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Nachhaltige Mode für Plussize – Zusammenstellung

Der Artikel ist Work in Progress – also wenn ihr ein faires Modelabel kennt, das auch uns Frauen über Größe 44 bedient, lasst es mich wissen, die Liste wird regelmäßig ergänzt. 

Doch, es tut sich was. Langsam, aber sicher. Gab es noch vor ein paar Jahren so gut wie gar keine Mode im nachhaltigen Bereich, die über Größe 40/42 hinausdachte, erweitern nun immer mehr Anbieter ihre Kollektion auch für Plussize – und das nicht nur bis 48, sondern auch über die 50 oder gar 60er Größen hinaus. Das ist gut so, denn gerade für Plussize ist Bioqualität wichtig. Die Kleidung muss hochwertiger sein, bessere Baumwolle ohne Schadstoffe, denn vieles liegt stärker am Körper an, es muss bequem sein, nicht scheuern oder ein Polyester-Alptraum, der einen schwitzen lässt, als ob man in der Sauna hockt.

Plussize sind ein riesiger Markt für nachhaltige Label. Dass er endlich, endlich bedient wird, liegt an der Generation Z. Danke dafür! Denn in dieser, sehr inklusiven Generation kann ein Label nur punkten, wenn es für alle da ist. Der Trend kommt nun verzögert auch bei den nachhaltigen Modelabeln an. Es wird nicht nur für Elfen produziert und das finde ich gut. Deswegen möchte ich euch heute eine Liste toller Mode vorstellen, die auch an uns Queens gedacht haben.

Yogamode für alle und Businessmode für Plussize

Chakrana ist ein deutsches Yogalabel, das auch bis XXL produziert. Ich bin total begeistert davon. Denn diese Mode ist bis zum Maximum reduziert und gerade deswegen unglaublich schön und elegant. Kein Wunder, die Designerin der Linie arbeitete zuvor für Couture-Label Talbot-Runhof! Hergestellt in Deutschland, aus zertifizierten Textilien, in sechs Größen – super.  „Viele Frauen, aber auch Männer, fühlen sich ausgeschlossen, da sie durch in der Gesellschaft verankerte Klischees denken, dass Yoga nichts für sie sei. Doch weder Alter, noch Gewicht, noch die körperliche Verfassung, spielen eine Rolle. Yoga kann jeden auf seinem Level abholen und tut einfach gut“, so Designerin Darja Noschenko über ihre Philosophie.

Süperb ist ein Hamburger Label, das irgendwie alles hat, was unser Herz erfreut – tolle Designs, nachhaltige Materialien und das alles für Frauen mit Kurven! Und der Preis stimmt auch. Die Mode ist ungewöhnlich, originell, kein bisschen bieder. Ich hab mich in Kleid Sanna komplett verliebt – grau mit dezentem, farbigen Muster, interessanter Schnittführung – und passt für tagsüber so gut wie zu einem schönen Abendessen (wenn wir mal wieder raus dürfen)- und bis Größe 54.

Viele Frauen mit Kurven stöhnen – da gehöre ich auch dazu – über die Unmöglichkeit, coole Businessmode zu finden. Ich sehe in den meisten Jacketts aus wie Angela Merkel beim EU-Gipfel und das gefällt mir nicht. Verzweifelt nicht mehr, denn Van der Nag löst das Problem. Cool, reduziert, minimalistisch – ein Traum für Plussizlerinnen. Die Preise sind gehoben, aber die Mode ist das auch. Wer Businessklassiker braucht, die lange, lange als Basics dienen sollen – Voila. Und weil sie so zeitlos sind, ist das Geld in Qualität investiert gut angelegt.

Faire Basics

Die meisten Teile der Augsburger Modemarke Manomama gehen „nur“ bis zu einer weiten Größe 46/48. Eine schöne Ausnahme bilden die Jeans, die bis zu einer Inch-Größe 38 zu haben sind. Aber ich möchte euch die schönen Basics der Marke dennoch ans Herz legen, sie werden unter besonders fairen Bedingungen in Deutschland hergestellt. „Unsere Sonderkollektion „eco2fashion“ ist aus Stoff gefertigt, der unter fairen Arbeitsbedingungen in Deutschland herstellt und gefärbt wird und übrig bleibt von großen Konfektionären. Wir kaufen diesen auf und retten ihn, entwickeln passend für die Reste Schnitte und schonen damit doppelt die Umwelt: es muss kein neuer Stoff gemacht werden und übrig gebliebene Ressourcen werden von uns mit Respekt behandelt und zu neuem Leben erweckt.“ – So ein Upcycling ist fantastisch.

