Buch Lieblingslabels München Mode

„Die beste Zeit für guten Stil“ – Susanne Ackstaller weiß, was Frauen brauchen

Nein, ich bin bei dieser Buchrezension nicht objektiv. Dazu schätze ich die Autorin viel zu sehr, dazu sind in dem Stil-und Modebuch viel zu viele Frauen, die ich mag und deren Stil ich bewundere:  Bloggerin, Redakteurin, Autorin „Texterella“ Susanne Ackstaller selbst, Fotografin und Mode-Bloggerin Martina Klein, Food-und Reisebloggerin Claudia Braunstein, Modeexpertin und Bloggerin Stephanie Grupe, Fair-Fahionaktivistin und Redakteurin Mirjam Smend oder „Curvy“ Chefredakteurin Carola Niemann. Ich bin sehr stolz darauf, diese wunderbaren, inspirierenden Frauen kennen zu dürfen. Aber das nur vorweg.

„Die beste Zeit für guten Stil“ von Susanne Ackstaller, (Knesebeck-Verlag, 25 Euro) ist ein Modebuch, ein Stilbuch und vor allem ein Mut-Mach-Buch. Mut, seinen eigenen Stil zu entwickeln, Mut, zu sich zu stehen. Das gilt für Frauen jeden Alters. Auch wenn sich das Buch an „Women, not Girls“ richtet – ich wäre als Girl vielleicht ganz froh gewesen, meine modischen Experimente auf eine solidere Grundlage zu legen. Das Buch ist keine Modeknigge, der klar vorgibt: das und das musst du tragen, sondern ermuntert, sich die Frage zu stellen: wer bin ich und wie stelle ich das nach außen dar? Ich finde, es ist keine so banale Frage, wie vielleicht manche meinen. Denn eigener Stil bedeutet mehr als Mode. Jemand kann die neuesten und teuersten Teile kaufen und dennoch keinen Stil haben. Immer mit schlafwandlerischer Sicherheit zu erkennen, welche Teile aus den aktuellen Kollektionen die sind, die frau wirklich haben will, die perfekt ergänzen, was schon da ist, das ist nicht einfach – und das zeichnet eben Stil aus. Wer hat nicht ein paar modische Leichen im Schrank, die zwar dem Zeitgeist entsprochen haben, aber leider nicht einem selbst?  Da tut ein Wegweiser durch den Fashion-Jungle schon ganz gut, oder? Susanne Ackstaller ist die perfekte Autorin für diesen Ratgeber, denn sie hat ihren sehr individuellen Stil gefunden – trotz (oder wegen?) Rundungen und fortgeschrittenem Alter beweist sie allen, dass diese Äußerlichkeiten kein bisschen relevant sind, wenn eine Frau Stil zelebrieren will.

 Der eigene Stil braucht ein modisches Fundament

Deswegen ist „Die beste Zeit für guten Stil“ ein Buch, das ich allen Frauen ans Herz legen kann, die ihre modischen Entscheidungen auf ein festes Fundament aus Modebasics setzen möchten – und auf diesem Fundament dann ihren ganz eigenen Stil entwickeln. Pflicht und Kür, sozusagen. Susanne Ackstaller stellt  Klassiker vor, die jede Frau im Schrank haben sollte (und vermutlich hat): Weiße Bluse, kleines Schwarzes, Sneaker, gut sitzende Jeans, Streifenshirt, Jeansjacke und noch vieles mehr. Zu jedem Stück bekommt erfährt die Leserin etwas zur Geschichte des Basic-Kleidungsstücks, zum Schnitt, dem Material, dem schönsten Styling und wo man es am besten kauft. Das ist die Pflicht. Wie die Kür aussehen kann, dass muss jede Frau für sich alleine entscheiden, da kann ein Buch nur bedingt weiterhelfen. Deswegen werden einige ganz besondere Frauen vorgestellt, die mit ihrem Stil, ihrer Geschichte, ihrem Engagement inspirieren und die demonstrieren, wie sich eigener Stil entwickeln kann, ganz unabhängig von irgendwelchen Modelmassen. Ich finde diese Vorstellungen wunderschön, denn genau die machen Mut zu sagen: wow, ich sollte auch mehr das tragen, was mir gefällt.

