Lieblingslabels Mode Nachhaltigkeit Plussize

Was ist euer Modestil – sucht ihr noch oder wisst ihr’s schon? (Das ist meiner)

Wie in meinem Artikel zu Fair Fashion angerissen, ist der Schüssel zum bewußten Konsum die Frage: was will ich wirklich? Was mag ich an mir – was trage ich gern und was nicht? Das ist nicht so einfach zu beantworten, denn viele Vorbilder aus den Medien oder aus Blogs taugen nicht als Vorbild. Zu dünn, zu reich, zu gefotoshoppt. Ich finde zB den Stil von Angelina Jolie toll, aber von deren Figur trennen mich 30 Kilo und zwei Brustimplantate. Das sieht nicht aus an mir, wenn ich es probieren würde. Macht auch nix, mit 50 sollte man wissen, was man will – und meistens weiß ich das auch. (Auch wenn es immer Morgen gibt, an denen ich völlig ratlos vor dem Kleiderschrank stehe, das kennt vermutlich jede). Stil hat auch wenig mit der Figur zu tun – ich kenne wunderschöne Plus-Size-Damen, die einen Stil haben, der jede dünnere Frau überstrahlt.  Ich habe zum Beispiel zwei Fashion-Persönlichkeiten, die sich abwechseln.

Bestickte Blousons, Jeans, T-Shirt - das bin einfach ich
Ethnoinspirierte Kleidung und indischer Marktwagen

Zwei Fashion-Persönlichkeiten

Die eine ist eklektisch, mit Blumenkleidern, Rüschen, Punkten, Streifen, Knallfarben, Mustern, bestickten Ethnomänteln, mexikanischen Kleidern und knalligen Strickmänteln. Der anderen kann es nicht pur und schlicht genug sein. Die beiden Pole sind in meinem Kleiderschrank auch so geordnet und ich lebe recht gut damit. Ich weiß mittlerweile, ich bin weder der damenhafte Typ noch die Rockröhre mit nietenbesetzer Lederjacke, das sieht alles in meinen Augen komplett lächerlich aus an mir. Ich bin auch nicht besonders auf sexy Kleidung aus – das gefällt mir für mich gar nicht. Wäre völlig übertrieben. Dass ich viel Oberweite habe, sieht jeder auch so. Frauen, die ihren Busen noch mit einem Riesendecollete betonen – wenn es ihnen Spaß macht – fein, ich persönlich fühle mich da wie ein Milchgeschäft. Bei weitem nicht alles im Schrank sind nachhaltige Labels – die leider nur allzu oft nur für zarte, brustlose Elfen designen – und so eine Elfe bin ich wirklich nicht. Aber die meisten Kleider, die ich besitze, haben eine gute Qualität und halten bereits viele Jahre oder gar Jahrzehnte. Ich liebe Other Stories, Essentiel Antwerp, mein Ringelshirt von Petite Bateau, Hess Natur, Patagonia oder Flohmarktfunde. Ich finde den Rat völlig falsch, Dinge nach zwei Jahren wegzuwerfen, wenn man sie nicht ständig trägt. Und ich hasse unsere Medien für die Artikel, in denen sie pikiert nachzählen, wie oft eine Prominente ein Kleidungsstück schon getragen hat. Das erweckt den Eindruck, es wäre okay, Kleider nach einmal Tragen auszusortieren. Sowas machen nur crazy rich Asians oder Russians – und zu denen zähle ich nicht – geschweige denn, es würde mich irgendwie flashen, da dazuzugehören. So eine Ex-und Hopp-Haltung ist armselig in unserer Überüberflußwelt.

Diese Besinnung auf das, was man selbst ist, btw was man sein möchte, erleichtert den Einkauf enorm. Und dann braucht es auch keine Influencer, die einem sagen, was hip ist und was man tragen soll. Inspiration holen ist okay, aber sich zu jemanden anderen klonen macht unglücklich und befeuert nur den sinnfreien Kauf von Zeug, das einem im tiefsten Herzen nicht berührt.

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Susanne Ackstaller, die Texterella, hat einen unglaublich coolen Style – Foto: Susanne Goertz

Deswegen liebe ich auch diverse Blogs von wunderbaren Frauen in meinem Alter, die ihren Stil leben und andere ermutigen, das auch zu tun. Neulich war wieder Brunch bei Texterella – und es war eine Inspiration. Silberne Schuhe, wilde Turbane, extreme Muster und etc kommen in meiner Garderobe zwar nicht vor, umso mehr freut es mich, wenn es andere tragen. Macht unser tristes Land ein wenig bunter… ich möchte euch diese Blogs wärmstens empfehlen, sie sind toll, zu sehen, was andere tragen – und dann wieder darüber nachzudenken, was einem wirklich selbst gefällt und steht. Die tollen Zeichnungen stammen übrigens von der Künstlerin Veronika Gruhl

Claudia Braunstein
Claudia Braunstein, eine Lady mit viel Stil

www.ladyofstyle.com
www.befifty.de
www.respektherrspecht.de
www.thecurvymagazine.com/de/
www.claudiaontour.com
www.conny-doll-lifestyle.de
www.stilwalk.com
https://fruehstueckbeiemma.com
www.stillsparkling.de
https://wiggerlsworld.wordpress.com
www.inastil.com
www.bloggermaman.de
https://oceanblue-style.com
www.fuckthefalten.de
www.modefluesterin.de
https://www.stylishinsneakers.de

