Kochen Piraten

Unbekannte Schätze: die scharfe, bunte, wundervolle Küche der Karibik! (Mit veganem Rezept)

Salat aus der Karibik - aus dem Kochbuch "Typisch Karibisch

Derzeit wird bei mir in der Küche bunt und scharf gekocht! Bunte Saucen, Gewürze und Kräuter, viel Gemüse und Hühnchen – und alles bekommt einen aufregenden neuen Gewürzkick. Ich koche nämlich jetzt karibisch! Die Küche in der neuen Wohnung hat einen Gasherd, der inspiriert mich zu einer anderen Art Kochen – aber nicht nur der Herd machts, ich war nämlich neulich in Frankfurt, bei einem Forum der Manufakturen von all den wundervollen Inseln! Es gab viel zu entdecken. Die Küche der Karibik ist für viele Deutsche Neuland, ein weißer Fleck auf der kulinarischen Landkarte. Nicht mal alle Urlauber vor Ort alle trauen sich aus den betreuten Ressorts in die bunte Welten von Jamaica, Barbados, Bahamas, Trinidad, Tobago, Belize, dominikanischer Republik oder St Lucia und wie sie alle heißen. Es gibt kaum karibische Restaurants in Deutschland, geschweige denn welche mit wirklich authentischer Küche, es gibt wenige Kochbücher und es gibt die Produkte nicht in den Läden hierzulande. Noch nicht – das soll das Forum ändern. Dass unsere Unkenntnis ein enormer Fehler ist, habe ich jetzt in Frankfurt gemerkt. So viele unglaubliche Saucen, Gewürze, Rum, Zigarren, so viel tolle Natur-Kosmetik, …und so viele wundervolle Menschen! Interessanterweise sind viele der Unternehmer Frauen, die mit Verstand, Kreativität und Mut ihr eigenes Business aufbauen – tolle Vorbilder. Allein diese Frauen hätten es verdient, gewürdigt zu werden.

Dank Brexit kommen karibische Produkte jetzt direkt nach Europa

Wir haben jetzt durch den Brexit eine Chance, ohne Umweg an die Schätze der Karibik zu kommen und sollten das nutzen! Bislang war ja Großbritannien das Einfallstor, über das die Produzenten der Commonwealth-Inseln ihre Waren in die EU bringen konnten. In England gibt es auch viele echte jamaikanische und karibische Lokale, die Saucen und Zutaten finden sich in jedem Supermarkt. Es tröpfelten Winzmengen via England zu uns, meist in Afrikaläden oder exotische Supermärkte – doch dieses Tor schließt sich mit dem Brexit vollends. Jetzt brauchen die Hersteller von den Trauminseln direkte Vertriebler auf dem Kontinent und ich würde mir wünschen, dass viele davon erfolgreich sind und wen finden. Nicht nur, weil die Leute einfach der Hammer waren, ihre Waren wären eine echte Bereicherung der Geschmacksknospenkitzler: Jerk-Rubs, also Gewürzmischungen für Fleisch aus Jamaica, glutenfreies Platanen-und Brotfruchtmehl, Hibiskus- oder Kokosseesalz für exotische Würzungen – was ist schöner, als neue Gerichte, neue Gewürzmischungen und Saucen zu probieren? Ich war zutiefst beeindruckt – und möchte euch ein paar besonders tolle Firmen und deren Produkte vorstellen. Es gibt sie noch nicht bei uns – aber es sollte sie geben. Haltet einfach mal ein bisschen Ausschau…(ich werde berichten, wenn ich was finde)

Nachhaltige Naturseifen von Bahama Spa und Dushi U

Indira Weech-Krug produziert die allerfeinsten Seifen
Indira Weech-Krug produziert die allerfeinsten Seifen

