Gesellschaft Nachhaltigkeit

So eine Grundtraurigkeit derzeit…

Irgendwie fällt es mir schwer, zu Bloggen derzeit. Da ist so eine Grundtraurigkeit da. Objektiv gibt es in meinem Leben keinen Grund dazu – aber wir wissen ja, dass es oft keinen Grund braucht, traurig zu sein oder sogar depressiv zu werden. Das hatte ich schon mal – allerdings mit gutem Grund, damals hat mich der Tod meines Vaters völlig aus den Schuhen gehauen. Das ist es dieses Mal nicht, dieses Mal ist es anders. Dieses Jahr 2020 legt sich über alles wie eine müffelnde Decke, die alles an Freude und Spaß erstickt. Die Sonne und der Sommer sind eigentlich eine Zeit zum Fröhlichsein, zum Feiern und zum Geniessen von langen, warmen Nächten. Das will mir nicht gelingen. Dabei mache ich mir noch nicht mal besondere Sorgen um Corona. Das ist es nicht. Aber das, was das Virus bewirkt oder was es in den Menschen so auslöst, das macht mir Sorgen. Vielleicht bin ich einfach zu viel im Internet. Auf Twitter ist alles voll von Hysterikern, die sich am liebsten immer weiter einschließen möchten, eine geradezu irrationale Panik vor dem Virus entwickelt haben. Da gibt es ernsthaft Mütter, die ihre Kinder seit März nicht mehr so richtig rausgelassen haben. Ich kann Besorgnis verstehen aber das grenzt für mich schon an Kindesmisshandlung. Es gibt Menschen die sich Tag ein Tag aus darüber aufregen, dass Leute die Masken falsch oder gar nicht aufsetzen. Ja, das nervt mich auch, aber was hat man erwartet bei 85 Millionen Leuten? dass wir 85 Millionen vernünftige Virologen haben, die wissen wie man sich in jeder Situation richtig verhält? Wer sowas glaubt, die nerven mich genausowie die Gegenseite, die das Virus für ein Fake oder Witz hält – oder ein Unterdrückungsmittel von der Reptiloidengesteuerten Elite.

Die meisten Menschen sind hier in der Mitte, aber wie immer hört man von denen so wenig. Du hörst nur die Extremisten, die ohne Rücksicht Party machen oder die, die am liebsten ins Kloster gehen wollen.

Corona hat auch etwas Gutes

Ich frage mich immer noch, ob es notwendig gewesen ist zu tun was wir getan haben. Jedes geschlossene Geschäft, jedes „alles muss raus“ Schild, jedes Restaurant ohne Besucher, verwaiste Terrassen – das ist für mich ein Schlag in die Magengrube. Da leide ich nachhaltig darunter und das macht mir schwer zu schaffen. Die Münchner Innenstadt wird immer leerer und leerer… Mir schlägt es aufs Gemüt und auf die Kreativität. Dabei hat Corona sogar etwas Gutes: es hat uns einen kompletten Monat geschenkt. Ja, beim World Overshoot Day, das ist der Tag, an dem die Ressourcen die wir verbrauchen dürfen, aufgebraucht sind. Die letzten Jahre hat dieser Tag immer Ende Juli stattgefunden. Heuer ist er erst Ende August. Es ist also möglich, den Ressourcenverbrauch radikal runter zu regeln, aber um welchen Preis? Da fehlen mir überall bei allen Parteien und NGOs positive Visionen, wie wir unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft neu und besser denken könnten, ohne Millionen von Menschen ins Elend stürzen. Ich hätte da so einige Ideen, vielleicht sollte ich die mal hier aufschreiben. Aber will das wer lesen?

Sorry, euch damit zu behelligen, aber ich dachte es wäre nur fair, hier mal wieder eine Art Bestandsaufnahme zu geben…

6 Kommentare zu “So eine Grundtraurigkeit derzeit…

  1. Hallo Katrin, auch bei mir ist es ruhig geworden auf dem Blog. Zum einen liegt es an meinem veränderten Alltag und zum anderen tatsächlich daran, dass mir der Schwung fehlt. So vieles gäbe es zu sagen. Ich schließe mich Sven an : “ Ein Blog ist dazu da, seine Gedanken aufzuschreiben.“ Wir sollten nicht länger schweigen, sonderen unsere Gedanken wieder mit den Lesern teilen. So wie du es mit diesem Blogbeitrag getan hast. Liebe Gr´üße, Britta.

  2. Pingback: Stimmung - oder wie ist es bei dir so? | Alexander Schnapper

  3. Ein Blog ist doch dazu da, um seine Gedanken aufzuschreiben. Ob es am Ende dann wer liest oder nicht, sollte da zweitrangig sein, denn das wichtige ist doch das Aufräumen im Kopf. Also immer her mit den Ideen, wobei es ja nicht nur um ein paar Millionen Menschen geht, sondern um ein paar Milliarden, da sind Ideen immer wichtig und gern gesehen.

  4. Wahrscheinlich gehts vielen so, im Moment. Ich kann es nachvollziehen und habe selbst damit zu kämpfen. Dass FFF meint, diese Agonie als Beleg dafür hernehmen zu können, dass es beim Klima mit drastischen Maßnahmen „klappen“ könnte, macht mir Sorgen. Wahrscheinlich haben die Kids noch nicht überrissen, was da eigentlich vor unser aller Augen abläuft. Oder das als Beispiel für Maßnahmen gegen den Klimawandel zu nehmen, zeugt schon von großer Ignoranz. Nur würden die Anhänger von FFF natürlich sagen, dass sie diese Ignoranz allein bei mir sähen. Seis drum. Wir haben nur die Wahl, uns irgendwie durchzuwurtscheln.

  5. ps. und ja, an deiner Vision für unsere Gesellschaft bin ich interessiert. Schließlich weben unsere Gedanken und Ideen mit an dem, was und wie es werden kann!

  6. Liebe Katrin, ich kann deine Grundstimmung sehr gut nachvollziehen und in den letzten Wochen habe ich mich auch vom öffentlichen Leben inklusive bloggen zurück gezogen. nun entdecke ich auf deiner Seite einen Spendenbutton, den würde ich auch gern installieren. magst du mir einen Tipp geben, wie das geht oder wo ich mich schlau machen kann? Dankeschön von Susanne

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