Konsum Nachhaltigkeit

Übertriebene Plastikverpackung: „Der Verbraucher will es so“ – nein, wollen wir nicht!

Gibt es irgendwen, der sich über das Plastik im Meer freut? Bestimmt nicht. Und ich bin sicher, die meisten Konsumenten würden im Supermarkt lieber zu Produkten ohne Plastik greifen, wenn es die genauso bequem im Supermarkt gäbe. Denn ja, nicht jeder ist bereit, täglich den Weg in den verpackungsfreien Laden zu machen oder hat die Zeit, auf den Markt zu gehen. Und auch im Bioladen ist nicht wenig in Plastik verpackt. Hersteller und Anbieter sagen oft: „Der Verbraucher will es so.“ Nein, ich glaube, wenn wir zwischen preisgleichen Alternativen entscheiden müssten, würden wir immer die mit weniger Müll wählen. Ich (und viele andere) sind es leid, dass der schwarze Peter immer dem Verbraucher zugeschoben wird. Bitte, bietet was anderes an, wir werden es kaufen.

Eine App gegen den Plastikmüll – nachhaltiger Einkaufen

Jetzt gibt es eine App, mit der wir sagen können: so nicht mehr! Replaceplastic  „Mit dieser App wollen wir den Anbietern von Produkten mitteilen, dass wir uns andere Verpackungen wünschen, damit sie anfangen, die Entwicklung von abbaubaren Materialien voranzutreiben und Alternativen bereitzustellen.“  Es geht ganz leicht: „Mit der App kannst du Produkte scannen, die du verwendest oder kaufen würdest, um mitzuteilen, dass du dir für diese Produkte Verpackungen ohne Plastik wünschst. Dieses Feedback wird von uns weitergeleitet.“ Ein relativ komfortabler Weg des Protests. Und, wenn es viele machen – auch ein ziemlich effektiver.

Denn die Lage ist ernst: Ein großer Teil des Mülls gelangt vom Land her über die Flüsse ins Meer. Verpackungen spielen eine große Rolle. Es gibt zu viele Plastikverpackungen für Produkte des täglichen Bedarfs. Der Plastikmüll im Meer hat dramatische Ausmaße angenommen. Jede Verpackung und jedes Stück Plastik, das in die Umwelt gelangt, kann dort Jahrhunderte überdauern. Plastik kann in der Umwelt nicht abgebaut werden, es wird nur immer weiter zerkleinert und bedroht zahlreiche Lebewesen. Und damit letztendlich uns selbst. Das muss auch der letzte Honk begreifen.

Best Ager über 50. Redakteurin, Bloggerin, PR-Beraterin Infuencer Relations, Twitterfan. Spezialistin für das gute Leben: Nachhaltigkeit, Fair Trade, schöne Dinge aus Manufakturen - if you wanna have a good time, gimme a call

5 Kommentare zu “Übertriebene Plastikverpackung: „Der Verbraucher will es so“ – nein, wollen wir nicht!

  1. Sehr geil. Hab mir die App gleich installiert und mache mich direkt auf die Suche. Am Wochenende hab ich mich sehr geärgert. Habe mir Ostern-Nougat gekauft und weil ich da schon seit Wochen drauf Heißhunger hatte, habe ich nicht auf die Verpackung geachtet.

    Fazit: Im Karton war ein Sichtfenster mit Plastik. Innen waren 10 Nougat Stücke in Alu verpackt, die zudem noch in einer Kunststoffform in Reih und Glied eingebettet waren. Es wäre problemlos möglich, die Nougatwürfel in eine kleinere Karton-Verpackung – ganz ohne Plastik – gut geschützt einzupacken. Leider hab ich Karton und Plastik schon fein-säuberlich getrennt und kann das Produkt nicht mehr durch die App jagen. Aber übermorgen bin ich wieder im selben Laden und werde den Code gleich einscannen. So, und nun nehme ich mir die heute gekauften Bio-Zitronen mit Plastik-Tragegriff zur Brust. Das nervt mich nämlich ohne Ende.

    LG, Steffi

    Übrigens hat Aldi heute verkündet, dass die Gurke nicht mehr in Plastik eingepackt wird. Ab April!. Finde ich super. Man kann manchmal doch etwas bewegen!

    Gefällt mir

  2. Plastik ist wirklich so eine Sache. Es wäre wünschenswert, wenn die Industrie umdenken und Verpackungen in umweltfreundliche Alternativen umwandeln würde. Denn niemand freut sich über all das Plastik im Meer. Gerade Mikroplastik ist da ja auch so ein weiterer Aspekt.
    Nach und nach findet zumindest eine Art Umdenken statt. Wünschenswert wäre natürlich wesentlich mehr als Plastiktüten durch Stoffbeutel zu ersetzen. In Supermärkten zumindest. Dennoch begrüße ich jeden Schritt in die richtige Richtung und hoffe, dass sch in Zukunft noch mehr verändern wird.

    LG

    Gefällt 1 Person

  3. Nigel Tufnel

    Genau das habe ich mir auch schon oft gedacht. Viele Verpackungen sind völlig unnötig – warum lassen die Firmen sie nicht weg? Damit könnten sie sogar werben: Ich würde z.B. gerne Käse kaufen, bei dem keine Folien zwischen die Scheiben gelegt sind. Wenn das außen draufstehen würde, wäre das für mich ein Kaufargument.
    Noch besser wäre es natürlich, wenn die gesamte Verpackung umweltfreundlich wäre. Wenn das meiste Zeugs sowieso nur ein paar Tage hält, wieso muss es dann in Plastik verpackt werden, das in 100 Jahren noch nicht verrottet ist?
    Ich glaube auch, dass es sich die Industrie zu einfach macht. Aber „der Verbraucher“ ist genauso mit schuld, weil viele gar nicht darüber nachdenken, was sie da kaufen und was sie dadurch zu einem Teil mit verschulden.

    Gefällt 2 Personen

    • katrin hilger

      Ja, wir Verbraucher sind bequem. Aber das ist nun mal so und so, wie die Industrie sonst mit unserer Bequemlichkeit spielt, muss sie es eben auch beim Plastik tun. Wie du sagst, es wäre ein Verkaufsargument, wenn da weniger Verpackung dran ist. Das wäre es für mich auch – und keine Verpackung, die ich umständlich wieder dem Recycling zuführen muss.

      Gefällt mir

Schreibe eine Antwort zu katrin hilger Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: