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Friede, Freude, Eierstöcke – Reden über die Wechseljahre

Liebe Frauen, wir müssen reden. Über die Wechseljahre. Schließlich ist das ein Ü50 Blog und da denke ich, sollte nicht alles so Frieden, Freude, Eierkuchen (oder eben Eierstöcke) sein. Es wird ja gerne so getan, von prominenten Damen und Bloggerinnen, das wäre alles so locker, alles wie früher, mit vielleicht ein, zwei Lachfältchen mehr. Ich darf versichern: für den Großteil der Frauen ist trifft das nicht zu. Es ändert sich wirklich viel, mal zum Positiven, mal zum Negativen. Dennoch – das ist meine Erfahrung – wird viel zu wenig gesprochen über diesen gewaltigen Einschnitt in unserem Leben. Es ist eine Zeit, in der unsere Körper heftige Verwerfungen mitmachen, sich radikal verändern. Aber es ist auch eine Zeit, in der wir uns endgültig von bestimmten Lebensmodellen verabschieden müssen, wo wir alles noch einmal auf den Prüfstand stellen. Und wo Gelassenheit einkehrt (das ist das Positive) Ich möchte jetzt in ein paar Artikeln in unregelmäßigen Abständen hier auf dem Blog meine Erfahrungen schildern. Ich würde mich auch über eine lebhafte Diskussion freuen – Wie seht ihr die Wechseljahre? Was empfindet ihr, wenn ihr darüber nachdenkt?

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Ihr seid nicht allein in dieser Zeit

Ich bin keine Ärztin, ich kann keine fundierten Tipps geben, aber ich kann vielleicht der einen oder anderen sagen: du bist nicht allein damit. Denn die Wechseljahre bringen uns in Stress: Wir wollen – oder müssen- immer noch dastehen wie mit 25, unsere jugendfixierte Gesellschaft zwingt dazu. Deswegen wird sowas wie Wechseljahre peinlich totgeschwiegen. Genauso wie Begleiterscheinungen wie Schweißausbrüche zu allen unpassenden Gelegenheiten, unerklärliche Stimmungsschwankungen, Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Kopfweh, Blasenprobleme, Übergewicht etc. Das ist ein Riesenproblem, denn viele Frauen wissen gar nicht, dass all das Begleiterscheinungen der Wechseljahre sind. Ich finde immer mal wieder Artikel von Bloggerinnen, so wie Frau Sabines oder es gab diese Woche eine Dokumentation in der ARD, mit Befifty als einer der Protagonistinnen. Aber so ein breites Thema sind die Wechseljahre nicht. Wir wissen eh zu wenig über unsere Körper – viel zu wenig. Das möchte ich ändern. Es verbinden sich so viele Enden mit dieser Zeit. Aber auch einige neue Anfänge. Für mich war die Tatsache, dass der Kinderwunsch nun endgültig zu begraben ist, die bitterste Erkenntnis. Ich habe selbst keine Kinder, hätte aber welche gewollt, und es hat mich schon traurig gemacht, als klar war: in diesem Leben wird das nichts mehr. Aber ich habe mich vorher (zwangsläufig) nicht als Mutter definiert, ich konnte dann irgendwann meinen Frieden machen. Und Sex kann ich trotzdem noch haben, vielleicht sogar entspannter als vorher, weil beide wissen – Reproduktion ist nicht mehr zu erwarten. (Sex geht übrigens mit Ü50 noch ganz hervorragend, aber das wäre too much information). Die Wechseljahre um die 50 sind auch für viele Frauen die Zeit, ihre beruflichen Wünsche noch einmal auf den Prüfstand zu stellen, etwas Neues zu beginnen oder es endlich ruhiger sein zu lassen…