Ich war absolut begeistert von den Seifen von Bahama Spa – als ich ein Testsample mit heimbrachte, meinte mein Freund „ist das was zum Essen?“ weil die Seifen so überirdisch gut und fruchtig duften. Schade, dass ich euch nicht riechen lassen kann. Die Seifen sind richtige Naturkosmetik vom Allerfeinsten. Die Gründerin Indira Weech-Krug wollte ursprünglich Touristen ein authentisches Erlebnis der Bahamas vermitteln, denn die Urlauber kaufen sonst meist Kitsch aus Stroh oder Muschelketten und sie beschloss, stattdessen Seife als Souvenir zu produzieren. Ihre handgefertigten, hautfreundlichen Seifenstücke, die aus lokalen Pflanzen voller karibischer Duftnoten und Meersalz hergestellt sind, sind ein kleines Stück Urlaub daheim. Ich fand vier Sorten extrem klasse: Mango, Limette, Pfefferminz und Schokolade. Die haben mich wirklich umgehauen. Verpackt sind sie umweltfreundlich in Pappe und echte Jutebeutel. Die Seifen wären in jedem edlen Naturladen der Renner…(Sois Blessed, Goop – hört mich wer?)

Bahama Spa Seifen aus den Bahamas Bahama Spa Seifen aus den Bahamas

Ein weiterer Seifenproduzent sind Dushi U aus Curacao. Der Hauptbestandteil ihrer Seifen sind Extrakte des dort einheimischen Kadushi Kaktus. DUSHI U stellt Luxusseifen in Handarbeit her, die alle vegan (mit Ausnahme des Bart- und Fußbalsams, der Bienenwachs enthält), parabenfrei, und palmölfrei  sind und sehr frisch und lieblich duften, dank des Kaktussafts. Und die hübschen Seifenschachteln bestehen aus recyceltem Karton. In der Karibik sind die offenbar weiter als bei uns mit dem Umweltgedanken. Die Herstellerin, die übrigens selbst Fremdenzimmer vermietet, hat mit einer kleinen Manufaktur angefangen, mittlerweile beliefert sie einige edle Ressorts auf der Insel und ihre Seifen können auch am Flughafen gekauft werden.

Aus Jamaika kommt farbenfrohe Naturkosmetik von „Irie Rock“ – vor allem deren Anti-Akne-Produkte mit viel naturreinem Tea Tree Öl sind ein Schlager auf der Insel. Und vielleicht bei uns?

Susies Saucen zünden!

Die Saucen von Susies Hot Sauce aus Antigua, West Indies, variieren von mild bis höllisch scharf. Die Saucen sind eine Legende der Karibik, 1960 von Susanne „Susie“ Tonge gegründet und von Scharfsaucenliebhabern auf der ganzen Welt extrem geschätzt. In den schärfsten Rezepturen werden Scotch Bonnet Schoten verarbeitet, die typischen zerknautschten, höllisch roten, höllisch scharfen Chillischoten der Karibik. Scotch Bonnet werden zudem für ihre fruchtigen Noten gelobt – falls man noch was schmeckt….Es gibt aber auch eine milde Ananassauce (Susies Pineapple Pleasure), die sich als Glasur für den Schweinebraten oder Schweinefilet eignet und das Fleisch würzig und fruchtig macht, Susie’s Calypso (mittelscharf) und viele andere mehr. Zudem bringen die Saucen Farbe in die Küche, denn die fröhlichen Flaschen haben um den Verschluss einen lustigen Turban wie Carmen Miranda. Wenn ihr mal drüber stolpert, ausprobieren. Tropfenweise in Eintöpfen, Marinaden, in Gemüseeintöpfen sind die Saucen der Hammer!

Kokosrum, Zimtrum und Schweinshaxe

Was mir sehr, sehr gut geschmeckt hat:  Chicharon Cinnamon Rum mit – logisch – Zimt, aber auch grüner Chilli. Köstlich und kein bisschen scharf! Der Rum ist irgendwie süß, wie ein Likör und ich kann mir fantastische Mixgetränke damit vorstellen, gerade jetzt zu Weihnachten wäre der Zimt optimal. Es war sehr lustig, der Hersteller des Rum war schon mal in Deutschland und steht seitdem auf ein deutsches Gericht: Schweinshaxe. Das würde er gerne wieder essen. Wir haben also gemeinsam nach Restaurants in Frankfurt gesucht, die diese eigentlich bayerische Spezialität auf der Karte haben – und wurden in der Apfelweinkneipe Atschel fündig. Ein Frankfurter Lokal, das ich nur empfehlen kann…

Amanda Perdomo und Magali Gabb aus Belize
Amanda Perdomo und Magali Gabb aus Belize

 

