Nachhaltigkeit Tu Gutes!

Einfache Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Leben

Schon seit vielen Jahren ist das Schlagwort Nachhaltigkeit allgegenwärtig. Dabei wird es mittlerweile so oft verwendet, dass es für viele Menschen seine eigentliche Bedeutung verloren hat. Was ist zum Beispiel nachhaltiger Konsum und handelt es sich hier nicht um einen  Widerspruch? Tatsächlich wird das Nachhaltigkeitslabel von vielen Firmen genutzt, um mehr Produkte zu verkaufen. Konsumenten werden also dazu aufgefordert, bereits bestehende Besitztümer mit „nachhaltigeren“ Versionen zu ersetzen. Mit dem Kauf der 20.Jeans, auch wenn sie noch so fair produziert wird, ist der Umwelt nicht geholfen. Denn natürlich wird so gleich viel mehr Müll produziert und von Nachhaltigkeit kann kaum die Rede sein.

Wir Verbraucher sollten nicht länger die Dummen sein

Derzeit schauen immer noch die meisten darauf, selbst weniger zu kaufen oder das Richtige zu kaufen. Dabei wäre es wesentlich wichtiger und sinnvoller, sich statt an anderen Verbrauchern abzuarbeiten, lieber an der Industrie abzuarbeiten. Ohne einen wirklichen Strukturwandel kann die Klimarettung nicht gelingen. Ich habe dennoch mal versucht, ein paar Tipps zu geben, wie Nachhaltigkeit ohne übertriebenen Konsum möglich ist.

Nobel-Second Hand in Frankfurt

Kleidung Secondhand kaufen

Immer wieder wird mit nachhaltiger Mode geworben. Selbst große Fast Fashion Labels wie H&M und Zara werben mit Kollektionen aus recycelter Baumwolle oder sogar Plastikflaschen. Diese Kleidung zu kaufen ist natürlich besser als zu herkömmlichen Produkten zu greifen. Trotz allem sind solche Käufe jedoch alles anders als nachhaltig. Denn für die Herstellung neuer Kleidungsstücke werden Unmengen an Wasser und Energie verbraucht. Wirklich nachhaltig wäre es, seine Kleidung komplett aufzutragen und sich nichts neues mehr anzuschaffen. Und wer das nicht schafft, greift auf Secondhand-Ware zurück, die auch auf verschiedenen Portalen online angeboten wird. Wobei selbst dieser Trend Gefahren birgt. Durch die „Gentrifizierung“ des Second Hand Marktes werden die Preise für ärmere Menschen, die sich früher hauptsächlich am Second Hand Markt bedient haben, unerschwinglich. Um Prinzip ist der Kauf von langlebiger, zeitloser Mode aus zertifiziert fairer Herstellung das Einzige, das wirklich was bringt (in den kommenden Tag kommt noch ein Artikel zu Fashion Revolution, der die Probleme genauer beleuchtet)

Nachhaltige Hygiene

Traurig, aber wahr: Jeder Deutsche produziert in etwa 455 Kilogramm Müll pro Jahr. Dazu gehören fast 160 Kilogramm Plastik- und Metallabfälle. Diese erschreckende Zahl kann man jedoch reduzieren, indem man nicht nur mit dem Jutebeutel einkaufen geht, sondern auch auf Körperpflegeprodukte setzt, die keine Plastikverpackung benötigen. Zum Beispiel kann man feste Seife und festes Shampoo nutzen anstatt flüssige Gels, die weder ergiebig noch umweltfreundlich sind. Denn meist enthalten sie auch Mikroplastik, das das Grundwasser verunreinigt. Ein Reinigungsmittel für den Haushalt lässt sich mit Zitrusfrüchten und Essig übrigens ganz einfach selbst herstellen.

Im Bayerischen Wald ist es auch schön - Waldbaden
In Deutschland Urlaub machen ist auch schön

Besser reisen

Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, wie sehr ihr Reiseverhalten die Umwelt belastet. Dies gilt besonders für leidenschaftliche Jetsetter, die die ganze Welt erkunden wollen und für die das Reisen ein Statussymbol ist. Dabei sind es nicht nur die Langstreckenflüge, sondern auch relativ kurze Flüge, die es ganz schön in sich haben. So schädigt laut Naturschutzbund ein Urlaubsflug nach Teneriffa das Klima genauso wie ein ganzes Jahr lang Autofahren. Gerade bei kurzen Strecken sollte man sich überlegen, ob es nicht bessere Alternativen gibt. Zugreisen in umliegende Urlaubsregionen sind zum Beispiel viel günstiger und unterstützen die heimische Tourismusbranche.

Mehr Upcycling

Natürlich lässt dich die Produktion von Müll nicht komplett vermeiden. Doch viele Dinge, die in der Tonne landen, können stattdessen einen ganz anderen Zweck erfüllen, also umfunktioniert werden. Tatsächlich ist das Upcycling bereits zu einem richtigen Trend geworden, sodass das Internet voll von kreativen Ideen ist. So wird zum Beispiel eine kaputte Jeans zu einem kleinen Beutel oder eine Tasse ohne Henkel zu einer Vase. Auch leere Marmeladengläser und andere Einweggläser eignen sich wunderbar als Aufbewahrungsbehälter in der Küche oder als Teelichterlichthalter oder Übertöpfe, wenn man sie von außen bunt bemalt.

Heimisches Superfood

Von Chia-Samen über Gojibeeren bis hin grünem Matchapulver – es gibt jede Menge trendige Superfoods, die in Südamerika oder Asien angebaut werden und einen weiten Weg zurücklegen, bis sie in unseren Supermarktregalen landen. Dabei gibt es regionale Varianten, die weniger belastet und mindestens genauso gesund sind. Und so unterstützt du auch noch heimische Erzeuger. Dazu gehören Leinsamen, Heidelbeeren oder Grünkohl. Letzterer kann sogar in leckeren Smoothies verarbeitet werden. Die in den dunklen Blättern enthaltenen Nährstoffe stärken unsere Konzentration und Nerven und haben so ähnliche Eigenschaften wie die exotischen, aber sinnlosen Gojibeeren aus China.

Biogemüse vom Naturgarten Schönegge

Weniger, aber besseres Fleisch

Jeder weiß, dass der übermäßige Konsum von Fleisch ungesund ist. Aber das ist nicht alles. Die verbreitete Massentierhaltung ist nicht nur ein großes ethisches Problem, sondern schadet auch der Umwelt. Neben den enormen Mengen an Energie und Wasser, die benötigt werden, muss auch die Luft, das Grundwasser und der Boden leiden. Wer nun alle Fleischprodukte mit Fleischersatzprodukten ersetzen will, sollte kurz innehalten. Denn viele dieser Produkte sind nicht besonders gesund und belasten in ihrer aufwendigen Produktion ebenfalls die Umwelt. Und wer einmal die Gemüserezepte von Yotam Ottolenghi probiert hat, braucht weder Fleisch noch Fleischersatz. Wir haben hier daheim unseren Konsum auf etwa 250 Gramm pro Woche reduziert, das sind sechsmal wendiger als der deutsche Durchschnitt, der 70 Kilo Fleisch pro Jahr isst. Und bei der Menge kann man sich auch mal Bio gönnen.

Habt ihr noch Ideen? Dann her damit!

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call