Nein, wir werden nicht unsichtbar in den Wechseljahren

In diesem ersten Artikel will ich der Frage nachgehen, warum diese Periode im Leben einer Frau so wenig Beachtung bekommt. Ich vermute, wie bereits angerissen, es ist eine Frage der Scham und der Angst, als unattraktiv zu gelten. Frau in den Wechseljahren. Das klingt nach alt, unfruchtbar, nicht mehr passend in der Rolle, die Mutter Natur für uns ausgesucht hat. Nach ausgelaugt und verbraucht. Wir sind nicht mehr fruchtbar, also unnütz. Das ist aber eine Sichtweise, die den Männerblick als entscheidend ansieht. Wer in Männeraugen nicht mehr taufrisch ist, soll am besten weg aus der Öffentlichkeit. Männer bleiben aus ihrer Sicht relevant und können noch mit 80 Vater werden (ob das so sinnvoll ist, lassen wir mal dahingestellt). Natürlich ist das Blödsinn. Denn wir sind natürlich viel mehr als Reproduktionsmaschinen und wir sind auch dann noch toll und begehrenswert, wenn wir uns nicht mehr fortpflanzen. Antiageing gibt es genug, und wir sehen mit 50 besser aus als je zuvor in der Geschichte. Und außerdem ist das wurscht. Denn Optik, mei. Wir sind mit 50 vor allem schlau, selbstbewußt, wir wissen endlich wo wir hinwollen.

Und deswegen finde ich entsetzlich, was ich öfter lese: Frauen fühlen sich mit zunehmendem Alter unsichtbar.  Was soll das heißen? Dass einem die Bauarbeiter nicht nachpfeifen und keiner einen anspricht in der Disco? Funfact- das geht auch 30jährigen so. Die werden genausowenig angesprochen. Moderne Männer machen das nicht mehr. Die tindern. Außerdem: Ich hab mich nie für eine besondere Beauty gehalten, ich hab auch nie die Männer wegen meiner extrem tollen Optik gewonnen – bei mir waren es Witz und Charme und Chuzpe. Das alles ist immer noch da. Es lohnt sich, schon früher darüber nachzudenken, dass jugendliche Schönheit endlich ist. Wir müssen uns nicht schämen dafür, dass wir älter werden, das ist einfach so. Männer werden das auch – und auch da stimmt der Satz nicht, dass Frauen alt werden und Männer reif. Ich kenne  eine Menge Männer, die nicht besonders gut gealtert sind. Wohlgemerkt: ich kenne unglaublich schöne Frauen (und Männer) mit Ü50. Doch auch die hadern mit sich. Klar, in bestimmten Kreisen, in denen Frauen Trophäen sind, ist eine Mittzwanzigerin auch bei Ü50 Männern bewährtes Statussymbol. Aber so jemanden will doch keine Frau mit Verstand. Da sollte man gar nicht hineifern und konkurrieren wollen. Das sollte frau zumindest mit 50 wissen – so einen Mann kann man getrost in die Tonne kloppen. Und, wie ich es im Artikel „Liebe finden über 50“ geschrieben habe, es sind immer noch genug Gute da draußen. Second Hand, ja. So wie wir. Ich lerne nach wie vor Männer kennen und sehe, dass ich noch gesehen werde. Und nicht unbedingt nur als lustige Alte mit leicht schrägen Klamotten. Nein.

Das Aussehen ändert sich in den Wechseljahren

Ja, die Optik ändert sich. Wir werden weicher, faltiger, grauer. Das Essen setzt leichter an. Die Figur ändert sich, man bekommt einen größeren Busen, breitere Hüften, was ich sehr seltsam finde. Die grauen Haare hab ich mit blonden Strähnchen im dunklen Haar abgemildert, mit den Pfunden mehr gehe ich nachsichtig um – vielleicht zu nachsichtig? Manchmal denke ich mir: ich muss einfach nicht mit einer 25 jährigen konkurrieren, das kann ich nicht. Aber ich hab Lebenserfahrung, ein bisschen Lebensweisheit sogar – das zählt auch. Männer sind nicht so dumm, dass sie nicht wissen, was zu ihnen passt. Aber das werde ich noch in einem eigenen Artikel abhandeln.