Ärgernisse des Alltags einrichtung Nachhaltigkeit

6 Tipps, sich den Lockdown erträglicher zu machen oder: mit Stil verschlampen

Ich gebe zu, es geht mir auf die Nerven. Dauernd daheim, mit Spaziergängen im nahen Park. Wenn der Lebensmitteleinkauf der Höhepunkt der Woche ist und ich sehnsüchtig auf die neue Staffel Bachelor warte. Ich hab das echt durchgespielt. Brot backen, Kefir ansetzen, Stricken, Abwarten und Tee trinken. Ja. Lockdown macht mir echt keinen Spaß mehr. Im ersten Lockdown hab ich noch eine Strickjacke gestrickt, viel gemalt. Damals fand ich noch die Ruhe ganz angenehm und genoss es fast, nicht dauernd irgendwelchen gesellschaftlichen Verpflichtungen hinterherhecheln zu müssen, ist es jetzt einfach fad und frustrierend. Auch, weil das Licht am Ende des Tunnels immer weiter weg rückt. Ich hab gehofft, im Frühsommer wäre ich dran mit dem Impfen. Danach ab in den Flieger, der Sonne entgegen. Ich hoffe ja immer noch, aber die Hoffnung schwindet, vernebelt von Mutantenschwaden und Jens Spahn, der uns auf die Folter spahnt und die Impfungen dank Missmanagement weiter versemmelt. Deswegen hab ich jetzt beschlossen, in der Isolation mit Stil zu vergammeln. Wie so ein englischer Exzentriker im 19. Jahrhundert. Ein paar Ideen dazu stelle ich euch hier vor.

1. Schaffell-Pantoffel von Sleeper

Homewear ist das Thema der Stunde. Wer Aktien von Unternehmen gekauft hätte, die Yogapants herstellen, Jogginghosen, überweite Pullover und Sweatshirts – der hätte aufs richtige Pferd gesetzt. Der Trend hat im erstem Lockdown begonnen und ist irgendwie geblieben. Mittlerweile ist diese Art der Mode absolut bürotauglich. Ich war schon immer Fan eher legerer Kleidung und hab mich nicht besonders umstellen müssen. Ich zB immer schon ein Fan der sehr nachhaltigen, ukrainischen Marke Sleeper, die Pyjamas oder Nachthemden so designt, dass sie auch als normale Kleidung getragen werden können. Ich gestehe, in sorgloseren Sommern war ich mit den „Nachhemden“ schon öfter im Büro, gemerkt hat es niemand. Was wäre also passender fürs Homeoffice? Momentan sind deren simple, aber superwarme Pantoffel aus zitronengelbem Schaffell bei mir der Dauerbrenner, damit fühle ich mich wirklich wohl daheim. Kuschelig, aber auf eine nerdige Art stylisch. Ich kann nicht garantieren, dass ich im Sommer damit nicht ins Büro gehe – falls es bis dahin wieder möglich ist.

2. Hippe Hippie-Haarspangen von Manesteen

Ich hab die Haarspangen bei Oberpollinger entdeckt, als kurz mal wieder die Geschäfte auf waren. Ich hab es leider versäumt, im Sommer zum Friseur zu gehen und hab nun eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Wookie. Um die Haare irgendwie in Form zu halten, sind die kitschigen Hippie-Haarspangen aus Dänemark der Knaller. Sonne, Mond und Sterne, kleine Schlangen oder Blüten aus Bakelit mit Strass verziert sind wunderbar abgedreht und machen mir gute Laune – und das brauch ich derzeit am Nötigsten. Ab 10 Euro aufwärts sind sie preislich auch sehr okay. Ich hab mir eine ganze Kollektion davon angelegt.

3. Irrwitzige Beautyroutinen

Es gibt so viel, was du mal ausprobieren willst? Jetzt hast du die Zeit dazu. Guan-Sha-Massagesteine fürs Gesicht, Microneedling für daheim, Hyaluronmasken, Seren, Quarkmasken, Schaummasken, dafür eignet sich jede Netflix-Session auf dem Sofa. Dazu komplette Fingernagel-Routinen, babyweiche Füße… in Ermangelung von lieben Dienstleistern, die das für einen übernehmen, muss man das eben alles allein machen. Das gehört zu den Dingen, die ich am meisten vermisse: mich mal wieder in einem Beautysalon rundum verschönern lassen. Sich etwas richtig Gutes tun und sich etwas Luxus gönnen. Ich versuche es zuhause etwas aufzufangen. Dazu wird es noch einen eigenen Artikel geben.

