Kunst München Musik

Wenn München voller Musik ist…

Am kommenden Samstag (4. Mai) ist es wieder soweit: dann ziehen die Münchner in Scharen durch die Stadt, von Kneipe zu Kneipe, vom Kino zum Konzertsaal, vom Arbeitsamt bis zum Literaturhaus: immer auf der Suche nach einem ganz besonderen Hörgenuss. Denn es ist wieder lange Nacht der Musik, die sich zum 20 Mal jährt. Der Musikmarathon ist unglaublich beliebt, 20.000 Münchner nahmen letztes Jahr teil. Wer abgeschreckt ist von der Menge der Leute, keine Panik, das verläuft sich extrem schnell, bei 100 und einer Spielstätte und über 250 Künstlern. Ich freue mich immer sehr auf diese Nacht, denn sie bietet für sehr kleines Geld (Tickets gibt es unter anderem bei München Ticket) beste Unterhaltung und etwas, was in den Zeiten von Großevents selten geworden ist: Livemusik, mit viel Leidenschaft und Hingabe gespielt. Es ist etwas ganz Besonderes, in kleinem, intimen Rahmen Musik zu genießen. Das sollte sich niemand in München entgehen lassen.

Wie sucht man sich seine Highlights?

Lange Nacht der Musik , 400 Konzerte an verschiedenen Orten : Foto : Gasthaus „Isarthor“, 17 .Mai 2014, Foto : C : Stephan Rumpf

 

Das eigentliche Problem ist, aus all den Angeboten das Richtige für sich zu finden. Das war vor 20 Jahren noch schwieriger, da rannte man nur mit seinem gedruckten Programmheft herum und verpasste die Hälfte. Heute kann jeder Musikfan gemütlich vorab im Netz schauen, was es so Spannendes gibt und vorab unter „Meine Nacht“ die Highlights zusammenstellen. Mein Tipp: trotzdem nicht mit einem starren Plan und der Stoppuhr durch die Stadt hetzen. Nicht enttäuscht sein, wenn die Wunschlocation schon als allen Nähten platzt. Dann eben ins Lokal nebenan.

Für Entdecker: der MVG bietet 4 verschiedene Touren, eine Partylinie mit DJ an Bord und eine „Ois is Blues“ Linie an, die die vier Himmelsrichtungen der Stadt anfahren. Dreh- und Angelpunkt ist der Odeonsplatz. Da einfach einsteigen und die Angebote auf der Linie erkunden. Das hat was. Sich komplett treiben lassen, irgendwo an den Busrouten aussteigen und nichts auf der Tour planen. So kommen oft die verrücktesten Begegnungen und die allerbesten Abende zustande. Wem das zu unsicher ist: man sollte zumindest in ein Lokal gehen, das man noch nicht kennt, zu einer Musikrichtung, die einem fremd ist. Das öffnet neue Horizonte und beschert unerwartete Genüsse. Eine sehr ungewöhnliche, aber lohnende Location ist das Arbeitsamt. Denn die dortige Künstlervermittlung präsentiert ihre besten Acts: ein bunter Mix aus Artisten, venezianischen Stelzenläufern, bayerischen Bands, Musicalnachwuchs und Revue.

Sophia´s Bar im The Charles Hotel, Butch Kellem & Band

Für Selbstsänger und -Tänzer: die Mitmachangebote. Ich weiß nicht, ob ich dort selber singen soll, aber in der Hypo-Kunsthalle gibt es eine Karaokebar, passend zur Samurai-Ausstellung (und noch eine in der Hopfendolde). Ich singe unglaublich gerne, aber nicht wirklich gut. Deswegen ist es vielleicht eine bessere Idee, nur eine Stimme in einem Chor zu sein. Das bietet die Theatinerkirche um 21.15 an: in einem offenen Chor werden Spirituals, Gospels und deutsche Klassiker gesungen, es gibt Texthefte und jeder kann mitmachen – da bin ich sicher dabei. Die Theatinerkirche ist sowieso einer der spannendsten Orte auf der Musiktour: um 22.15 verzaubern gregorianische Choräle im Kerzenschein – ein unvergessliches Erlebnis. Außerdem locken viele Münchner Tanzschulen, Tanzschule Kieber, das Tangoforum oder der Tanzraum 9 mit Workshops und Schnupperkursen. Im Hugendubel am Stachus kann bei einer Silentparty jeder für sich hopsen – die Gäste bekommen Kopfhörer und tanzen zu ihrer Musik.

Für Fans: Im Netz sind die Angebote nach Musikstilen geordnet, wer seine Tour thematisch gestalten will, kann so seine Highlights aussuchen, Rock und Pop, Jazz und Big Bands von Latin über Funk und Soul bis zu Weltmusik und Bayerischer Volksmusik. Und wer weiß, vielleicht ist unter den Singer-Songwritern in den vielen Cafes oder Bars schon der nächste Ed Sheeran am Start?

Für Barflys: Warum nicht mal alle Hotelbars der Stadt abgrasen? Das 25hours am Hauptbahnhof, der Nightclub im Bayerischen Hof, die Sophia Bar im Charles Hotel (dort spielt Butch Kellem), das Cocoon oder die Irmi im Le Meridien sind dabei – und alle rund um den Hauptbahnhof fußläufig zu erreichen. Und wer dann noch nicht genug hat, kann den Gasteig besuchen, dessen Schwerpunkt heuer auf Big Bands liegt und dort mit Swing, Jazz und Blechbläsern den Abend ausklingen lassen.

Lange Nacht der Musik in München , Foto : Innenministerium am Odeonsplatz -Solisten Symphonieorchester des BR, 28.April 2018, Foto : C : Stephan Rumpf

Für Klassiker: Wie wäre es mit einer Tour hinter den Kulissen der Staatsoper? Oder der Byzantinische Kantorenchor? Immer toll ist auch das Konzert der Münchner Symphoniker im Innenhof der Stadtsparkasse am Alten Rathaus. Neue Kompositionen gibt die Hochschule für Musik zum Besten (für Klassikfans überhaupt eine der Topspielstätten), Choralchöre, Streichquartette, Oper oder Operette…Es gibt so viel zu entdecken – einfach selbst schauen.

Meine persönlichen Tipps: Wie gesagt, ich bin in der Theatinerkirche beim Chorsingen, und bleibe vermutlich für die Choräle. Aber ich werde mir sicher nicht die Zydecomusiker von Free Beer & Chicken entgehen lassen, die im Lump, Stein und Küchenmeister spielen. Zydeco ist die Musik der Bewohner von New Orleans, das wird großartig. Spannend klingt auch das Projekt, das im MUCA zu sehen und hören ist: Klassik trifft HipHop – klassisch ausgebildete Musiker mischen Bach und Beats…und das MUCa ist sowieso immer einen Besuch wert. Wenn ich noch fit bin: im Lost Weekend oder in der Schlagerbar Roy am Sendlinger Tor ist Open End…

(wenn ihr nicht wisst, wo ihr hinsollt, folgt mir auf Instagram unter Hilgerlicious_blog, ich werde regelmäßig Updates liefern in meinen Stories)

 

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