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Wie mehr Lebensqualität dafür sorgt, dass es auch der Umwelt besser geht

Den Beitrag wollte ich schon lang schreiben, er brennt mir auf der Seele. Nun hat „The Birds New Nest“ eine Blogparade ins Leben gerufen und da passt das ganz wundervoll. So kommt eins zum anderen…Es ist ein Phänomen, das jeder und jede kennt, dessen Firma keine Kantine hat. Zur Mittagszeit schwärmen die KollegInnen aus, in die umliegenden Lokale und Imbisse und kommen zurück, um ihr Mittagessen in Hektik am Platz oder mit den anderen in der Küche zu verzehren. Am Ende quillt der Mülleimer über, denn das Geholte kam in Plastik, Alu, Cellophan, Pappe oder allem zusammen. Jeden Mittag, jedes Büro, das summiert sich. Paradox: fast alle diese Sachen würden sich auch vor Ort in den Lokalen und Imbissen verzehren lassen, ohne zusätzlichen Müll und auch nicht teurer. Vor allem wenn draußen die Sonne scheint, ist es doch viel schöner, draußen zu essen, ein bisschen die Pause zu genießen, zur Ruhe zu kommen, neue Ideen zu entwickeln. Eigentlich Winwin, oder?

Müll in der Mittagspause – muss das sein?

Passiert aber eher selten – lieber Gerenne mit lauwarmem Essen in der Küche. Es ist mir ein Rätsel, warum das so abläuft. Vielleicht hat es mit der Präsenzkultur in Deutschland zu tun, in der man zeigen will, dass man allezeit einsatzbereit ist, auch in der Pause. Oder die Leute haben Angst um ihr Zeitmanagement, dass Dinge vielleicht mal 10 Minuten länger dauern könnten. Oder sie sind besorgt, dass Getränk zum Essen könnte das Budget ruinieren? Dabei wird am Feierabend viel Geld und Zeit in die Entschleunigung gesteckt, um wieder runterzukommen. Da geht man dann zum Yoga, zur Meditation, oder macht am Wochenende Achtsamkeitswanderungen. Und checkt nicht, dass alles was man bräuchte für einen entspannteren Arbeitsalltag, ein bisschen mehr Ruhe in der Mittagspause wäre. Entschleunigung im Alltag heißt das Zauberwort. Das wäre besser für uns selbst und besser für die Umwelt. Und wäre auch noch mit viel weniger Müll verbunden….Das gilt auch für die Becher zum Wegwerfen, darüber habe ich schon ausführlich geschrieben…

Einkaufen in der Stadt – da entdeckt man tolle Dinge wie den Lederrucksack von Gusti 🙂

Dieses merkwürdige Prinzip, dass eigentlich umweltbewusste Menschen umweltschädlich agieren, gilt auch in anderen Alltagssituationen. Zum Beispiel beim Einkauf. Ich weiß, es gibt unterschiedliche Typen Mensch, aber bei mir persönlich erzeugt das Warten auf Pakete, das Generve mit den Paketboten und das Anprobieren zu Hause mit Rückversand sowie die vielen Verpackungen mehr Stress als ein gemütlicher Spaziergang und Shoppingbummel durch die Stadt. Klar, wenn ich etwas Spezielles suche, suche ich auch im Internet. Aber ich weiß nicht, wie es sitzt, wie ich der Stoff anfühlt, die Qualität und die Farbe können stark abweichen. Ich verursache jede Menge Abgase der Lieferdienste, in die Stadt kann ich radeln.Und ja, ich höre jetzt schon wieder den Aufschrei, dass das im Netz alles viel mehr, viel cooler, viel billiger ist. Ich weiss es nicht – wenn wieder mehr Menschen in den örtlichen Geschäften einkaufen würden, würden die auch wieder mehr Ausgefallenes anbieten können. So ist es ein Teufelskreis, bei dem am Ende nur die großen Marken siegen – und nicht die kleinen fairen Labels. Und: vielleicht brauchen wir gar nicht so viel? Vielleicht ist ein schönes Teil besser als 20 „geht so“? Auch das würde übrigens der Lebensqualität und der Umwelt helfen, wollte ich nur mal so gesagt haben…