Mädchenhaft und elfenhaft Ü50? – warum denn nicht! Susanne Ackstaller

Lebende Inspirationsquellen sind gut, um zu zeigen, was geht. Ich schaue mittlerweile keine Frauenzeitschrift mehr an, wenn ich Modetipps benötige – mir reicht es es, durch die Shops zu stöbern (online, aber lieber real) oder zu bewundern, was andere so tragen. Zum Beispiel hab ich schon oft bei Mirjam Smend abgekupfert. Die Aktivistin für nachhaltige Mode ist immer so rundum genial angezogen, dass ich mir einfach bestimmte Teile nachkaufen musste, etwa eine dunkelblaue, bestickte Bluse von einem Münchner Fair Fashion Label. Bin ich deswegen eine Copycat? Nö. Denn jeder Mensch trägt die Sachen völlig anders.

Was ist euer Stil?

Ich persönlich habe genau zwei Mode-Herzen in mir – zum einen überbordend, bunt, folkloristisch und bestickt wie Frieda Kahlo oder Iris Apfel, auf der anderen Seite komplett minimalistisch, sleek und ruhig mit Rock, grauem Pullover und Closed-Blazer. Ich habe zwei verschiedene Schränke, um jeder Fashionpersonality gerecht zu werden. Nur zwei Dinge müssen immer sein: eine auffällige Sonnenbrille und auffällige Handtaschen (nicht zwingend teure – die tolle Brokattasche ist zum Beispiel von Stine Goya und hat unter 100 Euro gekostet)  Vielleicht sollte ich demnächst Susanne zum Einkaufen mitnehmen, damit sie mir hilft, die goldene Mitte zu finden…

1 Kommentar zu “„Die beste Zeit für guten Stil“ – Susanne Ackstaller weiß, was Frauen brauchen

  1. g.satansbraten

    Habe noch niiiie verstanden, WAS den DIE Kunst/DAS Koennen  sein soll eine schlanke ohnehin nahezu perfekt gebaute Person huebsch zu bekleiden \../  /..\  ???
    Danke fuer den Post. Als ich ihn kuerzlich erstmals gelesen habe, verspuerte ich – wieder einmal ^^ –  eine mir seit Jaaaahr(zehnt)en innewohnende Agression gegen Mode-Designer. Als ich dieses Mal ausnahmsweise mir Zeit wie auch Interesse zum Herausfinden der Gruende dafuer nahm, fand ich ziemlich als Sekundaer-Gedanken in Folge: Ich war schon als Teenager stockesauer auf die vermeintlich weltfremden und schlechten Mode-Designer*, welche meiner eigenen etwas ’solider gebauten‘ Mutter immmmmer zusaetzlich Arbeit machten, indem sie nie etwas Geeignetes fuer ‚Kurz und solide Gebaut‘  anboten. D.h., die arme Frau musste – zwangsweise – zu ihrer ohnehin nicht geringen tgl. Arbeitslast auch noch sich selbst Klamotten machen um wenigstens manierlich und weder ‚knackwurstig‘ noch ’sack-artig‘ gekleidet zu wirken.Ich fand das – DAmals (= vor nunmehr mehr als 50 Jahren) schon als noch Kind –  XXXtrem diskriminierend!Dies fuehrte wohl auch zu einer Art Bockigkeit meinerselbst, welche mich selbst auch zum Selbermachen vieler Kleidungsstuecke brachte, obwohl dies nicht eigentlich wirklich noetig war. Gut, Einkuerzen (unten oder in der Mitte) war wohl ‚Erb-Last‘; waere aber bei vielen Bekleidungs-Modellen noch leicht machbar gewesen. Ich grollte aber wohl und umging gar viele Kaufangebote von original f. mich tragbarer wie auch finanziell erschwinglichen Klamotten-Mode.Gut, fein, d.h., so weit zu einem Ergebnis von : „Ich habe gesehen, wie meine Mutter schlecht behandelt wurde ……. “
    …. zumindest kann ich jetzt nach aaaall den Jahren meinem Ehemann erklaeren, WOher meine (seiner Meinung) ‚krasse Kauf-Abneigung‘ von Kauf-Klamotten kommt? Danke!
    Ich vermerke hierzu noch nachtraeglich, dass ich in den vielen Jahren ‚dazwischen‘ sehr wohl gelernt habe, dass diese mM ‚weltfremden und schlechten Mode-Designer‘ mitunter nicht DIE (wirklich bzw. einzig?) Schuldigen waren, sondern mitunter nur/auch entsprechenden ‚Einkaeufern‘ (f. entsprechende kleinere Faech-Laeden) eine gehoerige Schuld-Last zuzuteilen ist ?!

    * Viiiele schlechte Beschuldigungen mussten sich derlei Kuenstler mitunter in meinen Gedanken ‚anhoeren‘;  ein Wort mit „F“ ( . . . l . . . e)  war noch Eine der Mildesten /..\ !

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.