Konsum Kosmetik Lieblingslabels Nachhaltigkeit

Lasst euch nicht veräppeln: Was heißt vegane, Bio- oder Naturkosmetik?

Natur ist in. Bio ist in. Nachhaltigkeit ist in. Bei Kleidung, Lebensmitteln und Naturkosmetik. Natur – das verspricht Gesundheit, Reinheit, Fairness, kein Mikroplastik und liebevolle Herstellung – und das wollen wir doch alle. Tja, und die Industrie weiß das und will ein fettes Stück vom Kuchen. Aber leider sind echte, gute Inhaltsstoffe so verdammt teuer. Wie lästig. Deswegen wird gerne getrickst. Das geht relativ einfach, denn: Bis heute gibt es keine offizielle regulatorische Definition für Natur- und Biokosmetik! Der Begriff Naturkosmetik ist nicht geschützt. Jeder kann sein Zeug so nennen. Das ist einen Riesensauerei, der Gesetzgeber ist gefragt.

Bioseifen müssen zertifiziert sein
Garantiert Bio – the Simpe Soap

Vegane Kosmetik ist oft Greenwashing

Und in der wachsenden Back to Nature Bewegung gibt es viele Trittbrettfahrer, die mit ein bisschen geschmeidigem Greenwashing auch der vertrauensvollen Konsumentin vorgaukeln, sie hätte jetzt Kosmetik in Händen, die auch Heidi beim Almöhi benutzen würde. Das fängt schon bei der Verpackung an, die wird in Grün gehalten, Blumen und Gräser drauf gedruckt, all das soll sagen „Natur pur“ Aber natürlich sagt das gar nichts. Genauso wenig wie Begriffe wie „Vegan“ – Mikroplastik und Silikon sind auch vegan – nur eben nicht Natur. Schick ist der „Ohne“ Trick. Einfach aufzählen, was nicht drin ist: „Ohne Silikone“, „Ohne Tierversuche“ – dann kann immer noch Mineralöl und Mikroplastik drin sein… Und weil der Verbraucher gerne billig kauft, wird da schon mal nicht so genau hingeschaut, wenn nur Verpackung und erster Eindruck ein gutes Gewissen machen. Ist leider nicht ganz so einfach. Bei Tierversuchen ist Vorsicht geboten: alle Marken, die in China verkaufen wollen, MÜSSEN Tierversuche unternehmen, das ist dort gesetzlich vorgeschrieben. PETA hat dafür eine Liste, die Sicherheit bietetWer komplett vegane Produkte wünscht, muss nach der Veganblume als Gütesiegel suchen.

Das Label „Hase mit schützender Hand“ geht noch einen Schritt weiter. Es verbietet Versuche an wirbellosen oder Wirbeltieren sowie Rohstoffe von toten Tieren (Milch oder Honig sind jedoch erlaubt) und setzt voraus, dass der Hersteller in keiner Verbindung zu Firmen oder Ländern steht, die Tierversuche durchführen. Das ist nicht ohne, da z.B das renommierte Naturkosmetik-Unternehmen Logocos mit seinen Marken Sante, Heliotrop und Logona seit 2018 zu L’Oreal gehört.

Gütesiegel Hase mit schützender Hand

Wie bekommt der Verbraucher Sicherheit?

Wie stelle ich als Verbraucher sicher, nicht einem Wischiwaschi oder Greenwashing aufzusitzen? Das war eine Frage, die ich auf der Biokosmetikmesse Vivaness beantwortet bekommen habe. Wenn sich schon die Industrie nicht kümmert, dann zumindest andere Organisationen. Ich habe den Stand von Natrue besucht und dort netterweise eine Führung bekommen.  „NATRUE ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die sich im Brüssel befindet, und die sich der weltweiten Förderung und dem Schutz von Natur- und Biokosmetik als Mission hat. Seit unserer Gründung im Jahr 2007 bieten wir allen wahren Freunden der Natur- und Biokosmetik ein Zuhause und alle, die  sich mit unseren hohen Qualitäts- und Integritätsstandards engagiert sind.“  Um das Natrue Siegel tragen zu dürfen, müssen Firmen sich von unabhängigen Instituten zertifizieren lassen, die Standards fairer Produktion zusichern. Greenwashing ist nicht möglich – denn zB Wasser wird nicht als Naturmaterial zugelassen – Viele Firmen boosten den Anteil an „natürlichen Inhaltsstoffen“ nämlich, indem sie schlichtes Wasser als „Naturbestandteil“ deklarieren. Ist prinzipiell richtig. Aber halt trotzdem Verbrauchertäuschung….Wer genau wissen will, wofür das Natrue Label steht, kann es hier nachlesen: DE-NATRUE-Label_Requirements_V3.8 . Also, wenn ihr demnächst plant, auf Biokosmetik umzusteigen, achtet auf das Label. Eine Liste der zertifizierten Unternehmen findet ihr hier 

natrue

Pioniere der Bio- und Naturkosmetik

Was mir auch gefallen hat: Auf dem Natrue Stand fördert der Verband kleine und mittlere Unternehmen aus der Branche, damit auch die die Chance bekommen, zu wachsen. In ihrem Rahmen, denn wenn zB. Firmen wie Beauty Garden aus dem Süden Frankreichs ihre Kräuter für die Cremes und Tees selbst anbauen, ist das Wachstum begrenzt. Neben Beauty Garden waren auch einige deutsche Firmen vor Ort, die ich sehr schätze: Haarpflegespezialist Überwood, Hej Organic, Natural Organics und Premium Cosmetics. Ich werde euch die Labels jetzt im Laufe der Zeit vorstellen, Naturkosmetik soll einen größeren Raum auf diesem Blog bekommen.

Wenn ihr Fragen habt – bitte stellt sie, ich werde gerne für euch recherchieren, ob eure geliebte Kosmetik okay ist.