Blogging

Ich kann grad nimmer – sorry für nur wenige Blog-Artikel

Ich weiß, momentan sieht es aus, als ob ich sehr faul wäre, was den Blog anbelangt. Vielleicht ist das auch so. Fakt ist aber, derzeit sind meine Kräfte nur begrenzt. Beruf, Privatleben, Freunde – all dem möchte ich gerecht werden, und ich merke, dass gerade momentan für den Blog nicht so viel Zeit ist, wie es passen würde. Denn Artikel sind ja nicht einfach so geschrieben, es braucht Recherche, Fotos, Bilder aus anderen Quellen, ein Artikel muss geschrieben werden, redigiert – das geht leider nicht so schnell. Und ich möchte nicht totalen Mist abliefern.

Was würde ich für einen Restaurantbesuch geben!

Und vor allem: ich kann grad nicht mehr. Auch (oder weil) das soziale Leben so limitiert ist, muss ich haushalten mit dem Bisschen, was ich habe. Ich bin meist todmüde, unmotiviert, ein wenig depressiv. Ich kann nicht mehr. Das Warten, dass es endlich, endlich richtig losgeht mit dem Impfen, dass endlich ein Ende in Sicht ist, was den Lockdown (wir erinnern uns, der war mal als „Wellenbrecher“ im November angesetzt) betrifft? Ich mag meine Freunde nicht mehr leiden sehen. Ich mag das alles nicht mehr sehen. Ich will nicht mehr online bestellen müssen.

Am Dienstag habe ich meine Tante zum Impfen in Rosenheim begleitet und es hat mir das Herz zerrissen, die gesamte Innenstadt gleicht einer Geisterstadt, ohne Übertreibung sind ein Viertel der Geschäfte für immer zu. Sowas beschäftigt mich, es lässt mich schlecht schlafen. Schwimmen, Sauna, Massage – alles, was mich früher wieder aufgemuntert hat, geht nicht. Keine Bars, keine Lokale  – ich möchte so gerne ein Schnitzel im Truderinger Wirtshaus essen, eine Pizza im Eataly, Peking Ente im Fuyuan, ich möchte nicht mehr jeden Tag daheim essen. Einen Cappuccino in einem Cafe, nicht to go. Das zehrt alles an mir, laugt aus, höhlt aus. Die Miesmacher, die Panikmacher, die, die seit einem Jahr daheim sitzen, die machen mich so fertig wie die, die sorglos im 40köpfigen Familienverband im Park rumlaufen.

Ich bin so wütend auf Politiker, die sich bereichern und uns einsperren, die nichts voran bringen beim impfen, alles zusperren, aber am Flughafen nicht kontrollieren, Geschäfte zu, aber das Fließband bei Daimler und VW auf.

Aber ich liebe diesen Blog, schreiben, reisen, versuchen, ein Paar klimafreundliche Routinen zu vermitteln. Das ist mir wichtig. Deswegen bitte ich um Nachsicht, das wird wieder.

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

3 Kommentare zu “Ich kann grad nimmer – sorry für nur wenige Blog-Artikel

  1. Hallo Katrin,

    I feel you dermaßen. Wenn nicht so viel fachlich gerade zu erledigen wäre, was mich ablenkt, würde ich wohl langsam reif für die Klapsmühle sein. Es sind ja halt doch die einfachen Dinge, die man vermisst.

    Ich habe mich jahrelang vielleicht einmal im Monat mit meinem besten Kumpel auf halbem Wege in unserer Wohngebietskneipe auf ein (bis fünf) Bier getroffen. Einfach mal dumm schwafeln, altklug daher seiern, all das. Seit einem Jahr geht das nicht. Man denkt sich immer, dass das nicht so schlimm ist. Aber wir sind beide keine Stubenhocker und WhatsApp-Sprachnachrichten-Austauscher. Uns fehlt das schon.

    Oder mit meiner Frau: Was bin ich gern einfach mal bei uns um die Ecke in das kleine gutbürgerliche Restaurant gegangen, wenn wir abends keine Lust auf selbstgekochtes hatten. Oder Kabarett, Kino, sowas. Klar, man macht mal nen Spaziergang. Aber ist das ein Ausgleich? das kann mir doch niemand erzählen.

    Und dann sehe ich in den Nachrichten, dass man mal wieder lachend in die laufende Kreissäge läuft, indem man bei steigenden Zahlen einfach mal öffnet. Das macht unfassbar müde. Wir haben es uns das zweite Mal abgeschminkt, unseren Hochzeitstag Anfang Juni in einem hochklassigen Wellness-Hotel zu feiern. Aber klar, Malle ginge. Verstehe einer diese gaga-Entscheidung.

  2. Das verstehe ich sowas von Katrin.
    Ich muss mir im Moment auch ein bisschen was aus den Fingern saugen, weil ich irgendwie meine Normalität beibehalten will. Also wird Mittwochs und Sonntags geblogt, auch, wenn es nun überwiegend um Bücher geht…
    Es ist wie es ist. Wir müssen durchhalten. Alle und überall….nicht, dass Du das nicht wüsstest….ich sach ja nur….

    LG und trotzdem schönes WE,
    Nicole

  3. Ich weiß, es hilft wenig, aber ich empfinde genau das Gleiche.
    Man wird regelrecht mürbe und lustlos gegenüber allem, auch dem, was erlaubt wäre.

    Und auf der anderen Seite:
    „Mir doch egal“ höre ich immer öfter und weiß von Leuten, die sich über die Kontaktverbote hinwegsetzen, sich „zufällig“ am Wochenende beim langen Gruppen-Spaziergang treffen und andere, die mittags in den Firmen im Pulk Pause machen.
    Home Office? Pustekuchen. Bloß in die Firma, bloß unter Leute kommen.

    So schaut’s nämlich aus.

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