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Cedon – macht Muster und Museumsshops cool again

Im Ausland waren sie immer ein Highlight für mich: Museumsshops. Unglaublich cool, ich habe dort stundenlang gestöbert, denn dort konnte man nicht nur Kataloge kaufen, sondern im Louvre auch Repliken von Schmuck auf Gemälden,  in Amsterdam die Nachtwache von Rembrandt als Legoset, feministische T-Shirts „Name five female artists“ in der Tate in London. Oder ein Minigewächshaus zum Umhängen. Ich war lange neidisch auf die Nachbarländer, die Kunst und Kommerz so viel cooler verbinden konnten. Glücklicherweise hat sich da auch in Deutschland viel getan. Sehr viel. Jetzt bekommt man auch in der Alten Pinakothek Repliken der Schmuckstücke auf Gemälden, Nachdrucke, T-Shirts oder in der Pinakothek der Moderne kleine Calder-Mobiles für daheim, edle Designstücke, Bücher und zu guter Letzt sehr schöne, bunt gemusterte Notizbücher, Blöcke oder Einkaufs-Taschen, die ihre Motive direkt aus Gemälden entlehnt zu haben scheinen. Das jetzt auch die deutschen Museen mit modernen Shops glänzen können,  ist Verdienst der Münchner Firma Cedon, die Anfang der 2000er Jahre antrat, dem musealen Elend ein Ende zu bereiten. Das haben sie geschafft – und damit vermutlich mehr für das Image von Deutschland getan als viele andere Marken.

Praktische Taschen verraten den Charakter

Persönlich habe ich Cedon am Flughafen entdeckt – ich hätte damals gerne einen großen Porzellankakadu gekauft, ich mag eine gewisse Sorte geschmackvollen Kitsch total gerne. Aber leider bin ich in den Urlaub geflogen und hab nicht realisiert, dass man die Ware sich auch hätte schicken lassen können. Schade. Nächstes Mal (hoffentlich). Was ich mir gekauft habe, war eine praktische zusätzliche Reisetasche in grün. Die trage ich immer noch gern, beim Besuch im Freibad zB hab ich die immer dabei. Damit muss ich mich auch hinterher in der Stadt nicht genieren, oder?

Ich durfte neulich die Frau kennenlernen, die hinter der Auswahl für alle Museums-Shops und dem Designpart steht: Hella Fietz. Zusammen mit Galerist Bernd Klüser, Berater Roland Berger und ihrem Mann Alexander, der für das Konzept und den betriebswirtschaftlichen Teil verantwortlich ist, haben sie Cedon gegründet. Mir ist selten eine Frau begegnet, bei der ich sofort gedacht habe „Wow, den Stil hätte ich auch gern“. Eine echte Inspiration. Kleid und Strickjacke im coolsten Mustermix, dazu eine fantastische Brille und Turnschuhe. Wirklich ein großartiger Stil, das können nicht viele. Und da ist klar, dass die Kuratierung der Museumsshops bei ihr in guten Händen liegt. Die Shops bieten eine Mischung aus sorgfältig ausgewählten Büchern rund um die Kunst des Museums, stilvollen Schmuck und kleinere Einrichtungsgegenstände und Kinderspielzeug und Malbücher um etwa Frieda Kahlo oder Andy Warhol – und eben die bunten, wildgemusterten Accessoires, Taschen und Schreibtischbedarf wie Blöcke, Stifte und Notizbücher, die Eigenmarke von Cedon. Diese Accessoires werden mit Vasen, Büchern und kunstvollem Schnickschnack zu farblich passenden Inseln aufgebaut – und liefern Inspiration für zuhause.

mit praktischer Cedon Tasche im Freibad – ein bisschen Stil muss sein

Die werden von Hella Fietz persönlich designt. Es ist das zweite Standbein, aber das, das die meisten aber mit Cedon verbinden. Ich liebe mein Notizbuch, in die ich jeden Abend meine Gedanken zum Tag eintrage. Dabei waren die Designs eigentlich eher Beiprodukte: „Wir wollten etwas Zusätzliches, Praktisches anbieten, die Schönheit in den Alltag bringen“, erklärt Hella Fietz. „Unsere Entwürfe waren so beliebt, dass wir mittlerweile auch andere Geschäfte damit beliefern, etwa Hugendubel oder Thalia. Wir bringen regelmäßig neue Muster auf den Markt. Teilweise auch passend zum Museum. So haben wir gerade für Schönbrunn in Wien Taschen im Rokokostil entworfen, oder sehr kitschig-coole Shopper mit barocken Heiligenmotiven.“ Die Kunden kombinieren alles miteinander, oft in sehr individuellem Mix. „Aber wir sorgen dafür, dass das geht – unsere Entwürfe sind aufeinander abgestimmt und können immer wieder neu ergänzt werden.“ Hella Fietz ist da detailverliebt – weil mein roter Kugelschreiber nicht so recht zu meinem Outfit passen will, gibt sie mir einen Schöneren in Lindgrün – eine wunderbare Geste, die für mich unglaublich viel aussagt. Auch Hella Fietz trägt natürlich die eigenen Entwürfe – für sie eine Charakterfrage: „Unsere Taschen sind qualitativ hochwertig und nicht teuer, die kann man klein zusammenfalten und immer dabei haben. Ich finde, es ist eine Frage des Charakters, ob man sich bei jedem Einkauf eine neue Tüte holen muss oder die eigene dabei hat. Das sagt viel mehr über einen Menschen als manche Designertasche.“ Das kann ich nur unterschreiben. Cedon Produkte sind fair hergestellt – faire Arbeitsprozesse, nachhaltige Fertigung – und auch deswegen mit dem German Design Award ausgezeichnet. Charakter zahlt sich eben aus.

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

1 Kommentar zu “Cedon – macht Muster und Museumsshops cool again

  1. Oh ja, ich könnte Museumshops zum Teil leer kaufen. Jetzt wo frau wieder darf …

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