Zwei bezaubernde Ladies aus Belize, dem karibischen Festland, haben die Rumbrennerei „Travellers Liquor“ ihres Vaters übernommen und betreiben sie weiter. Neben edlen Rumsorten, die sehr leicht und weich den Gaumen runtergleiten, gibt es auch den klaren „Kuknat“ Kokosnuss-Rum, die bessere Alternative zu Batida de Coco. Mit dem Rum lassen sich tolle Getränke mixen, etwa eine feinere Variante von Pina Colada, aber auch pur auf Eis eine Erinnerung an den Sommer. Der beliebte Coconut-Shake bekommt so mehr Wumms: Kokosmilch, etwas gezuckerte Kondensmilch, ein Stamperl Kuknat und gestoßenes Eis mit Mixer pürieren – Prost!

Rum-Salz und Piraten-Rum von den Grenadinen

Den Rum hab ich unbedingt gebraucht, ich bin ja ein großer Fan eines gewissen Piraten – und der liebt Rum. Ein schlauer Move der karibischen Produzenten: Was liegt näher, als eine sehr leckere Rumsorte nach dem berühmtesten Piraten der Welt zu benennen? Blackbeard? Nein, Sparrow natürlich!  Sparrow Rum kommt aus Grenadinen – Der Rum ist fein, aus regionalem, karibischen Zuckerrohr gebrannt, in Eichenfässern gereift. Mir hat auch das Meersalz gefallen, mit dem sich kurzgebratenes Fleisch fantastisch aromatisieren lässt: Grenadine Meersalz wird auf der unberührten Insel Bequia in den Grenadinen hergestellt. In Becken wird Meerwasser gesammelt und von der Sonne getrocknet, so dass das Meersalz von höchster Qualität und frei von jeglichen Verunreinigungen ist. Es gibt „The Wild One“, ein ursprüngliches reines Meersalz, und 5 Mischungen, die alle mit Zutaten aus der Region hergestellt werden: St. Vincent Blend-Tumeric and Chili, Mustique Blend-Mango and Lime, Bequia Blend-Coconut, Canouan Blend-Cinnamon Muskatnuss und Mayreau Blend-Dark Rum. Rum-Salz! Das sollte sich rum-sprechen…Das Karibiksalz hat gute Chancen, der nächste heiße Scheiss zu werden, nach Himalaya-Salz oder Ibiza-Salz.

Kochbuch: Typisch Karibisch
Kochbuch: Typisch Karibisch

Rezept aus der Karibik: aus dem Kochbuch „Typisch karibisch“ von Steven Raichlen

Karibischer Salat aus Süßkartoffeln, Gemüsebananen mit Sauce Chien (Vegan)

  • 2 Knoblauchzehen, feingehackt,
  • 1/2 Tel Salz
  • 1/2 -1 Scotch Bonnet Schote
  • 1 Schalotte, feingehackt
  • 2 Esslöffel Schnittlauchröllchen
  • 2 Esslöffel gehacktes Koriandergrün
  • 2 Esslöffel gehackte glatte Petersilie
  • 1/2 Teelöffel gehackter Thymian
  • viel schwarzer Pfeffer
  • 3 Esslöffel frisch gepresser Limonensaft
  • 4 Esslöffel bestes Olivenöl
  • 3-4 Esslöffel heisses Wasser

Knoblauch und Salz zermörsern, die Schalotte die Kräuter und den Limonensaft unterrühren. Dann langsam das Olivenöl einrühren. Die drei Esslöffel heißes Wasser untermischen, bis es eine sämige Sauce ergibt. eine Stunde ziehen lassen, dann sind die Aromen optimal.

Für den Salat:

  • 2 schlanke Süßkartoffeln
  • eine reife Gemüsebanane (Platain)
  • 250 Gramm gemische Blattsalate

Backofen auf 200 Grad vorheizen, die ungeschälten, geputzen Sußkartoffeln und die ebenfalls ungeschälte Kochbanane mehrfach einstechen und 1 Stunde im Ofen backen. Abkühlen lassen und geschält schön auf den Serviertellern anordnen. Blattsalate mit drei Esslöffel der Sauce mischen, neben dem Gemüse anrichten. Von der übrigen Sauce nach Geschmack über die abgekühlten Gemüse träufeln und servieren!

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