Bei mir immer mit von der Partie – die Sonnenbrille

Accessoires sind ein wesentlicher Teil des eigenen Stils – und spielen bei mir sogar die Hauptrolle (wie bei vielen Damen, die nicht der Idealfigur entsprechen) – Handtaschen und Brillen sind meine Favoriten. Schuhe nicht. Ich hab zwar viele, aber die sind mehr bequem als stylisch. Schmuck eigentlich selten. Ich hab eine Art Elton John Syndrom – ich liebe Sonnenbrillen, je bekloppter, größer und bunter, desto besser. Hier ein kleiner Teil dessen, was ich so trage…

Was ist euer Stil? wie würdet ihr den definieren?

6 Kommentare zu “Was ist euer Modestil – sucht ihr noch oder wisst ihr’s schon? (Das ist meiner)

  1. Liebe Katrin,

    besten Dank für die warmen Worte und die Komplimente! Du hast so recht, was nützt ein Stilvorbild, das nicht meiner Lebensrealität entspricht. Im schlimmsten Fall lenkt es meinen Fokus auf meine vermeintlichen Schwächen, statt meine Kreativität zu beflügeln. Mode ist der spielerische Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Wer sich selbst nicht kennt wird schnell zum Fashion Victim. Genau darum sind all diese Frauen in Deinem Post auch so cool: Sie sind sind alt genug sich selbst zu kennen und haben den Mut, zu zeigen, wer sie sind. Ladies, you rock!

    Und Dein Elton John Syndrom ist ganz wunderbar. Love your glasses, Darling!

    Liebste Grüße
    Martina

  2. Hallo!

    Mein Stil ist sportlich, bequem, für viele unaufgeregt. Schwarz, weiß, grau, dunkelblau sind die meisten meiner Kleidungsstücke. Bei Schuhen hab ich einen Faible für ein dunkles Rot. Röcke und Kleider haben etwas mehr Farbe und Muster.

    Als ich über Nachhaltigkeit zu bloggen begann, habe ich meine Kleidungsteile gezählt und war erstaunt, wie viel ich habe. Das war vor 5 Jahren. Heute überlege ich genau, was ich brauche, ob etwas ersetzt werden muss oder ob ich auch gut ohne zurecht komme.

    Schon immer hatte ich meine 1-Jahresregel bei Kleidung: das, was 1 Jahr lang nicht getragen wurde (Ausnahmen mache ich bei festlicher Kleidung, wofür es keine regelmäßigen Anlässe gibt), kommt weg (verschenken, Second Hand und in letzter Konsequenz in den Restmüll – nicht in den Altkleidercontainer).

    Je mehr ich mich mit dem Thema Textilproduktion beschäftigt habe, umso mehr habe ich zu Basicteilen gegriffen. Die sind zeitlos und gut kombinierbar. Und ich fühl mich sehr wohl mit ihnen.

    Ich hab mich auch mit Capsule Wardrobe beschäftigt. Aber dort komme ich (noch) nicht hin. Ich habe bewusst einen Aufnahmestopp im Schrank, wenn er voll ist. Wird dennoch etwas benötigt, kaufe ich Second Hand oder fair produzierte Bio-Baumwollsachen.

    Mein größer Vorteil bei meinem Stil ist für mich, dass ich nicht ewig überlegen muss, was ich anziehen soll. Dafür kann ich mind. 15 Minuten länger schlafen 😉

    LG Sabrina

  3. Hallo Katrin, ich danke dir für die liebe Erwähnung. Das war wieder einmal so ein schönes Zusammentreffen! Bis bald, Claudia

    • katrin hilger

      Ich würde euch gern öfter sehen, aber wir sind alle so in unseren Leben eingebunden. Ich bin froh, dass die Susi uns ab und an zusammenbringt…

  4. Liebe Katrin,

    ganz lieben Dank für die Erwähnung hier in diesem Kreis von wunderbaren Frauen! Und da ich sie ja auch alle live bei der lieben Susi alias Texterella gesehen habe, kann ich Dir nur voll und ganz zustimmen: Diese Frauen sind „echt“, jede auf ihre individuelle Weise unglaublich schick und haben ihren einzigartigen Stil gefunden.
    Und dazu braucht es wirklich keine Idealmaße! Aber eine große Portion Haltung, Intelligenz, Lebensfreude, Temperament, Präsenz und Ausstrahlung.

    Und Du hast natürlich Recht: Wer braucht diese ganzen Fake-Schönheiten in den Medien und auf den sozialen Kanälen, wenn es so tolle Stilvorbilder „in echt“ gibt? Dazu braucht es nicht viel, nur eben das Richtige. Und vor allem keine Ansagen, wie oft man ein und dasselbe Stück tragen darf…

    Und im Übrigen finde ich Deinen Stil erfrischend ungewöhnlich, gegen den Strich gebürstet, alles andere als einfallslos, mit dem nötigen Quäntchen Humor und Selbstironie und einfach immer ganz DU. Herrlich!

    Weiter so und liebe virtuelle Grüße von
    Stephanie

    • katrin hilger

      Hi Stephanie, das ist ein hohes Lob von dir. Cool, dass du siehst, dass einige Outfits recht ironisch gemeint sind .)

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