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Mit Recycling-Sonnenbrillen von Karün sieht die Welt besser aus

„Wie würde eine Welt aussehen, wenn wir erkennen, dass wir nur ein Teil der Natur sind?“ Diese einfache, aber doch ziemlich komplexe Frage hat sich der chilenische Unternehmer Thomas Kimber gestellt. Für ihn ist klar: wenn wir die Umwelt und das Klima retten wollen, müssen wir unsere Art zu wirtschaften komplett umstellen. Dafür setzt er sich ein, mit einem unglaublichen Engagement, das nur die entwickeln, die wirklich brennen für eine Idee. Das sind aber auch die, die andere für ihre Ideen begeistern können. Seine Geschäftsidee, die Welt zu retten, waren Brillen – normale Brillen und Sonnenbrillen unter dem Markennahmen Karün. Aber nicht irgendwelche. Und nicht irgendwie hergestellt. Sondern aus Recycling-Materialien, vor allem aus Fischernetzen, die zu Tausenden von Tonnen die Weltmeere und Strände verschmutzen.

Firmengründer Thomas Kimber
Karüngründer Thomas Kimber

Nun, Recyclingmaterial ist an sich noch nichts Besonderes, das machen viele. Auch die Tatsache, dass man getragenen Brillen zurückgeben kann und dafür 25% auf die nächste Brille bekommt, reißt mich noch nicht vom Hocker. Aber der nächste Schritt ist radikal anders: Kimber hat ein Geschäftsmodell entwickelt, das nicht seiner persönlichen Bereicherung dient, sondern das Geld, das seine Produkte erwirtschaften, fließt in Mikro-Businesses der meist bettelarmen Bevölkerung Chiles und damit zum großen Teil in die Rettung der Natur. Niemand muss Raubbau an der Natur betreiben, um sich zu ernähren. Sprich: örtliche Fischer, Bauern etc sammeln im Nebenerwerb die alten Fischernetze, alte Metallteile oder Plastik, bringen es zu Karün und werden dafür fair entlohnt. Mit diesem Verdienst ist es plötzlich möglich, Kinder studieren zu lassen oder das lang erträumte Lokal zu eröffnen.

Die grünsten Sonnenbrillen der Welt?

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf der Produkte finanziert Karün ein spannendes 4-Jahres-Programm mit über 600 ländlichen Unternehmern in der traumhaften Natur von Cochamó und dem Puelo River Valley (Nordpatagonien). Dieses Programm wurde zusammen mit Sozialpartner Balloon Latam entwickelt und zielt darauf ab, durch die Arbeit mit der lokalen Gemeinde zum Schutz von 400.000 Hektar unberührter Natur beizutragen. Es sollen noch viele Hektar dazukommen. Dafür muss Karün mehr Geld verdienen. Die Brillen sind grün, aber auch topmodisch und sehr stylish. Deswegen steigt das Brillenunternehmen ins Big Business ein, hat internationale Handels-Partner gewonnen (In Deutschland Apollo) und bekommt sogar höchst prominente Unterstützung…

Hollywood-Luxus trifft Umweltengagement

Testimonial Karün Shailene Woodley
Shailene Woodley modelt ihre selbst designte Brille Foto: Karün

Schauspielerin und Hollywoodstar Shailene Woodley ist jetzt Testimonial für Karün. Nicht nur einfach so, sie hat die Firma in Patagonien besucht und die Modelle, die sie bewirbt, auch selbst entworfen. Sie passt wirklich gut – sie setzt sich sehr aktiv für den Umweltschutz ein. Laut Wikipedia wurde Woodley als Teilnehmerin einer friedlichen Protest-Demonstration gegen die geplante Dakota-Access-Ölpipeline in Fort Yates in North Dakota in der Standing Rock Sioux Reservation wegen unbefugten Betretens festgenommen. Sie ist im Vorstand der Organisation Our Revolution, die während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 von Bernie Sanders gegründet wurde. Und vergessen wir nicht: Ihr Durchbruchsfilm „Decendants“ geht darum, dass sich eine Familie streitet, ob aus einem Stück Land auf Hawaii ein Hotelkomplex oder ein Naturschutzgebiet entstehen soll. Ratet mal, auf welcher Seite sie steht… Woodley ist nicht die einzige Unterstützerin, auch National Geographic ist Partner von Karün. Die wurden von der Geschäftidee überzeugt, aber auch von der Freundschaft, die die Menschen dem Projekt entgegenbrachten: „Man kann viel faken, aber nicht die herzlichen Umarmungen der Mitarbeiter“. Vielleicht schaffen es die Sonnenbrillen, die Zukunft in Chile etwas heller werden zu lassen?

Manchmal kommen einem in der Arbeit so fantastische Projekte unter, dass ich sie euch einfach vorstellen muss – auch auf die Gefahr hin, dass ihr mir vorwerft: „Klar findest du das gut, dass ist ja auch ein Kunde“. Ich darf euch versichern, dass es nicht so ist. Mein Arbeitgeber würde mich nie bitten, etwas im Blog zu pushen. Im Gegenteil – da hat man eher Bedenken. Ich in diesem Fall nicht. 

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