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Erfahrungen mit Moanah, Everdrop und Twentyless – sauberes Heim, sauberes Gewissen

Wer kennt sie nicht, die bunten Plastikflaschen voller Haushaltsreiniger mit Namen wie Marvelcomics? Breff, Bang, Oxi Action, der General oder der weiße Riese? Seit den 70er Jahren wirbeln emsige Hausfrauen in der Werbung damit herum und sorgen dafür, dass das Heim schön sauber ist. Mittlerweile haben die Saubermänner im Badeschrank aber ein paar Flecken auf der Weste. Einwegplastikflaschen, fragwürdige Inhaltsstoffe und ein Design von vorgestern sind nichts mehr für die umweltbewusste Raumpflege von heute. Glücklicherweise gibt es jetzt Ersatz. Einige Firmen, darunter Everdrop, Twentyless oder Moanah, wollen Putzen in jeder Hinsicht zu einer sauberen Sache machen. Und all das ändern, was ihre Vorgänger so falsch gemacht haben:  Glasflaschen statt Plastik, ein unterschiedliches Refillsystem für weniger Müll, umweltfreundlichere Inhaltsstoffe und das im wunderschönen Design, das gut und gerne draußen stehen kann.  Wenn das nicht was für einen Nachhaltigkeitsblog ist!

Ich habe diese drei Systeme getestet: Twentyless, Moanah und Everdrop. Was mir wichtig war – neben dem Design, das bei allen drei Mitbewerben recht ähnlich war, kam es mir auf die Inhaltsstoffe an und auf die Putzkraft. Denn wenn die Flaschen nix können außer gut aussehen, dann kann ich auch Essig oder Kernseife auf den Schwamm hauen und damit putzen – vermutlich die nachhaltigsten Methoden von allen. Ganz klar richten sich die Refill-Putzmittel deswegen nicht an Nachhaltigkeitspuristen, sondern an die, die nicht ganz von ihren Putzmitteln in der Sprühflasche lassen wollen. Nur eben gern in Grün. Und die Mittel riechen frisch und angenehm, nicht nach dem klassischen Putzmittel. Man hat das gute Gefühl, sich kein Gift irgendwo hinzuputzen, wenn man dazwischen schnell mal einer Arbeitsfläche abwischen muss. Was mir (leider) grundsätzlich auffällt: Ich verwende die Putzmittel wegen der Verdünnung großzügiger, als ich es vielleicht bei herkömmlichen Mitteln täte. Da muss ich mir selbst auf die Finger hauen, sonst ist der Effekt des Einsparens ja wieder nivelliert.

Twentyless, Moanah und Everdrop im Test

Twentyless:

Meine Begeisterung fürs Putzen in einem Bild eingefangen

Das System ist bei allen Firmen gleich einfach: eine Glasflasche mit Konzentrat, eine Flasche mit Sprühaufsatz. Es wird eine kleine Menge Konzentrat in die Sprühflasche gefüllt und mit Leistungswasser vermischt. Fertig ist der Allzweckreiniger. Damit lassen sich – daher der Name – 20 herkömmliche 500 ml Flaschen Reiniger ersetzen. Was wie ein Nachteil wirkt – die zwei Glasflaschen, ist eigentlich bei längerem Nachdenken ein Vorteil. Denn die Refill-Glasflasche lässt sich wieder recyclen, das geht bei den beschichteten Verpackungen für die Pulver oder Drops der anderen Firmen nicht.

Reinigungsleistung: Von der Reinigungsleistung des grünen Allzweckreinigers, den ich getestet habe, bin ich völlig begeistert, er ist bei mir im Dauereinsatz. Sehr sparsam im Verbrauch lässt er Fett und Dreck verschwinden. Ich nutze ihn viel im Bad und in der Küche, fliesen, Badewanne, Herd und sonstige Flächen werden damit blitzeblank, auch im Wasser zum Bodenputzen leistet er gute Dienste und auch das Fahrrad wird wieder sauber.

Design: Die reduzierte Glasflasche sieht sehr hübsch aus, der Reiniger ist mit Lebensmittelfarben gefärbt, die mit der Zeit verblassen. Die Flasche kann gerne rumstehen – und tut es auch oft.

Preis: Das Starterset mit den drei Reinigern (Allzweck, Bad und Glas) kostet regulär 60 Euro, momentan im Angebot 50 Euro.

Inhaltsstoffe: Alles ist biologisch abbaubar und die Reiniger sind vegan. Die Tenside – die waschaktiven Substanzen – bestehen aus Zucker von europäischen Zuckerrüben oder aus Pflanzenöl. Also aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Milchsäure wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und ist somit vegan. Die Citronensäure wird ebenfalls aus zuckerhaltigen Rohstoffen fermentiert. Beim Glasreiniger und beim Badreiniger kommt der Hersteller ohne Konservierungsmittel aus. Einzig beim Allzweckreiniger wurde ein Konservierungsmittel eingesetzt, damit der Reiniger stabil bleibt. Im Badreiniger und Allzweckreiniger sind minimal Duftstoffe enthalten – es riecht angenehm frisch nach Zitrone, nicht chemisch oder aggressiv. Das gefällt mir gut.

