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2019 – mein ganz persönlicher Jahresrückblick…

Es ist irgendwie seltsam. Neulich hieß es auf Twitter „2019 in fünf Worten“ und so viele twitterten „Das Jahr kann endlich weg“ „So mies war es nie“ „Unsere Erde hat hohes Fieber“. Mein Empfinden für dieses Jahr war ein völlig anderes. Es war für mich eines der schönsten Jahre meines Lebens. Anstrengend, gewiss, aber auch so reich an wundervollen Momenten und Menschen, dass ich das Jahr eigentlich golden einrahmen möchte. Die politische Großwetterlage ist irgendwie über mich hinweg gegangen, ohne Spuren zu hinterlassen. Haben mich die AfD-Erfolge geärgert? Ja. Aber sie haben mich jetzt nicht wirklich verwundert. Was mich verwundert hat, waren Journalisten, die ob dieser Entwicklungen aus allen Wolken gefallen sind. Seit mehreren Jahren wird nun mal mit Gefühlen Politik oder Journalismus betrieben und dann sollen die Menschen am Wahltag plötzlich ganz rational handeln? Come on. Das Gleiche gilt für Trump oder das Dauertrauerspiel des Brexit. Was habt ihr eigentlich erwartet? Mittlerweile sin die Töne der öffentlichen Debatten so laut und schrill geworden, dass mir (und vielen anderen) die Ohren weh tun. So viel Hass und Beleidigung – und nein, das ist bei weitem nicht nur das rechte Spektrum, ich finde sogar in den linken Bewegungen destruktive Kraft. Gibt es etwas, was ihr liebt? Oder nur noch Dinge und Menschen, die ihr hasst? Das muss anders werden…

Apokalypse now – die Welt im Greta-Fieber

Und wow. Die Öffentlichkeit hat zur Kenntnis genommen, dass gerade ein episches Artensterben im Gange ist, die Erde sich dramatisch erwärmt. Das ist bitter und wir Blogger weisen seit Jahren darauf hin – immer gefolgt von einem Achselzucken. Mei, was können wir tun, sollen doch erstmal die anderen/die Konzerne/die Politiker/die EU/die USA/China ihren Beitrag leisten, dann ziehen wir nach – vielleicht? Dass wir eine Menge tun können, bewies das Bürgerbegehren gegen das Artensterben „Rettet die Bienen“ Das war greifbar, machbar, erklärbar. Und es war ein gigantischer Erfolg. Ich bin überzeugt, wenn wir den Weg in kleinen Schritten gehen, wären wir jetzt schon weiter als immer den ganz großen Wurf zu fordern, wie es Greta Thunberg tut. So sehr ich ihren mutigen Einsatz schätze, ich glaube, für so viel Radikalität ist unsere Welt nicht gemacht. Aber kleine Dinge, lokale Initiativen…zum Beispiel einen Radlring in München, sinnvolle U-Bahn und S-Bahnverbindungen mit einer Ringlinie, das wäre was. Eine Bahn, die vernünftig plant, pünktlich ist und günstig – und eine echte Alternative darstellt zum Individualverkehr…Und ein Tempolimit von 130, 140 auf der Autobahn…Aber da kann ich glaube ich lange von träumen. Und solange sich die Regierungen den schwarzen Peter über den Globus zuschieben, wird das nichts. Also am besten regional was tun: ich bin jetzt Mitglied bei Green City geworden, ich engagiere mich in Fledermaus-und Vogel-Rettaktionen. Reicht das? In den Augen von Greta sicher nicht. Ich spare sicher zu wenig Plastik, habe immer noch zu viel Hausmüll und esse noch Fleisch. Da will ich im kommenden Jahr ran – kein kompletter Verzicht, aber Einschränkungen. Ich mache das gern und freiwillig. Außer, man kommt mir mit Verboten, das nehme ich übel und ich werde bockig 😉

Susanne Ackstaller, die Textarella, hat einen unglaublich coolen Style – Foto: Susanne Goertz

Mir war mein Privatleben wichtig dieses Jahr, meine Freunde und Familie, die ich trotzdem teilweise nicht so oft gesehen habe, wie ich gewollt hätte…aber so ist das manchmal. Ich hab mir wieder etwas aufgebaut in der Arbeit, un habe jetzt die besten Kollegen der Welt und Chefs, die endlich ernst nehmen kann – ein rares Gut in der PR-Branche. Ich denke, ihr wisst, dass ihr mir wichtig seid: Birgit, Heike, Claudia, Andreas, Katja, Saskia, Tanja, Tanja, Brigitte (mit Emma), Michi und Sabine, Claudia, Susi, Biggi und Caroline, Sandra, Norbert… Luise, Florian, Susanne, Sophia, Moritz, Kurt und Nina – love you all! Ihr macht mein Leben lustiger, reicher, bunter, schöner, aufregender. Danke dafür! Un auch für manchmal unangenehme Denkanstöße, die braucht es auch!

Was war nicht alles los in 2019!

Mein persönliches Jahr begann mit einem ruhigen, familiären Silvester bei Freunden, dann stand schon bald die ISPO an, ich durfte die Bloggerwalks der Messe organisieren. Das war eine unglaublich coole Erfahrung. Heuer geht es wieder auf die Messe, dann als „gewöhnlicher“ Blogger, aber wenigstens habe ich Zeit, auch die Fashionweek in Berlin zu besuchen. Darauf freue ich mich sehr!