4. Teesorten fürs Daheimbleiben

Keine Cafes, keine gemütlichen Schokoladensessions – zuhause ist Teatime angesagt. Aber dann zumindest Tees der allerfeinsten Qualität. Man gönnt sich ja (gezwungenermaßen) sonst nichts. Ich hab eine ganze Menge Tees da, die mich durch den Tag bringen. Klassischer Yogi-Chai-Tee, Lebkuchentee von Sonnentor oder die Tees von TWG, die ich in Singapur zum ersten Mal kennengelernt habe. Ein Tag, der mit Breakfast Yuzu Tee beginnt, beginnt gut.

5. Clubhouse

Die App ist derzeit der Hype. Wenn man die großen Räume meidet, in denen sich die großen Influencer, TV-Stars und Mediendiskuttanten gegenseitig beweihräuchern, ist es genau das, was ich in dieser Zeit gesucht habe. Ich kann mich einfach mit Leuten unterhalten. Macht einfach Spaß und ist oft auch recht erhellend. Aber man muss aufpassen, die App macht total süchtig. Und man kann gut Tee dabei trinken…

6. Der Spruch „Aufräumen, nur wenn Gäste kommen“ funktioniert einfach nicht mehr

Deswegen kommen kommende Woche Tipps zum nachhhaltigen Putzen. Bleibt dran.

 

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

7 Kommentare zu “6 Tipps, sich den Lockdown erträglicher zu machen oder: mit Stil verschlampen

  1. Little_Lucrezia

    Ich schaffe es bisher immer noch sehr tapfer, meine Wohnung so zu haben, dass jederzeit jemand vorbeikommen könnte… Ich bin ehrlich, ich bin keine Sportskanone, von daher ist anscheinend Putzen mein Sport und seit ca. 2 Monaten trainiere ich mit einem Hula Hoop-Reifen (seitdem habe ich im Homeoffice keine Rückenschmerzen mehr). Ich weiß, total verrückt mit dem Putzen und lohnt sich nicht, aber so fühle ich mich wohl. Ich habe mir insbesondere für’s Homeoffice ein paar Rituale „erhalten“: Jeans tragen, Schminken, Nägel lackieren, bis hin zu Parfum benutzen. Meistens mache ich mir Morgens mein Duftlämpfchen an und stelle mir eine Kanne Tee ins Homeoffice. Dann kann ich produktiv sein. Dennoch hat sich über die letzten Wochen und Monaten eine latente Müdigleit eingeschlichen, die einfach nicht weggehen will, egal wie viel ich schlafe. Vielen meiner Kolleginnen und Kollegen geht es ähnlich, da wünsche ich mir dann doch ab und an, dass ich einfach Mal so in den Tag hineinleben könnte… Dennoch bin ich dankbar dafür, dass ich einen Job habe, der meine Existenz sichert, das ist also mein Jammern auf hohem Niveau…

    • katrin hilger

      Ich finde nicht, dass du auf hohem Niveau ist jammerst. Es ist eine enorm belastende Situation und jeder und jede hat das Recht, davon erschöpft zu sein, auch wenn es anderen schlechter geht. Toll, dass du dir schöne Rituale beibehältst! Ich drück dich, liebe Grüße Katrin

  2. Ich bin, glaube ich die einzige, die den Putzwahn entflohen ist. Meine Wohnung hätte nach wie vor, noch nötig. Dafür aber, mit Tee kenne ich mich schon aus 😄 Freue mich schon auf dem dritten (nicht geplanten, überraschenden und angedeuteten) Lockdown. Liebe Grüße!

  3. Putzen wird total überschätzt. Waschen übrigens auch 🙂

  4. Mir geht es genauso! Die Putzarie ist so ein Thema… – hast Du nicht Vorschläge wie man es deligieren kann und wir machen nur noch das Controlling – gibt es da keine App??
    Die App Clubhouse setzt voraus, das man /frau ein iphone besitzt, eingeladen wird und es wird vorausgesetzt, dass die gesamten Kontaktlisten übertragen werden. Eingeladen werden, kein Problem, iphone vorhanden. Will ich meine gesamte Kontaktlisten weitergeben?
    Nur für einwenig Bla, bla bla?
    Schönes WE lg M Kuhl

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