Nachhaltigkeit

Jetzt könnt ihr alle einpacken – mit Wachstuch oder Furoshiki!

Es ist ein Dilemma: zum einen wissen wir, wie viel Freude ein schön verpacktes Geschenk macht. Die Vorfreude beim Anblick, das Wertschätzen der Mühe, die sich jemand gemacht hat, das Geschenk liebevoll zu dekorieren – das hebt den Wert ganz einfach. Und erst der Spaß beim Auspacken! Aber auf der anderen Seite all das Papier und Plastik, die ganze schöne Verpackung ist nach dem Auspacken einfach nur noch Müll. Aber manche Völker sind da (mal wieder) einfach schlauer als wir, die Japaner zum Beispiel, die ihre Geschenke in Tücher einpacken. Furoshiki nennen sich die Tücher aus Baumwolle oder Seide, die wundervoll bedruckt als Verpackung dienen. Das Geschenk kommt schön an, wird vor den Augen des Gastes zeremoniell entpackt – aber das Tuch, in das es kunstvoll gewickelt ist, ist kein Geschenk, das nimmt der Geber nachher wieder mit. Die Tücher sind oft Familenerbstücke, klar, dass man die nicht mitschenkt. Das habe ich so beim Furoshikiworkshop von Yuki von Kawaii München gelernt – denn das Verpacken auf japanische Art ist eine Kunst für sich. Da gibt es spezielle Wickeltechniken und Knoten – und zum Schluss kommt eine zauberhafte Verpackung heraus. Vielleicht kann man – den deutschen Gewohnheiten angemessen – nicht ins jahrhundertealte Erb-Furoshiki verpacken, sondern ein günstiges neues Tuch, das dann eben zum Geschenk gehört. Dann sind die Gesichter nicht so lang, wenn man nachher mit dem tollen Tuch wieder abzieht.

Ich hab mittlerweile Furoshikis in allen Größen, damit kann ich so gut wie alles verpacken. Es gibt Anleitungen im Netz, sonst möchte ich euch Yukis Kurse ans Herz legen, die jetzt – wie so vieles Schöne und Künstlerische – leider nicht stattfinden können. Aber es gibt die Tücher online bei ihr zu erwerben. Auch Lush bietet diese Art Verpackung an. Snobs können ja ihren Champagner in ein Hermèstuch wickeln, wer ko, der ko.

Wachstuch – ideal für Plätzchen

Aber es werden ja nicht nur Bücher, Spielzeug oder andere Geschenke verpackt, sondern auch Lebensmittel. Dafür möchte ich euch keine Plastikbeutel empfehlen, sondern ein schönes, deutsches Manufakturprodukt: Bienenwachstuch von Toff und Zürpel oder von Gaia. 

Bienenwachstücher sind natürliche und wieder verwendbare Alternativen zur Frischhaltefolie. Baumwolltücher, beschichtet mit Wachs, Pflanzenölen und Baumharz halten sie Plätzchen, Brot oder Käse frisch – oder was ihr sonst in Folie packen würdet. Nur heißes Essen oder rohes Fleisch sollten nicht mit den Tüchern in Berührung kommen. Bienenwachs ist ein natürliches Konservierungsmittel. Toff & Zürpel verwendet nur überschüssige Wachsreste von Bioimkereien, nachhaltiger geht es nicht. Bei guter Pflege halten die Tücher zwei Jahre. Da spare ich jede Menge Plastik ein! Und: ich finde, die Tücher sehen sehr schön und appetitlich aus, sind zusätzlich zu Plätzchen ein tolles Geschenk. Schenkt euch Liebe, kein Plastik!

Und noch ein letzter Tipp – Wenn ihr derzeit Kartons in Massen habt, weil ihr viel bestellt, fragt doch mal Bekannte im Einzelhandel, die freuen sich über Packmaterial, wenn sie Waren jetzt verschicken. Müll gespart, Geld gespart.

2 Kommentare zu “Jetzt könnt ihr alle einpacken – mit Wachstuch oder Furoshiki!

  1. Vielen Dank für die tollen Anregungen – ich finde die Furoshiki total hübsch. Und die Wachstücher sehr sinnvoll. Muss ich mal ausprobieren!

    • katrin hilger

      Danke Ute. Es freut mich immer, wenn jemand was Inspirierendes mitnehmen kann.

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