Blogging Nachhaltigkeit

1000 und ein Gedanke und eine Art Schreibblockade

Hi und sorry – ich war jetzt gerade länger nicht mehr aktiv. Und dass, ohne mich abgemeldet zu haben. Un-er-hört. Aber das hatte seine Gründe. Ich hatte Urlaub und war in Griechenland und Italien unterwegs und wollte die Zeit mal nutzen, über alles nachzudenken. Also wirklich über alles. Es gibt so Zeiten im Leben, da muss alles auf den Prüfstand. Und 2020 ist so ein Jahr. Es hat sich in mir so einiges angestaut, über das ich mal grübeln musste. Beruf? Passt. Da bin ich derzeit glücklich. Beziehung. Meist glücklich. Das ist schon viel, auch wenn es da Punkte zum Abarbeiten gibt. Aber nichts, was grundsätzlich geändert werden müsste oder weg kann. Das nicht. Ich muss nur einfach ein bißchen mehr auf mich Rücksicht nehmen und weniger auf andere, dann ist es für beide Seiten ausgeglichener.

Andere Dinge machen mir mehr Kopfzerbrechen. Zum einen meine permanente Traurigkeit, die von der Covid-Situation noch weiter verstärkt wurde. Für die werde ich mir jetzt professionelle Hilfe holen, es kann nicht sein, dass ich das gesamte Leid der Menschheit auf meine Schultern lasten will. Ich bin traurig über die Kranken, über die ruinierte Wirtschaft, über die Umwelt, die sich trotz Covid immer weiter verschlechtert. Traurig über Flüchtlinge und Kriege. In Samos habe ich über der Bucht von meinem Hotel aus den Wald neben den Camps brennen sehen. Es erschien mir wie ein makabres Bild meines Lebens. Ich hier, mit Cocktail in der Hand sehe der Welt beim Brennen zu…Das hat dazu geführt, dass es mir immer weniger Spaß machte, hier oder auf Instagram zu schreiben. Was soll ich euch Rezepte, Modetipps, Umweltgedanken vorstellen, wenn die Welt brennt?

Außerdem hab ich mir lange darüber Gedanken gemacht, was werden soll auf Social Media. Soll ich diesen Blog überhaupt weiterführen, denn: wer liest noch? Kleine Bilder mit einem Sinnspruch, #moreSelflove #quoteoftheday – das ist den meisten genug. Wofür mich hier mit Texten abmühen? Video ist das Ding, Reels und TicToc-Videos und Fleets. Oder Podcasts. Wie weit will ich gehen, um mich auch einzureihen in die Instaaccount mit 5stelligen Followerzahlen? Da habe ich drüber nachgedacht, was zu mir passt. Ich bin ein Text-Mädchen. Und das werde ich bleiben. Aber ich werde den Blog hier mit Podcasts erweitern. Zwei Buchprojekte habe ich am Start. Aber ich liebe meinen Blog hier, ich werde ihn weiter bedienen. auch aus Dankbarkeit für all die treuen Leserinnen, auf die ich sehr stolz bin und die mich sehr glücklich machen. Nur das Thema wird sich ein wenig erweitern. Ich möchte euch mehr von meinen Erkenntnissen erzählen, meinen Erfahrungen als Mitte 50 Frau. Was ich früher anders gemacht hätte, Gedanken über die Welt und mich. Schön, wenn ihr da bei mir bleibt und weiterhin lest, was ich zu sagen habe…

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

11 Kommentare zu “1000 und ein Gedanke und eine Art Schreibblockade

  1. Liebe Katrin,

    bitte hör nicht auf mit Deinem Blog! Ich binzufällig darauf gestoßen und finde bei Dir immer wieder ineressante Aspekte und Denkanstösse. Vielen Dank dafür.

    Ich bin zwar auch auf Instagram präsent, versuche aber bewusst, sowohl meine Posts als auch die Zeit dort zu limitieren. Ich liebe Bücher und Texte und stehe dem Podcast-Hype ein bisschen verständislos gegenüber. Es muss nicht alles leicht und oberflächlich sein…..

    In diesem Sinne mach weiter und liebe Grüße
    Erika
    I

    • katrin hilger

      Hallo Erika, danke dir! Das ist so lieb. Ich gebe mir Mühe, weiterzumachen 🙂

  2. Nigel Tufnel

    Ich reihe mich in die Gruppe der Personen ein, die auch lieber Text lesen als Videos zu schauen.
    Von daher möchte ich dich ermuntern, beim Bloggen zu bleiben, da ich deine Texte sehr gerne lese. Du denkst auch mal „gegen die Richtung“, was zwar nicht immer ganz zuende gedacht ist, aber deine Texte können einen auf jeden Fall auf frische Ideen bringen.
    Die Idee mit den Podcasts finde ich super. Ein weiteres Medium, mit dem du wieder andere Leute erreichen kannst. Und man ist an andere Rahmenbedingungen gebunden; es geht eher um die Wahrnehmung von Zeit als um die Länge von Text, man kann andere Formate machen, die dann aber auch entsprechend aufbereitet werden müssen (Timecodes, Sprungmarken etc.)
    Wenn du mal einen Gesprächspartner für einen Podcast über die aktuelle Situation suchst, würde ich gerne einspringen 😉
    Viele Grüße, NT
    (But this one goes to eleven!)

