Ärgernisse des Alltags Blogging

Eine Zeit des Innehaltens und Nachdenkens – aber jetzt wird weiter gebloggt

Als Instagramer ist es einfach: da nimmst du deine Leser immer mit auf alle Abenteuer, die du erlebst. Das Problem ist dann nur, dass du selbst nicht mehr viel erlebst, weil du ja zu 90 Prozent damit beschäftigt bist, ein Motiv zu finden, am Strand die beste Pose zu finden, erotische Bikinibilder zu retuschieren, eine Story zu drehen, ein Reel zu schneiden oder ein Foto auch letztendlich hochzuladen.

Das ist als Bloggerin anders – da erlebe ich erst und berichte nachher. Jetzt war mal wieder eine Zeit des Erlebens, des Innehalten und Nachdenkens. Und es gab viel zu erleben, aber noch mehr Gründe innezuhalten und nachzudenken. Die Zeit macht sehr viel mit einem, sie verändert mich. Ich hab das Gefühl, auf der einen Seite organisierter und strukturierter geworden zu sein, aber auf der anderen Seite viel sensibler und vorsichtiger. Freunde haben sich verändert, Beziehungen haben sich verändert – und ich muss überlegen, wie ich damit umgehe.

Freunde verändern sich in Coronazeiten

Wenn zum Beispiel eine Freundin in die Schwurblerecke abdriftet und mir erklärt, Merkel wäre eine gesteuerte Marionette der Reptiloiden, dann überlege ich schon, wie das weitergehen soll. Oder wenn die Beziehung sich durch zuviel Nähe in der Pandemie (Homeoffice, Homeoffice, Homeoffice) in Routine verliert, eine gewisse Lieblosigkeit bekommt – dann ist das viel Grund zum Nachdenken – und noch mehr eine Aufgabe, da wieder nachzulegen, Risse zu kitten, denn natürlich möchte man da keinen Abbruch. Ich glaube, eine Beziehung sollte dazu da sein, gegenseitig zu beflügeln, nicht eine Last am Bein – da arbeiten wir gerade wieder daran.  Nicht zuletzt: Wenn man „dank“ Corona-Homeoffice, geschlossenen Sportmöglichkeiten und auch den Wechseljahren plötzlich zunimmt wie nichts Gutes – das beschäftigt mich natürlich auch. Ich muss aufpassen, da nicht Grenzen zu reißen, die ich nie reißen wollte. Momentan geht es dank Fitnesscenter, Radfahren und Low Carb wieder nach unten – ich hoffe, der Trend setzt sich fort. Ihr könnt natürlich sagen, angesichts anderer Dinge ist das Gewicht doch lächerlich, aber jede Frau weiß, dass das nicht stimmt. Ich kämpfe also an vielen Fronten im Leben, auch wenn es ganz gewöhnliche Fronten sind, die irgendwie jede und jeder kennt. Wie geht ihr damit um?

Und es macht mein Herz schwer, wenn ich sehe, wie schnell die negativen Einflüsse des Klimawandels kommen, geradezu apokalyptisch mutet diese Zeit an, mit Pandemie, mit Fluten, die malerische, verschlafene Urlaubsorte in Katastrophengebiete verwandeln. In den Urlaubsorten wie Kreta wechseln sich Hitzewellen mit Fluten ab, so geschehen im vergangenen November, als dort Straßen, Mauern, Leitungen von Wassermassen weggespült wurden. Auch dort regnete es bislang unbekannte Mengen vom Himmel. Ich schaue hin und die welt wied immer irrer. Leute streicheln aus falsch verstandener Naturliebe Schweinswale zu Tode (hier lieber lesen, was man zur Rettung der Tiere tun kann) oder quälen absichtlich Tiere für Likes und Aufmerksamkeit auf Instagram und TikTok. Was soll sowas? Bitte einfach wieder Waschpods schlucken, da schadet man sich nur selbst.

Momentan ändert sich die Welt im Rekordtempo und ich habe das Gefühl, sie reißt uns mit, ob wie wollen oder nicht. Ich werde euch jetzt wieder mitnehmen auf meine Tour durch die Welt – durch die innere und die äußere. Und ich wäre dankbar, wenn ihr mir von euren Reisen und Erfahrungen durch diese seltsamen Zeiten berichtet.

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

1 Kommentar zu “Eine Zeit des Innehaltens und Nachdenkens – aber jetzt wird weiter gebloggt

  1. Sofern da noch welche Lesen können, da sich die Zahl derer, die sich nur noch mit Grinsegesuchtern und Bildern „unterhalten“ kann, immer vermehrt…

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