Nachhaltigkeit

In Nord-und Ostsee: helft mit, die Schweinswale zu retten

Als ich ein kleines Kind war, hat mir mein Vater immer aus einem Buch vorgelesen: Der Leuchtturm an den Hummerklippen. Das Buch erzählt von den Hummern Helgolands, die sich auf die Felsen setzen und sich gegenseitig Geschichten erzählen. Ich fand das damals großartig, und weckte in mir die Sehnsucht nach der See. Es dauerte noch ein lange Zeit, bis ich wirklich an einem Meeresufer stand – und noch viel länger, bis ich tatsächlich einmal die Nordsee bewundern konnte. Auf meiner Reise letztes Jahr durfte ich wieder feststellen, wie großartig Nord-und Ostsee sind. Aber diese Meere am Rand Europas sind nicht nur schön, sie sind auch extrem gefährdet.

Der Schweinswal ist vom Aussterben bedroht

Ein enorm wichtiger Bewohner dieser Meere ist der Schweinswal. Doch da schwimmt er schon lange nicht mehr glücklich vor sich hin, im Gegenteil. Die Fischerei in der EU wurde immer „effektiver“: um große Mengen Meeresfrüchte und Fisch zu fangen, werden riesige Netze, kilometerlange Angelleinen und Seile, aufgebaut, die mit Fallen auf dem Meeresboden verbunden sind. Aus dem Lebensraum von Walen und Delfinen wurde so ein lebensgefährliches Labyrinth! Der Schweinswal verfängt sich und findet dort seinen qualvollen Tod. Die sogenannten Stellnetze sind für Schweinswale besonders gefährlich, da sich diese am Meeresboden befinden und die Tiere nahe am Meeresgrund nach Nahrung suchen. Aber auch Unterwasserlärm, Plastikmüll im Meer, Schiffsverkehr, der Klimawandel, Lebensraumverlust sowie fehlende Nahrung setzen dem Schweinswal zu. Mehrere Hundert sterben jedes Jahr allein vor den deutschen Küsten. Deswegen ist die Art sehr gefährdet und akut vom Aussterben bedroht. 

Toter Schweinswal an der Küste – so ein trauriges Bild – Michael Scheer für WDC

Gleichzeitig unterliegt die Stellnetzfischerei praktisch keinen Einschränkungen, weder in Deutschland noch irgendwo anders in Europa. Der Skandal: Selbst in Meeresschutzgebieten, die speziell für Schweinswale eingerichtet wurden, dürfen die tödlichen Netze bis heute eingesetzt werden. Die EU mahnt den Artenschutz an, aber passieren tut nichts. Hier versagt unsere Politik (mal wieder Frau Kloeckner) auf ganzer Linie. Es macht mich mittlerweile nur noch wütend, wie sinnlos Raubbau mit unserer Natur getrieben wird. Wozu gibt es Schutzgebiete, wenn die dann doch ignoriert werden dürfen?

Der Schweinswal ist auf dem Papier eine streng geschützte Art, niemand darf ihn stören, verletzen oder gar töten. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Ich möchte euch bitten, bei der Rettung dieser wundervollen Tiere mitzumachen, für die die die WDC kämpft, die Whale und Dolphin Conservation, eine gemeinnützige Organisation zum Schutz der Meeressäuger.

Was wir tun können: zB Petition unterschreiben

Der erste Schritt ist, die Petition zu unterschreiben. 

  • Stellnetze raus aus Meeresschutzgebieten! Die Bundesregierung muss die von der EU angemahnten Maßnahmen zur Verbannung von Stellnetzen aus Schutzgebieten sofort umsetzen und langfristig kontrollieren – für alle deutschen Meeresgewässer!
  • Beifang verhindern: Außerhalb von Schutzgebieten müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Beifang von Walen effektiv zu verhindern, etwa räumlich-zeitliche Einschränkungen der Fischerei oder auch der übergangsweise Einsatz von Pingern.
  • Alternative Fischereimethoden: Bund und Länder müssen alternative Fischereimethoden massiv fördern und ein umfassendes Konzept für eine Fischerei vorlegen, die sowohl umweltfreundlich ist, als auch den Bedürfnissen der Fischer*innen gerecht wird.

Und wir können als Touristen in den Regionen laut werden und immer wieder darauf hinweisen, dass dieses Thema für uns wichtig ist. Wen da genug Druck aufgebaut wird, ist es für die Entscheider noch relevanter. 

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