Reisen nah und sehr, sehr fern

Ich war unglaublich viel auf Reisen, in Dresden, wo ich auch im Grünen Gewölbe die Juwelen angestaunt habe. Wenn ich gewusst hätte, wie leicht die zu klauen sind, hätte ich auch was mitgenommen :)) , ich war zweimal in London, einmal mit der lieben Michi auf den Spuren Harry Potters, ein anderes Mal im Zeichen der Nachhaltigkeit. Ziemlich widersinnig, ich hatte dieses Jahr ausgerechnet eine verheerende Bilanz. Ja, ich weiß das. Ja, das ist nicht nachhaltig. Schäme ich mich? Wohl nicht, sonst würde ich diese Reisen ja verschweigen. Aber ich halte Reisen für eine der wichtigsten Möglichkeiten, den Kopf frei zu kriegen, ein Gefühl der Liebe und der Zerbrechlichkeit dieses Planeten zu entwickeln. Reisen hilft mir, Verständnis und Offenheit für andere Völker und Kulturen zu bewahren. Ich kann auf alles verzichten, auf Reisen nicht.

Wir waren in Südtirol, in einem traumhaften Biohotel, dem Pazeider oberhalb von Meran, das zeigt, wie viel erholsamer ein Urlaub in Einklang mit der Natur sein kann, wir erkundeten die Bergwelt rund um die 3 Zinnen, oder machten einen Ausflug über die Grenze nach Kufstein, wo wir im Kaisergebirge Kraftplätze aufspürten und bei einem Kräuterwanderweg Wissen über die Heilkräfte der Natur sammelten. Ich habe E-Bikes im Salzburger Land getestet. und festgestellt, dass es schlau ist, das vorher zu üben. Sonst können die Stürze sehr übel ausgehen…Mein Motto: Runter kommen sie alle, die Frage ist, in wie vielen Teilen. Ich durfte mit einigen sehr lieben Bloggerdamen Ü50 die luxuriöse Seite Salzburgs erleben, den Trubel rund um die Festspiele und einen Teil der gehobenen Gastronomie. Eine Reise, die ich nie wieder vergessen werde – so etwas erlebt man selten. Genau wie die Bloggerbrunches von Susanne immer eine Bereicherung sind.

Leuchtende künstliche Bäume vor dem Hotel Marina Bay Sands in Singapur
die leuchtenden Bäume präsentieren eine Lichtshow

Neben den Reisen in der näheren Umgebung war auch jetzt – nach 15 Jahren – wieder eine Fernreise dran, nach Thailand, auf die Inseln im Golf, nach Khanom (mein absoluter Geheimtipp) , Ranong und nach Singapur. Unvergesslich und wunderbar. Ohne meinen Freund, mit dem ich dieses Silvester zwei Jahre zusammen bin, hätte ich all diese Reisen nicht gemacht. Dafür bin ich ihm dankbar. Auch dafür, dass er all die schönen Fotos für den Blog gemacht habt, die ihr hier so bewundert habt.

Umzug ohne Ende

Das Jahresende stand seit der Rückkehr aus Singapur im Sternzeichen des Umzugskartons. Beruflich habe ich wieder fest angefangen zu arbeiten, privat bin ich mit meinem Freund zusammengezogen, was der komplizierteste Umzug meines Lebens war. Und ich hatte viele Horrorumzüge, wie den mit Movinga, wo der Wagen erst nicht gekommen ist, sondern erst zweit Tage später gekommen wäre, dann ein viel zu kleiner Ersatz besorgt wurde, der all meine Möbel verkratzt hat. Auch der Umzug aus Frankfurt, bei dem die Umzugsfirma mich beklaut hat, was ich leider erst Tage später bemerkt habe, war ein Desaster. Dieses Mal war die Umzugsfirma von „Nah & Fern“ fantastisch, aber alles andere grauenvoll. Dieses Mal sind wir erst kurz vor Weihnachten mit dem Renovieren fertig geworden, aber jetzt sieht es echt klasse aus. Es ist so mühsam, Haushalte auseinander zu dividieren und wieder zusammenzusetzen…ich werde euch demnächst das Ergebnis vorstellen.

So, euch allen ein tolles neues Jahr, guten Rutsch und alles, was so dazu gehört. Überlegt euch, was euch wichtig ist und steht dafür ein. Lasst euch nicht niederschreien im Netz, nur weil andere meinen, ihre Meinung ist die einzige, die man vertreten darf. Schaut auf alles mit Liebe und mit Vernunft. Nicht mit Hass und Irrationalität. Bleibt euch treu – ihr seid genau so richtig, wie ihr seid. 2020 brechen wir in neue Gewässer auf – was dieses Jahr bringen wird, wer weiß? Ich fürchte, ich muss mich hier auf dem Blog dem neuen Medienkonsum beugen und auch Bewegtbild produzieren, mal schauen, ob ich das kann und will…auch schauen, was die politische Großwetterlage so bringen wird…auf alle Fälle – was immer kommt, es wird ein Abenteuer namens Leben!

Wie war euer Jahr 2019?

 

 

 

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

3 Kommentare zu “2019 – mein ganz persönlicher Jahresrückblick…

  1. Wünsche auch einen guten Rutsch und ein ereignisreiches Jahr 2020, im positiven Sinne 🙂

  2. Interessanter Jahresrückblick. Meine Meinung zu Umweltschutz und Co… Wir in Deutschland tun recht viel um die Welt zu retten. Leider wird das nicht viel bringen wenn die zwei größten Umwelt Verdrecker China und USA auch nicht etwas unternehmen. Auf Fleisch werde ich auch nicht verzichten, schließlich die Bauer muss man auch unterstützen. Nur von Möhrchen Verkauf werden die sich kaum übers Wasser halten können. Ich wünsche dir ein tolles 2020, vor allem- es klingt schon mal cool- die neuen 20er! Liebe Grüße!

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