Kochen Nachhaltigkeit

Pilz statt Fleisch – das schmeckt!

Fleischersatz-Sandwich Hermann

Dass Vegetarier und Veganer nach Wegen gesucht haben, eine Alternative für Fleisch in ihre Rezepte zu integrieren, ist nicht neu. Einen Ersatz für Fleisch, keinen Fleischersatz – das ist ein Unterschied. Ein Ersatz für Fleisch ist etwas, das dessen Rolle in Speisen übernehmen kann. Als Sattmacher, Eiweißlieferant, als saftiger Zusatz zu Gemüsegerichten. Weniger einen echten Schnitzelersatz. Tofu oder Tempeh hat oft diese Rolle übernommen, bei den Veganern auch Pilze, deren Biss und erdig-nussiges Aroma Gemüsegulasch so reich und vollwertig machten. Fleisch? Unnötig… Das hat sich erst jetzt gewandelt, als immer mehr umweltbewusste Fleischesser auf Alternativen umsteigen wollten und einen wirklichen Ersatz für Fleisch suchten.

Da haben sich viele Lebensmittelchemiker und Köche daran gemacht, etwas zu finden, das die Fleischeslust befriedigt, aber bitte ohne Tierleid und Schaden für die Umwelt. Beyond Meat ist der vielleicht berühmteste Vertreter dieser neuen Lebensmittelgattung, Fleisch aus Erbseneiweiss, zu Burgern geformt. Ich war beim Verkosten begeistert. Und jetzt hab ich wieder mal etwas Neues probiert, da sag ich auch – gut, das passt – das schmeckt mir sehr, damit kann ich kochen. Und zwar die Produkte der österreichischen Firma Hermann. Dort haben Vater und Sohn nämlich das Wissen der Vegetarier genutzt und stellt einen tollen Ersatz aus Pilzen her. Biokräuterseitlinge aus dem romantischen Mühlviertel, vermischt mit Reis, Eiern, Öl und Gewürzen. Vegan ist das Ganze nicht, aber vegetarisch und glutenfrei.

Ich bin immer neugierig und finde die Möglichkeiten gut, Fleisch ohne schlechtes Gewissen zu verzehren. Ich esse nämlich gern Fleisch, will aber meinen Konsum einschränken, auf einmal pro Woche. Deswegen: das muss getestet werden! Ich hab mir als erstes die Pilzstreifen vorgenommen. Auf der Webseite von Hermann schlagen sie Salat als Verzehrvorschlag vor, auch gut, aber ich wollte die Streifen in einer Art Hühnchen-Sandwich verwenden und hab ein eigenes Rezept kreiert. Als Basis wurde eine Packung der Pilzstreifen aufgetaut und dann in der heißen Pfanne gebraten, nur vorsichtig mit Salz und Pfeffer gewürzt – ansonsten würde ich noch Brathendelgewürz zugeben, eine Paprikamischung. Aber dieses Mal sollte der Geschmack pur bleiben, zum Test. Das Anbraten ging leicht, die Streifen waren problemlos wendbar in der Pfanne, wurden braun und knusprig.

Rezept Kräuterpilz“Huhn“ im Pfefferbun: (Für 2 Personen als Imbiss)

1 Packung Hermann Bratstreifen, Ruccola, 125 Gramm Joghurt, scharfe Sauce, Tomatenmark, 100 Gramm Ziegenfrischkäse, Salz, Pfeffer, ein großer Laugen-Pfefferring (in München von Rischart)

Die Streifen werden in der Pfanne gebraten, nach Belieben gewürzt, Salz, Pfeffer, etwas Currypulver oder Brathendelgewürz – alles geht. Das Pilzfleisch schmeckt fein nach Pilzen, aber eher neutral, wie Huhn. Während das Fleisch in der Pfanne gart, den Joghurt und den Ziegenfrischkäse mit etwas Tomatenmark, scharfer Sauce und natürlich Salz vermischen, den Laugenring halbieren, im Toaster kurz aufbacken und mit dem Joghurt bestreichen. Darauf Ruccola und die Pilzstreifen anrichten. Fertig!

Meinem Freund, einem echten Fleischfan, haben die Streifen gut geschmeckt – und beim Gyros, einem anderen Pilzfleischprodukt, hat er im „Döner“ gar nicht mehr gemerkt, dass es kein Fleisch war. Das Gyros ist sowieso eine echte Schau, sehr cool mit Kreuzkümmel, Honig und Knoblauch gewürzt, so, wie es eigentlich das Originalprodukt sein sollte. Das Gyros wird im Ofen gebacken und sehr saftig und knusprig.

Fazit: Ich werde Hermann selbst wieder bestellen und damit kochen. Cesar’s Salad, Paprikasalat, Nudeln mit Pilzhuhn-Sahnesauce, Spinatknödel mit Pilzhuhnsauce und und und mit den sehr vielseitigen Seitlingsstreifen, und das Gyros als…genau: Gyrosersatz im homemade Döner.

Die Produkte sind mir zum Testen zur Verfügung gestellt worden.

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

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