Gesellschaft Politik

Europawahl am 26. Mai: dieses Mal wirklich wählen gehen!!!

Es ist ein Armutszeugnis! 70 Prozent aller Jungwähler sind bei der letzten Europawahl nicht zum Wählen gegangen. Das muss sich unbedingt ändern! Jeden Freitag fürs Klima streiken ist das Eine, aber eine Partei wählen, die sich aktiv für die Umwelt einsetzt, ist aber auch Pflicht! Denn wir haben in der letzten Zeit ein paar gruselige Beispiele, die zeigen, was dabei rauskommt, wenn Jungwähler nicht zur Urne marschieren: der Brexit oder auch der Antiraucher-Volksentscheid (den mittlerweile aber alle super finden). Da haben die, die es besonders betrifft, einfach nicht mitgemacht. Das mit dem Brexit hat die Londoner Jugend ein wenig zu spät gemerkt und wupps hat Northcastlestonehall bei Middlefritham für sie entschieden…. Und dieses Mal geht es bei der Europawahl um was: es wird sich nun zeigen, wo wir hinwollen mit unserem Kontinent, jeder und jede muss Stellung beziehen, ob Abschottung gewünscht wird oder Open Borders, mehr oder weniger Zusammenarbeit bei Militär, Flüchtlingen, Sozialtransfer. Ich will hier um Himmels willen nicht für die eine oder andere Richtung werben. Aber ich würde mir wünschen, alle wählen Parteien, die den Umweltschutz, Klima- und Tierschutz mehr als ernst nehmen. Und Parteien, die uns mit Uploadfiltern das Netz ruinieren, den Stinkefinger zeigen…(hier geht es zum Wahlomat)

Brexit oder Bienensterben: Wählen ist wichtig

Damit es am 26. Mai bei der Europawahl nicht wieder heißt: „Danke für nichts“, hat das  Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in München ein paar optisch eindrucksvolle Aktionen gestartet, die vor allem die Jungwähler ansprechen sollen. Unter dem Hashtag #diesmalwaehleich.eu So wurde der Friedensengel mit einer blau-gelben-Europa-Flaggen-Lichtinstallation beleuchtet und im Garten der Villa Stuck sprayten zwei Stars dieser Künstlerszene, Benjamin Schandelmaier und Ralf Spitzer, zusammen mit der Kalligraphin Chiara Attanasio, ein Graffito. „Wollte etwas beitragen, auf die Wichtigkeit des Themas aufmerksam machen. So ist diese Aktion entstanden“, erklärt Chiara.

Und natürlich findet der Großteil der Kampagne online statt, wo sich die Jungwähler aufhalten. Ich würde mir wünschen, das Angebot wird angenommen, die Leute informieren sich und treffen eine fundierte Entscheidung. Nur so kann Veränderung kommen. Und die brauchen wir bitter, denn mit „weiter so“ ist Schluss. Sonst stehen wir am Ende alle so wie die Briten als Idioten da. Warum Menschen ihr demokratisches Recht der Wahl nicht wahrnehmen wollen, ist mir unbegreiflich.

Das bedeutet für mich Demokratie

Weil es hier so gut passt, würde ich gerne ein wenig mehr schreiben und so an der Demokratie-Blogparade #DHMDemokratie teilnehmen. Demokratie ist ein Privileg, ein Grundrecht und deswegen auch eine Pflicht. Wir haben dieses Recht noch gar nicht so lange, Frauen gerade mal 100 Jahre. Demokratie bedeutet, für seine Überzeugungen zu kämpfen, andere überzeugen wollen mit besseren Argumenten und Thesen. Und dann auch akzeptieren, wenn die Mehrheit anderer Meinung ist – das gehört dazu. Deswegen ist auch ein Präsident oder Premier, der so lange wählen lässt, bis ihm oder ihr das Ergebnis genehm ist, kein Demokrat. Demokratie kann verdammt unangenehm sein, wenn zB ein Volk einen Präsidenten wählt, den der Großteil der Welt nicht mag. Aber da muss man durch – es war ihr demokratisches Recht und es verbietet sich, sie deswegen zu bashen. Man kann einwenden, dass das keine so gute Idee war, aus bestimmten Gründen – aber mehr auch nicht. Das gilt auch im innerdeutschen Diskurs. Ich habe mich immer in die Nesseln gesetzt, wenn ich gemeint habe, sorry, aber wenn 13 Prozent eine Partei wählen wollen, die ich persönlich untragbar finde, dann muss ich das akzeptieren – solange diese Partei den Konsens des Grundgesetzes nicht überschreitet. Ich kann – und muss – Leute aufklären und sie bitten, sie mögen sich die Wahlprogramme genauer ansehen als sie das offenbar getan haben. Aber ansonsten darf ich nicht mit Gewalt gegen Politiker oder Wähler vorgehen. Dann bin ich nämlich selbst kein Demokrat mehr…