Everdrop:

Das System: Hier bekommt die putzwillige Hausfrau eine Glasflasche und eine Tablette, die verflixt an die löslichen Sprudelvitamintabletten erinnert, die man in Wasser löst. Aber besser nicht verwechseln. Der Tab wird in die Flasche gegeben und löst sich auf. Fertig. Hier hatte ich den Küchenreiniger und den Glasreiniger zum Testen. Auch hier ist der Sprühkopf der Flasche aus Kunststoff.

Reinigungsleistung: Vorweg: Der Glasreiniger kann gar nichts, da kann ich auch mit purem Wasser wischen. Lohnt nicht. Der Küchenreiniger ist dagegen super. Der steht den herkömmlichen Putzmitteln in nichts nach. Ich bekomme Arbeitsplatte, Fliesen und Waschbecken problemlos sauber. Und das will was heißen in unserer Küche. Der Gasherd bleibt Krisengebiet, dessen Glasoberfläche benötigt dann doch die guten alten Glasreiniger, um richtig sauber zu werden. Manchmal kommt man um Chemie nicht herum. Wer Tricks kennt, bitte melden!

Design: die milchige Glasflasche mit dem pastellfarbenen Inhalt ist sehr schön, passt gut in die derzeit trendigen Hygge-Wohnwelten und zum Pampasgras. Äußerst gut geeignet für Instagram und das ist ja mittlerweile auch bei einem Putzmittel wichtig.

Preis: 40 Euro kostet das Starterset mit drei Flaschen Putzmittel (Küche, Bad, Glas), derzeit im Sale für 35 Euro

Inhaltstoffe: Auch bei Everdrop sind die Putzmittel vegan und die Tenside aus nachwachsenden Rohstoffen. Tenside sind die kritischsten Inhaltsstoffe bei Putzmitteln, die oft auf Erdölbasis hergestellt werden. Everdrop erklärt auf der Webseite jeden Inhaltstoff und dessen Wirkung btw dessen Herkunft. Vorbildlich.

Moanah:

Moanah heißt der Ozean auf hawaiianisch. Von allen drei Systemen kommt Moanah am jüngsten und am instagrammigsten rüber. Das bedeutet nicht, dass die Produkte schlecht sind, aber sie wirken leider auf mich wie Greenwashing-Firmen wie etwa Swedish Fall. Das wird den guten Produkten der Firma nicht gerecht. Ein bisschen weniger Chichi wäre hier mehr (aber ich bin da nicht die Zielgruppe, vermute ich). Besonders toll ist hingegen, dass Moanah zusätzlich ein duftstofffreies Sortiment auf den Markt gebracht hat.

Das System:  Glasflaschen mit buntem Silikonsockel und Sprühaufsatz werden mit einem Pulver befüllt und mit Wasser aufgefüllt. Fertig. Ich passe auf, kein Pulver zu verschütten. Das Putzmittel schäumt sehr beim Mischen mit Wasser. Es gibt diverse Reiniger für Küche, Bad und Glas und ein biologisches Waschmittel von Moanah. Mir gefällt der Silikonsockel gut, weil er die Flaschen besser greifen lässt und sie für meine Begriffe stabiler macht. Aber natürlich bedeutet er mehr Plastik. Auch hier sind die Flaschen mit Inhalt pastellig und passen wunderschön ins Bad. Zusammen mit den Flaschen wird auch ein Putztuch geliefert.

Reinigungsleistung: Der Badreiniger, der mit einem unaufdringlichen, feinen Zitronenaroma aufwartet, schafft auch den Härtetest: Festgeklebte Zahnpasta im Becken, fettige Badewanne nach Cremebad und den Kalk des harten Münchner Wassers. Alles wunderbar, alles supersauber. Da bin ich extrem zufrieden. Der kann bleiben – und wird es auch. Der Glasreiniger ist besser als der von Everdrop, aber hier ist auch noch Luft nach oben.

Inhaltstoffe: Auch hier werden die Inhaltstoffe auf der Webseite gelistet. Etwas vager, aber auch hier ist alles biologisch abbbaubar. Auch Moanah ist vegan.

Preis: Das Starterset mit drei Flaschen, je zwei Füllungen und Putztuch kostet regulär 39 Euro, ist derzeit im Sale für 29 Euro.

FAZIT: Klar können die klassischen Reiniger mit ihren Plastikflaschen, fiesen Chemikalien und erdölbasierten Tensiden raus. Diese Reiniger sollten unbedingt mit den neuen Bioreinigern ersetzt werden. Bei Spezialreinigern wie etwa Glasreiniger gibt es noch Entwicklungsbedarf, da bin ich bislang nicht überzeugt. Die trendigen und gut aussehenden Bio-Reiniger eigenen sich für alle, die auch beim Putzzeug Wert auf Nachhaltigkeit und schönes Design legen.

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

3 Kommentare zu “Erfahrungen mit Moanah, Everdrop und Twentyless – sauberes Heim, sauberes Gewissen

  1. Klasse Artikel, wir haben mittlerweile auch auf Glasflaschen und Reinigungsmittel zum Nachfüllen im Sinne der Umwelt ungestellt.
    Grüne Grüße,
    Richard vom https://greenlife.blog/

  2. Meine Schwiegertochter schwört auf Everdrop, ich muss sie mal nach dem Glasreiniger fragen.
    Diese Instagram-Tauglichkeit ist widerwertig.
    LG
    Sabiene

    • katrin hilger

      Dass das mit einem gewissen Augenzwinkern geschrieben worden ist, dass jetzt auch Putzmittel „schön“ sein müssen, hast du hoffentlich rausgelesen.

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