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Alles, was das Leben schön macht – aber nachhaltig!

Warum ich meinen Blog liebe und Instagram nicht leiden kann

Zu diesem Artikel würde mich die Meinung meiner Blogger-KollegInnen interessieren

Es gibt unterschiedliche Sorten Menschen. Die einen lesen gern, die anderen schauen sich lieber Bilder an. Die einen versinken gerne in Bücherwelten, die anderen warten auf die Verfilmung. (Gut, ein paar Wenige mögen beides gleich). Aber so ist das auch mit Medien im Internet. Die einen wollen auf Instagram Bilder und Videos bestaunen, die anderen lesen Blogartikel. Oder die einen fotografieren und die anderen schreiben. Aber warum wird eigentlich von Bloggern immer erwartet, dass sie mit gleichem Enthusiasmus, mit dem sie ihren Blog schreiben, auch einen Instakanal bespielen?  Ich werde oft von potentiellen Kunden gefragt: „Betreiben Sie auch einen Instagram-Kanal?“ Ich sag dann immer: „Naja, so nebenbei, aber eigentlich nicht wirklich.“ Dann ist es das meistens gewesen mit einer Kooperation. Nach dem Motto: Wer nicht Instagram macht, der nimmt das alles nicht ernst.

Sogar der Mops ist kamerascheu

Dem möchte ich mit diesem Artikel vehement widersprechen. Bei Zeitschriften werden die RedakteurInnen schließlich auch nicht gefragt, ob sie neben den Artikeln in ihrer Zeitung auch auf Instagram zu finden sind. Mein Ausbildungsberuf, bevor ich in die PR gewechselt bin, war Redakteurin. Und diesen Job betreibe ich hier als mein Hobby, mit mir selbst als Verlegerin, Chefredakteurin – Mädchen für alles. Natürlich gibt es bei Bloggern und Redakteuren einen entscheidenden Unterschied: Redakteure treten normalerweise hinter ihrem Artikel zurück, sie sind nicht selbst Zentrum ihrer Arbeit. Sie sollten neutral sein. Aber ich sehe mich auch nicht als Mittelpunkt des Blogs, sondern es geht mir hier darum, euch einen etwas nachhaltigeren Lebensstil schmackhaft zu machen. Und nicht, euch zu zeigen, wie toll ich bin, wie toll meine Wohnung und mein Urlaub sind und welche Sachen ich mir gekauft habe, die ihr – was für ein Zufall – jetzt mit DIESEM RABATTCODE auch kaufen könnt. Es gibt Menschen, die können das viel besser als ich.

Ich will keine Fortsetzung irgendeines Katalogs sein

Früher konnten Blog auch für sich allein stehen – mittlerweile wird Instagram bei Bloggern erwartet. Dass das noch mal ein neuer Kanal mit komplett anderer Strategie, anderem Content und weiterem Engagement ist, wird meist geflissentlich übersehen. Ich kann gut schreiben, besonders toll fotografieren kann ich nicht. Instagram erwartet Werbezahlungen und eine hohe Postingzahl, aber so viel finde ich gar nicht spannend in meinem Leben. Außerdem müsste ich permanent Videos drehen und schneiden, das liegt mir alles nicht besonders… Aber Instagram ist nun mal der Kanal, auf den das Marketing setzt. Mit gutem Recht und gutem Grund – dort wird verkauft. Wie in einer Vox-Doku über Influencer am Wochenende nochmal glasklar für alle ersichtlich war – es geht nicht (mehr) um Spaß, es geht nicht darum, einen bestimmten Modestil zu vermitteln – es geht um Abverkauf. Star-Modeinstagramerin Nina Süß erklärte: „Ich darf auf meinen Fotos nur Dinge tragen, die es aktuell zu kaufen gibt. Ansonsten macht es keinen Sinn“. Und für mich macht es keinen Sinn, mich als Verlängerung irgendwelcher Webshops zu präsentieren. Denn ich sehe mich nun mal als Bloggerin im Sinne von Zeitschriften-Redakteurin: ich will informieren, vielleicht auch begeistern – aber ich will nix verkaufen. Ich will meinen LeserInnen kein Zeug andrehen, wenn ich etwas empfehle, dann aus Begeisterung fürs Produkt – und sonst gar nichts.

Ich mache Urlaub – und bin nicht permanent online

Auch bei Reisen sehe ich es als problematisch an für mich, mich dem Druck beugen zu müssen „euch mitzunehmen“. Ich will nicht in jedem Cafe, auf jeder Wanderung, an jeder Wegbiegung das Handy zücken müssen und eine Story posten. Das liegt mir nicht. Ich will im Moment bleiben dürfen. Auf eine Dauerwerbesendung mit mir und vielen Produkten in der Hauptrolle hab ich keine Lust. Aber das wird erwartet. Ich sehe den Druck der Fans, der Marken, aber auch den Druck, wenn man damit Geld verdienen möchte – dem habe ich mich entzogen und bin diesen Weg erst gar nicht gegangen. Ich will keine Reels drehen und Kleider in die Luft werfen, ich will mein Gesicht nicht hinter 1000 Filter packen, damit es halbwegs schön genug ist für den Markt der Eitelkeiten. Mein Blog ist unkommerziell, dafür hab ich auch nach 11 Jahren noch Spaß daran.

Blogs haben im Travel-Sektor viele Vorteile

Zudem ist es zB für Hotels falsch, nur auf Instagram zu setzen: ein Blogartikel bleibt im Netz und wird viele Jahre lang gesucht und gefunden und gelesen, viele Hotels, über die ich schreibe, finden meine Rezension gleich hinter all den Booking-Links, das ist durchaus ein Mehrwert. Instagram-Posts verschwinden wieder. Blogs können das Thema Nachhaltigkeit sehr glaubwürdig rüber bringen, vielleicht glaubwürdiger als ein Instagram-Account, der auf jedem neuen Bild ein neues Produkt zum Kauf anbietet, egal, wie nachhaltig das sein soll…und: ich bin hier der Boss. Niemand kann mich sperren oder mir plötzlich das Netzwerk abdrehen. Deswegen bin ich auch noch die kommenden 11 Jahre da. Mindestens. Falls ihr mich weiter lesen wollt, natürlich…