Aus der Eigenkollektion Loved by Les Soeurs

Berliner Mode ist nicht das, was einem als Erstes in den Sinn kommt, wenn man an Plussize denkt – für mich ist die typische Berlinerin immer schlank. Aber einer der besten Online-Stores kommt aus der Hauptstadt. Es gibt dort Mode cooler Plussize-Marken wie Sallie Sahne oder Marina Rinaldi. Dazu wird eine eigene Linie designt. Wer in Berlin zu Gast ist, sollte auch mal persönlich vorbeischauen. „Les Soeurs Shop ist der Anfang inklusiver Mode. Bei uns wird es keine „Mode für Mollige“ geben, aber jede Menge inspirierender Styles in großen Größen.“ – Das klingt doch gut! Ich werde definitiv reinschauen und bin gespannt.

Maßkonfektion made in Austria. Ein besonderes Anliegen ist die Fertigung der Kleidungsstücke unter fairen Bedingungen. Die GRAND STYLES Produkte werden von Miriam Jezek im eigenen Atelier mit Unterstützung von Freundinnen gefertigt. So können gleichfalls individuelle Wünsche zu Grössen und Design für Kundeninnen umgesetzt werden – Maßkonfektion also. Bei grösseren Bestellmengen arbeitet GRAND STYLES mit österreichischen Nähereien zusammen – so können wir Kundinnen sicher sein, dass keine Arbeiter ausgebeutet werden – ein oft vernachlässigter Aspekt beim Thema Nachhaltigkeit.

Das perfekte Kleid in jeder Lebenslage – das möchte „Make Monday Sunday“ bieten – auch in größeren Größen. „Unsere Vision ist es hochwertige Bekleidung lokal in Deutschland zu produzieren, die geprägt ist von Nachhaltigkeit, Qualität und Langlebigkeit. Wir setzen ein klares Zeichen gegen die Fast-Fashion Industrie.“ Die Kleider kosten zwischen 250 und 500 Euro, im Shop bis Größe 52, leider über Größe 50 mit Aufpreis. Was ich aber interessanter finde, ist die Möglichkeit, sich Kleider maßschneidern zu lassen. Das ist eine Option, die für große Gelegenheiten, wie Familienfeiern, Besuch einer Hochzeit etc überlegt werden sollte. Mode auf Maß ist ein Luxus, der sich gerade bei uns Plussizes mit unseren individuellen Körpern auszahlt. Perfekter Sitz – und gleich sieht alles besser aus…

Geheimtipp für Plussizes aus Rumänien!

Loud Bodies Dieses Label gefällt mir ganz besonders gut – es ist wirklich Mode, nicht nur Bekleidung. Loud Bodies inspiriert Plus Size Girls, sich richtig was zu trauen. In diesem Sommer sind es üppige, barocke Kleider, gerüscht, mit Herzchen-Ausschnitten, Blumenmuster, die einfach ein Traum sind – und das bis 10XL. Das Label gibt sich Mühe, in vielerlei Aspekten nachhaltig zu sein: Nachhaltige Stoffe, die Pakete werden klimaneutral versendet, aus den Stoffresten werden Kissen gefertigt und an Tierheime weitergegeben. Die Kleider kosten zwischen 150 und 300 Euro, keine Schnäppchen, aber sehr fairer Preis für ganz und gar außergewöhnliche Stücke. Das Label aus Rumänien ist hierzulande ein Geheimtipp – aber schaut unbedingt mal rein und traut euch!!

Waschbaer ist ein Online-Anbieter, der in breites Angebot an ökologisch unbedenklichen Waren bereithält: Möbel, Heimtextilien, Haushaltswaren und natürlich Mode. Mittlerweile auch nette Basics in großen Größen, aus Baumwolle, Hanf, Leinen. Es gibt eine Unterabteilung im Onlineshop, bis in die 50er Größen ist die Bekleidung zu haben. Wer bei Waschbär einkauft, kann ziemlich sicher sein, nur fair produzierte und fair hergestellte Ware zu erhalten. Nicht topmodisch, aber solide.

Deerberg gibt es seit 1986. Sie sind deswegen Pioniere der nachhaltigen Mode, auch wenn es damals noch nicht so geheißen hat – da galt man noch als „Komischer Öko“ wenn man Kleidung in Bio wollte. Einen eigenen Unter-Shop „Plus Size“ gibt es nicht, aber so gut wie alle Stücke der Eigenmarke sind bis Größe 52/54 und 2XL zu haben. Ausbaufähig, aber immerhin. Schlichte Schnitte, gute Qualität an Stoffen, teilweise sehr farbenfroh – das bekommen Kundinnen bei Deeberg. Vor allem die unkomplizierten, luftigen und leichten Leinenkleider sind toll im Sommer – gerade für Plussize ein fantastisch-angenehmes Tragegefühl.

