heisser Tee nach dieser „ungewohnt langen“ Roest-Zeit traumhaft !

    U/derzeitiger COVID-Umgang hier ist nur marginal ‚anders-lustig‘: wir werden von den zentralen Teststellen, aehem, ca. ‚ausgeladen‘ und ueberwiegend auf RAT’s*** (Rapid-Anti-Tests) gebeten/gefordert. Haken ist nur: es gibt fast keine RAT’s – zumindest der ‚COVID-technischen Art‘!
    …. mit Beinen/Fuessen – zwei bis vier – und (sehr) variablen Groessen …. 😉 😀 😀
    Aufgrund fast staendiger ’staatlich geforderter COVID-Unmoeglichkeiten‘ stellt sich bei vielen Landsleuten wohl bald eine neue ‚Krankheit‘ ein: RI’s (repetitive injuries) durch konstant automatische unglaeubige ‚Augensaltos‘ (= Augen rollen)! Da dies von nunmehr fast schon – lach – ‚ungewohnt langer‘ Dauer ist, versuche ich zumindest persoenlich diesen Stress (der Augensaltos) – nach deren abgelaufenen Automatik – hinterher kontrolliert auszubalancieren und die Augensaltos dann in die entgegengesetzte Richtung des vorherigen Roll-Saltos zu machen: staatl. getriggerten Augenarzt-Besuche will man ja auch nicht unbedingt haben/machen, oder?

    Btw., WIE war da doch einst (zu COVID-Beginn) Dein Albtraum bzgl. „…. Lockdown No. 22 (?) “ ?
    Boy oh boy, die kriegen das tatsaechlich hin; auch wenn auf Umwegen und nicht mehr offiziell (Gesamt-)“Lockdown“ genannt, so doch mit sich haeufenden jeweiligen ‚Einzelhaften‘ (= Quarantaene/Isolation). Wenn ‚Unsere‘ (= Politiker) noch lange so weiter spinnen, haben wir hier bald nur noch die Auswahl WORAN wir sterben wollen/werden: COVID oder Verhungern (durch leere Supermaerkte ect.) ^^!
    Ob man selbst evtl. schon einmal COVID HATTE, wuerde man als ‚under-aged Rentner/gar nicht Berufstaetiger‘ mitunter gar nicht wissen, da eigentlich dann niiiie iiiirgendjemand an einem**** entsprechendem Test (-Ergebnis) interessiert war/ist.
    Speziell wenn keinerlei Symptome und/oder keinerlei Aktivitaeten anfallen, welche einen vorherigen Test noetig machen wuerden. ‚Raus‘ geht man – sowieso – bestens NUR, wenn absolut sich fit fuehlend; eeetlichen Tagen freiwilliger Iso zwischen den Outings dazwischen und in vorschriftsmaessiger Minimum-Schutzausruestung. Letzteres in Ermangelung von bequemer ‚Kaeseglocken-Schutz-Ruestung f. Menschen‘ (seufz)

    LG, gute Genesung und bis denne dann,
    G

    * Dein aufklaerender Blog-Beitrag bringt ihn zur End-Ablage.

    ** ich bin DAmit – leider – ‚ekelhaft‘ gut; fand bei derlei Aktionen aber – ebenso leider – schon Sachen, welche ich lieber wirklich nicht gefunden haette ^^! D.h.: Glueck bei/mit Dir: Du bist wenigstens noch am Leben – es moege so bleiben; beste Genesungswuensche hierzu zur ‚Untermauerung‘ !!!

    ***
    Positive Ergebnisse sind tel. ‚Bei Behoerde‘ zu melden und Ueberwachung erfolgt auch auf diesem Wege. Nur bei absoluter Gefahr (vor allem mit der ‚Puste‘) kommt man in ein Krankenhaus-Bett mit – hoffentlich weiterhin – (noch!) ausreichender medizin./technischer Unterstuetzung. Hatten hierbei allerdings leider wohl aber auch schon, aehem, ‚Puste-Blumen-Effekt‘ (= meine Namens-Erfindung): Falscheinschaetzung des ‚telefonisch bearbeiteten‘ Gesundheitszustandes mit Todesfolge ^^. Solo-/Single-Leben scheint bei „Diagnose COVID“ allerdings wohl gefaehrlicher zu sein als „in Beziehung/Wohngemeinschaft“. Auch wenn Letztere DANN auch ihre eigenen ‚anderen‘ Probleme/Tuecken aufwerfen.

    ****
    Man koennte auch sagen: es ist niemand an EINEM (als solche ‚Menschen-Gattung‘; Kinderlose noch dazu) interessiert, da auch nirgends ‚gebraucht‘. Na ja: in/die Umkehr ….. – ausser der schon genannte bald einsetzende Mangel an Futter ?
    Ach ja: bei der lachhaften ‚Ex-Waehrung Kloo-Papier‘ waren wir regional auch schon wieder (prust).

  4. Ui,,,,die Einschläge kommen näher und haben Dich leider erwischt. In meinem Familienkreis sind es auch schon 4, wobei die alle einen maximal leichten Verlauf hatten. Am nervigsten ist vermutlich die Quarantäne…
    Tut mir leid, dass Du da durch must. Halt die Ohren steif.

  5. Gute Besserung!!Danke für den Bericht. Ich denke, dass uns das allen in mehr oder weniger starker Form noch bevorsteht.
    Liebe Grüße
    Tina

  6. Gute Besserung… 🍀

  7. Michaela Becher

    Gute Besserung,Kathrin!Gib deinem Körper die Zeit,die er braucht!🙋‍♀️LG Micha

  8. Anonymous

    Gute Besserung ,Kathrin,sei froh ,dass du geimpft bist,sonst wäre es noch schlimmer ,als es eh schon ist.Mach langsam,hör auf deinen Körper,so lange er noch schlapp ist ,brauchst du Ruhe.Bin vom Fach,deshalb diese Tipps,LG Micha

  9. Gute und schnelle Besserung!
    LG, Max

  10. Gute Besserung wünsche ich
    Hühnersuppe ist Liebe – wie genial auf den Punkt gebracht.

  11. Gute Besserung liebe Katrin und danke für das Teilen der Erfahrungen. Das hilft und (klingt komisch) beruhigt ein wenig. Und ja, Hühnersuppe ist Liebe. 😉

Kommentare sind geschlossen.