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Grün macht erfinderisch: kleine duftende Kräuter-Gärten im Wohnzimmer

Urban Gardening ist seit Jahren ein Trend, mit ein bisschen Glück und längerer Wartezeit können wir Städter uns kleine Parzellen oder Hochbeete mieten, um dort mit anderen Grünbegeisterten Kräuter, Gemüse und Beeren anzubauen. Nur wenige Glückliche haben rund um München einen Schrebergarten, die Gärten sind rar, es werden horrende Ablösesummen geboten, um einen zu ergattern. Und aufs Land ziehen mit eigenem Garten – das können und wollen viele nicht. Aber wir wollen alle mehr Grün um uns herum, wir wollen uns am Wachstum eigener Pflanzen erfreuen. Deswegen ist der nächste Trend nur folgerichtig: Der Kleingarten im eigenen Wohnzimmer. Nicht nur im Blumentopf oder auf einem Kressepad, sondern hightech als automatisiertes System. So eine Pflanzinsel stillt unser Bedürfnis, etwas wachsen zu lassen und unsere Wohnungen schöner und grüner zu machen – wer möchte nicht duftende Kräuter im Wohnzimmer stehen haben? Neulich ist mir ein System begegnet, das mich besonders beeindruckt hat, weil es konsequent nachhaltiger durchdacht war als die Systeme der Mitbewerber.

Urgrow ist ein nachhaltiger Indoorgarten

Urgrow heißt das System und es wurde von einer Handvoll Studenten unter der Leitung von Pascal Wolf entwickelt, 2018 begannen sie, jetzt ist das System marktreif und wurde mit Investoren und Crowdfunding realisiert. Ich mag es gern grün in der Wohnung, es freut mich, wenn was wächst – und ich finde es fantastisch, wenn ich dazu noch was Nützliches anbauen kann: Kräuter, Tomaten und sogar meine eigenen Erdbeeren. Ich kam über das Crowdfunding auf die Seite von Urgrow und hab die Firma kontaktiert, weil mir ihr System so gut gefiel. Mich hat der Enthusiasmus der Gründer beeindruckt – ich glaube, Urgrow könnte ein echter Hit werden, weil es so einfach zu bedienen ist und dabei die emotionale Komponente, das eigene Aufziehen der Pflanzen bedient – und das sogar im Einzimmer-Appartement. Spätestens 35 Tage nach dem Pflanzen ist Erntezeit. Dann hat man die eigenen Tomaten, Rucola oder andere Salate auf dem Teller. Ich bekomme Ende Juni ein System zu testen, ich werde euch gerne mitnehmen auf meine Versuche zum Heimgärtnern und das Ganze nochmal sehr ausführlich vorstellen.

Gemüse anbauen hat etwas Emotionales

Noch klassisch im Blumentopf – Basilikum

Hydroponik-Technologie, bei der Pflanzen ohne Erde unter optimalen Bedingungen durch perfekt abgestimmte Beleuchtung, Bewässerung und Nährstoffversorgung angebaut werden, ist jetzt nicht wirklich neu. Aber Urgrow hat dieses System verfeinert und komplett nachhaltig gemacht: Die Pflanzinsel besteht aus recyceltem Holz und ist auch wieder kompostierbar, die Elektronik wird vom Hersteller zurückgenommen und weiter verwendet. Der Minigarten ist nicht groß, etwa einen halben Meter lang und 5 Kilo schwer, aber bietet Platz für 8 unterschiedliche Pflanzen. Die Erde, die Samen – alles bio und kommt ohne Pestizide und ungesunde Dünger aus. Ich meine, das wäre nicht wirklich der Hit, Pestizide im eigenen Wohnzimmer zu versprühen, oder? Um das System deppensicher (für Menschen wie mich) zu machen, gibt es zu Urgrow auch eine App, die mir genau sagt, wann ich was machen muss, wann gießen und wann mehr Licht etc. „Wir haben im Prinzip zwei Startups gegründet“, mein Pascal Wolf: „Ein Hydroponik-System und eine App. Das macht uns besonders.“ Der Wohnzimmergarten ist nämlich nur der Anfang, Urgrow hat weit ambitionierte Ziele: die traditionelle Landwirtschaft revolutionieren und einen nachhaltigen Anbau von hochwertigen Lebensmitteln für jedermann ermöglichen – ohne Vorwissen und ohne Wasserverschwendung, Verlust von Mutterboden, CO2-Ausstoß oder Einsatz von chemischen Düngemitteln. Vielleicht hat irgendwann jedes Haus nicht nur einen Wäsche- und Radlkeller, sondern auch einen Pflanzkeller, in dem die Hausgemeinschaft ihre eigenen Nahrungsmittel anbaut? Ich fände das sehr, sehr cool…