Schönes Kleid von Dariadeh – nachhaltige Plussize

Zum (vorläufigen) Abschluss möchte ich das hippe, faire Label der wohl bekanntesten grünen Bloggerin DariaDaria erwähnen, Dariadéh. Hier gibt es all die Teile, die gerade angesagt sind, von Baggy Shorts bis zu Oversize Hemden und kurzen Strickjacken, in allen Größen. Mir gefällt es, dass Plussize wie selbstverständlic im Angebot enthalten ist, nicht als besonderer Extrapunkt. Wir sind schön in allen Größen, das ist es. Punkt. Alle Teile passen perfekt zueinander, es ist also möglich, sich eine Grundgarderobe, oder Neudeutsch Capsule Collection zusammenzustellen.

 

 

 

3 Kommentare zu “Nachhaltige Mode für Plussize – Zusammenstellung

  1. Ganz neu ist das Label Chlench von Christine Chlench aus Stuttgart: https://www.chlench.de/

  2. g.satansbraten

    Danke f. die Liste; gute Sachen dabei!

    Ich persoenlich bin aber schon ober-dankbar, dass es bei uns (= anderes Land; sorry) – mittlerweile/endlich – auch fuer wirkliche Durchschnitts-Einkommler unter den ’solide Gebauten‘ Klamotten mit ‚GENUEGEND Stoff‘ gibt!

    … wenn man bedenkt, WIE lange sich ‚Hoerrschaften Designer und Klamotten-Verkaeufer‘, aehem, ‚beschwert‘ haben, dass die Mehrheit der Menschen NICHT in ihre manchmal schon stark illusorischen schlanken Fummel schrumpfen wollten/konnten ….

    …. wenn man bedenkt, WIE lange Einkaufswillige (inkl. der Rest der Mitmenschen als ‚mitleidig diese Aermsten ansehende Umwelt‘) aber unter deren Wahn zu leiden hatten ….

    …. wenn man bedenkt, wiiiie lange Mitglieder in jedweder Form der Klamotten-Industrie auf gutes Geld, aehem, wohl bereitWILLIGST verzichtet haben, indem sie solide Gebaute zu Selbsthilfe/Selbstnaehen* – woertlich genommen – weg ekelten oder (schoenere Bezeichnung?) fliehen liessen indem sie selbst nix Gscheites auf den Markt brachten ^^ ….

    …. wenn man bedenkt, wieVIELE (Menschen) eigentlich aus aerztlicher Sicht – offiziell ‚TOTgesagte‘ (^^; da ‚morbid uebergewichtig?) – TROTZdem am Leben sind und dieses oftmals nicht aerztlich ‚unterstuetzt‘ werden braucht um ausreichend gesund und gluecklich zu sein … Hierzu waeren evtl. auch einmal sehr misstrauisch div.’s sog. medizinische, aehem, ‚Verschiebungen‘ sog. ‚Gesundheitswerte‘ (Obergrenzen ab wann man als ‚behandlungsbeduerftig krank‘ bezeichnet wird) im Verlauf vergangener Jahrzehnte zu betrachten. Z.B.: galt vor 30 Jahren ein Blutdruckwert von „Alter des Patienten + 100“ als normal (lustigerweise: egal welches Alter ^^), so kriegt heutzutage bei DERlei Werten zwar der Patient (noch immer nicht) einen ‚Was-auch-immer-lebensgefaehrdenden‘ Zustand, ABER dafuer sein Arzt ?! Oder ist das dann ‚angewandte Schauspieltechnik‘ um einem – endlich (?) – eine chronische Krankheit mit ebenso chronischen Medikamenten-Gaben und Arztbesuchen aufzureden und damit das Leben gesichert zu vermiesen/verschlechtern?
    … d.h.: das Leben des Patienten natuerlich nur; das des Arztes ‚aendert‘ sich dadurch schliesslich genau andersherum?

    Usw, usw. usw!
    Ich persoenlich bleibe – noch immer und schon seit Jahrzehnten – bei meiner brutalen Frage von ca. „… WAS ist so ‚beruflich fordernd/befriedigend‘, einen schlanken Menschen gut aussehend zu bekleiden? An sog. ‚Bohnenstangen‘ sieht schliesslich so ziemlich alles auf seeehr leichte/einfache (?!) Weise gut aus (= ausser manchmal deren Koerperhaltung ^^!) .“

    * Tja, da ging wirklich viiiel Geld an der sog. zustaendigen Industrie vorbei und bleibt auch teilweise irreparabel verloren, da viele Menschen eben durch diesen – eigentlich diktierten? – ‚Zwang‘ mitunter bleibend ‚auf den Geschmack‘ gekommen sind.

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