Zugegeben, viel wirkliche Entscheidungsmöglichkeiten haben wir, der Souverän – das Volk, nicht. Wir können unsere Kreuze machen bei EU oder Bundestagswahl, bei Landtag und Bürgermeister. Wir können demonstrieren, laut werden in Social Media. Wie viel sowas bringt, sehen wir bei der #FridaysforFuture Bewegung. Die Demonstrationen rücken das Thema Klimawandel in den Focus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das ist schon toll. Nur: wenn die Politiker nicht reagieren, nutzt das wenig. Deswegen können oder müssen wir einen Schrit weiter gehen und uns aktiv in einer Partei engagieren. Das ist nicht bequem, ich weiß. Ich war Pirat und es war eine einmalige Erfahrung – und ein Lehrstück in Sachen Demokratie. Nicht immer ein Schönes…aber es war eine Erfahrung, dass es möglich ist, auch as Einzelne etwas zu bewegen. Damals war mir die Digitalisierung besonders wichtig. Und der Verlauf zeigt, dass die großen Altparteien besser auf uns gehört hätten – dann hätten wir jetzt viele Baustellen nicht.  Ich würde mir auch Volksentscheide wünschen, trotz Brexit. Es wäre einfach alles ganz anders legitimiert, wenn bei großen Entscheidungen das Volk direkt entscheiden könnte. Aber das wird vermutlich in Deutschland nicht passieren…

7 Kommentare zu “Europawahl am 26. Mai: dieses Mal wirklich wählen gehen!!!

  1. Pingback: Revolutionswerkstatt reflektieren - raete-muenchen

  2. Hallo Katrin,

    schön dass Du Dich so engagierst. Ich selbst war und bin immer noch auf der Suche nach einer politischen Heimat, aber kann es die überhaupt geben?

    Die Parteienlandschaft hat sich in den über 40 Jahren meines Wahlrechts ständig verändert und die Politiker sind oft von der Macht korrumpiert worden.

    Trotz wiederholten „Reinfällen“ ist mir die Demokratie wichtig geblieben. Wahlen alleine sind es nicht, die neuen Medien sind es ganz besonders aber auch die Straße.

    Ich bin mit mir so „uneins“ gewesen, dass ich mich zu diesen Wahlen nicht geäußert habe, freue mich abe über jeden, der im Netzt genau das getan hat; gerade dieses Mal

    LG
    Manni

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  6. Liebe Katrin,

    merci für deinen Beitrag zu #DHMDemokratie!

    Geht wählen, dass ist in der Tat die Quintessenz bislang der Blogparade, wenn das thematisiert wurde. Auch die Einsicht, dass die Demokratie solche Strukturen hat, die sie zugleich abschaffen können, wenn wir hier nicht sensibilisiert sind. Dazu zählt Aufklärung. Leider bespielen die Blauen das Social Web und dessen Mechanismen hervorragend. Gut gebrüllt, erhalten sie Kopfnicken und wohl auch den Haken, wenn nicht aufgeklärt wird. Das können wir Blogger allein nicht tun, die Politik ist hier gefragt, dazu gehört es vor allem, die Bürger mündig zu machen und sie nicht überall einzuschränken, DSGVO, Upload-Filter, Datenschutz etc. und ja, wohl auch unser Engagement. Dass es schwierig ist, hast du selbst erfahren, hast dich dem Politzirkus wieder entzogen. Umso richtiger hier die Stimme zu erheben.

    Also, nochmals Dankeschön!

    Herzlich,
    Tanja von KULTUR – MUSEUM – TALK

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    • katrin hilger

      Liebe Tanja, ich bin derzeit auf der Suche nach einer politischen Heimat – ich bin noch unentschlossen, aber ich halte das Thema für zu wichtig, um mich nicht zu engagieren. Ich würde auch gern in den Dialog mit CSU und SPD gehen, denen manche Mechanismen des Webs erklären, die sie nicht zu begreifen scheinen. Neuland halt…

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