Nachhaltigkeit Reise

Plastik, so gar nicht fantastik

Natürlich mache ich mir im Moment hier in Thailand schon Gedanken um die Umwelt – das Thema Flugscham hatten wir schon – natürlich finde ich es nicht toll, wie schädlich Reisen ist. Und auch wenn man die co2 Abgabe spendet, der Schaden ist da. Vor Ort reisen wir gerade light, wir besuchen einheimisch geführte kleine Ressorts und Restaurants, wir vermeiden Plastik und nehmen unseren Müll wieder mit. Und wir schauen aufmerksam, was so getan wird beim Thema Umwelt. Das ist nicht wenig. Die Strände und das Meer in Koh Phangan Koh Tao und Khanom waren so schön und sauber, voller Meeresschildkröten, Delfinen, Krebsen und zauberhaften Fischschwärmen, dass ich schon fast der Meinung war, Hey, so schlimm ist es in Thailand mit der Umweltverschmutzung nicht. Zumal viele Lokale und Hotels auf den Inseln es sehr genau nehmen und alles tun, um Plastik irgendwie zu vermeiden. Strohhalme aus Bambus oder Metall zum Wiederverwerten, kein Plastikgeschirr und überall Ermahnungen zu mehr Sauberkeit und zur Plastikvermeidung „keep khotao green“- das gab mir Anlass zu Hoffnung. Ich lass mich da ja gerne einlullen, wie wir alle. Ist doch alles nicht so schlimm, ne, guck mal, die Korallen sind auch noch ganz in Ordnung. Hätte ich gerne so, ist trotzdem in die eigene Tasche gelogen…

Denn das Umweltbewusstsein ist nicht überall. Leider ist davon im normalen, nicht touristischen Thailand wenig angekommen, auf dem Markt von Khanom etwa wird alles mehrfach in Plastik verpackt. Und jetzt auf Koh Phayam, einer winzigen Insel ohne Autos und viel Hippieattitüde, ein echter Schock, der eigentlich keiner sein dürfte: an die wunderschönen, einsamen Strände wird unendlich viel Plastikmüll angeschwemmt. Plastikflaschen, Badelatschen, Blech-Dosen, Chipstüten, Bierflaschen, Fischernetze, undefinierbare Teile – der gesamte Krempel der Wohlstandsgesellschaft schwimmt zwischen Seetang und Holzstücken. Es ist so eklig und zeigt: wir müssen uns alle noch viel mehr anstrengen. Die Welt versinkt in Müll, die Meere vermüllen und der Amazonas brennt…

Immer kleine Schritte versuchen: Plastikstrohhalme ablehnen, Plastiktüten ablehnen, Müll am Strand wegräumen – das mache ich. Aber das reicht alles nicht. Ich weiss nicht, warum das mit dem weniger Müll so schwer zu sein scheint. In Thailand hat man früher viel in Bananenblätter verpackt, das könnte man doch wieder beleben? Und bei uns auf Recycling und wiederverwendbares Geschirr setzen. Es könnte alles so einfach sein…

3 Kommentare zu “Plastik, so gar nicht fantastik

  1. Gefällt mir gar nicht 🙁

  2. Das hatte ich schon schlimmer gesehen, leider ist es so wie es ist.

  3. Liebe Katrin, es ist gar nicht notwendig so weit in die Ferne zu schweifen. Auch in Europa sind die Auswirkungen von Plastik im Meer deutlich an den Stränden sichtbar. Ich kam an mehreren Stränden vorbei, die komplett voll mit Müll waren. Plastik schon so fein, dass es sich vom Sandstrand nur mehr mit seinen bunten Farben abhebt. Sozusagen ein PlastikSandStrand. lg angelika

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