  3. Ich habe das Gefühl, dass es vielen Leuten im Moment so geht. Vielleicht hat das mit dem aufziehenden Herbst zu tun und mit den Befürchtungen, die im Hinblick auf Corona damit verbunden sind. Meine Nichte wurde vor ein paar Tagen negativ getestet, heute folgte mein Großneffe (6). Er hat hohes Fieber und Halsschmerzen. Hoffentlich ist da nichts. Die ganzen anderen Meldungen, die wohl die meisten nur als belastend und beunruhigend empfinden (der neue Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan). Wenn man, wie du auch noch in unmittelbarer Nähe eines dieser Krisenherde (Samos) war, wird das niemanden unberührt lassen. Ich hoffe mal, dass sich für dich – für uns alle – bald auch mal wieder ein paar positive Tendenzen abzeichnen werden. Mein Vater hatte einen der wichtigen Paragrafen der kölschen Lebensweisheiten verinnerlicht. Er sagte immer: Et jeht immer wigger, Jong… In diesem Sinne. Kopf hoch und weiter schreiben.

    • katrin hilger

      Ja, das ist gut möglich. Viele Leute sind nervös. Ich hoffe, deine Nichte hat „nur“ eine Erkältung und nichts Schlimmeres. Ich hatte irgendwie nie Angst vor Corona, aber ich hatte Angst vor all den sozialen Folgen..

  4. Blogs werden bleiben, wie auch das gute alte Buch bleiben wird, sagte mein 25 Jahre alter Sohn. Ich bleibe dir als Leserin treu. Und es ist halt DIE Situation, die uns aus dem Gleichgewicht bringt. Gleichzeitig zeigt sie uns aber auch, was wirklich ist. Das gilt herauszufinden

  5. Liebe Katrin,

    ich hatte auch so eine Sinnkrise. Ich darf gar nicht daran denken. Das führte dazu, dass ich weniger bis kaum noch über politische Themen blogge. Ich stand auch kurz davor, mein geliebtes Baby einzustampfen. Aber durch den Einfall, Hightech, Gesellschaft von morgen, Digitalisierung und all das den Menschen näher zu bringen, habe ich einen neuen Anlauf gewagt.

    Du bist ein Textmädchen. Sehr schön. Ich bin ein Textjunge. Ich konnte noch nicht so viel Instagram und Co. abgewinnen. Von TikTok fange ich da gar nicht erst an. Mit meiner neuen thematischen Ausrichtung habe ich zwar wieder zur Freude am Bloggen zurück gefunden. Aber die Besucherzahlen sind schon gehörig eingebrochen, ich schätze um die 30%. Kann man das ab, ist das kein Problem.

    Ach ja, und privat und im Job muss es natürlich halbwegs rund laufen. Anderes hält einen dann in der Sinnkrise gefangen. Ich freue mich jedenfalls, dass es in deinem Blog weitergeht. Nicht mal nur wegen dem, _was_ du schreibst. Sondern vor allem deshalb, _wie_ du irgendwas schreibst.

  6. Ich drück Dich meine Liebe – und ICH lese Deinen Blog total gerne und gehe total gerne mit Dir auf Events und ratsche mit Dir total gerne und freu mich jetzt schon, wenn wir uns wiedersehen. Baci Sabine

  7. katrin hilger

    Danke für deinen wertvollen Kommentar. Ja, genau das ist es. Ziele setzen und weitermachen. Nur habe ich im vergangenen Jahr ein wenig die Ziele aus den Augen verloren oder sie haben sich verschoben. Deswegen hab ich jetzt die 14 Tage weg aus München genutzt, um intensiv nachzudenken. Was will ich? Was ist gut für mich? Das ist nicht immer das Gleiche…

  8. Hallo Katrin, Danke für Deinen Post. Es ist keine selbstverständliche Sache, seine Gedanken so freimütig zu äußern. Aber gut, so wissen wir, wie es Dir dabei geht und können es mit unseren Seelenzuständen vergleichen.

    Die Bedingungen der Welt, die Du schilderst, sind ja exakt die gleichen für Dich, mich und Andere, die ebenfalls mit brennenden Lagern, Flüchtlingskinder und Ovid-19 News bombardiert werden.

    Im Gegensatz zu Dir bin ich nicht grundsätzlich traurig, weil ich verantwortlich bin für ein Team von Menschen, denen ich Gehalt zahlen muss. Regelmäßig, jeden Monat. Also, muss das Leben weitergehen. Im Sinne des Lebens für die Anderen. Das hält den Kopf ständig oben. Verantwortung für Andere kann eine Medizin sein, weil es im weitesten Sinn auch mit der Welt im Gesamten zusammen hängt.

    Mein zweiter Punkt, der mich stützt, ist einfach die Tatsache, dass es Themen gibt, die mir Spaß machen. Das kann Reisen sein, das eben sehr viele Verbindungen mit anderen Menschen bringt, völkerverbindende Kontakte und manchmal helfen Menschen in der dritten Welt Mitgefühl und ein Like, oder Smiley. Natürlich ist das nicht alles und nicht zu vergleichen mit wirklichen materiellen Hilfen, aber manchmal ist Mitgefühl mehr als man denkt.

    Der dritte Punkt ist eine Perspektive. Ich setze mir Ziele, die ich jetzt nicht im Einzelnen verrate und diskutiere, aber die mir eine klare Handlungsebene geben, die mich fordern und antreiben. Diese Ziele sind wichtig, um nicht in Apathie zu versinken.

    So, das ist mein ‚Zustand‘ 🙂

    ps: Never give up. Nie aufgeben. Leichter gesagt als getan. Aber trotz allem: Das Einzige, was hilft. Und Humor. Wie war das mit dem Geheimdienstagenten, der zu seinem Kollegen sagte: Was denkst Du über das Regime? – Das gleiche wie Du. – Dann muss ich Dich leider verhaften!

    Humor hilft. auch in finsteren Zeiten. pps: Das geht auch mit Instagram und Facebook 🙂

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