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In dem Grillbuch ist Musik drin – BossHoss Badass BBQ

Mir ist das Duo The BossHoss zum ersten Mal begegnet, als es eine Country-Version von Britney Spears coolstem Song, Toxic, veröffentlichte. Mir hat diese Interpretation und auch die Art Ironie gefallen, ich hab mir meine Sympathie für die Band durch diverse schlechte Songs erhalten. Die Musikshows im Fernsehen, wodurch sie dem breiteren Publikum bekannt wurden, habe ich mir verkniffen. The BossHoss, das ist Country, das ist Bier, Cowboystiefel und ein bisschen lone Wolf Attitüde, auch wenn die beiden vermutlich in Einfamilienhäusern irgendwo in der Nähe von Oer-Erkenschwick wohnen (meine Vermutung) – und sich ab und an im Vorgarten zum Grillen treffen. Weil Grillen, das gehört zu einer Countryband. Da lag es eigentlich sehr nahe, dass The BossHoss ein Grillkochbuch veröffentlicht haben. »Warum das denn? Weil wir Bock drauf haben. Weil wir das schon immer machen wollten. Weil wir Cowboys sind. Weil wir gerne mit unseren Kumpels zusammensitzen, was Schönes auf den Grill legen – egal ob Fleisch oder Gemüse – und ein Bierchen zusammen trinken.«

„Rock am Grill“ (Südwestverlag, 22 Euro, Hardcover)

Rock am Grill – Grillen mit The BossHoss

Grillbücher gibt es wie Sand am Meer. Was seltsam ist, weil eigentlich ist Grillen ja nicht so schwer. Gutes Fleisch oder Gemüse, Marinade selbst machen, auf den Grill und ab dafür. Salat und Brot dazu. Grillen ist eigentlich der Inbegriff vom einfachen Kochen. Aber da gibt es Bücher, die das Grillen zur echten Wissenschaft werden lassen. Gleich vorweg: Das BossHoss-Buch ist keins davon. Und genau deswegen mag ich es. Denn das Buch macht gute Laune und Lust, sich sofort ein Steak auf den Grill zu hauen, ein Bier dazu und Musik aufzulegen. Denn neben den Rezeptbildern gibt es Unmengen von Bildern von der Band und ihren Freunden – Männer, die grillen und Gegrilltes essen. Eine Frau hab ich im ganzen Kochbuch nicht gesehen, dafür Unmengen von Hawaiihemden. Okay, Grillen gilt ja als Männerdomäne, was ich persönlich für ziemlich falsch halte, den Marinaden, Salate, Brot, Vorspeisen sind immer noch Sache der Frauen und auch am Grill wissen wir genau, wann das Fleisch außen knusprig und innen saftig ist…

Aber das soll kein feministisches Traktat werden, sondern eine Buchbesprechung. Und ich muss sagen, das Buch liefert mir eine Menge Rezepte, die großartig zum Ausprobieren sind. Das Grillbuch ist nicht unbedingt für Grilloberexperten, aber für alle ambitionierten Anfänger und Hobbyköche, die Spaß am Grillen, kochen und Essen haben und lieber mit ihren Freunden abfeiern, als stundenlang am Herd zu stehen. Viele gute vegetarische Grillrezepte sind auch dabei, die beweisen, dass es nicht unbedingt Fleisch braucht, um viel Geschmack auf den Grill zu kriegen. Halloumi-Burger, Tempeh-Spiesse, Blumenkohl mit Currymarinade gegrillt. Tasty! Beim Fleisch gefällt mir zum Beispiel Jerk-Chicken mit Ananas-Salsa. Jerk ist eine Grillmethode mit einer im Original sehr, sehr scharfen Gewürzmischung aus Jamaika, die ins Fleisch einmassiert wird. Das Rezept hat alles, was ich liebe: Ananas, Chili, Koriandergrün, Hühnchen…passt… Wir haben uns daheim allerdings gleich mal auf unser Lieblingsstück geworfen, das Tomahawk-Steak. 1,5 Kilo, erst auf dem Grill gegart und dann im Ofen zur Perfektion nachgezogen. Sowas gut hinzubekommen, das geht nur mit Biofleisch und einem Fleischthermometer. Es war damals die Schlechtwetter-Periode, deswegen haben wir das auf dem Gasherd gebrutzelt, nicht draußen. Es wäre im Garten sicher stimmungsvoller gewesen, geschmacklich war es (fast) egal.

Zu jedem Rezept eine Bier-, Whiskey und Musik-Empfehlung

Das Buch ist reich bebildert, sehr cool aufgemacht und die Rezepte passen – von der Menge und den Zutaten her. Neben den Rezepten erfährt man in kleinen Zwischenkapiteln mehr über The BossHoss und die anderen Bandmitglieder neben den beiden Frontmännern Alec Völkel und Sascha Vollmer. Eine witzige Besonderheit hat das Kochbuch – und das ist bei Musikern eigentlich Pflicht – zu jedem Rezept gibt es die passende Musik, zum Tomahawk-Steak das Lied „Comanche“ von Link Wray, ein Bockbier, als Weinempfehlung Cabernet Sauvignon und einen straight Bourbon von Knob Creek. Cheers!

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