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Zeitreisen-Mode für coole Frauen mit Humor

Die 80er und 90er Jahre sind wieder schwer im Kommen in der Mode. Die beiden Jahrzehnte werden bunt durcheinander gewürfelt – so richtig kann niemand mehr zuordnen, was gehört zu was. Ich muss immer feststellen, dass ich aus der Zeit relativ wenige Bilder habe, vielleicht nach dem Motto – wer sich erinnert, war nicht richtig dabei. Und ich darf euch versichern, ich war sowas von dabei. Ich weiß noch, in den 80ern hatte ich mal eine Dauerwelle, mal waren die Haare nach allen Seiten toupiert und dann wieder auf einen Zentimeter gekürzt – Horror, wenn ich das jetzt ansehe.  Dazu unglaublich klobige Schulterpolster, Strickjacken mit Applikationen, gestreifte enge Hosen und Tanktops ala Nena. In den 90ern hatten wir lange Haare, voluminöse Mähnen um den Kopf, gebändigt von wulstigen Samtbändern, und irgendwann dann Technofrisuren mit Sidebuns und Zöpfchen. Dazu überüberweite Hosen, Buffalosneaker und kleine Tanktops mit Glitzermotiven.

Offenbar können die Kids, die die Mode von damals wieder für sich entdecken, das alles auch nicht historisch genau zuordnen. Es ist wie ein Remix. Die schwarze Streetkultur trifft auf Grunge trifft auf Techno. Was damals so fein säuberlich getrennt war, verschmilz unter dem weichzeichnenden Blick in die Vergangenheit zu einem ganz neuen Stil. Die Versatzstücke sind wieder da, aber nicht korrekt zugeordnet: Radlerhosen zu Bikerboots, überweite Blazer über hautengen Trägerkleidern und Plateau-Sneaker. Ballonseide Blousons mit MC-Hammer-Pants. Yo! Pump up the jam-Ohrringe, RunDMC-Fischerhüte von zB Kangol oder Adidas (ich hab meinen originalen Hut wieder ausgegraben). Es macht mir großen Spaß, diese Outfits anzusehen. Auch wenn ich das selbst vermutlich nicht mehr tragen werde. Nein. Sicher nicht.

Aber: ich denke über eine Neuauflage der Strickjacke mit Applikationen nach. Ende der 80er hätte ich gemordet für so eine Strickjacke, wie sie die coolen Kids in Beverly Hills 90510 getragen haben. Unfassbar cool und chic. Damals konnte ich mir diese Dinger unmöglich leisten…Jetzt habe ich die Jacken von „No! Jeans“ aus Los Angeles bei meiner lieben Bekannten Gaby Bohlen entdeckt, die mit ihrem Modevertrieb Flip Distribution wirklich ein gutes Händchen für besondere Label hat. Die Jacken sind mir sofort ins Auge gesprungen, sie sind der Wahnsinn, wie frisch aus der Zeitmaschine gefallen. Die NO! Jeans Teile haben mittlerweile sowas Steve-Erkel-Mäßiges, Nerdiges – und das macht sie wieder tragbar, witzig und wundervoll. Unglaublich aufwändig gestrickt mit Intarsienmustern, dazu ein Patchwork aus aufgenähten Badges und Applikationen aus Seide oder Filz. Es ist klar: die Trägerin braucht eine gewisse Lässigkeit, darf sich selbst nicht so ganz ernst nehmen und das Spiel mit modischen Zitaten muss ihr liegen. Die Jacken müssen für sich stehen und dürfen keine dominanten Begleiter haben. Das Label selbst kombiniert sie mit Jeans und T-Shirt, wie es damals üblich war. Ich fände zB einen schwarzen Bleistift-Lederrock und eine strenge schwarze Bluse die cooleren Begleiter. Mit Jeans sieht es in meinem Alter leicht so aus, als ob ich die Jacken IMMER NOCH trage. Und das muss nicht sein.

NO! Jeans ist tatsächlich ein Label der 80er Jahre, das seine Zeit wieder gekommen sah: „Geboren in den 80er Jahren – wiederbelebt für die anspruchsvollen, unkomplizierten Frauen und Männer von heute. Bei NO! geht es darum, das Durchschnittliche und Langweilige abzulehnen und die Ödnis mit allem, was retro, cheezy und chill ist, zu ersetzen.“ Vom individuellen Knopf, Patchwork und hochwertigen Stickereien bis hin zur ikonischen Reversnadel NO! sind die Strickwaren authentische Reminiszenzen an coolere Zeiten. Ich denke, ich gehe demnächst auf eine Stilzeitreise…

2 Kommentare zu “Zeitreisen-Mode für coole Frauen mit Humor

  1. So eine Jacke habe ich damals auch gehabt. Und ähnliche Pullis haben wir uns gestrickt!
    Würde ich jederzeit wieder tragen wollen. Die 80er waren für mich eine tolle Zeit.
    LG
    Sabiene

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